Jermain Taylor

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Dieser Artikel befasst sich mit dem Boxer Jermain Taylor. Zu anderen Personen siehe Jermaine Taylor.
Jermain Taylor Boxer
Daten
Geburtsname Jermain Taylor
Kampfname Bad Intentions
Gewichtsklasse Mittelgewicht
Nationalität US-Amerikanisch
Geburtstag 11. August 1978
Geburtsort Little Rock
Stil Linksauslage
Größe 1,85 m
Kampfstatistik
Kämpfe 38
Siege 33
K.-o.-Siege 20
Niederlagen 4
Unentschieden 1

Jermain Taylor (* 11. August 1978 in Little Rock, Arkansas) ist ein US-amerikanischer Boxer und aktueller Weltmeister der IBF im Mittelgewicht.

Amateurkarriere[Bearbeiten]

Taylor siegte 1998 und 1999 beim prestigeträchtigen Golden Gloves Turnier, die Goodwill Games 1998 beendete er auf einem dritten Rang, er verlor im Halbfinale gegen Gaidarbek Gaidarbekow.

Im Jahr 2000 qualifizierte er sich für die Olympischen Spiele in Sydney und erreichte dort im Halbmittelgewicht eine Bronzemedaille. Dabei schlug er unter anderem Felix Sturm, Deutschland (19:14), der dort noch unter seinem Geburtsnamen Adnan Ćatić boxte und verlor im Halbfinale gegen Jermachan Ibraimow, Kasachstan (RSC 4.).

  • 1996: 1. Platz im Halbmittelgewicht bei den US-Juniorenmeisterschaften in Gulfport
  • 1997: 2. Platz im Halbmittelgewicht bei den National Golden Gloves in Denver
  • 1998: 1. Platz im Halbmittelgewicht bei der American Boxing Classic in Milwaukee
  • 1998: 2. Platz im Halbmittelgewicht bei der US Challenge in Colorado Springs
  • 1998: 3. Platz im Halbmittelgewicht bei den US-Meisterschaften in Colorado Springs
  • 1998: 3. Platz im Halbmittelgewicht bei den Goodwill Games in New York City
  • 1998: 1. Platz im Halbmittelgewicht bei den National Golden Gloves in Biloxi
  • 1999: 1. Platz im Halbmittelgewicht bei den National Golden Gloves in Syracuse
  • 1999: 1. Platz im Halbmittelgewicht beim José Cheo Aponte Tournament in Caguas
  • 2000: 1. Platz im Halbmittelgewicht bei den US Olympic Trials in Tampa
  • 2000: 1. Platz im Halbmittelgewicht bei der Amerikanischen Olympiaausscheidung in Tampa
  • 2000: 3. Platz im Halbmittelgewicht bei den Olympischen Sommerspielen in Sydney

Profikarriere[Bearbeiten]

Als Profi boxt er im Mittelgewicht. Sein Debüt fand unter Lou DiBella am 27. Januar 2001 statt. Im Jahr 2003 gewann er den Kontinentaltitel der WBC und verteidigte ihn drei Mal, unter anderem gegen den früheren Halbmittelgewichtstitelträger Raul Marquez und den ehemaligen WBA-Titelträger im Mittelgewicht William Joppy.

Am 16. Juli 2005 gewann er gegen den Mittelgewichtsweltmeister Bernard Hopkins knapp und umstritten nach Punkten und sicherte sich damit die Gürtel der WBC, WBA, IBF und WBO. Im Oktober 2005 wurde ihm jedoch IBF-Titel wieder aberkannt, da er nicht gegen den Pflichtherausforderer des Verbandes antrat, sondern stattdessen Hopkins die Chance auf einen Rückkampf am 3. Dezember 2005 gab. Taylor siegte dabei wieder äußerst knapp nach Punkten.

Am 17. Juni 2006 kämpfte er gegen den Rechtsausleger und offiziellen Herausforderer Ronald „Winky“ Wright, (der bis dato als stärkster Halbmittelgewichtler gegolten und zweimal Shane Mosley und Félix Trinidad geschlagen hatte), Unentschieden. Für diesen Kampf erhielt Taylor seine bis dato mit Abstand höchste Börse von circa 5 Millionen Dollar.

Im Dezember 2006 besiegte er dann Kassim Ouma aus Uganda, noch ein Rechtsausleger aus dem Halbmittelgewicht. Da diese beiden Kämpfe nur von der WBC und der WBO, nicht aber von der WBA sanktioniert wurden, erkannte ihm die WBA dann auch ihren Titel ab. Am 19. Mai 2007 konnte er die beiden verbliebenen Titel gegen Cory Spinks verteidigen, den dritten Rechtsausleger in Folge. Wie schon in den Kämpfen gegen Kassim Ouma und gegen Wright konnte Taylor nicht wirklich überzeugen und gewann knapp nach Punkten.

