Jesse Shapiro

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jesse M. Shapiro ist ein US-amerikanischer Wirtschaftswissenschaftler und Hochschullehrer, der eine Professur für VWL an der University of Chicago innehat. Shapiro wurde 2008 durch den Economist als einer von acht Top-Nachwuchswissenschaftlern im Bereich der Wirtschaftswissenschaften hervorgehoben. Laut dem Economist folgt Shapiro ebenso wie sein Kollege Roland Fryer der intellektuellen Tradition von Steven Levitt insofern als dass er ökonomische Methoden und Theorien verwendet, um auf sozialpolitische Probleme Antworten zu finden.[1] Die Forschungsinteressen von Professor Shapiro sind vor allem in den Fachgebieten der industriellen Organisationstheorie und der politischen Ökonomie angesiedelt.[2]

Ausbildung[Bearbeiten]

2001 wurde Shapiro vom Harvard College einen A.B. in Volkswirtschaftslehre mit der Bestnote summa cum laude verliehen. Ebenfalls in 2001 erhielt er von der Harvard University einen A.M. in Statistik. 2005 wurde ihm im Anschluss an seine Promotion an der Harvard University von dieser ein Ph.D. verliehen.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Nach seinem Abschluss an der Harvard University arbeitete Shapiro von 2005 bis 2007 als Becker Fellow am Becker Center on Chicago Price Theory an der University of Chicago und begann für das National Bureau of Economic Research als Faculty Research Fellow im Bereich Labor Studies (seit 2011 Research Associate) zu forschen. Für das National Bureau of Economic Research arbeitete er auch als Research Associate im Bereich Political Economy. 2007 wurde Shapiro an der Booth School of Business der University of Chicago zu einem Assistant Professor für VWL, bevor er 2010 zum vollwertigen Professor befördert wurde. Auch war er an der University of Chicago ein Neubauer Family Faculty Fellow (2008–2009), ein Robert King Steel (2009–2011) und ein Centel Foundation/Robert P. Reuss Faculty Scholar (2010–2011).

Im Bereich wissenschaftlicher Publikation ist Shaprio seit 2011 als Associate Editor des American Economic Journal: Applied Economics und seit 2012 als Redakteur des Journal of Political Economy tätig.

Forschung[Bearbeiten]

Jesse Shapiro gehört gemäß der wirtschaftswissenschaftlichen Publikationsdatenbank IDEAS zu den 5 Prozent der meistzitiertesten Ökonomen. Seine am häufigsten zitierte Publikation ist der 2003 gemeinsam mit David Cutler und Edward Glaeser verfasste Artikel Why Have Americans Become More Obese?.[3] In diesem Artikel untersuchen Shapiro, Glaeser und Cutler die Frage wieso der Anteil der fettleibigen Bevölkerung in den USA seit den 1970er Jahren drastisch zugenommen hat. Diese Steigerung führen die Autoren vornehmlich darauf zurück, dass mehr Kalorien konsumiert werden. Der Zuwachs des Nahrungskonsums in den USA wird wiederum als Ergebnis jener technologischen Neuerungen bewertet die eine Zubereitung der Lebensmittel fernab des Konsumortes und einen schnelleren Konsum von Lebensmitteln bei geringeren Zubereitungs- und Säuberungskosten möglich gemacht haben. Des Weiteren weisen die Autoren darauf hin, dass diesbezüglich Preisveränderungen normalerweise nützlich sind, dies aber eventuell nicht gilt, wenn Selbstbeherrschungsprobleme vorliegen.[4]

Darüber hinaus wurden Artikel von Shapiro in renommierten wirtschaftswissenschaftlichen Fachzeitschriften wie die American Economic Review, das Quarterly Journal of Economics, Econometrica oder das Journal of Political Economy publiziert.

Auszeichnungen und Stipendien[Bearbeiten]

Während seiner postgraduierten Studien an der Harvard University teilten sich Daniel Benjamin und Shapiro von 2003 bis 2006 den Russell Sage Foundation Small Grant für Verhaltensökonomik. Des Weiteren erhielt Shapiro zusammen mit Matthew Gentzkow zwei Forschungsstipendien der National Science Foundation (2005–2009, 2009–2012).

Außerdem war Shapiro ein Graduate Research Fellow der National Science Foundation (2001–2004), ein Chiles Foundation Fellow (2004–2005), ein Humane Studies Fellow des Institute for Humane Studies (2001–2005), ein Research Fellow der Alfred P. Sloan Foundation und erhielt ein Stipendium zur Finanzierung seiner Promotion vom Center for Basic Research in the Social Sciences (2004–2005).

Trivia[Bearbeiten]

Jesse Shapiro interessiert sich außerdem für Comicbücher, Computerspiele und Brooklyn.[5]

Schriften[Bearbeiten]

  • mit David M. Cutler, Edward L. Glaeser: Why Have Americans Become More Obese? In: Journal of Economic Perspectives. Vol. 17, Nr. 3, 2003, S. 93–118.
  • mit Edward L. Glaeser, Giacomo A. M. Ponzetto: Strategic Extremism: Why Republicans and Democrats Divide on Religious Values. In: The Quarterly Journal of Economics. Vol. 120, Nr. 4, 2005, S. 1283–1330.
  • Is there a daily discount rate? Evidence from the food stamp nurition cycle. In: Journal of Public Economics. Vol. 89, Nr. 2–3, 2005, S. 303–325.
  • mit Matthew Gentzkow: Media Bias and Reputation. In: Journal of Political Economy. Vol. 114, Nr. 2, 2006, S. 280–316.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.economist.com/node/12851150
  2. http://www.chicagobooth.edu/faculty/bio.aspx?person_id=12825712640
  3. http://ideas.repec.org/e/psh70.html
  4. http://ideas.repec.org/p/nbr/nberwo/9446.html
  5. http://www.chicagobooth.edu/faculty/bio.aspx?person_id=12825712640

Weblinks[Bearbeiten]