Jerry Pournelle

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Jerry Pournelle 2006

Jerry Pournelle (* 7. August 1933 in Shreveport, Louisiana) ist ein US-amerikanischer Journalist und Science-Fiction-Schriftsteller. International bekannt ist er vor allem für die Werke, die in der Zusammenarbeit mit Larry Niven entstanden.

Biographie[Bearbeiten]

Während des Koreakriegs diente er in der US Army als Artillerie-Offizier.
In den späten 50ern (noch bevor er sich zum ersten Mal als Science-Fiction-Autor betätigte), arbeitete er in der Luftfahrtindustrie bei Boeing in der Forschung und entwickelte das theoretische Konzept für das "Projekt Thor", bei dem es prinzipiell darum ging, kinetische Massen aus einer Erdumlaufbahn auf Ziele auf der Erde fallen zu lassen.
Er absolvierte diverse Studiengänge an der University of Washington; er erwarb dort den Master of Science in experimenteller Statistik und in Systems Engineering und promovierte zum Ph.D. sowohl in Psychologie als auch Politischen Wissenschaften. (Der Titel seiner Doktorarbeit in Politischer Wissenschaft (1964) lautete: The American political continuum; an examination of the validity of the left-right model as an instrument for studying contemporary American political 'isms' - Die politische Realität Amerikas: Eine Analyse der Gültigkeit des Links-Rechts-Modells als Instrument für das Studium der zeitgenössischen amerikanischen politischen 'ismen')[1].
Im Auftrag des Militärs überarbeitete er "Projekt 75", eine 1964 erstellte Studie über die bis 1975 benötigten Mittel zur Verteidigung des Landes.
Als wissenschaftlicher Mitarbeiter arbeitete er für die Aerospace Corporation und die North American Rockwell Space Division und war Gründungspräsident des Pepperdine Research Institute.
1969 unterstützte er den amtierenden demokratischen Bürgermeister von Los Angeles, Sam Yorty, bei den Vorwahlen zu seiner Wiederwahl als wissenschaftlicher Direktor. Nach den Vorwahlen wurde er zum Assistenten des Bürgermeisters ernannt, gab diesen Posten aber bereits nach 2 Wochen wieder auf.
1970 war er Berater der PELA (Professional Educators of Los Angeles), einer Vereinigung von Pädagogen, die gegen die gewerkschaftliche Organisierung von Lehrern eintraten.
In seinem intellektuellen Werdegang wurde er protegiert von Russell Kirk und Stefan T. Possony. Zusammen mit Possony schrieb er zahlreiche (militärisch-technische) Fachpublikationen, u.a. "The Strategy of Technology (1970)", das als Lehrbuch in der Militärakademie von West Point, der Air Force Akademie in Colorado Springs und dem National War College verwendet wurde.
1989 warb er zusammen mit Max Hunter und dem pensionierten Army General Lieutenant Daniel O. Graham in einer Präsentation vor Vizepräsident Dan Quayle für die Förderung der Entwicklung der DC-X-Rakete.
1994 verschaffte seine freundschaftliche Verbundenheit zu Newt Gingrich seinem Sohn Richard einen Job in der Regierung. Zu dieser Zeit gab es Gerüchte, dass Pournelle und Gingrich dabei seien, zusammen einen SF-Polit-Thriller zu schreiben. Die Freundschaft zwischen den beiden bestand schon länger und war gefestigt, seit Pournelle 1985 das Vorwort zu Gingrichs Buch "Window of Opportunity" geschrieben hatte.

Seit Anfang 2008 ist bekannt, dass er an einem Hirntumor leidet, jedoch scheint eine Bestrahlungsbehandlung Erfolg gehabt zu haben, denn gemäß einem Bericht auf seinem Weblog ist er seit dem 28. August 2008 krebsfrei.

Jerry Pournelle ist auch als Journalist tätig, so schrieb er für das Computer-Magazin Byte, in dem er seit 1982 eine regelmäßige Kolumne mit dem Titel „CHAOS MANOR: The User’s Column“ hatte. Dies endete im August 1998 [2] mit dem Ende der Print Edition von Byte. Danach fing er an unter Chaos Manor Mail [3] und The View from Chaos Manor [4] in einer Form zu schreiben an, die einige Jahre später als Blog bezeichnet wurde. Die Seite ist frei zugänglich, nimmt jedoch Spenden in Form von Abonnenten an; sie ist 2009 immer noch kontinuierlich aktiv. Unter Chaos Manor Reviews erscheint seit 2006 eine monatliche Kolumne, die die Tradition der bei BYTE erschienenen Kolumne fortsetzt[5].

In den 80er Jahren war er Redakteur und Kolumnist für das Survival-Magazin "Survive".

Er ist außerdem Mitglied im Human Biodiversity Institute, einer Online-Diskussionsrunde hochrangiger Wissenschaftler und Intellektueller, die von Steve Sailer[6], einem amerikanischen Journalisten, Kolumnisten und Filmkritiker ins Leben gerufen wurde.