Seine zweite Pflichtverteidigung bestritt Jermain Taylor am 29. September 2007 gegen seinen ungeschlagenen Landsmann Kelly Pavlik. Taylor agierte zur allgemeinen Überraschung sehr offensiv und schlug Pavlik in der zweiten Runde mit einer Kombination zu Boden. Zu diesem Zeitpunkt schien der Herausforderer kurz vor dem KO zu stehen. Jedoch gelang es Pavlik in der siebten Runde Taylor mit einer Schlagserie in eine Ringecke zu drängen und mehreren Volltreffern anzubringen, bei der der Titelverteidiger zu Boden sank. Der Ringrichter sprang in diesem Moment dazwischen und beendete den Kampf mit einem TKO-Sieg für Pavlik.

Jermain Taylor machte anschließend eine vertraglich vereinbarte Rückkampfklausel geltend, um direkt erneut gegen Pavlik boxen zu können. Da Taylor jedoch im Vorfeld des Kampfes angekündigt hatte, in jedem Fall seine Karriere im Supermittelgewicht fortsetzen zu wollen, einigte man sich für diese Begegnung auf ein Gewichtslimit über dem Mittelgewicht, so dass Pavlik den WBC- und WBO-Titel selbst im Fall einer Niederlage nicht verloren hätte. Das Duell am 16. Februar in Las Vegas wurde allerdings erneut von Pavlik gewonnen, der sich über die Distanz von zwölf Runden nach Punkten durchsetzen konnte und Taylor damit seine zweite Niederlage als Profiboxer zufügte.

Am 15. November 2008 kam es dann zu dem wichtigen Kampf gegen Jeff Lacy. Beide Boxer kennen sich bereits seit Olympia 2000 und sind gut befreundet. In einem gutgeführten Kampf konnte sich Taylor letztendlich einstimmig nach Punkten durchsetzen.Damit schaffte es Taylor sich für die beiden Niederlagen gegen Kelly Pavlik zurück zu melden.

Am 25. April 2009 forderte er den WBA-Weltmeister Carl Froch heraus und ging zunächst deutlich nach Punkten in Führung. In der dritten Runde schlug er Froch nieder und dominierte den Kampf in der ersten Hälfte. In der letzten Runde ging er selbst zu Boden und konnte gerade noch vor dem Auszählen aufstehen. Kurz vor dem Ende der letzten Runde wurde der Kampf nach weiteren schweren Treffern zugunsten Frochs abgebrochen.

Taylor wurde trotz der Niederlage zum prestigeträchtigen „Super Six World Boxing Classic“ eingeladen und boxte im Auftaktkampf dieses Turniers am 17. Oktober 2009 in der Berliner O2 World-Arena gegen den aus dem Mittelgewicht aufgestiegenen Arthur Abraham. Nach wiederum gutem Start bekam Taylor aber im weiteren Kampfverlauf zunehmend Probleme, so dass er in der zwölften Runde wenige Sekunden vor Kampfende schwer K.o. ging. Im Januar 2010 verkündete Taylor, dass er sich aus dem Turnier zurückziehen werde.

Nach zweijähriger Pause kehrte Taylor 2011 mit einem TKO-Sieg in der achten Runde über Jessie Nicklow in den Ring zurück. 2012 gewann er einen weiteren Kampf gegen den bis dahin ungeschlagenen Caleb Truax nach Punkten, wobei er jedoch in der neunten Runde zu Boden ging.

Liste der Profikämpfe[Bearbeiten]

