Jestetten
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Baden-Württemberg | |
| Regierungsbezirk: | Freiburg | |
| Landkreis: | Waldshut | |
| Höhe: | 436 m ü. NN | |
| Fläche: | 20,63 km² | |
| Einwohner: |
5120 (31. Dez. 2011)[1] |
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| Bevölkerungsdichte: | 248 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 79798 | |
| Vorwahl: | 07745 | |
| Kfz-Kennzeichen: | WT | |
| Gemeindeschlüssel: | 08 3 37 060 | |
| Adresse der Gemeindeverwaltung: |
Hombergstraße 2 79798 Jestetten |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Ira Sattler | |
| Lage der Gemeinde Jestetten im Landkreis Waldshut | ||
Jestetten?/i ist eine Gemeinde im Landkreis Waldshut im Land Baden-Württemberg, Deutschland.
Inhaltsverzeichnis |
Geographie [Bearbeiten]
Geographische Lage [Bearbeiten]
Jestetten liegt im äußersten Süden Baden-Württembergs im Klettgau am Hochrhein etwa 6 km vom Rheinfall entfernt.
Die Gemeinde ist von ihrer geographischen Lage her einmalig in Deutschland, sie liegt zusammen mit den Gemeinden Dettighofen und Lottstetten im Jestetter Zipfel, der auf einer Länge von 55 km von der Grenze zur Schweiz umschlossen und nur über eine einzige Straße von Deutschland direkt zu erreichen ist.
Nachbargemeinden [Bearbeiten]
Die Gemeinde grenzt im Norden an die Schweizer Gemeinden Wilchingen, Neunkirch, Guntmadingen und Neuhausen am Rheinfall im Kanton Schaffhausen, im Osten an Laufen-Uhwiesen, Dachsen und Rheinau im Kanton Zürich, sowie die deutschen Gemeinden Lottstetten im Süden und Dettighofen im Westen.
Gemeindegliederung [Bearbeiten]
Zur Gemeinde Jestetten mit der früher selbstständigen Gemeinde Altenburg gehören insgesamt neun Dörfer, Höfe und Häuser und die abgegangene Edenburg
Zur Gemeinde Altenburg in den Grenzen von 1972 gehören das Dorf Altenburg und die Häuser Altenburg-Hardt, Bahnstation Altenburg-Rheinau und Zollhaus Rheinbrücke. Zur ehemaligen Gemeinde Jestetten gehören das Dorf Jestetten, die Höfe Flachshof und Sonnenhof und die Häuser Talmühle, Wangental und Zollamt.
In der Gemeinde Altenburg im Gebietsstand von 1972 liegen die Wüstungen Waldkirchen, das nicht sicher nachgewiesen ist, und Schwaben. Im Gebiet der ehemaligen Gemeinde Jestetten liegt die Wüstungen Guggenburg, Hofstetten, Gunzenried und Lochehof sowie der Burgstall Tüsental.[2]
Geschichte [Bearbeiten]
Die geschützte Terrasse an der großen Rheinschleife um das Kloster Rheinau unterhalb des Rheinfalls war schon sehr früh ein bevorzugter Siedlungsplatz. Die Siedlungsspuren reichen bis in die mittlere Steinzeit zurück. Eine befestigte keltische Siedlung, das Oppidum Altenburg-Rheinau, wurde ausgegraben. Altenburg wird erstmals erwähnt 871 als pago Chlegouwe in villa Altunbourch, nach einer Kopie von 1126 im Cartular von Rheinau. Es folgen weitere Nennungen in den Jahren 871, 892, 1049, und 1241 (Altinburch)[3]
Die erste urkundliche Erwähnung[4] von Jestetten datiert auf das Jahr 871 villa que vocatur Jesteten, es gehörte zur Landgrafschaft Klettgau. Mit dieser kam der Ort 1806 an Baden. In dem heute als Seniorenheim umgebauten Schloss Jestetten residierten einst die Grafen von Sulz.
Wegen des komplizierten Grenzverlaufs in dieser Region wurde das Gebiet des Jestetter Zipfels 1840 zum Zollausschlussgebiet erklärt, was die zu überwachende Grenze von 55 km auf 6 km verkürzte. Diese Regelung, die bis 1935 währte, bescherte den Bewohnern des Gebiets einen bescheidenen Wohlstand, konnten sie ihre Produkte doch in Baden bzw. Deutschland und der Schweiz zollfrei anbieten. Der zeitweise aufkommende Schmuggel war in der Hauptsache durch Notzeiten bedingt.
Außerdem befindet sich in Jestetten einer von zwei SBB-Bahnhöfen auf deutschem Staatsgebiet, nachdem der Bahnhof Altenburg von der SBB zu Gunsten eines Halts am Rheinfall geschlossen wurde. Der Bahnhof Jestetten ist auf dem Schienenweg nur über Schweizer Staatsgebiet zu erreichen und wird deshalb nur von den SBB im Korridorverkehr bedient, es gilt hierbei ausschließlich der SBB-Tarif.
Am 1. Januar 1973 wurde Altenburg eingemeindet.
Politik [Bearbeiten]
Die Gemeinde ist Sitz des Gemeindeverwaltungsverband Jestetten, dem die Gemeinden Dettighofen und Lottstetten angehören.
