Jeremy Roenick

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jeremy Roenick Eishockeyspieler
Personenbezogene Informationen
Geburtsdatum 17. Januar 1970
Geburtsort Boston, Massachusetts, USA
Spitzname J.R., Styles
Größe 185 cm
Gewicht 93 kg
Spielerbezogene Informationen
Position Center
Schusshand Rechts
Draftbezogene Informationen
NHL Entry Draft 1988, 1. Runde, 8. Position
Chicago Blackhawks
Spielerkarriere
1988–1989 Hull Olympiques
1989–1996 Chicago Blackhawks
1994–1995 Kölner Haie
1996–2001 Phoenix Coyotes
2001–2004 Philadelphia Flyers
2005–2006 Los Angeles Kings
2006–2007 Phoenix Coyotes
2007–2009 San Jose Sharks

Jeremy Shaffer Roenick (* 17. Januar 1970 in Boston, Massachusetts) ist ein ehemaliger US-amerikanischer Eishockeyspieler. Während seiner aktiven Karriere spielte er zwischen 1989 und 2009 für die Chicago Blackhawks, Phoenix Coyotes, Philadelphia Flyers, Los Angeles Kings und San Jose Sharks in der National Hockey League auf der Position des Centers. Roenick gilt als einer der besten US-amerikanischen Spieler aller Zeiten.

Karriere[Bearbeiten]

Roenick begann seine Karriere an der Thayer Academy, einer High School im US-Bundesstaat Massachusetts. Nachdem er in zwei Spielzeiten, zwischen 1986 und 1988, in insgesamt 48 Spielen 149 Punkte erzielt hatte und in seinem zweiten Jahr das Team zur Meisterschaft in ihrer Liga geführt hatte, wurden USA Hockey, der US-amerikanische Eishockeyverband, und die Franchises der National Hockey League auf ihn aufmerksam. Die erfolgreiche Teilnahme an der Junioren-Weltmeisterschaft führte dazu, dass die Chicago Blackhawks ihn beim NHL Entry Draft 1988 in der ersten Runde an achter Position auswählten. Um sein Talent besser zu entwickeln, setzten die Blackhawks den damals 18-jährigen zunächst in der kanadischen Quebec Major Junior Hockey League bei den Hull Olympiques ein. Auch hier dominierte er nach Belieben und erzielte in nur 28 Spielen 34 Tore und bereitete 36 vor. Hiervon beeindruckt holten die Blackhawks Roenick schon zum Ende der Saison 1988/89 für 20 Spiele in die NHL, wo er neun Tore und acht Vorlagen verbuchte.

