Jesiden

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Ein Treffen jesidischer Stammesführer mit christ­lich-chaldä­ischen Klerikern (spätes 19. Jahr­hundert)
Eine Gruppe von Jesiden auf dem Höhenzug Dschabal Sindschar an der syrisch-irakischen Grenze (um 1920)

Die Jesiden, Yeziden oder Eziden (kurdischئێزیدیÊzîdî) sind eine zumeist Nordkurdisch sprechende[1] religiöse Minderheit mit rund 800.000 Angehörigen, deren ursprüngliche Hauptsiedlungsgebiete im nördlichen Irak, in Nordsyrien und in der südöstlichen Türkei liegen. Heute sind Jesiden durch Auswanderung auch in anderen Ländern verbreitet. Ihre Religion wird als Jesidentum bezeichnet und ist eine monotheistische, nicht auf einer heiligen Schrift beruhende und nicht missionierende Religion. Die Mitgliedschaft ergibt sich durch Geburt, dabei müssen beide Elternteile jesidischer Abstammung sein. Eine Heirat von Jesiden (beiderlei Geschlechts) mit Andersgläubigen hat den Ausschluss aus der Religionsgemeinschaft zur Folge.[2]

Im Zentrum des jesidischen Glaubens stehen der Engel Melek Taus, der Scheich ʿAdī ibn Musāfir (um 1073–1163) sowie die sieben Mysterien. Das Grab von Scheich ʿAdī im irakischen Lalisch-Tal ist das Hauptheiligtum des Jesidentums, Ziel einer jährlichen Wallfahrt im Herbst. Im jesidischen Eingottglauben gibt es keine Personifizierung des „Bösen“, weil ihr Gott schwach wäre, wenn er eine zweite Kraft neben sich dulden würde.

Seit August 2014 führt der Vormarsch der Terrorgruppe Islamischer Staat im Nordirak zu einer umfangreichen Flucht von Jesiden, weil sie von den Terroristen als „Ungläubige“ verfolgt werden (siehe Irakkrise 2014).

Herkunft der Bezeichnung

Die Herkunft der Bezeichnung Êzîdî ist bis heute ungeklärt. Wissenschaftler führen die Bezeichnung Jesidi zurück auf den Kalifen der Umayyaden Yazid I. ibn Muawiya (680–683).[1] Unter Jesiden wird die Bezeichnung auf das altiranische Wort Yazata für „göttliches Wesen“ zurückgeführt. Eine andere Ableitung der Wortherkunft nutzt den Bezug zu ez dā („Gott schuf“).[3] Der Religionsgelehrte asch-Schahrastānī (1076–1153) führte den Namen der Jesiden auf den charidschitischen Geistlichen Yazid bin Unaisa zurück, dessen Anhänger sie gewesen seien.[4]

Anzahl und Hauptsiedlungsgebiete

Es gibt keine offizielle Zählung der Jesiden. Ihre Zahl wird weltweit auf 800.000 geschätzt.[5] Den Hauptanteil stellen die irakischen Jesiden mit 160.000 bis 350.000 Angehörigen. In Deutschland leben etwa 60.000, im restlichen Europa kommen noch etwa 65.000 hinzu. In den USA und Kanada leben einige Tausend Jesiden, meist aus dem Irak. Im Südkaukasus (Armenien, Georgien) und in Russland leben Jesiden. Einige Zehntausend leben im Iran, wo sie anonym auf dem Land und vor allem in größeren Städten leben. In Syrien leben einige Tausend und in der Türkei nur noch wenige Hundert überwiegend in Südostanatolien. Die Jesiden stellen heute also unter den mehrheitlich muslimischen Kurden eine religiöse Minderheit dar.

Muttersprache der Jesiden ist das nordkurdische Kurmandschi. Nur in den jesidischen Dörfern Baʿšiqa und Baḥzānē in der Autonomen Region Kurdistan wird Arabisch gesprochen.[1]

Die größte Zahl der Jesiden lebt im Nordirak. Die Jesiden verteilen sich hier im Wesentlichen auf zwei Gebiete. Das eine ist die Schaichān-Region nordöstlich der Stadt Mossul. Hier befinden sich Lalisch, das religiöse Zentrum der Jesiden, der Ort Baʿadhrā, in dem der Mīr von Schaichān, das weltliche und geistliche Oberhaupt der Jesiden, residiert, sowie die beiden Dörfer Baʿschīqa und Bahzānē, die als die Gelehrtenzentren der Jesiden gelten. Das zweite Hauptsiedlungsgebiet der Jesiden ist der Höhenzug Dschabal Sindschar westlich von Mossul an der Grenze zu Syrien,[6] aber auch in der Stadt selbst leben viele Jesiden.

Wegen des Vormarschs der dschihadistischen ISIS-Armee (Islamischer Staat in Irak und Syrien) im Juli und August 2014 sind viele Jesiden aus Mossul und Umgebung in das kurdische Gebiet um die Stadt Arbil (Erbil) sowie in das Sindschar-Gebirge geflohen.[7] Die rund 50.000 Flüchtlinge im Sindschar-Gebirge werden von US-amerikanischen Transportflugzeugen mit Nahrung versorgt und sollen von der kurdischen Armee in das kurdische Gebiet geleitet werden[8].

Zählungen und Schätzungen von türkischer, britischer und irakischer Seite aus den 1920er Jahren ergaben einen jesidischen Anteil von 4 bis 7 Prozent an den irakischen Kurden, was heute bei gleich bleibendem Anteil 160.000 bis 350.000 Personen entspräche. Manche Maximalschätzungen gehen heute von bis zu 550.000 jesidischen Gläubigen aus. Die Jesiden machen schätzungsweise 1 Prozent der irakischen Bevölkerung aus. Seit 1991 ist die jesidische Gemeinschaft im Irak zweigeteilt. 90 Prozent der irakischen Jesiden leben in irakisch verwaltetem und nur etwa 10 Prozent in kurdisch verwaltetem Gebiet.

In Nordsyrien leben Jesiden vorwiegend in Afrin und in Nordost-Syrien vorwiegend in und um die Stadt Qamischli und im Gouvernement al-Hasaka. Allerdings ging ihre Zahl beträchtlich zurück. Eine Schätzung gibt 12.256 für das Jahr 1990 an, für Ende 2008 nur noch 3.357. Nach anderen Schätzungen liegt ihre Zahl zwischen 35.000 und 50.000. Durch Auswanderung nach Europa geht sie zurück.[9]

In den 1830er Jahren kamen nach dem Ende des Russisch-Türkischen Krieges 1828/29 die ersten Jesiden aus Anatolien in das zum Russischen Kaiserreich gehörende Ostarmenien. 1855 wurden etwa 340 Jesiden im Distrikt Sardarabad (etwa die heutige Armawir) gezählt. Mehrere Tausend anatolische Jesiden wurden Ende des 19. Jahrhunderts unter anderem in der Provinz Schirak angesiedelt. 1912 lebten über 17.000 Jesiden im Gebiet des heutigen Armenien. Bei der Volkszählung 2001 lag ihre Zahl bei 40.000.[10] Sie stellten 2011 mit einem Anteil von 1,1 Prozent an der Gesamtbevölkerung die größte Minderheit des Landes.[11] Ihr kulturelles Zentrum in der Provinz Aragazotn war in der sowjetischen Zeit das Dorf Alagyaz.[12]

Frühe Geschichte

Zum ersten Mal schriftlich erwähnt werden die Jesiden im 12. Jahrhundert. Als Beginn ihrer religiösen Entwicklung gilt die Ankunft von Scheich ʿAdī in den kurdischen Bergen am Anfang dieses Jahrhunderts. Allerdings gab es schon vor ihm im Kurdengebiet eine Bewegung, die als Yazīdīya bekannt war und von der zeitgenössische arabische Quellen berichten, dass sie mit dem Umayyaden Yazīd ibn Muʿāwiya sympathisierte. Außerdem geht aus den zeitgenössischen Quellen hervor, dass bei den Kurden religiöse Vorstellungen iranischen Ursprungs verbreitet waren.[13] ʿAdī selbst begründete, nachdem er sich im Tal von Lalisch niedergelassen hatte, einen Sufi-Orden, die sogenannte ʿAdawīya, die sich über den ganzen Nahen Osten, insbesondere nach Syrien und Ägypten, verbreitete.

