Jesekiel David Kirszenbaum

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Jesekiel David Kirszenbaum

Jesekiel David Kirszenbaum (* 15. August 1900 in Staszów (Polen); † 1. August 1954 in Paris) war ein polnisch-jüdischer Maler und Karikaturist.

Leben und Werk[Bearbeiten]

Kirszenbaum (in Deutschland auch bekannt als Kirschenbaum) wurde als Sohn eines Rabbiners geboren. 1920 kam er nach Deutschland. Drei Jahre arbeitete er in westfälischen Kohlengruben, um sein Studium am Bauhaus in Weimar zu finanzieren. Er studierte ab 1923 am Staatlichen Bauhaus in Weimar u. a. unter Paul Klee, Wassily Kandinsky und Lyonel Feininger. 1925 zog er nach Berlin. Dort zeichnete er Karikaturen für die Berliner Arbeiterpresse, etwa die Zeitschriften Ulk, Querschnitt, Roter Pfeffer, Magazin für alle und Die Rote Fahne. Teilweise arbeitete er unter dem Pseudonym Duwdivani bzw. Duvdivani.

1933 emigrierte er nach Paris und wurde Teil der École de Paris. Während des Zweiten Weltkriegs kam Kirszenbaum in Bellac im Limousin unter. Kirszenbaums Werke galten den Nationalsozialisten als Entartete Kunst. Sein Pariser Atelier wurde von den Deutschen zerstört. Etwa 600 seiner Werke gingen verloren. Seine Frau Helma wurde 1944 von der Gestapo verhaftet, deportiert und ermordet. Er selbst überlebte im Limousin und wandte sich nach 1945 wieder der Malerei zu. Kirszenbaum stellte unter anderem im Limoges und Paris aus und unternahm Reisen nach Brasilien und Marokko. 1954 starb er an Krebs.

In seinen Bildern verarbeitet Kirszenbaum seine polnisch-jüdischen Wurzeln und später auch das in der Verfolgung Erlebte mit den Mitteln des Expressionismus.

Ausstellungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Weimar, 1923
  • Berlin, 1927
  • Utrecht, 1931
  • Amsterdam, 1932
  • Paris, 1935
  • Limoges, 1945
  • Lyon, 1946, Maison de la Pensée Française
  • Paris, 1947, Galerie Quatre Chemins
  • Sao Paulo, 1948,
  • Rio den Janeiro, 1948
  • Paris, 1951, Galerie Andre Weil
  • Paris, 1953, Galerie Au Pont des Arts
  • Jerusalem, 1954, Center for advanced art -Tsavta
  • Paris, 1963, Galerie Flinker

Literatur[Bearbeiten]

  • Frederic Hagen: J. D. Kirszenbaum. Karl Flinker, Paris 1961.
  • C. Aronson: Scenes et visages de Montparnasse. Naie press, Paris 1963, S. 425–429.
  • E. de Litzin: La peinture actuelle en France. Sanoma Oy, Helsinki 1947.
  • J. Digne: Artistes d’Europe Montparnasse deporte. Musee du Montparnasse, Paris 2005, S. 66 ff., 187–189.
  • Fenster: Nos artistes martyrs. 1951
  • R. Keller: The Jews a treasury of art and literature. Hugh Lavter, New York 1992, S. 318.
  • N. Nieszawer: Peintres juif a Paris 1905-1939. Ed. Denoel, Paris 2000, S. 66 ff., 179–180.
  • C. Roth: Jewish Art. Massada press, Israel 1971, S. 251–252.
  • L. Regenbogen: Dictionary of Jewish painters. Ed.Tehnica, Bucarest 2004, S. 237–238.
  • A. Wierzbicka: Ecole de Paris.: History Mus. Lodz, Warsaw 2004, S. 94.
  • G. Wigodek: Everyman Judaica. Keter publications, Jerusalem 1975, S. 1054.

Weblinks[Bearbeiten]