Ab der Saison 1989/90 gehörte der US-Amerikaner bereits zum Stammkader der Chicago Blackhawks. In seiner Rookiesaison erfüllte er mit 66 Punkten noch nicht ganz die Erwartungen, war aber mit seinem Landsmann Mike Modano und dem 30-jährigen Sergei Makarow einer der Kandidaten auf die Calder Memorial Trophy für den besten Rookie. Nach 94 Punkten in seinem zweiten Jahr folgten drei Spielzeiten mit über 100 Punkten und er hatte sich zur offensiven Führungskraft Chicagos entwickelt. Während des Lockouts, der den Start ins Spieljahr 1994/95 um einige Monate verzögerte, bestritt er drei Spiele für die Kölner Haie in der DEL , wo er drei Tore und einen Assist erzielte. In der Folge warfen ihn diverse Knieverletzungen und eine Gehirnerschütterung immer wieder zurück. Nach der Saison 1995/96 gaben die Blackhawks Roenick an die Phoenix Coyotes ab und bekamen im Gegenzug Alexei Schamnow, Craig Mills und einen Erstrunden-Draftpick im NHL Entry Draft 1997. In Phoenix setzte er seine körperbetonte Spielweise bis zum Ende der Saison 2000/01 fort und war auch dort von Anfang an einer der Führungsspieler. In seinen letzten beiden Spielzeiten in Phoenix erzielte er die meisten Tore und die meisten Vorlagen für sein Team. Da die neuen Besitzer der Coyotes Gehaltskosten sparen wollten, gaben sie Roenick und auch weitere Spieler im Sommer 2001 zu anderen Teams ab. Er unterschrieb als Free Agent einen Vertrag bei den ambitionierten Philadelphia Flyers. In seiner ersten Saison für die Flyers erzielte er seinen 1.000 Punkt in der NHL. Dies gelang ihm als 63. Spieler insgesamt und viertem US-Amerikaner. Nach drei Jahren bei den Flyers, in denen es dem Team nicht gelungen war den Stanley Cup zu gewinnen, folgte ein erneuter Lockout, der zur kompletten Absage der NHL-Saison 2004/05 führte. In dieser Zeit bestritt Roenick keine Spiele und wurde im Sommer 2005 von den Flyers zu den Los Angeles Kings transferiert, da die Mannschaften durch das neue Collective Bargaining Agreement dazu gezwungen waren, die Gehälter drastisch zu kürzen und somit nur noch wenige Spieler mit hohen Gehältern unterhalten konnten. In Los Angeles verbrachte Roenick das schwächste Jahr seiner gesamten NHL-Karriere als ihm in 58 Spielen lediglich 22 Punkte gelangen. Im Sommer 2006, am 4. Juli, kehrte er deshalb als Free Agent zu den Phoenix Coyotes zurück, die ihm einen mit 1,2 Millionen US-Dollar dotierten Einjahres-Vertrag angeboten hatten, doch auch dort konnte der Center nicht an die Offensiv-Leistungen früherer Jahre anknüpfen.

Jeremy Roenick im Jahr 2008

Nachdem Roenick nach dem Ende der regulären Saison 2006/07 als Playoff-Analyst für den kanadischen Sportsender TSN gearbeitet hatte und in der Folge im Sommer Rücktrittsgerüchte aufgekommen waren, setzte er schließlich seine Karriere fort und wechselte zu den San Jose Sharks, wo er einen Einjahres-Vertrag unterschrieb. Mit seinem fünften Saisontor am 10. November 2007 erreichte er als 40. der NHL-Geschichte und dritter in den Vereinigten Staaten geborener Spieler die Marke von 500 Toren. Insgesamt absolvierte er seine beste Spielzeit seit dem Lockout und war eine der Überraschungen der Spielzeit. Nach dem Ausscheiden der Sharks in der zweiten Playoff-Runde verlängerte Roenick den auslaufenden Vertrag zu verbesserten Konditionen um ein weiteres Jahr. Seine letzte NHL-Spielzeit stand allerdings unter keinem guten Stern. Bereits Anfang Dezember verletzte sich der Stürmer an der Schulter, woraufhin er operiert werden musste und erst Ende Februar in den Kader zurückkehrte. Wenig später traten erneute Probleme auf, die zu einer weiteren Ausfallzeit führten. Insgesamt bestritt Roenick lediglich 42 Spiele in der regulären Saison. Nach dem Ausscheiden der Sharks in der ersten Playoff-Runde ließ er seine sportliche Zukunft lange Zeit offen, ehe er Anfang August 2009 seinen Rücktritt bekannt gab.

International[Bearbeiten]

Auf internationaler Bühne trat Roenick erstmals bei der Junioren-Weltmeisterschaft 1988 für die US-amerikanische Eishockeynationalmannschaft an, ebenso 1989. Zwar konnte die Mannschaft nicht in die Medaillenränge vorstoßen, doch Roenick gelang es 1989 ins All-Star Team der WM gewählt zu werden. Danach dauerte es bis 1991, ehe er an der Senioren-Weltmeisterschaft teilnahm, die das Team auf dem undankbaren vierten Platz abschloss. Im gleichen Jahr gelang jedoch der Gewinn der Silbermedaille beim Canada Cup, wo Roenick sich erneut im All-Star Team wiederfand. In den Jahren 1998 und 2002 nahm er an den Olympischen Winterspielen teil. Nach einem enttäuschenden sechsten Platz 1998 in Nagano, errangen die US-Amerikaner 2002 im heimischen Salt Lake City die Silbermedaille. Seine letzte Nominierung für ein internationales Turnier erhielt Roenick 2004 zum World Cup of Hockey bei dem er jedoch nicht eingesetzt wurde. Für das Olympische Eishockeyturnier 2006 in Turin erhielt er keine Nominierung.