Während die ʿAdawīya in Syrien und Ägypten auf dem Boden des Islams blieb, nahm der Orden bei den Kurden eine Sonderentwicklung. Unter Scheich al-Hasan ibn ʿAdī, einem Nachfolger und fernen Verwandten von Scheich ʿAdī, der im frühen 13. Jahrhundert lebte, wurde der Ordensgründer immer stärker verehrt. Der Einfluss der bei den Kurden verbreiteten iranischen Vorstellungen auf den Orden nahm zu, so dass aus ihm eine eigenständige Religionsgemeinschaft wurde.[14] Um das Jahr 1254 n. Chr. kam es zu einem Konflikt zwischen Scheich Hasan und dem Statthalter von Mossul, Badr al-Din Luʾluʾ. Im Sindschar-Gebiet versammelten sich jesidische Krieger. Nach der Niederlage der Jesiden nahmen Badr al-Dins Männer Scheich Hasan fest und hängten ihn in Mossul am Tor auf. Des Weiteren wurde Lalisch angegriffen. Hasans Sohn Scherfedin sandte den Jesiden in Lalisch eine Botschaft, die zu Zusammenhalt, Verteidigung und Bewahrung der jesidischen Religion aufrief. Er wurde bei dem erneuten Kampf getötet. Seine Botschaft wurde zur religiösen Hymne der Jesiden.

Glaubenslehren

Mündliche und schriftliche Überlieferung

Das Jesidentum beruft sich auf keine heiligen Schriften. Die Vermittlung religiöser Traditionen und Glaubensvorstellungen beruht ausschließlich auf mündlicher Überlieferung. In der Literatur über die Jesiden werden zwei Bücher erwähnt, das Buch der Offenbarung, das Kitêba Cilwe, und die Schwarze Schrift, das Mishefa Reş. Beide Bücher wurden 1911 und 1913 veröffentlicht,[15] wobei wohl nicht alle Glaubensvorstellungen der Jesiden vollständig authentisch wiedergegeben sind. Sie gelten in der Iranistik als Aufzeichnungen durch Nichtjesiden, enthalten aber authentisches Material, das unter Jesiden auch schon vorher bekannt war.

Der Glaube wird überwiegend durch Lieder (so genannte Qewals) und Bräuche weitergegeben. Hilmi Abbas veröffentlichte einige der bisher nur mündlich überlieferten altkurdischen Legenden im Jahre 2003 unter dem Titel Das ungeschriebene Buch der Kurden.[16] Das Buch beschreibt die Schöpfungsgeschichte aus jesidischer Sicht und die mythische Wanderung des kurdischen Volkes von Osten in den Westen in das heutige Kurdistan.

Kosmogonie

Die Religion der Jesiden ist monotheistisch: Der allmächtige Gott erschuf die Welt aus einer Perle. Nach einiger Zeit formten sieben heilige Engel aus dieser Perle die Welt mit allen Himmelskörpern. Jesiden führen ihre Abstammung allein auf Adam, nicht auf Eva zurück und leiten daraus ihre Exklusivität ab. Da Gott schwach wäre, wenn er noch eine zweite Kraft neben sich dulden würde, fehlt in der jesidischen Theologie die Personifizierung des „Bösen“. Jesiden sprechen den Namen des Bösen (arabisch Schaitan) nicht aus, weil das Zweifel an der Allmacht Gottes bedeuten würde. Damit geht auch die Vorstellung einher, dass der Mensch in erster Linie selbst für seine Taten verantwortlich ist. Aus jesidischer Sicht hat Gott dem Menschen die Möglichkeit gegeben, zu sehen, zu hören und zu denken. Er hat ihm den Verstand gegeben und damit die Möglichkeit, für sich den richtigen Weg zu finden. Die Ähnlichkeit der kosmogonischen Vorstellungen der Jesiden mit dem Zoroastrismus führt zur Annahme, dass hier eine ursprüngliche Verwandtschaft bestehen könnte.

Mythen und heilige Figuren

Melek Taus

Jesidisches Gräberfeld auf dem Stadtfriedhof Hannover-Lahe mit einem Melek Taus („Engel Pfau“) im Schaukasten auf dem Grab
Hauptartikel: Melek Taus

Eine zentrale Bedeutung in den jesidischen Glaubensvorstellungen hat Melek Taus (Tausî Melek), der „Engel Pfau“, den Gott mit sechs weiteren Engeln aus seinem Licht schuf und dessen Symbol ein blauer Pfau ist. Nach der jesidischen Mythologie hat er in besonderer Weise der Allmächtigkeit Gottes gehuldigt und wurde deshalb von Gott zum Oberhaupt der sieben Engel erkoren. Zwar wollte er sich dem Mythos nach selbst einmal zum Gott erheben und fiel deswegen in Ungnade, doch er bereute seine Vermessenheit und büßte dafür in der Hölle.[17] Seine Schuld wurde ihm schließlich vergeben. Seither dient er Gott als Wächter der Welt sowie als Mittler und Ansprechpartner der Gläubigen. Nach der Schöpfungsgeschichte der Jesiden ist Melek Taus an der gesamten Schöpfung, an dem göttlichen Plan aktiv beteiligt.

„Wir glauben, dass er ein stolzer Engel ist, der rebellierte und deswegen von Gott in die Hölle verbannt wurde. Er blieb dort 40.000 Jahre, bis seine Tränen das Feuer der Unterwelt auslöschten. Jetzt hat er sich mit Gott versöhnt.“

Halil Savucu, Vorsitzender der Plattform Ezidischer Celler[18][17]

Scheich ʿAdī

Das Grab von Scheich ʿAdī im Lalisch-Tal im Irak
Hauptartikel: ʿAdī ibn Musāfir

Eine zweite wichtige Gestalt für die Jesiden ist der als Reformer geltende Scheich ʿAdī ibn Musāfir (um 1073–1163). Für die Jesiden ist er eine Menschwerdung (Inkarnation) des Engels Melek Taus, der kam, um das Jesidentum in einer schwierigen Zeit neu zu beleben. An seinem Grab im Lalisch-Tal im Nordirak findet jedes Jahr im Herbst das Fest der Versammlung (Jashne Jimaiye) statt. Jesiden aller Gemeinden aus den Siedlungs- und Lebensgebieten kommen zu diesem Fest zusammen, um ihre Gemeinschaft und ihre Verbundenheit zu bekräftigen.

