Jever

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Dieser Artikel behandelt die friesische Stadt Jever. Der Artikel zur gleichnamigen Biermarke steht unter Jever (Bier).
Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Stadt Jever
Jever
Deutschlandkarte, Position der Stadt Jever hervorgehoben
53.5744444444447.90083333333339Koordinaten: 53° 34′ N, 7° 54′ O
Basisdaten
Bundesland: Niedersachsen
Landkreis: Friesland
Höhe: 9 m ü. NHN
Fläche: 42,13 km²
Einwohner: 13.826 (31. Dez. 2012)[1]
Bevölkerungsdichte: 328 Einwohner je km²
Postleitzahl: 26441
Vorwahl: 04461
Kfz-Kennzeichen: FRI
Gemeindeschlüssel: 03 4 55 007
Adresse der
Stadtverwaltung:
Am Kirchplatz 11
26441 Jever
Webpräsenz: www.stadt-jever.de
Bürgermeister: Jan Edo Albers (parteilos)
Lage der Stadt Jever im Landkreis Friesland
Bockhorn (Friesland) Varel Zetel Sande (Friesland) Schortens Jever Wilhelmshaven Landkreis Friesland Wangerland Minsener Oog (zu Gemeinde Wangerooge) Mellum Wangerooge Landkreis Leer Landkreis Ammerland Landkreis Aurich Landkreis Wittmund Landkreis Wesermarsch Landkreis WittmundKarte
Über dieses Bild

Jever [ˈjeːfɐ] ist die Kreisstadt des Landkreises Friesland in Niedersachsen, Deutschland und staatlich anerkannter Erholungsort. Der Name der Stadt ist durch die gleichnamige Biermarke international bekannt. Inoffiziell wird Jever auch als Marienstadt bezeichnet.[2] Dieser Beiname weist auf Fräulein Maria, die letzte Herrin von Jever, hin. Sie verlieh Jever 1536 die Stadtrechte. Die Bewohner Jevers heißen Jeveraner. Die Bezeichnung leitet sich vom neulateinischen ieverani her. In früheren Zeiten war auch die Bezeichnung Jeveringer geläufig.[3] Das zum Stadtnamen zugehörige Adjektiv lautet jeversch.

Geografie[Bearbeiten]

Geographische Lage und Nachbargemeinden[Bearbeiten]

Jever liegt im Jeverland, dem nordöstlichen Teil der ostfriesischen Halbinsel. Die Stadt befindet sich in der Nähe der niedersächsischen Nordseeküste, rund 15 Kilometer westlich von Wilhelmshaven und dem Jadebusen entfernt. Im Norden grenzt Jever an die Gemeinde Wangerland, im Osten und Süden an die Stadt Schortens sowie im Westen an die Stadt Wittmund. Im Südwesten besitzt Jever eine kurze Grenzlinie zur ostfriesischen Gemeinde Friedeburg.

Stadtgliederung[Bearbeiten]

Die Stadt besteht seit der Kommunalreform 1972 aus der Kernstadt Jever, in die bereits 1844 die bis dahin eigenständige jeversche Vorstadt eingegliedert worden war, sowie den Ortsteilen Moorwarfen, Rahrdum, Cleverns, Sandel und Sandelermöns.

Geologie[Bearbeiten]

Geestlandschaft mit Wallhecken

Die Stadt liegt auf einer weit in die Marsch reichenden flachen Geestzunge des oldenburgisch-ostfriesischen Geestrückens, die sich 7 bis 8 Meter über das umliegende flache wangerländische Marschland erhebt. Der Ausläufer entstand durch Sandablagerungen während der Eiszeiten.[4] Eine typische Landschaft mit Geestkultur, zu der insbesondere Wallheckenanlagen gehören, zeigt sich unter anderem im Ortsteil Cleverns. Zur Stadtgrenze nach Schortens hin besitzt Jever Moorflächen, die unter Naturschutz stehen.

Gewässer[Bearbeiten]

Jever wird von einigen miteinander verbundenen Tiefs umgeben. Dazu gehören das Moorlandstief im Osten, das Mühlentief im Westen sowie das Tettenser Tief und das Hooksieler Tief im Norden. Die Tiefs dienen in erster Linie der Entwässerung der tiefer gelegenen Flächen hinter dem Deich. Das Hooksieler Tief mündet über ein Siel in Hooksiel in die Nordsee. Auf dem Stadtgebiet liegt zudem der Moorwarfener See, ein ehemaliger Baggersee, der vom Angelverein-Jever e. V. bewirtschaftet wird. Der See liegt im Jeveraner Ortsteil Moorwarfen und ist rund 17 Hektar groß.

Klima[Bearbeiten]

Jever liegt in der gemäßigten Klimazone, hauptsächlich im direkten Einfluss der Nordsee. Im Sommer sind die Tagestemperaturen tiefer, im Winter häufig höher als im weiteren Inland. Das Klima ist insgesamt von der mitteleuropäischen Westwindzone geprägt.

Nach der effektiven Klimaklassifikation von Köppen befindet sich Jever in der Einteilung Cfb. C steht für ein warm-gemäßigtes Klima, fb für ein feucht-gemäßigtes Klima mit warmen Sommern.

Die nächste Wetterstation befindet sich im 13 Kilometer entfernt gelegenen Hooksiel.

Geschichte[Bearbeiten]

Herrschaft Jever um 1500
Gemälde von Fräulein Maria 1572
Jever um 1651, rechts unten ist die „Schlachte“, der Hafen von Jever, abgebildet.
Die französischen Départements mit dem Département Ems-Oriental um 1812
Davidsstern im Giebel eines jeverschen Hauses
Denkmal für die im Dritten Reich ermordeten Juden aus Jever

Archäologische Funde lassen auf eine sehr frühe Besiedlung des jeverschen Stadtgebietes schließen. Dazu gehört unter anderem ein Hünengrab in der Nähe von Nobiskrug bei Upjever, das noch um 1880 unversehrt vorhanden war[5] und gegen Ende des 19. Jahrhunderts gesprengt wurde, weil es bei der Bestellung der umliegenden Äcker ein Hindernis darstellte. Dieses Grab sowie weitere Werkzeugfunde (zum Beispiel der Feuersteindolch von Addernhausen und die Feuersteinsichel aus Mennhausen) belegen eine Besiedlung des Jeverlandes für die jüngere Steinzeit.[6] Auch für die späteren Epochen lassen sich eine große Zahl von Kultur- und Siedlungsspuren nachweisen. Dazu gehören eine Bronzelanzenspitze (Fundort: Möns), ein Tüllenbeil (Fundort: Grappermöns) sowie zahlreiche Urnenfunde (Urnenfriedhof von Gottels, Urnenfriedhof Jever). Sie verweisen auf das 6. Jahrhundert vor Christus.

Um die Zeitenwende – so vermutet man[7] – war das Jeverland Siedlungsgebiet der Chauken. Um 826 kam Jever unter die Herrschaft des dänischen Fürsten Hariold. Er hatte sich taufen lassen und war dafür von Ludwig dem Frommen mit der Grafschaft Rüstringen, zu der damals auch Jever gehörte, belehnt worden. Die Gudrunsage aus dem 9. Jahrhundert berichtet über die Dänenherrschaft in Friesland und vom dänischen Sänger Horand, der gen „Givers“ auf dem Sande ritt. Dies ist vermutlich die erste Nennung von Jever. Eine weitere Nennung des Stadtnamens erfolgt 1158 als „Geverae“, der latinisierten Form des niederdeutschen Geveren oder Gaveren („Weideland“, im übertragenen Sinne auch „Thingstätte“).

In Jever geprägte Münzen,[8] die am Finnischen Meerbusen und im Wartheland gefunden worden sind, lassen die Bedeutung Jevers als Handelsort erahnen. Im 10. und 11. Jahrhundert war Jever Seehafen und hatte Seezugänge zur Harlebucht und zur Jade. Zwar versandeten die Seezugänge im Laufe der Zeit und später sorgten Eindeichungen dafür, dass die Stadt heute tief im Binnenland liegt. Dennoch behielt Jever seine Bedeutung als Handelsort und Endpunkt eines bedeutenden Heerweges. Über das Hooksieler Tief konnte der Hafen an der Schlachte weiterhin von kleineren Schiffen angelaufen werden. 1546 entstand Hooksiel als Vorhafen von Jever. Mit dem Ausbau befestigter Straßen von Jever nach Hooksiel verlor der Schiffstransport und somit der Hafen an Bedeutung. Heute erinnert nur noch ein Kinderspielplatz, der wie ein Hafenbecken mit einem Spielschiff aussieht, an den ehemaligen Hafen an der Schlachte.

Herzöge aus Sachsen und anschließend die hannöverschen Welfen waren weitere Herren des Jeverlandes. Spätestens am Ende des 12. Jahrhunderts kam Jever unter die Herrschaft Oldenburgs. Ein Schreiben, das die Östringer zwischen 1271 und 1285 an König Philipp III. von Frankreich richteten, lässt auf eine „Demokratisierung“ des Östringerlandes schließen. Darin heißt es, dass die Östringer keinem Fürsten Untertan sind, sondern ihre Richter und Häuptlinge selbst wählen (Friesische Freiheit).