Bibliografie[Bearbeiten]

CoDominium[Bearbeiten]

  • Ein Raumschiff für den König auch: König Davids Raumschiff, 1983, ISBN 3-404-22061-7, A Spaceship for the King auch: King David’s Spaceship, 1973
  • Jenseits des Gewissens, 1981, ISBN 3-404-21136-7, West of Honor, 1976
  • Der letzte Söldner, 1980, ISBN 3-404-21128-6, The Mercenary, 1976

Der Splitter-Zyklus[Bearbeiten]

(mit Larry Niven)

Inferno[Bearbeiten]

(mit Larry Niven)

Janissaries[Bearbeiten]

Heorot[Bearbeiten]

(mit Larry Niven und Steven Barnes)

Falkenberg’s Legion[Bearbeiten]

War World[Bearbeiten]

  • Burning Eye, 1989 (mit John F. Carr)
  • Death’s Head Rebellion, 1990 (mit John F. Carr)
  • Sauron Dominion, 1991 (mit John F. Carr)
  • Codominium: Revolt on War World, 1992 (mit John F. Carr)
  • Invasion, 1994

Jupiter[Bearbeiten]

Golden Road[Bearbeiten]

(mit Larry Niven)

  • Stadt des Feuers, 2001, ISBN 3-453-18801-2, The Burning City, 2000
  • The Burning Tower, 2005

Man-Kzin[Bearbeiten]

  • The Houses of the Kzinti, 2002 (mit Dean Ing und S. M. Stirling)

Einzelromane[Bearbeiten]

  • Red Heroin, 1965 (als Wade Curtis)
  • Red Dragon, 1970 (als Wade Curtis)
  • Flucht vom Planet der Affen, 1976, Pabel, Escape from the Planet of the Apes, 1974
  • Mars, ich hasse dich, 1978, ISBN 3-404-01460-X, Birth of Fire, 1976
  • High Justice, 1977
  • Luzifers Hammer, 1980, ISBN 3-453-30620-1, Lucifer’s Hammer, 1977 (mit Larry Niven)
  • Exiles to Glory, 1978
  • Todos Santos, 1984, ISBN 3-453-31036-5, Oath of Feathy, 1981 (mit Larry Niven)
  • Fußfall auch: Saturn minus Sechs, 1990, ISBN 3-453-04293-X, Footfall, 1985 (mit Larry Niven)
  • Gefallene Engel, 1998, ISBN 3-453-13317-X, Fallen Angels, 1991 (mit Larry Niven und Michael F. Flynn)
  • Cities in Space, 1991 (mit John F. Carr)
  • The Children’s Hour, 1991 (mit S. M. Stirling)
  • Prince, 2002 (mit S. M. Stirling)

Als Herausgeber[Bearbeiten]

There Will Be War[Bearbeiten]

  • There Will Be War, 1982
  • Men of War, 1984
  • Blood and Iron, 1984 (mit John F. Carr)
  • Day of the Tyrant, 1985 (mit John F. Carr)
  • Warrior, 1986
  • Guns of Darkness, 1987
  • Call to Battle, 1988 (mit John F. Carr)
  • Armageddon!, 1989 (mit John F. Carr)
  • After Armageddon, 1990

Far Frontiers[Bearbeiten]

(mit Jim Baen)

  • Far Frontiers, 1985
  • Far Frontiers 2, 1985
  • Far Frontiers 3, 1985
  • Far Frontiers 4, 1986
  • Far Frontiers 5, 1986
  • Far Frontiers 6, 1986
  • Far Frontiers 7, 1986

Imperial Stars[Bearbeiten]

(mit John F. Carr)

  • The Stars At War, 1986
  • Republic and Empire, 1987
  • The Crash of Empire, 1989

ohne Serie[Bearbeiten]

  • 2020 Vision, 1974
  • Black Holes, 1978, ISBN 3-404-24012-X, Black Holes and other marvels, 1978
  • The Endless Frontier, 1979 (mit John F. Carr)
  • The Survival of Freedom, 2000 (mit John F. Carr)

Sachbücher[Bearbeiten]

  • Step Farther Out, 1979
  • The User’s Guide to Small Computers, 1984
  • Adventures in Microland (Pournelle Users Guide, No 11), 1985
  • Guide to Disc Operating System and Easy Computing, 1989
  • Pournelle’s PC Communications Bible, 1992 (mit Michael Banks)
  • Windows with an Attitude, 1993
  • PC Hardware: The Definitive Guide, 2003
  • 1001 Computer Words You Need to Know, 2004

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Albrecht Fritzsche: Mit erfundenen Daten läßt sich alles beweisen. Jerry Pournelle und die Statue aus Butter. In: Die Welten der Science Fiction. 15 Annäherungen an das erfolgreichste Genre unserer Zeit, Corian-Verlag Meitingen 1988, ISBN 3-89048-313-5

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Doktorarbeit in Politischen Wissenschaften
  2. The Last Chaos Manor BYTE Column
  3. Chaos Manor Mail
  4. The View from Chaos Manor
  5. Chaos Manor Reviews
  6. Steve Sailer

Weblinks[Bearbeiten]