Die sieben Mysterien

Als Scheich Adī von Syrien nach Lalisch umsiedelte, soll er dort vier heilige Männer vorgefunden haben, nämlich Scheich Schems ed-Dīn, Scheich Fachr ed-Dīn, Scheich Sadschādīn und Scheich Nāsir ed-Dīn. Sie alle waren Söhne eines Mannes namens Ēzdīna Mīr. Ihnen schloss sich später noch eine fünfte Person an, Scheich Hesen, der von den Jesiden allgemein mit al-Hasan al-Basrī identifiziert wird. Zusammen mit Scheich ʿAdī und Melek Taus bilden diese fünf Personen die sieben Mysterien (Heft Sirr) der Jesiden.[19] Schems ed-Dīn soll der Wesir von Scheich ʿAdī gewesen sein und neun Kinder gehabt haben.[20]

Die religiös-soziale Organisation

Die traditionelle religiöse Organisationsstruktur der jesidischen Gemeinschaft ist in einem Dokument festgehalten, das die Häupter der jesidischen religiösen Klassen 1931 den britischen und irakischen Autoritäten präsentierten. In diesem Text, der als das Shaykhan Memorial bekannt ist, wird die Verteilung der von den jesidischen Gläubigen gezahlten Almosen unter dem jesidischen Klerus behandelt.[21]

Die drei Kasten

Grundlegend für die religiös-soziale Organisation der Jesiden ist die Gliederung der jesidischen Gesellschaft in drei religiöse Erbklassen oder Kasten, nämlich die Scheiche, die Pīre (persisch „der Ältere“ oder „der alte, weise Mann“) und die Murīdūn (Laien). Die Scheiche sind ihrerseits in drei Untergruppen aufgeteilt, die Schamsānīs (Nachkommen von Ēzdīna Mīr), die Ādanīs (Nachkommen von Scheich Hesen) und die Qatanīs (Nachkommen der Brüder von Scheich Adīs).[19]

Die Scheiche und Pīre sind religiöse Führungskräfte (Geistliche) und müssen die jesidische Religion unter den Gläubigen aufrechterhalten, Zeremonien durchführen (bei Festen, jesidische Taufe bei Neugeborenen und bei Beerdigungen), Gläubigen in der Not helfen sowie Streitereien zwischen Jesiden schlichten.

Obwohl sowohl die Angehörigen der Scheiche als auch die der Pīre diese Aufgaben wahrnehmen müssen, gibt es einen Unterschied zwischen den beiden Kasten. Die Scheiche haben in der Gemeinschaft noch eine administrative Pflicht. Sie müssen bei politisch-sozialen Aufgaben für die Gemeinschaft tätig werden. Sie sind also nach außen und innen Vertreter der Gemeinschaft und müssen Probleme sowohl innerhalb als auch außerhalb der Gemeinschaft lösen. Die Scheiche und Pīre sind neben dem Mīr (Fürst, Oberhaupt der Jesiden) und neben den Priesterinnen und Priestern von Lalisch die Hüter der Religion und für jeden jesidischen Gläubigen Ansprechpartner.

Die Kaste der Muriden ist die dritte und größte religiöse Klasse. Die Jesiden in dieser Kaste teilen sich in Stämme auf, bei denen die Heirat der Angehörigen untereinander kein Problem ist. Auch diese Stämme haben Pflichten, nämlich zur Erhaltung der Religion beizutragen und sich gegenseitig in der Not zu helfen.

Der Mīr von Schaichān und seine Bediensteten

Das religiöse und weltliche Oberhaupt der gesamten jesidischen Gemeinschaft ist der Mīr („Prinz“) von Schaichān.[22] Er gilt als der Stellvertreter von Scheich ʿAdī und auch von Melek Taus und muss immer aus dem Kreis der Qatanī-Scheiche kommen.[23] Das Amt wird derzeit von Mir Tahsin Saied Beg ausgeübt. Kraft seiner Autorität setzt der Mīr folgende Personen in ihre Ämter ein:

  • den Bābā Schaich („Vater Scheich“), der als das spirituelle Oberhaupt der Jesiden und „Vater der Scheiche“ betrachtet wird. Er muss aus der Familie von Scheich Fachr ad-Dīn stammen und hat einen speziellen Sitz am Heiligtum von Lalisch. Er wird auch Echtiyārē Mergehē genannt („Der Alte vom Heiligtum“).
  • den Peschimām („Vorsteher“), der für Eheschließungen zuständig ist und aus dem Kreis der Ādanīs kommen muss.
  • die Kocheks („Kleine“). Sie sind freiwillige Diener von Scheich ʿAdī, die im Auftrag von Bābā Schaich Brennholz sammeln und schöpfen. Sie müssen keiner bestimmten Kaste angehören.
  • den Tschawūsch. Er ist der Wächter des Heiligtums von Lalisch und muss zölibatär leben, also unverheiratet bleiben.[24]

Jesidische Stämme

Im Jesidentum gibt es viele einzelne Stämme, sie haben den Charakter von Sippen und sind Ergebnisse des Zusammenhalts von Nachfahren bestimmter Gründungsväter und des engen Zusammengehörigkeitsgefühls von Jesiden in bestimmten Gebieten Kurdistans. Die Angehörigen der Stämme sehen sich in der Pflicht, anderen Stammesangehörigen zu helfen. Die Heirat zwischen Angehörigen unterschiedlicher jesidischer Stämme ist erlaubt. Ein bekannter Stamm aus dem Gouvernement Dahuk ist der Stamm Qaidi.[25]

Die jesidischen Siedlungsgebiete waren und sind räumlich voneinander getrennt. Aus organisatorischen Gründen hat Scheich ʿAdī festgelegt, dass sich sowohl die Angehörigen der Pīre als auch der Scheiche auf die jesidischen Stämme in Abhängigkeit von deren Größe aufteilen sollen. So bekam jeder Stamm seine eigenen Scheiche und Pīre und in jedem Siedlungsraum gibt es für jede Gruppe jesidischer Gläubigen eines Stammes die zuständigen Pīre und Scheiche. Bei Problemen können sich die Gläubigen jedoch auch an Pīre und Scheiche wenden, die für andere Stämme zuständig sind.

Religiöse Praktiken

Übergangsriten

Die jesidische Gemeinschaft kennt eine Anzahl von Übergangsritualen, die jede Person durchlaufen muss, um als vollwertiges Mitglied der jesidischen Gemeinschaft akzeptiert zu werden. Hierzu gehören in der Kindheit das Ritual des ersten Haareschneidens (biska pora), die Taufe (mor kirin), die Beschneidung der Knaben (sinet) sowie in der Jugend die Wahl eines „Jenseits-Bruders“ (birā-yē āchiratē) oder einer „Jenseits-Schwester“ (huschk-ā āchiratē) aus einer Scheich-Familie.[26] Auch das Ritual des Haareschneidens betrifft nur Knaben und findet im siebten oder neunten Monat nach der Geburt statt. Der Scheich des Knaben schneidet hierbei dessen Haar von beiden Seiten ab und nimmt drei Locken (bisk) ab. Zwei davon werden den Eltern gegeben, eine behält der Scheich selbst und widmet sie den Vorfahren von Scheich ʿAdī.[27]