Erfolge und Auszeichnungen[Bearbeiten]

International[Bearbeiten]

Karrierestatistik[Bearbeiten]

Roenick im Trikot der San Jose Sharks
Reguläre Saison Play-offs
Saison Team Liga Sp T V Pkt SM Sp T V Pkt SM
1988/89 Hull Olympiques QMJHL 28 34 36 70 14 9 7 12 19 6
1988/89 Chicago Blackhawks NHL 20 9 9 18 4 10 1 3 4 7
1989/90 Chicago Blackhawks NHL 78 26 40 66 54 20 11 7 18 8
1990/91 Chicago Blackhawks NHL 79 41 53 94 80 6 3 5 8 4
1991/92 Chicago Blackhawks NHL 80 53 50 103 98 18 12 10 22 12
1992/93 Chicago Blackhawks NHL 84 50 57 107 86 4 1 2 3 2
1993/94 Chicago Blackhawks NHL 84 46 61 107 125 6 1 6 7 2
1994/95 Kölner Haie DEL 3 3 1 4 2
1994/95 Chicago Blackhawks NHL 33 10 24 34 14 8 1 2 3 16
1995/96 Chicago Blackhawks NHL 66 32 35 67 109 10 5 7 12 2
1996/97 Phoenix Coyotes NHL 72 29 40 69 115 6 2 4 6 4
1997/98 Phoenix Coyotes NHL 79 24 32 56 103 6 5 3 8 4
1998/99 Phoenix Coyotes NHL 78 24 48 72 130 1 0 0 0 0
1999/00 Phoenix Coyotes NHL 75 34 44 78 102 5 2 2 4 10
2000/01 Phoenix Coyotes NHL 80 30 46 76 114
2001/02 Philadelphia Flyers NHL 75 21 46 67 74 5 0 0 0 14
2002/03 Philadelphia Flyers NHL 79 27 32 59 75 13 3 5 8 8
2003/04 Philadelphia Flyers NHL 62 19 28 47 62 18 4 9 13 8
2004/05 Philadelphia Flyers NHL nicht gespielt wegen Lockout
2005/06 Los Angeles Kings NHL 58 9 13 22 36
2006/07 Phoenix Coyotes NHL 70 11 17 28 32
2007/08 San Jose Sharks NHL 69 14 19 33 26 12 2 3 5 2
2008/09 San Jose Sharks NHL 42 4 9 13 24 6 0 1 1 12
QMJHL gesamt 28 34 36 70 14 9 7 12 19 6
NHL gesamt 1363 513 703 1216 1463 154 53 69 122 115
DEL gesamt 3 3 1 4 2

International[Bearbeiten]

Vertrat die USA bei:

Jahr Team Veranstaltung Sp T V Pkt SM
1988 USA U20-WM 7 5 4 9 4
1989 USA U20-WM 7 8 8 16 0
1991 USA WM 9 5 6 11 8
1991 USA Canada Cup 8 4 2 6 4
1998 USA Olympia 4 0 1 1 6
2002 USA Olympia 6 1 4 5 2
2004 USA World Cup ohne Einsatz
Junioren gesamt 14 13 12 25 4
Herren gesamt 27 10 13 23 20

(Legende zur Spielerstatistik: Sp oder GP = absolvierte Spiele; T oder G = erzielte Tore; V oder A = erzielte Assists; Pkt oder Pts = erzielte Scorerpunkte; SM oder PIM = erhaltene Strafminuten; +/− = Plus/Minus-Bilanz; PP = erzielte Überzahltore; SH = erzielte Unterzahltore; GW = erzielte Siegtore; 1 Play-downs/Relegation)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jeremy Roenick – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien