Jet Set Willy

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Jet Set Willy ist ein von Matthew Smith entwickeltes und von Software Projects veröffentlichtes Jump-'n'-Run-Videospiel in Seitenansicht (Plattformer). Als Nachfolger des Spiels Manic Miner 1984 zunächst nur für den ZX Spectrum veröffentlicht, schlossen sich wenig später auch Portierungen für weitere populäre Heimcomputer-Systeme an. Trotz der in der ZX-Spectrum-Version enthaltenen Programmierfehler, die das Erreichen des eigentlichen Spielziels verhinderten, entwickelte sich das Spiel rasch zu einem Kassenschlager. 1985 erschien der Nachfolger Jet Set Willy II.

Handlung[Bearbeiten]

Der verkaterte und müde Miner Willy möchte nach wilder Party mit dem Jet Set nur noch ins Schlafzimmer verschwinden, um seinen Rausch ausschlafen zu können. Dem steht jedoch die missmutige und energische Haushälterin Maria im Wege, die darauf besteht, dass der Hausherr die teilweise unappetitlichen Hinterlassenschaften der durchzechten Nacht selbst und dazu umgehend entsorgen möge. Die praktische Umsetzung gestaltet sich allerdings schwierig, da die kürzlich von Miner Willy erworbene Villa riesig ist und über eine Unmenge an Räumen verfügt, deren architektonische Besonderheiten zudem die volle Aufmerksamkeit beim Durchqueren erfordern. Damit nicht genug wird das Einsammeln des verstreuten Unrats auch noch durch weitere Mitbewohner und diverse, sich seit letzter Nacht selbstständig machende Haushaltsgerätschaften behindert. Nach der Übergabe des gereinigten Hauses setzt Miner Willy auf Marias Geheiß seine Reinigungungstätigkeiten im gesamte Außengelände, den angrenzenden Gärten, am nahen Strand und der dort vertäuten Yacht fort, bevor er dem ersehnten Nickerchen frönen darf.[1]

Spielgeschehen[Bearbeiten]

Der Spieler steuert die Figur Willy durch die insgesamt 60 in Seitenansicht dargestellten Örtlichkeiten des zu reinigenden Villenareals. Dieses Gebiet untergliedert sich in verschiedene Räume (die stark schematisch als untereinander mit Leitern und Treppen verbundenen Plattformen dargestellt werden), Garten- und Strandabschnitte sowie die nahe der Villa gelegene Yacht. Beim Durchqueren der verschiedenen Orte gilt es diversen beweglichen Hindernissen auszuweichen bzw. diese zu überspringen und verstreute Gegenstände, die der besseren Erkennbarkeit halber schwach blinken, einzusammeln. Ziel des Spiels ist es, sämtliche blinkenden Gegenstände einzusammeln und anschließend den Baderaum der Villa aufzusuchen. Berührt die Spielfigur während des Durchwanderns der verschiedenen Bildschirme einen Gegner oder stürzt sie von einer Plattform unkontrolliert in die Tiefe, so verliert der Spieler jeweils einen der acht Spielversuche. Der Spielfortschritt bleibt dadurch jedoch unberührt und der nächste Versuch startet im Raum des vorherigen virtuellen Ablebens. Nachdem jedoch alle acht Versuche aufgebraucht wurden, ist das Spiel beendet und der Spieler startet wiederum im ersten Raum.

Als untermalende Musik der Spectrum-Version im Auswahlmenü dient Beethovens Klaviersonate Nr. 14 und im Spiel If I Were a Rich Man aus dem Musical Anatevka.

Kopierschutz[Bearbeiten]

Wie bei vielen ZX Spectrum-Spielen wurde auch Jet Set Willy auf Compact Cassette vertrieben. Durch eine einfache Audio-Kopie der Cassette konnte auch eine Kopie des Spiels erstellt werden. Jet Set Willy war eins der ersten Spiele auf dem Markt mit einer Art von Kopierschutz: Dem Spiel lag eine Pappkarte mit 180 farbigen Codes bei. Beim Laden des Spiels wurde der Spieler aufgefordert, einen der Codes einzugeben, damit das Spiel startete. Somit konnte zwar die Cassette kopiert werden, eine Kopie der Karte war aber schwer möglich, da eine Reproduktion der Farben auf der Karte zum damaligen Zeitpunkt für Privatpersonen schwierig war.[2]

Literatur[Bearbeiten]

  •  James Newman, Iain Simons: 100 Videogames. BFI Screen Guides, 2007, ISBN 1844571629, S. 85 ff.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1.   In: ASM. Nr. 9, 1986, S. 64 (online, abgerufen am 30. August 2012).
  2.   In: Happy Computer. Nr. 8/84, S. 138 f (online, abgerufen am 30. August 2012).