Die Verbindung mit dem Jenseits-Bruder oder der Jenseits-Schwester wird bei einer Feier üblicherweise in Lalisch geschlossen, bleibt lebenslang bestehen und verpflichtet zu gegenseitiger Hilfe. Die Jenseits-Geschwister „begleiten“ in der Totenzeremonie den Verstorbenen auf dem Weg zur neuen Bestimmung und sollen auch im Jenseits gegenseitig die moralische Mitverantwortung für ihre Taten übernehmen. Wichtig ist in diesem Zusammenhang der jesidische Glaube an die Seelenwanderung (Reinkarnation): Das Leben endet nicht mit dem Tod, sondern geht in einem anderen Körper weiter. Der neue Körper ist abhängig von den Taten im vorherigen Leben. Nach jesidischer Vorstellung verbinden sich in den verschiedenen Leben allerdings immer wieder dieselben Jenseits-Geschwister.[28]

Die Wallfahrt nach Lalisch

Das Portal zum Grab von Scheich ʿAdī im 19. Jahrhundert, damalige Farbfassung und Inschriften mit archaischen Symbolen
Die bunten Tücher im Inneren des Heiligtums von Lalisch, die beim Parī Suwar Kirin rituell gewaschen werden

Jedes Jahr im Herbst findet in Lalisch am Grab von Scheich ʿAdī das jesidische Versammlungsfest (Jashne Jimaiye) statt, das sieben Tage dauert und Zielpunkt der allgemeinen jesidischen Wallfahrt ist. Der genaue Festtermin schwankt. Manchmal liegt er Ende September, manchmal Anfang Oktober. Häufig erschweren oder verhindern politische Umstände die Pilgerfahrt nach Lalisch, die eine Pflicht für jeden Jesiden ist. Nach jesidischer Vorstellung versammeln sich zu dieser Zeit alle „sieben Mysterien“, um wichtige Entscheidungen über das kommende Jahr zu fällen. Jeder Jeside sollte mindestens einmal im Leben an diesem Wallfahrtsfest teilgenommen haben.[29]

Am ersten Tag ziehen die Pilger an das untere Ende des Lalisch-Tales, wo sich die Silat-Brücke (Pira Silat) befindet, die den heiligen vom profanen Bereich trennt. Die Pilger ziehen sich die Schuhe aus, waschen sich drei Mal die Hände in dem Wasser unter der Brücke, überschreiten mit Fackeln drei Mal die Brücke und sprechen dabei: „Die Silat-Brücke, auf der einen Seite ist die Hölle, auf der anderen das Paradies.“ Dann begeben sie sich in den oberen Bereich des Tals und singen religiöse Hymnen. An der Prozession nimmt das gesamte religiöse Personal der Jesiden teil: der Mīr, der Baba Schaich, der Peschimām, der Baba Tschawūsch und weitere. Am zweiten und dritten Tag werden diese Zeremonien wiederholt. Am vierten Tag wird die Zeremonie des Parī Suwar Kirin vollzogen. Hierbei nehmen der Baba Tschawūsch und seine Helfer die bunten Tücher auf, die den Sarkophag von Scheich ʿAdī und die Säulen des Heiligtums bedecken, und bringen sie zur Quelle von Kanīya Spi. Dort werden diese Tücher von einem speziellen Geistlichen, dem serderī von Kanīya Spi, der einer bestimmten Pīr-Familie angehören muss, rituell gewaschen. Am fünften Tag findet die Zeremonie des Qabach statt, das Schlachtopfer eines Bullen. Am sechsten Tag wird die Zeremonie des Berē Shibak vollzogen. Hierbei wird im Andenken daran, dass Scheich ʿAdī nach seinem Tod auf einer Tragbahre transportiert wurde, eine viereckige Tragbahre aus Flechtwerk in die Versammlungshalle gebracht. Am letzten Tag des Festes wird die Tragbahre begleitet von Musik zu einem Becken im Inneren des Heiligtums gebracht und mit Wasser besprengt. Hierzu werden Gebete gesprochen. Anschließend wird sie an ihren Platz im Heiligtum gebracht.[30]

Die jesidischen Pilger bringen aus Lalisch geweihte Erde mit, die mit dem heiligen Wasser der Quelle Zemzem (in Lalisch, nicht mit dem muslimischen Samsam zu verwechseln) zu festen Kügelchen geformt wurde. Sie gelten als „heilige Steine“ (Einzahl: berat) und spielen bei vielen religiösen Zeremonien eine wichtige Rolle.

Religionsgeschichtliche Einordnung

Das Jesidentum gehört zu den zeitgenössischen monotheistischen Religionen, neben Judentum, Christentum, Islam, Sikhismus, Bahaitum und Zoroastrismus. Nach Ansicht der Jesiden soll ihre Religion älter als das Christentum sein und sich aus dem altpersischen Mithras-Kult oder aus den Kulten der Meder entwickelt haben. Die jüngere religionsgeschichtliche Forschung betont den eigenständigen Charakter der jesidischen Religion, nachdem sie in einem komplexen Prozess Elemente anderer Religionen adaptiert habe, darunter des orientalischen Christentums (besonders der nestorianischen Eucharistie), des Mandäismus, des Manichäismus und der Gnosis. Dagegen hatte die ältere religionsgeschichtliche Forschung die jesidische Religion zunächst als eine Abspaltung vom Islam oder als eine „iranische“ Religion verstanden.

Im 19. und zu Beginn des 20. Jahrhunderts wurden die Jesiden von Außenstehenden teilweise als „Teufelsanbeter“ bezeichnet.[2] Diese Fremdbezeichnung beruht darauf, dass europäische Reisende sich auf die Berichte der Muslime in der Nachbarschaft der Jesiden bezogen. Für die islamische Umgebung waren die Jesiden andersgläubig. Die Bezeichnung „Teufelsanbeter“ rührt daher, dass die religiösen Regeln und die Bedeutung des jesidischen Engels Melek Taus unverstanden blieben.

Verfolgung der Jesiden im Nahen Osten

Das Wohngebiet der Jesiden wurde seit dem 16. Jahrhundert von den Osmanen kontrolliert. 1832 und nach 1840 verübten die kurdischen Fürsten Mohammed Pascha Rewanduz und Bedirxan Beg wiederholte Massaker an ihnen. Erst 1849 wurden sie unter gesetzlichen Schutz des Osmanischen Reichs gestellt und waren damit den Buchreligionen rechtlich ebenbürtig[1]. Im Osmanischen Reich standen die Jesiden außerhalb des Millet-System, waren also nicht als Religionsgemeinschaft anerkannt und standen damit in der sozialen Hierarchie noch hinter Christen und Juden. Immer wieder kam es zu Versuchen, die als „gottlos“ geltenden Jesiden zum Islam zu bekehren. Unter Sultan Abdülhamid II. verschlechterte sich die Lage ab 1876 erheblich. Ein umstrittener Erlass, der auch Jesiden zum Militärdienst verpflichtete, wurde wieder in Kraft gesetzt. Steuerforderungen wurden erhoben, die bei Bekehrung zum Islam zu erlassen seien. 1892 schickte der Sultan einen Sondergesandten mit dem Auftrag, die Jesiden notfalls mit Gewalt zu bekehren. Es kam zu Gefechten und zu Massakern an den Jesiden nach ihrer Niederlage im Jahr 1893. 1894 wurden während der vornehmlich an Armeniern und Christen verübten Massaker der osmanischen Truppen auch Tausende von Jesiden getötet.[31]

Ab dem 17. Jahrhundert siedelten sich Jesiden, vermutlich bedingt durch die Ausdehnung des osmanischen Reiches, im Gebiet des Höhenzugs Dschabal Sindschar der heutigen Provinz Ninawa im Nordirak an. Im Zuge der irakischen Arabisierungspolitik ab 1965 kam es immer wieder zu Vertreibungen, die Dörfer und Ackerflächen wurden weitgehend entvölkert. Die ca. 400 jesidischen Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht und die Einwohner zur Umsiedlung gezwungen. Auch in anderen Gebieten des Irak wurde in ähnlicher Weise verfahren und beim Bau der Mosul-Talsperre wurden mehrere jesidische Dörfer zerstört.[32]

In den letzten 30 Jahren haben die Jesiden aufgrund des türkisch-kurdischen Konflikts in großen Auswanderungswellen die Türkei verlassen.

