Jersey Devil

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Jersey Devil, Zeichnung aus Philadelphia Evening Bulletin, 1909

Eine bekannte Legende aus dem US-Bundesstaat New Jersey berichtet vom Jersey Devil (engl. Teufel aus (New) Jersey), einem merkwürdigen Mischwesen, das der Legende nach im Süden des Atlantikstaates vorkommt.

Beschreibung[Bearbeiten]

Der Teufel wird häufig als etwa 1,50 Meter große zweibeinige Kreatur mit Hufen, kurzen Armen, einem langen Hals und Flügeln beschrieben, obwohl das Aussehen je nach Geschichte stark variiert. Weitere beschriebene Merkmale sind Ähnlichkeiten mit Hunden oder Pferden, rotglühende Augen, langes Fell oder auch Hörner. Ein besondere Eigenschaft soll ein „unheimlicher, hoher Schrei“ sein.[1]

Legende[Bearbeiten]

Der Legende nach soll der Teufel das 13. Kind von Mrs. Leeds, einer Bewohnerin der Pine Barrens, einer waldreichen Gegend in New Jersey, während des frühen 18. Jahrhunderts, gewesen sein. Mrs. Leeds soll bei der Schwangerschaft gesagt haben: „Oh, let this one be a devil!“ („Oh, lasse es einen Teufel sein!“). Angeblich soll der „Teufel“ nach der Geburt durch den Kamin entflohen sein.[2]

Es gibt unterschiedliche Varianten der Legende. In einer Version ist der Teufel das Resultat eines Fluches; in einer anderen die Bestrafung dafür, dass Mrs. Leeds nicht vom Quäkertum konvertieren wollte. In wieder einer anderen Version brachte die Mutter den Teufel zur Welt und kümmerte sich um ihn. Nach ihrem Tod soll er in die Sümpfe geflogen sein.[3]

Sichtungen[Bearbeiten]

Kanadakraniche gelten als eine mögliche Erklärung für das Phänomen des Jersey Devils.

Sichtungen des Jersey Devils gab es seit dem 18. Jahrhundert immer wieder; darunter auch Berichte von Prominenten, wie Stephen Decatur oder Joseph Bonaparte. Die bekannteste Reihe von Sichtungen ereignete sich im Januar 1909, wo das Wesen von vielen Augenzeugen in der Gegend um Woodbury, aber auch in Pennsylvania und Delaware gesehen wurde. Ebenso wurde hufenförmige Abdrücke im Schnee mit dem Teufel in Verbindung gebracht. Die Feuerwehr von West Collingswood soll ihn sogar mit einem Wasserschlauch beschossen haben. Zeitungen berichteten ausführlich über die Ereignisse, viele Geschäfte und Schulen blieben geschlossen. Der Philadelphia Zoo lobte eine Prämie von 10000 Dollar für denjenigen aus, dem es gelang den Jersey Devil zu fangen, was allerdings ohne Erfolg blieb. Seitdem wurden lediglich vereinzelte Sichtungen gemeldet, beispielsweise in den Jahren 1978 und 2008. Es hat einige Fälle gegeben, in denen der Jersey Devil für Todesfälle unter Tieren verantwortlich gemacht wurde, von verletzten Menschen gibt es keine Berichte.[1][3]

Erklärung[Bearbeiten]

Aufgrund der widersprüchlichen Augenzeugenberichte gibt es keine abschließende Erklärung für das Phänomen. Fotografien gibt es nicht, ebenso wurde nie ein Kadaver gefunden. Als wahrscheinlichste Ursache für Berichte über den Teufel gelten Begegnungen mit dem Kanadakranich, dessen Statur und ausgestoßene Laute der Beschreibung des Jersey Devils ähneln.[1]

Trivia[Bearbeiten]

  • Die Legende inspirierte den Namen der NHL-Eishockeymannschaft New Jerseys, die New Jersey Devils
  • Über den Jersey Devil wurde auch ein gleichnamiges Videospiel für die PlayStation veröffentlicht.
  • Der Jersey Devil ist ein Gegner im Videospiel Castlevania: Order of Ecclesia.
  • Auch in der TV-Serie Akte X gab es eine Folge mit dem Titel „Der Teufel von Jersey“, die allerdings von einem kannibalistischen Wildmenschen handelte und nichts mit dem eigentlichen Jersey Devil zu tun hatte.
  • Ebenfalls gibt es einen Film über die Legende des Jersey Devils aus dem Jahre 1998 mit dem Namen The Last Broadcast. In dem Film handelt es sich um eine gespielte Reportage, bei der zwei Moderatoren der Sendung „Fact or Fiction“ herausfinden wollen, ob der Jersey-Teufel wirklich existiert.
  • Unter anderem gibt es auch ein Lied von Coheed and Cambria mit dem Titel „Devil in Jersey City“.
  • Außerdem existiert eine Tomatensorte mit bananenförmigen Früchten mit dem Namen Jersey Devil
  • 2012 erschien der auf der Legende beruhende Horrorfilm Jersey Devil von Regisseur Darren Lynn Bousman.
  • Der Jersey Devil taucht als Charakter in dem Videospiel The Wolf Among Us auf

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c Markus C. Schulte von Drach: Der Teufel von Jersey. Süddeutsche.de, 2010
  2. Brian Regal: The Jersey Devil: The Real Story, csicop.org, 2013 (englisch)
  3. a b New Jersey Historical Society: Legend of the New Jersey Devil, 2000