Im Jahr 1347 wurden die Einwohner Jevers bereits als Stadtbürger bezeichnet. Um das Jahr 1400 sind enge Handelsbeziehungen zu den Vitalienbrüdern bezeugt. Bekannteste Vertreter dieser Piratengenossenschaft, die sich auch die Likedeeler nannten, waren Klaus Störtebeker und Goedeke Michels.

Der letzte Häuptling des Jeverlandes war Edo Wiemken der Jüngere, der 1505 den Bau des Schlosses vollendete und dessen Grabmal sich in der Stadtkirche befindet. Für eine Interimszeit kam Jever unter die Herrschaft des ostfriesischen Grafen Edzard des Großen. Fräulein Maria, Erbtochter Edo Wiemkens, stellte jedoch wieder die jeversche Unabhängigkeit her. Unter ihrer Regentschaft erhielt Jever 1536 offiziell die Stadtrechte und bezeichnet sich bis heute als „Marienstadt“.

Nach Maria fielen Jever und das Jeverland, die Herrschaft Jever, 1575 an Oldenburg. Im Jahre 1667 kam Jever zum Fürstentum Anhalt-Zerbst. Da in Anhalt-Zerbst die männliche Erbfolge galt, wurde 1797, nach dem Tod des letzten männlichen Erben in der Zerbster Fürstenfamilie im Jahre 1793, dieses Fürstentum zwischen den anderen anhaltischen Fürstentümern aufgeteilt. Jedoch wurde das Jeverland aufgrund seines Sonderstatus als Kunkellehen an die nächstfolgende Erbin, die russische Zarin Katharina II., eine Schwester des letzten Zerbster Fürsten, weitergegeben. Somit wurde Jever „über Russland regiert“, es blieb bis zur Besetzung durch französische Truppen im Jahre 1807 ein Teil Russlands. 1807 wurde es mitsamt Ostfriesland als Département Ems-Oriental an das Königreich Holland angegliedert, 1810 kam es mitsamt Holland direkt zum Kaiserreich Frankreich und stand dann bis 1813 unter napoleonischer Herrschaft. Nach dem Sturz Napoleons kehrte Jever in den Besitz der russischen Krone zurück, die es 1818 an das Großherzogtum Oldenburg abtrat.

1844 erhielt Jever ein neues Stadtrecht, am 1. Mai 1856 das Stadtrecht 1. Klasse (ähnlich einer heutigen „kreisfreien Stadt“).

1871 wurde Jever von Sande aus an das Eisenbahnnetz angeschlossen. Bereits zwei Jahre später kam es zu einem Ausbau der Strecke in Richtung Wittmund. Ab 1881 bestand eine durchgängige Eisenbahnverbindung über Wittmund, Esens und Dornum nach Norden und ab 1888 ein Bahnanschluss nach Carolinensiel. Das jeversche Bahnhofsgebäude besitzt bis heute einen repräsentativen Charakter und verfügte über einen ausschließlich für den Oldenburger Großherzog bestimmten Wartesaal.

Auch der Straßenbau wurde im 19. Jahrhundert vorangetrieben. 1836 wurde zwischen Sande und Jever die erste gepflasterte Landstraße angelegt und in der Folgezeit bis an die oldenburgische Staatsgrenze in Richtung Wittmund verlängert. Anfang der 50er Jahre des 19. Jahrhunderts ließ der Großherzog eine sogenannte Staatschaussee anlegen, die Jever mit Oldorf und Hohenkirchen verband. Etwas später folgte eine Pflasterstraße nach Waddewarden und von dort über Federwarden und Heppens ins neu entstehende Wilhelmshaven.

