Jessie Penn-Lewis

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Jessie Penn-Lewis

Jessie Penn-Lewis (* 1861 in Victoria Terrace, Neath, Wales; † 1927) war eine walisische Predigerin und Autorin geistlicher Bücher.

Leben[Bearbeiten]

Penn-Lewis wurde als Tochter eines Mechanikers in eine calvinistisch-methodistische Familie geboren.[1] Ihr Großvater war Prediger, ihre Mutter in der Abstinenzbewegung aktiv. Das Zuhause ihrer Familie war Treffpunkt vieler christlicher Leiter. Jessie Penn-Lewis Kindheit und Jugend war beeinträchtigt von einer Tuberkulose-Erkrankung. In ihrer Kindheit von Quäkern ausgebildet und später durch die Heiligungsbewegung geprägt, gehörte die dort gelebte Gleichberechtigung von Frauen auf geistlichem Gebiet zu ihren Grunderfahrungen.

Die frühen Konferenzen der Keswick-Bewegung, die auch für Penn-Lewis prägend wirkten, förderten eine Spiritualität der Gleichberechtigung, indem sie betonten, dass durch Heiligung für jeden mystische Höhen erreichbar seien, unabhängig von Rasse, Gesellschaftsschicht oder Geschlecht.

Sie war verheiratet mit William Penn-Lewis.

Die Erweckung in Wales[Bearbeiten]

Penn-Lewis war an der Erweckung in Wales beteiligt. Diese 1904 begonnene Bewegung entwickelte sich zu einer der größten christlichen Erweckungen und fand durch den physischen und psychischen Zusammenbruch des führenden Mannes, Evan Roberts, 1905 ein abruptes Ende.[2] Penn-Lewis war durch ihre wöchentlichen Beiträge in The Life of Faith die wichtigste Chronistin dieser Erweckung. Sie verfolgte, wie diese Bewegung zunächst Wales erfasste, dann aber auch viele andere Länder und einzelne Christen. Mit The Awakening in Wales and Some of its Hidden Springs legte sie eine Geschichte dieser Erweckungsbewegung vor.[3] Penn-Lewis reiste viel ins Ausland, um ihre Botschaft in Versammlungen darzulegen, z. B. in Russland, Skandinavien, Kanada, den USA und Indien.

Penn-Lewis war eng verbunden mit Evan Roberts, und es gab einige Kontroversen wegen ihres Einflusses auf ihn. Nach dem Zusammenbruch von Roberts wurde die Erweckung gestoppt. Roberts hatte zwar mit Penn-Lewis noch jahrelang Kontakt, konnte sich von dem Zusammenbruch aber nie ganz erholen. Schließlich erklärte Penn-Lewis einige der Phänomene der Erweckung in Wales als ein Werk Satans. Sie legte ihre kontroversen Ansichten in ihrem Buch über den geistlichen Kampf, Krieg gegen die Heiligen, im Englischen War on the Saints, dar. In diesem Buch beschreibt sie ihre Sicht über den Einfluss von Dämonen auf Christen. Penn-Lewis’ Bekanntheit fußte hauptsächlich auf ihren Thesen zu dieser Thematik. Watchman Nee wurde durch dieses Buch beeinflusst. Ihre Thesen sind auch heute umstritten.

Einflüsse[Bearbeiten]

Penn-Lewis war beeinflusst vom reformierten südafrikanischen Pfarrer und geistlichen Autor Andrew Murray. Ihre Bücher enthalten Zitate von Murray und Verweise auf seine Werke. Ebenfalls prägend war das mystisch-quietistische Werk von Madame Guyon.[4]

Frank Buchman, der Gründer der Oxford-Bewegung, bescheinigt Penn-Lewis, dass sie ihm geholfen hätte, seine Depressionen zu überwinden, als er sie auf der Keswick-Konferenz sprechen hörte. Genauso hatte sie Einfluss auf den Missionar Norman Grubb sowie Johan Oscar Smith, den Gründer der Brunstad Christian Church (international auch bekannt als „die Norweger“). Durch ihre Bücher hatte sie einen gewissen Einfluss auf die späte Heiligungsbewegung. Franz Eugen Schlachter z. B. griff in seinen Brosamen von des Herrn Tisch die Erweckung von Wales auf. Auf der Keswick-Konferenz 1876 leitete Penn-Lewis auch Frauenversammlungen.

Werke[Bearbeiten]

  • War on The Saints - auf Deutsch Krieg gegen die Heiligen
  • The Awakening in Wales & Some of the Hidden Springs
  • The Spiritual Man
  • The Centrality of the Cross
  • Thy Hidden Ones
  • Dying to Live
  • Conquest of Canaan
  • Face to Face
  • All Things New
  • Story of Job
  • Fruitful Living
  • Life in the Spirit
  • Opened Heavens
  • Das Kreuz von Golgatha 1907 im Emil Müllers Verlag
  • Die verborgenen Quellen der Erweckung von Wales 1905 Freienwalde

Sie gründete das Magazin The Overcomer („der Überwinder“), das noch immer herausgegeben wird.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Die Angaben zu Penn-Lewis’ Leben in diesem Abschnitt folgen, wenn nicht anders angegeben, M. R. Haddad: The Mystical theology of Jessie Penn-Lewis (1861-1927), Durham Thesis, Durham University 2005, S. 81 ff. Online verfügbar bei Durham E-Theses Online: http://etheses.dur.ac.uk/2708 (PDF).
  2. G. Richard Fisher: Pressing Truth to the Extreme: The Errors of Jessie Penn-Lewis. Personal Freedom Outreach. 2000. Abgerufen am 16. Juni 2007.
  3. Mrs Penn Lewis and the Welsh Revival auf revival-library.org (abgerufen 25. November 2013).
  4. M. R. Haddad: The Mystical theology of Jessie Penn-Lewis (1861-1927), Durham Thesis, Durham University 2005, S. 82. Online verfügbar bei Durham E-Theses Online: http://etheses.dur.ac.uk/2708 (PDF).

Literatur[Bearbeiten]

  • James Edwin Orr: The Flaming Tongue: The Impact of Early 20th Century Revivals. 2. Auflage, Moody Press, 1975, ISBN 0802428029.
  • Mary N. Garrard: Jessie Penn-Lewis: A Memoir (paperback). Sentinel Publications, 2002, ISBN 0965651932