Gemeinderat [Bearbeiten]
Dem Gemeinderat gehören nach der Kommunalwahl vom 7. Juni 2009 neben der Bürgermeisterin als Vorsitzende 18 Mitglieder an.
| CDU: | 6 Sitze |
| SPD: | 5 Sitze |
| FWV: | 5 Sitze |
| Die Grünen: | 2 Sitze |
Medien [Bearbeiten]
In Jestetten ist die Monopolzeitung Südkurier mit ihrem Ableger Alb-Bote vertreten. Dazu kommen die Anzeigenblätter „WOM“ und „Anzeiger Hochrhein“. Online berichtet Hierzuland.info über die Gemeinde und die umliegenden Orte.
Schulen [Bearbeiten]
- Realschule Jestetten
Die Realschule Jestetten wurde am 6. April 1959 erstmals von Schülern des neuen Mittelschulzugs der Volksschule Jestetten besucht.[5] Am heutigen Standort wurde jedoch erst zehn Jahre später, also im Jahr 1969 der Grundstein für das eigenständige Schulhaus der Realschule gelegt, welche 1966 offiziell zur Realschule umbenannt wurde. Seit dem Start mit 22 Schülern in einem kleinen Klassenraum, hatte die Realschule einen Zuwachs nicht nur an Schülern, sondern auch an Räumen, sodass das gesamte Areal inklusive des Neubaus, mit dessen Bau 1997 begonnen wurde, heute 17 Klassenräume, sowie mehrere Fach- und Werkräume, beinhaltet und knapp 450 Schüler (Stand 2009) zum Unterricht aufnehmen kann.[6] Die Realschule bietet neben verschiedenen Sportaktivitäten auch die Möglichkeit zu sozialem und künstlerischem Engagement. So hatte die Theater-AG der Realschule Jestetten bereits kleinere Arrangements in der Kreisstadt Waldshut-Tiengen mit dem Stück „Die Welle“.[7]
Schulleiter der Realschule ist Peter Haußmann, Stellvertreterin Wiebke Pankratz.
Persönlichkeiten [Bearbeiten]
Söhne und Töchter der Gemeinde [Bearbeiten]
- Konrad III., Mayer, von Jestetten, Abt des Klosters Rheinau 1380–1404
- Siegfried Fricker (1907–1976), Bildhauer
- Albert Fritz (* 1947), Radsportler
Persönlichkeiten, die mit der Gemeinde in Verbindung stehen [Bearbeiten]
- Hl. Hixta, (um 830), eine ihr geweihte Kapelle bestand bis 1833, nach der Legende eine Tochter der Notburga von Bühl
- Johann Josef Auer, (1666–1734), Bildhauer
- Klemens Maria Hofbauer, Priester und Heiliger, war hier tätig von 1802 bis 1805
- Wilhelm Hug (1880–1966), Forstmann und NSDAP-Politiker, leitete von 1923 bis 1932 das Forstamt Jestetten und war Mitglied des Bürgerausschusses von Jestetten
Literatur [Bearbeiten]
- Karl-Hellmuth Jahnke, Erich Danner (Hrsg.): Das Jestetter Dorfbuch. Altenburg und Jestetten in Geschichte und Gegenwart. Kunstverlag Josef Fink, 2001, ISBN 3-89870-039-9
- Berthold Danner:: Ein Blick nach Gestern. Historische Fotografien aus Jestetten und Altenburg. Eigenverlag, 1992
- Gemeinde Altenburg (Hrsg.): Altenburg 871–1971, Beiträge zur Ortsgeschichte. 1971
- Bürgermeisteramt Jestetten (Hrsg.): Jestetten 1100 Jahre. Festschrift zur 1100-Jahr-Feier der Gemeinde Jestetten vom 11.9.-20. September 1971. 1971
- Georg Jäger: Jestetten und seine Umgebung. Ein Heimatbuch für das badische Zollausschlussgebiet. 1930
Informationen zum Dialekt Jestettens finden sich in:
- PHONAI Lautbibliothek der europäischen Sprachen und Mundarten. Deutsche Reihe, Band 7, Max Niemeyer Verlag, Tübingen 1970
Eine weitere wichtige Quelle ist die jährlich erscheinende Jestetter Chronik.
Einzelnachweise [Bearbeiten]
- ↑ Bevölkerungsentwicklung in den Gemeinden Baden-Württembergs 2011 (Hilfe dazu)
- ↑ Das Land Baden-Württemberg. Amtliche Beschreibung nach Kreisen und Gemeinden. Band VI: Regierungsbezirk Freiburg Kohlhammer, Stuttgart 1982, ISBN 3-17-007174-2. S. 980−982
- ↑ Albert Krieger, Topographsiches Wörterbuch des Großherzogtums Baden, 1904, Spalte 51
- ↑ Albert Krieger, Topographsiches Wörterbuch des Großherzogtums Baden, 1904, Spalte 1081 bis 1083
- ↑ Zeitungsartikel aus dem Südkurier vom 3. Februar 2009
- ↑ Zeitungsartikel aus dem Südkurier vom 3. Februar 2009
- ↑ Öffentliche Abendvorstellung im Ali-Theater am 11. Oktober 2005
Weblinks [Bearbeiten]
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