30 Siege (18 K.o.-Siege), 4 Niederlagen (3 K.o.-Niederlagen), 1 Unentschieden
Jahr Tag Ort Gegner Ergebnis für Taylor
2001 27. Januar Madison Square Garden, New York, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Chris Walsh Sieg / TKO 4. Runde
7. April MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten BahamasBahamas Kenny Stubbs Sieg / TKO 2. Runde
8. Mai I.C. Light Amphitheater, Pittsburgh, Pennsylvania, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Antonio Baker Punktsieg (einstimmig) / 4 Runden
23. Juni MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten BahamasBahamas Marvin Smith Punktsieg (einstimmig) / 4 Runden
11. August Alltel Arena, Little Rock, Arkansas, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Efrain Garcia Sieg / TKO 5. Runde
2. November Foxwoods Resort, Mashantucket, Connecticut, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Dave Hamilton Sieg / TKO 2. Runde
23. November Roseland Ballroom, New York, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Undra White Sieg / TKO 4. Runde
2002 15. März Creek Nation Tulsa Bingo, Tulsa, Oklahoma, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ron Carnell Sieg / TKO 3. Runde
27. April Madison Square Garden, New York, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Joe Garcia Sieg / TKO 6. Runde
15. Juni Miccosukee Indian Gaming Resort, Miami, Florida, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Grady Brewer Punktsieg (einstimmig) / 8 Runden
17. August Trump Taj Mahal, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Sam Hill Punktsieg (einstimmig) / 10 Runden
9. November Mountaineer Race Track, Chester, West Virginia, Vereinigte Staaten Puerto RicoPuerto Rico Johnny Rivera Sieg / TKO 4. Runde
20. Dezember Creek Nation Gaming Center, Tulsa, Oklahoma, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Keith Sims Sieg / TKO 1. Runde
2003 30. Januar American Airlines Arena, Miami, Florida, Vereinigte Staaten Puerto RicoPuerto Rico Lionel Ortiz Sieg / TKO 2. Runde
31. März Statehouse Convention Center, Little Rock, Arkansas, Vereinigte Staaten VenezuelaVenezuela Marcos Primera Sieg / TKO 5. Runde
17. Mai Petersen Center, Pittsburgh, Pennsylvania, Vereinigte Staaten KolumbienKolumbien Nicolas Cervera Sieg / TKO 4. Runde
8. August Alltel Arena, Little Rock, Arkansas, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Alfredo Cuevas Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
8. November Mandalay Bay Resort & Casino, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Dominikanische RepublikDominikanische Republik Rogelio Martinez Sieg / TKO 7. Runde
2004 9. Januar Mohegan Sun Casino, Uncasville, Connecticut, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Alex Rios Sieg / TKO 1. Runde
27. März Alltell Arena, Little Rock, Arkansas, Vereinigte Staaten Kongo Demokratische RepublikDemokratische Republik Kongo Alex Bunema Sieg / TKO 7. Runde
19. Juni Home Depot Center, Carson, Kalifornien, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Raul Marquez Sieg / TKO 9. Runde
4. Dezember Barton Coliseum, Little Rock, Arkansas, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten William Joppy Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
2005 19. Februar Staples Center, Los Angeles, Kalifornien, Vereinigte Staaten HaitiHaiti Daniel Edouard Sieg / TKO 3. Runde
16. Juli MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bernard Hopkins Punktsieg (Geteilte Entscheidung) / 12 Runden
3. Dezember Mandalay Bay Resort & Casino, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Bernard Hopkins Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
2006 17. Juni FedEx Forum, Memphis, Tennessee, New York, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Ronald Wright Unentschieden
9. Dezember Alltel Arena, North Little Rock, Arkansas, Vereinigte Staaten UgandaUganda Kassim Ouma Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
2007 19. Mai FedEx Forum, Memphis, Tennessee, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Cory Spinks Punktsieg (Geteilte Entscheidung) / 12 Runden
29. September Boardwalk Hall, Atlantic City, New Jersey, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Kelly Pavlik Niederlage / TKO 7. Runde
2008 16. Februar MGM Grand, Las Vegas, Nevada, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Kelly Pavlik Punktniederlage (einstimmig) / 12 Runden
15. November Vanderbilt University Memorial Gymnasium, Nashville, Tennessee, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jeff Lacy Punktsieg (einstimmig) / 12 Runden
2009 25. April Foxwoods Resort, Mashantucket, Connecticut, Vereinigte Staaten Vereinigtes KonigreichVereinigtes Königreich Carl Froch Niederlage / TKO 12. Runde
17. Oktober O2 World, Berlin, Deutschland DeutschlandDeutschland Arthur Abraham Niederlage / KO 12. Runde
2011 30. Dezember Morongo Casino Resort & Spa, Cabazon, Kalifornien, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Jessie Nicklow Sieg / TKO 8. Runde
2012 20. April Beau Rivage Resort & Casino, Biloxi, Mississippi, Vereinigte Staaten Vereinigte StaatenVereinigte Staaten Caleb Truax Punktsieg (einstimmig) / 10 Runden
(Quelle: BoxRec-Datenbank)

Weblinks[Bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Bernard Hopkins Boxweltmeister im Mittelgewicht (WBA)
16. Juli 2005 – 14. Dezember 2006
Vakant
Nächster Titelträger:
Javier Castillejo
Bernard Hopkins Boxweltmeister im Mittelgewicht (WBC)
16. Juli 2005 – 29. September 2007
Kelly Pavlik
Bernard Hopkins Boxweltmeister im Mittelgewicht (IBF)
16. Juli 2005 – 11. Oktober 2005
Vakant
Nächster Titelträger:
Arthur Abraham
Bernard Hopkins Boxweltmeister im Mittelgewicht (WBO)
16. Juli 2005 – 29. September 2007
Kelly Pavlik