Nach Angaben des UNHCR verfügen die Jesiden im Irak nicht über eine eigene Interessenvertretung im gegenwärtigen zentralirakischen Regierungsgefüge, nachdem das frühere Ministerium für Religionsangelegenheiten zugunsten dreier neugeschaffener Ressorts für die Angelegenheiten der Schiiten, Sunniten und Christen aufgelöst wurde.[5]

Seit dem Ende des Irakkrieges sind die Jesiden gezielt zur Zielscheibe fundamentalistischer Muslime geworden. Sie müssen um ihr Leben fürchten. Das führt dazu, dass die Jesiden aus dem Irak in Massen nach Europa und Nordamerika flüchten. Am 14. August 2007 verübten Terroristen aus dem Umfeld der al-Qaida vier Anschläge in den ausschließlich von Jesiden bewohnten Dörfern El Khatanijah und El Adnanijah (siehe Anschlag von Sindschar). Die Anschläge forderten insgesamt über 500 Todesopfer, Hunderte wurden verletzt.[33] Die Tat gilt als Racheakt für die 15 Tage zuvor verübte Ermordung des 17-jährigen jesidischen Mädchens Du’a Khalil Aswad, das, angeblich wegen eines Übertritts zum Islam, von ihrem eigenen Clan gesteinigt wurde. Die al-Qaida in Mossul hatte darüber hinaus in einer Fatwa verboten, den Jesiden Essen zu geben, wodurch sich die Lebensmittelversorgung in den jesidischen Dörfern dramatisch verschlechterte. Die Zusage der Amerikaner und der kurdischen Regionalregierung, bald Lebensmitteltransporte zu schicken, nutzten Terroristen für einen Anschlag.[34][35] Diese gegen die Jesiden gerichteten Anschläge waren die folgenschwersten seit Beginn des Irakkriegs.[36]

Seit Mitte 2014 führt der Vormarsch der terroristischen Vereinigung Islamischer Staat im Norden des Iraks zu einer umfangreichen Flucht vor allem von Jesiden (siehe Irakkrise 2014). Die Terrorgruppe betrachtet die Jesiden als „Ungläubige“.[37]

Im Iran sind als Religionen nur der Islam und – mit wesentlichen Einschränkungen – das Christentum, der Zoroastrismus und das Judentum erlaubt. So müssen die Jesiden ihre Religionszugehörigkeit und -ausübung geheimhalten.

Die jesidische Diaspora

Kaukasus

Es gab insgesamt drei Fluchtwellen der Jesiden aus dem Osmanischen Reich in den Kaukasus, nach Georgien und Armenien. Die erste gab es im 18. Jahrhundert. Zur zweiten Fluchtwelle kam es während des Russisch-Türkischen Krieges 1877–1878. Die dritte und größte Fluchtwelle gab es am Anfang des 20. Jahrhunderts, während des Ersten Weltkrieges.[38] Auslöser der Flucht waren die gezielte Verfolgung, Unterdrückung und Massaker an Jesiden und anderen Volksgruppen im osmanischen Reich. Nicht selten unterstützten moslemische Kurden und osmanische Behörden diese Verfolgungen und Massaker. Die Jesiden, die selbst Opfer der Osmanen waren, schützten die Armenier während des Ersten Weltkrieges, indem sie sie in ihren Häusern versteckt hielten. Dieser Schutz der Armenier durch die Jesiden bildete eine Grundlage für das Zusammenleben von Jesiden und Armeniern in Armenien.

Vor dem Zusammenbruch der Sowjetunion um 1990 lag die Zahl der Jesiden in Georgien bei 22.000, in Armenien bei 60.000. Nach dem Zusammenbruch kam es aber zu wachsendem Nationalismus in beiden Staaten und die Situation für die Jesiden und andere Minderheiten verschlechterte sich. Die Zahl der Jesiden ging im Zeitraum zwischen 1989 und 1997 in Georgien auf 1.200 und in Armenien auf 18.000 zurück. Viele Jesiden flüchteten nach Europa und Russland.

In Georgien sind die Gründe der Flucht vielfältig. Die Jesiden beklagen massive Übergriffe durch Polizisten und Beamte, Mordvorwürfe, Körperverletzungen, Falschanschuldigungen, Hass und unrichtige negative Berichte der Presse und öffentliche Äußerungen von Politikern. Die Jesiden haben keine Chance auf höhere Posten und Gleichbehandlung bei der Verwaltung und medizinischen Versorgung. Ebenso wenig haben sie eine Chance auf höhere Bildung und höheres Einkommen. Die Flüchtlinge berichten über Erpressung, Bedrohung und Verfolgung durch die Polizei. Den Jesiden in Georgien wird der Bau von jesidischen Gebetshäusern verboten. Sie sind in Georgien weder in Parlament noch Regierung vertreten, so dass ihre Forderungen nach einem normalen Leben kein Gehör finden. Zur Sowjetzeit wurden Garantiemandate an die Jesiden vergeben; nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion wurden sie aber wieder abgeschafft.[38]

In Armenien bildeten die Jesiden im Jahre 2011 mit 1,1 Prozent der Gesamtbevölkerung die größte Minderheit.[11] Da ihnen nach dem Zusammenbruch der Sowjetunion keine Garantiemandate mehr zustehen, sind sie im Parlament nicht vertreten.

In Russland wurde das Jesidentum erst Ende Juli 2009 offiziell als Religionsgemeinschaft und somit als Körperschaft des öffentlichen Rechts anerkannt.

Seit 1990 sendet Radio Jerewan (öffentliches Radio Armeniens) täglich eine halbe Stunde lang die Sendung Stimme der Jesiden in nordkurdischer Sprache (Kurmandschi).[39] In der Redaktion der Radiosendung wird die jesidische Wochenzeitung in armenischer Sprache verfasst, die ebenfalls Stimme der Jesiden heißt. In Armenien darf in jesidischen Schulen Nordkurdisch gelehrt werden.

Europa und Amerika

Eine bedeutende Zahl von Jesiden lebt zurzeit in Europa, hauptsächlich in Frankreich, Großbritannien, den Niederlanden, Belgien, der Schweiz, in Spanien und besonders in Deutschland. Einige wenige leben in Schweden, Dänemark, Österreich und in außereuropäischen Staaten,[40] wie in den USA, Kanada und Russland.