Nach dem Ersten Weltkrieg wandelte sich das bis dahin liberale politische Klima der Stadt. Verantwortlich dafür war unter anderem der Gymnasiallehrer Oskar Hempel, der einen völkischen Extremismus vertrat und mit seinen antisemitischen Ansichten in der Folgezeit einen starken Einfluss auf die jeversche Oberschicht gewann.[9] 1920 kam es zur Gründung einer Ortsgruppe des rassistischen und antisemitischen Deutschvölkischen Schutz- und Trutzbundes, der am 6. Juli für den Freistaat Oldenburg verboten wurde. Zu seinen 34 Mitglieder gehörten fast ausschließlich bekannte jeversche Bürger, darunter Beamte, Lehrer des Mariengymnasiums und der Direktor des städtischen Lyzeums. Auch die ehemals liberale Tageszeitung Jeversche Wochenblatt stellte sich unter ihrem Chefredakteur Friedrich Lange ganz in den Dienst der deutschvölkischen Bewegung, die 1924 als Völkischsozialer Block an den Reichstagswahlen teilnahm. Während im Reich der Völkischsoziale Block nur 6,6 % der Stimmen erhielt, gaben im Jeverland 22,6 % der Wähler ihre Stimme dieser nationalsozialistischen Sammlungsbewegung. Bei den Reichstagswahlen 1928 erzielte die NSDAP zwar nur 10,9 % der jeverländischen Wählerstimmen, 1930 waren es aber schon 44,8 %. Die jeversche Kommunalwahl von 1930 brachte der NSDAP ein Drittel der Stadtratsitze und das Amt des Vorsitzenden. Die traditionellen Parteien der Gewerbetreibenden und Landwirte wurden bedeutungslos. Nur die Sozialdemokraten und die Kommunisten konnten bei diesen Wahlen ihren Anteil von etwa 25 % der abgegebenen Stimmen halten. Bei den Wahlen zum Oldenburger Landtag 1931 erreichte die NSDAP über 55, bei den Neuwahlen 1931 knapp 64 Prozent insgesamt. In der Stadt Jever waren es 57,2 % der Wähler, die den Nationalsozialisten 1931 ihre Stimme gaben. Am 12. Mai 1931 stattete Adolf Hitler der Stadt Jever einen Besuch ab und sprach in der Landwirtschaftshalle vor rund 4000 begeisterten Zuhörern. Gut ein Jahr später besuchte Joseph Goebbels die Marienstadt und hielt einen Propagandavortrag im vollbesetzten Saal des Schützenhofes. Die Reichstagswahlen im März 1933 erbrachten für die NSDAP 60,1 % und für die Deutschnationale Volkspartei 12,6 % der jeverschen Stimmen. Damit unterstützten knapp 73 Prozent der Wähler in Jever den Nationalsozialismus. Im Reichsdurchschnitt waren es nur knapp 52 Prozent.[10]

Kurz vor Ende des Zweiten Weltkriegs wollte die NSDAP-Kreisleitung Jever trotz der aussichtslosen militärischen Lage gegen die anrückenden alliierten Kräfte verteidigen. Am 3. Mai 1945 versammelten sich rund 2000 Jeveraner vor dem Schloss und protestierten gegen die sinnlose Verteidigung der Stadt. Mutige Bürger unter ihnen hissten die weiße Fahne auf dem Schlossturm, entwaffneten die NSDAP-Kreisleitung und erreichten so die Aufgabe weiterer sinnloser Verteidigungsmaßnahmen. An das Ereignis erinnert eine 1995 zum 50. Jahrestag eingeweihte Bronzetafel an der Schlossmauer.

Im Rahmen der Oldenburgischen Verwaltungsreform von 1933 wurde das Amt Jever mit dem größten Teil des Amtes Varel zum Amt Friesland vereinigt. Am 1. Januar 1939 erhielt das Gebiet seine heutige Bezeichnung „Landkreis Friesland“, immer noch im Land Oldenburg, das erst 1946 zum neu gegründeten Land Niedersachsen kam.

Am 1. August 1977 trat eine weitere Kreisreform in Kraft, durch die der Landkreis Friesland in seiner bisherigen Form aufgelöst wurde. Die Gemeinden Bockhorn und Zetel sowie die Stadt Varel wurden dem Landkreis Ammerland angegliedert. Die Stadt Jever und die Gemeinden Sande, Schortens, Wangerland und Wangerooge wurden mit dem ostfriesischen Landkreis Wittmund zum neuen Großlandkreis Friesland zusammengefasst. Jever verlor seinen Kreissitz, neuer Kreissitz des Großlandkreis Friesland wurde stattdessen Wittmund.[11]

Aufgrund verschiedener Verfassungsklagen vor dem niedersächsischen Staatsgerichtshof in Bückeburg wurde die Kreisreform in Teilen für verfassungswidrig erklärt und dem niedersächsischen Landtag eine Überarbeitung des Gesetzes für den Raum Ammerland/Friesland nahegelegt. Zum 1. Januar 1980 wurde die Neugliederung des Raumes Friesland/Wittmund zurückgenommen und die Landkreise Ammerland, Friesland und Wittmund in ihrer bisherigen Form wiederhergestellt. Kreisstadt ist seitdem wieder die Stadt Jever.

