Jerzy Urban

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jerzy Urban (* 3. August 1933 in Łódź als Jerzy Urbach; Alias: Jerzy Kibic, Jan Rem, Klakson) ist ein polnischer Schriftsteller und Journalist. Er war Regierungssprecher unter dem kommunistischen General Wojciech Jaruzelski.

Leben[Bearbeiten]

Urban wurde in eine jüdische Familie geboren. Sein Vater war in der sozialistischen Arbeiterschaft aktiv. Urban studierte an der Universität Warschau, wurde jedoch verwiesen. Er arbeitete zunächst als Journalist für die Nowa Wieś. Auf Initiative Władysław Gomułkas wurde die Zeitschrift Po prostu, an der Urban tätig war, geschlossen. Seit den 1960er Jahren arbeitete er dann für Polityka. Journalistische Aktivitäten wurden ihm jedoch gänzlich verboten. Urban ist mittlerweile Eigentümer des Satiremagazins Nie – dziennik cotygodniowy.

Papstkritik

Im Jahr 2002 sorgte Urban für Aufsehen, als er Johannes Paul II. kritisierte. Die Jugendorganisation der Partei Recht und Gerechtigkeit brachte ihn daraufhin vor Gericht. Er verteidigte hierbei seine Äußerungen, indem er darauf aufmerksam machte, dass ein Atheist die Religion ebenso kritisieren dürfe, so wie ihre Anhänger vor dem Papst in Ekstase verfallen dürften. Das Wiener International Press Institute verteidigte Urban und die von ihm in Anspruch genommene Pressefreiheit. Es warf dem Gericht vor, Zensur über die Hintertür zu betreiben, um die Trennung von Religion und Staat in Polen auszuhebeln. Eine ähnliche Haltung für Urban nahmen auch Reporter ohne Grenzen ein. Trotz internationaler Proteste von Menschenrechtsgruppen wurde Urban zu einer Geldstrafe verurteilt.[1]Urban erwägt, den Fall vor den Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte zu bringen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Skorupski, Jan Stanisław:... um die Polen zu verstehen : die längste Ballade der Welt ; meine Gespräche mit...Jerzy Urban (u.a.), Berlin : Aufbau-Taschenbuch-Verl., 1991, ISBN 3-7466-0045-6

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.rp-online.de/public/article/gesellschaft/medien/76169/Verleger-wegen-Papstbeleidigung-verurteilt.html