Deutschland

Zunehmende Unterdrückung trieben Jesiden in den 1980ern vor allem aus der Türkei zur Flucht nach Deutschland. In Deutschland leben schätzungsweise zwischen 45.000 bis 60.000 Jesiden,[41][42] vor allem im südlichen Niedersachsen und im nördlichen Nordrhein-Westfalen. Hier bilden sie häufig größere Gemeinden. Bedeutende Gemeinden befinden sich in Bad Zwischenahn, Hannover, Oldenburg, Celle, Kreis Celle, Bielefeld, Halle (Westf.), Wilhelmshaven, Emmerich am Rhein, Rees, Köln, Kalkar und Kleve und zunehmend in Mecklenburg-Vorpommern. Im September 2007 wurde der Zentralrat der Yeziden in Deutschland gegründet, der sich die „Förderung und Pflege religiöser und kultureller Aufgaben der yezidischen Gemeinden“ und „die Vertretung der gemeinsamen politischen Interessen der yezidischen Gemeinschaft“ zum Ziel gesetzt hat.[43] Im Februar 2011 entstand die Gesellschaft für Christlich-Ezidische Zusammenarbeit in Wissenschaft und Forschung.[44][45] 2012 wurde die Gesellschaft Ezidischer AkademikerInnen (GEA) mit Sitz in Essen gegründet, wobei ein „zentrales Ziel des Vereins die grenzüberschreitende und interdisziplinäre wissenschaftliche Zusammenarbeit“ und die „Erforschung der Eziden und des Ezidentum“ ist.[46]

Der mit den Gegebenheiten vor Ort vertraute Orientalist Gernot Wießner der Universität Göttingen erwirkte mit einem Gutachten beim Verwaltungsgericht Stade 1982 die asylrechtliche Anerkennung der Jesiden als Flüchtlinge. 1993 hat sich dieser Status vor dem Oberverwaltungsgericht Lüneburg allgemein durchgesetzt. Auf politischer Ebene bereitete 1989 Herbert Schnoor in seiner Amtszeit als Innenminister des Landes Nordrhein-Westfalen den Weg für ein Bleiberecht der Jesiden. Auch die Gesellschaft für bedrohte Völker, bei der Wießner Beiratsmitglied ist, hat sich als Menschenrechtsorganisation für die Jesiden eingesetzt. In den letzten Jahren flohen vermehrt Jesiden aus dem Irak nach Deutschland.[47][48][49]

Feleknas Uca, die von 1999 bis 2009 die politische Partei Die Linke im Europaparlament vertrat, ist Jesidin. Der Jeside Ali Atalan gehörte als Abgeordneter der Fraktion der Linken dem Landtag von Nordrhein-Westfalen an.

Durch die strikten Heiratsvorschriften des jesidischen Glaubens und die modernen Einflüsse in der Diaspora entstehen zunehmend starke Spannungen, insbesondere zwischen jungen Frauen und den älteren Familiengliedern. Der traditionelle Brautpreis, der vor der Hochzeit durch die Familie des Mannes zu entrichten ist, beträgt in den deutschen Diasporagemeinden bis zu 70.000 Euro.[50] Auch in Deutschland kam es unter Jesiden zu Fällen von Zwangsheirat (bei beiden Geschlechtern). Der Anteil von Jesidinnen an allen Frauen, die sich aufgrund einer bevorstehenden Zwangsheirat an Beratungseinrichtungen wandten, lag in einer Studie des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend bei 9,5 Prozent.[51] Öffentlich wurden Fälle von Blutrache zwischen verfeindeten Großfamilien sowie mutmaßliche Ehrenmorde; so wurde die Tötung der Jesidin Arzu Özmen im erstinstanzlichen Strafurteil gegen fünf ihrer Geschwister ausdrücklich als „Ehrenmord“ bezeichnet.

Anfang August 2014 kam es in Herford (Nordrhein-Westfalen) zu Auseinandersetzungen zwischen Jesiden und Islamisten. Anlass war eine Plakataktion für eine Protestdemonstration hier lebender Jesiden gegen die Verfolgung durch die IS-Terrorgruppe im Irak. Die beiden Gruppen traten nach einer ersten spontanen Auseinandersetzung bewaffnet und zu Hunderten auf und mussten durch mehrere Hundertschaften der Polizei getrennt werden.[52]

Jesiden in literarischen Werken

Siehe auch

Literatur

  • Hilmi Abbas (Hrsg.): Das ungeschriebene Buch der Kurden. Mythen und Legenden. Hugendubel, München 2003, ISBN 3-7205-2387-X.
  • Birgül Açıkyıldız: The Yezidis. The History of Community, Culture and Religion. Tauris, London u. a. 2010, ISBN 978-1-84885-274-7 (englisch).
  • Andreas Ackermann: Yeziden in Deutschland. Von der Minderheit zur Diaspora. In: Paideuma – Mitteilungen zur Kulturkunde. Band 49, 2003, S. 157–177 (PDF-Datei; 417 kB; 18 Seiten (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive)).
  • Martin Affolderbach, Ralf Geisler: Die Yeziden (= EZW-Texte. Nr. 192). Evangelische Zentralstelle für Weltanschauungsfragen, Berlin 2007 (PDF-Datei; 536 kB; 40 Seiten auf ekd.de).
  • Christine Allison: Yazidis i. General. In: Encyclopaedia Iranica. Juli 2004 (englisch; online auf iranica.com).
  • Christine Allison: The Yezidi Oral Tradition in Iraqi Kurdistan. Curzon, Richmond 2001, ISBN 0-7007-1397-2 (englisch; Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  • Carsten Colpe: Konsens, Diskretion, Rivalität: Aus der Ethnohistorie von Kurden und Yeziden. In: Carsten Borck, Eva Savelsberg, Siamend Hajo (Hrsg.): Ethnizität, Nationalismus, Religion und Politik in Kurdistan (= Kurdologie. Band 1). Lit, Münster 1997, ISBN 3-8258-3420-4, S. 279–300 (PDF-Datei; 109 kB; 16 Seiten (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive)).
  • Mirza Dinnayi: Yeziden im Irak. Eine bedrohte Minderheit ohne Existenrechte. In: Mary Kreutzer, Thomas Schmidinger (Hrsg.): Irak. Von der Republik der Angst zur bürgerlichen Demokratie? Ça Ira, Freiburg 2004, ISBN 3-924627-85-1, S. 197–204 (PDF-Datei; 109 kB; 16 Seiten (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive)).
  • Johannes Düchting, Nuh Ates: Die Kinder des Engel Pfau. Religion und Geschichte der kurdischen Yezidi. Komkar, Köln 2004, ISBN 3-927213-23-3.
  • Irene Dulz: Die Yeziden im Irak. Zwischen „Modelldorf“ und Flucht (= Studien zur Zeitgeschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas. Band 8). Lit, Münster u. a. 2001, ISBN 3-8258-5704-2 (Leseprobe in der Google-Buchsuche).
  • Nelida Fuccaro: The Other Kurds. Yazidis in Colonial Iraq. Tauris, London 1999, ISBN 1-86064-170-9 (englisch).
  • Chaukeddin Issa: Das Yezidentum. Religion und Leben. Dengê Êzîdiyan, Oldenburg 2007, ISBN 978-3-9810751-4-4.
  • Ilhan Kizilhan: Die Yeziden. Eine anthropologische und sozialpsychologische Studie über die kurdische Gemeinschaft. Medico, Frankfurt 1997, ISBN 3-923363-25-7.
  • Philip G. Kreyenbroek: Yezidism. Its Background, Observances and and Textual Tradition. Mellen, Lewiston u. a. 1995, ISBN 0-7734-9004-3 (englisch).
  • Philip G. Kreyenbroek u. a.: Yezidism in Europe. Different Generations Speak About Their Religion (= Göttinger Orientforschungen: Iranica. Band 5). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-06060-8 (englisch).
  • Philip G. Kreyenbroek: Yazīdī. In: Peri J. Bearman (Hrsg.): The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Band 11, Brill, Leiden 2001, S. 313a–316a (englisch).
  • Artur Rodziewicz, Yezidi Eros: Love as the Cosmogonic Factor and Distinctive Feature of the Yezidi Theology in the Light of Some Ancient Cosmogonies. In: Fritillaria Kurdica. Nr. 3–4, Institut Of Oriental Studies Jagiellonian University, 2014, S. 42–105 (englisch; PDF-Datei; 1,8 MB; 203 Seiten auf kurdishstudies.pl).
  • Artur Rodziewicz, Tawus Protogonos: Parallels Between the Yezidi Theology and Some Ancient Greek Cosmogonies. In: Iran and the Caucasus. Band 18, Nr. 1, 2014, S. 27–45 (englisch).
  • Eszter Spät: Late Antique Motifs in Yezidi Oral Tradition (= Gorgias Dissertations in Religion. Band 52). Gorgias, Piscataway 2010, ISBN 978-1-60724-998-6 (englisch; Doktorarbeit).
  • Ursula Spuler-Stegemann: Der Engel Pfau. Zum Selbstverständnis der Yezidi. In: Zeitschrift für Religionswissenschaft. Band 5, 1997, S. 3–17 (PDF-Datei; 226 kB; 12 Seiten (Version vom 15. Oktober 2013 im Internet Archive)).
  • Telim Tolan: Religion und Leben. In: Erhard Franz (Hrsg.): Yeziden. Eine alte Religionsgemeinschaft zwischen Tradition und Moderne. Beiträge der Tagung vom 10.–11. Oktober 2003 in Celle. Deutsches Orient-Institut, Hamburg 2004, ISBN 3-89173-085-3.
  • Udo Tworuschka, Helga B. Gundlach: Die Yezidi. In: Michael Klöcker, Udo Tworuschka (Hrsg.): Handbuch der Religionen. Kirchen und andere Glaubensgemeinschaften in Deutschland. Loseblattwerk. Band 5: Islam. Landsberg/München 2006, Kapitel 6: Weitere kleinere Religionen.
  • Gernot Wießner: „…in das tötende Licht einer fremden Welt gewandert”. Geschichte und Religion der Yezidi. In: Robin Schneider (Hrsg.): Die kurdischen Yezidi. Ein Volk auf dem Weg in den Untergang (= Pogrom. Band 110). Gesellschaft für bedrohte Völker, Göttingen 1984, ISBN 3-922197-14-0, S. 31–46 (PDF-Datei; 300 kB; 13 Seiten (Version vom 27. September 2007 im Internet Archive)).
  • Bânu Yalkut-Breddermann: Der Wandel der yezidischen Religion in der Diaspora. In: Gerdien Jonker (Hrsg.): Kern und Rand. Religiöse Minderheiten aus der Türkei in Deutschland (= Zentrum Moderner Orient: Studien. Band 11). Das Arabische Buch, Berlin 1999, ISBN 3-86093-227-6, S. 51–63 (PDF-Datei; 177 kB; 11 Seiten (Version vom 5. Oktober 2011 im Internet Archive)).

Weblinks

 Commons: Jesidentum – Bilder und Mediendateien
 Wiktionary: Jeside – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise

  1. a b c d Christine Allison: Yazidis i. General. In: Encyclopaedia Iranica. Juli 2004 (englisch; online auf iranica.com).
  2. a b Christine Allison: The Yezidi Oral Tradition in Iraqi Kurdistan. Curzon, Richmond 2001, ISBN 0-7007-1397-2, S. 26 (englisch; Seitenansicht in der Google-Buchsuche).
  3. Philip G. Kreyenbroek: Yazīdī. In: Peri J. Bearman (Hrsg.): The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Band 11, Brill, Leiden 2001, S. 313a–316a (englisch).
  4. Irene Dulz: Die Yeziden im Irak. Zwischen „Modelldorf“ und Flucht (= Studien zur Zeitgeschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas. Band 8). Münster 2001, S. 18 (Seitenansicht in der Google-Buchsuche).
  5. a b Verwaltungsgericht Köln: Verwaltungsstreitsache irakischer Staatsangehöriger jesidischer Religionszugehörigkeit. 16. August 2005, abgerufen am 25. August 2014 (PDF-Datei; 127 kB; 19 Seiten auf amnesty.de).
  6. Philip G. Kreyenbroek: EI 2). In: Peri J. Bearman (Hrsg.): The Encyclopaedia of Islam. New Edition. Band 11, Brill, Leiden 2001, S. 313b (englisch).
  7. Meldung: Kurden retten Jesiden: US-Luftwaffe greift mit Jagdbombern IS-Stellungen an. In: n-tv.de. 8. August 2014, abgerufen am 25. August 2014.
  8. Meldung: Bis zu 55.000 Jesiden eingekesselt: US-Luftwaffe nimmt erneut IS aufs Korn. In: n-tv.de. 10. August 2014, abgerufen am 25. August 2014.
  9. KurdWatch: Yeziden in Syrien. Zwischen Akzeptanz und Marginalisierung. Bericht 7, Europäisches Zentrum für Kurdische Studien, Berlin, Dezember 2010, S. 5–7 (PDF-Datei; 384 kB; 13 Seiten auf kurdwatch.org).
  10. Levon Yepiskoposian, Ashot Margarian u. a.: Genetic Affinity between the Armenian Yezidis and the Iraqi Kurds. In: Iran and the Caucasus. Band 14, Brill, Leiden 2010, S. 37–42, hier S. 38 (englisch; PDF-Datei; 174 kB; 6 Seiten auf kurdipedia.org).
  11. a b The World Factbook: Middle East: Armenia. Stand: 2011, abgerufen am 25. August 2014 (englisch; siehe die Angaben unter People and Society::Armenia).
  12. Hasmik Hovhannisyan: Kurds in Armenia. The cultural center of the Kurds living in Armenia has always been Alagyaz. In: fravahr.org. 3. November 2007, abgerufen am 25. August 2014 (englisch).
  13. Philip G. Kreyenbroek: Yezidism. Its Background, Observances and and Textual Tradition. Mellen, Lewiston u. a. 1995, S. 27–28 (englisch).
  14. Philip G. Kreyenbroek: Yezidism. Its Background, Observances and and Textual Tradition. Mellen, Lewiston u. a. 1995, S. 31–33 (englisch).
  15. P. Anastase Marie: La découverte récente des deux livres sacrés des Yézîdis. In: Anthropos. Band 6, 1911, S. 1–39; M. Bittner: Die Heiligen Bücher der Jeziden oder Teufelsanbeter (Kurdisch und Arabisch). In: Denkschriften der kaiserlichen Akademie der Wissenschaften in Wien. Band 55, Wien 1913.
  16. Hilmi Abbas (Hrsg.): Das ungeschriebene Buch der Kurden. Mythen und Legenden. Hugendubel, München 2003, ISBN 3-7205-2387-X. Anmerkung: Auf die philologische Problematik des Werks hat Martin Zähringer in seiner Rezension in der Neuen Zürcher Zeitung am 19. September 2003 hingewiesen.
  17. a b Sean Thomas: The Devil Worshippers of Iraq.. In: Daily Telegraph. 19. August 2007, abgerufen am 25. August 2014 (englisch).
  18. Anmerkung: Die Plattform Ezidischer Celler ist eine der größten jesidischen Gemeinschaften außerhalb des Iraks.
  19. a b Philip G. Kreyenbroek: Yezidism. Its Background, Observances and and Textual Tradition. Mellen, Lewiston u. a. 1995, S. 38 (englisch).
  20. Philip G. Kreyenbroek: Yezidism. Its Background, Observances and and Textual Tradition. Mellen, Lewiston u. a. 1995, S. 97–99 (englisch).
  21. Nelida Fuccaro: The Other Kurds. Yazidis in Colonial Iraq. Tauris, London 1999, ISBN 1-86064-170-9, S. 22 (englisch).
  22. Philip G. Kreyenbroek: Yezidism. Its Background, Observances and and Textual Tradition. Mellen, Lewiston u. a. 1995, S. 126 (englisch).
  23. Birgül Açıkyıldız: The Yezidis. The History of Community, Culture and Religion. Tauris, London u. a. 2010, S. 91 (englisch).
  24. Philip G. Kreyenbroek: Yezidism. Its Background, Observances and and Textual Tradition. Mellen, Lewiston u. a. 1995, S. 129 (englisch).
  25. Christine Allison: The Yezidi Oral Tradition in Iraqi Kurdistan. Curzon, Richmond Surrey 2001, ISBN 0-7007-1397-2, S. xviii (englisch).
  26. Birgül Açıkyıldız: The Yezidis. The History of Community, Culture and Religion. Tauris, London u. a. 2010, S. 99 (englisch).
  27. Ilhan Kizilhan: Die Yeziden. Eine anthropologische und sozialpsychologische Studie über die kurdische Gemeinschaft. Medico, Frankfurt 1997, ISBN 3-923363-25-7, S. 92.
  28. Philip G. Kreyenbroek: Yezidism. Its Background, Observances and and Textual Tradition. Mellen, Lewiston u. a. 1995, S. 136 (englisch).
  29. Birgül Açıkyıldız: The Yezidis. The History of Community, Culture and Religion. Tauris, London u. a. 2010, S. 104–105 (englisch).
  30. Birgül Açıkyıldız: The Yezidis. The History of Community, Culture and Religion. Tauris, London u. a. 2010, S. 106–107 (englisch).
  31. Kai Merten: Untereinander, nicht nebeneinander. Das Zusammenleben religiöser und kultureller Gruppen im Osmanischen Reich des 19. Jahrhunderts. Lit, Münster 2014, S. 237–245.
  32. Irene Dulz: Die Yeziden im Irak. Zwischen „Modelldorf“ und Flucht (= Studien zur Zeitgeschichte des Nahen Ostens und Nordafrikas. Band 8). Münster 2001, S. 54–57 (Seitenansichten in der Google-Buchsuche).
  33. Ulrich Ladurner: Tod der kleinen Völker. In: Die Zeit. Nr. 35, 23. August 2007, S. 7, abgerufen am 25. August 2014.
  34. Wieland Schneider: Irak: Yeziden fürchten nach Attentaten ihre „Ausrottung“. In: DiePresse.com. 16. August 2007, abgerufen am 25. August 2014.
  35. Unbekannt: Focus Irak. Situation der Jeziden in Ninawa und im Gebiet der Kurdischen Regionalregierung (KRG). Bern-Wabern 9. April 2009 bfm.admin.ch., abgerufen am 27. August 2014 (PDF).
  36. Meldung: Anschläge auf Jesiden: Ein Blutbad der El Kaida? In: n-tv.de. 15. August 2007, abgerufen am 25. August 2014.
  37. Meldung: Massenflucht vor IS-Terror – Extremisten erobern Staudamm und Ölfeld im Nordirak. In: Focus online. 4. August 2014, abgerufen am 25. August 2014.
  38. a b Sarah Reinke: Für eine Bleiberechtsregelung in Deutschland: Kurdische Yezidi aus Georgien. In: Gesellschaft für bedrohte Völker. April 2006, abgerufen am 25. August 2014.
  39. Volker Willschrey: Besuch von Radio Eriwan. In: ADXB – Club der Freunde elektronischer Medien – Rundfunk global. Österreich, 2003 (PDF-Datei; 452 kB; 4 Seiten auf adxb-oe.org).
  40. Hasan Aksünger, Süleyman Ersu: Die Yeziden… Eine Fragestellung oder eine Realität: Siedlungsgebiete. Seminararbeit, Fachhochschule HHG, 2003, abgerufen am 25. August 2014.
  41. Blogeintrag: Yeziden – Eine alte Religionsgemeinschaft von Ausrottung bedroht. In: Ezdaî – kurdisch yezidische Kulturseite – Komela Kalkar. 1. August 2009, abgerufen am 25. August 2014.
  42. Telim Tolan: Die Yeziden in Deutschland – Religion und Leben. In: yeziden.de. Yezidisches Forum e. V., abgerufen am 25. August 2014.
  43. Meldung: Der Zentralrat. In: yeziden.de. Yezidisches Forum e. V., 2007, abgerufen am 25. August 2014.
  44. Meldung: Gründung d. christlich-ezidischen Gesellschaft. In: ezidische-gemeinde.de. Ezidische Gemeinde Hessen e.  V., 2011, abgerufen am 25. August 2014.
  45. Meldung: Gründung „ein Schritt zur Freundschaft“ – Verein „Christlich-Ezidische Gesellschaft für Zusammenarbeit in Forschung und Wissenschaft“ ins Leben gerufen. In: Kreisanzeiger. 26. Februar 2011 (online im Internet Archive).
  46. Homepage: gea-ev.net. Gesellschaft Ezidischer AkademikerInnen (GEA), abgerufen am 25. August 2014.
  47. Ute Winsemann: Zuzug irakischer Flüchtlinge: Bürgermeister mahnt Konzept an. In: Weser Kurier. 1. Januar 2010, abgerufen am 25. August 2014.
  48. Ludger Osterkamp: Gütersloh: Hilfe für Jesiden gesichert – Stadt verlängert ihr Förderprojekt, Integration gilt als geglückt. In: Neue Westfälische. 18. Januar 2012, abgerufen am 25. August 2014.
  49. Artikel: PZ-Interview mit der Soziologin Miriam Geoghegan über die Lebensgewohnheiten der yezidischen Flüchtlinge aus dem Irak. In: Pforzheimer Zeitung. 19. Juli 2011, abgerufen am 25. August 2014.
  50. Philip G. Kreyenbroek u. a.: Yezidism in Europe. Different Generations Speak About Their Religion (= Göttinger Orientforschungen: Iranica. Band 5). Harrassowitz, Wiesbaden 2009, ISBN 978-3-447-06060-8, S. 46–48 (englisch).
  51. Thomas Mirbach, Torsten Schaak, Katrin Triebl: Zwangsverheiratung in Deutschland. Anzahl und Analyse von Beratungsfällen: Kurzfassung. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, 28. März 2011, S. 34–35 (wissenschaftliche Untersuchung; PDFDatei; 1,6 MB; 53 Seiten auf bmfsfj.de).
  52. Meldung: Nordrhein-Westfalen: Angriff auf Jesiden – Polizei-Großeinsatz in Herford. In: Spiegel Online. 7. August 2014, abgerufen am 25. August 2014.