Im Jahr 2008 begannen die Planungen einer privaten Investorengruppe zur Errichtung eines neuen Altstadtquartiers in Jever. Einbezogen wurde der Innenstadtbereich zwischen der Großen und Kleinen Wasserpfortstraße sowie der St. Annen- und Steinstraße. Nach dem Abriss der vorhandenen Bebauung ist eine Bebauung mit mehreren Stadthäusern, einem Supermarkt und einem Seniorenzentrum geplant. Wichtigster Baustein des Projektes zur Belebung der Altstadt ist die Schaffung von ausreichend Parkraum in diesem Innenstadtbereich. Erreicht werden soll dies durch eine neue Tiefgarage unterhalb des Altstadtquartiers. Nach der Zustimmung durch die Jeveraner Stadtratsmehrheit wurde 2010 mit den notwendigen Abrissarbeiten begonnen. Das Bauprojekt, das Anfang 2011 den Namen St.-Annen-Quartier erhielt, wurde am 14. September 2013 eingeweiht.[12]

Im Jahr 2011 feierte Jever mit verschiedenen Veranstaltungen das Jubiläum „475 Jahre – Stadt Jever“ und damit die Vergabe der Stadtrechte von 1536.[13]

Eingemeindungen[Bearbeiten]

Am 1. Juli 1972 wurde die Nachbargemeinde Cleverns-Sandel eingegliedert.[14]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten]

Die Einwohnerentwicklung von Jever[15] stieg nach dem Zweiten Weltkrieg aufgrund des Zuzugs von Heimatvertriebenen deutlich an. Ein weiterer Sprung erfolgt 1972 nach der Eingemeindung der ehemaligen Gemeinde Cleverns-Sandel in die Stadt Jever.

Im Jahr 2009 betrug der Anteil der ausländischen Mitbürger 2,79 Prozent, die aus 58 verschiedenen Nationen stammen. Die stärkste Gruppe stellen die Niederländer, gefolgt von den Italienern und Mitbürgern aus dem Bereich des ehemaligen Jugoslawiens.[16]

Datum Einwohner
ca. 1785 ca. 2.785
1825 3.363
1833 3.517
1875 4.054
1925 6.042
Datum Einwohner
1. Januar 1939 7.032
1. Januar 1945 7.661
1. Januar 1950 10.972
1. Januar 1955 10.364
1. Januar 1960 9.938
Datum Einwohner
1. Januar 1965 10.028
1. Januar 1970 10.435
1. Januar 1975 12.153
1. Januar 1980 12.628
1. Januar 1985 12.820
Datum Einwohner
1. Januar 1990 12.848
1. Januar 1995 13.500
1. Januar 2000 13.782
1. Januar 2005 14.191
1. Januar 2006 14.146
Datum Einwohner
1. Januar 2007 14.144
1. Januar 2008 14.196
1. Januar 2009 14.065
1. Januar 2010 14.189

Politik[Bearbeiten]

Rathaus der Stadt Jever

Stadtrat[Bearbeiten]

Der Stadtrat der Stadt Jever besteht aus 30 Ratsmitgliedern. Dies ist die festgelegte Anzahl für eine Stadt mit einer Einwohnerzahl zwischen 12.001 bis 15.000 Einwohnern.[17] Die 30 Ratsmitglieder werden durch eine Kommunalwahl für jeweils fünf Jahre gewählt. . Die aktuelle Amtszeit begann am 1. November 2011.

Stimmberechtigt im Rat der Stadt ist außerdem der hauptamtliche Bürgermeister Jan Edo Albers (parteilos).

In der konstituierenden Ratssitzung am 17. November 2011 wurde die SPD-Ratsfrau Elke Vredenborg einstimmig zur neuen Ratsvorsitzenden gewählt. Ihre Stellvertreterin wurde Renate Huckfeld von der CDU. Als ehrenamtliche Bürgermeister wurden Horst Dieter Husemann (CDU) und Heiko Schönbohm (SWG) gewählt.[18]

CDU und SPD setzen die in der letzten Legislaturperiode begonnene Kooperation fort. Die drittstärkste Kraft SWG bildet mit dem Einzelbewerber Sender eine weitere Gruppe.[18]

Die letzte Kommunalwahl vom 11. September 2011 ergab das folgende Ergebnis (mit der Veränderung gegenüber der Kommunalwahl vom 10. September 2006):[19]

Partei  Anteilige Stimmen  Veränderung  Anzahl Sitze  Veränderung
CDU 25,74 % −4,31 % 8 −1
SPD 27,87 % +0,4 % 8 0
Bündnis 90/Die Grünen 14,42 % +8,31 % 4 +2
SWG 21,11 % +1,42 % 6 0
FDP 6,32 % −5,52 % 2 −2
BfB 2,25 % +0,55 % 1 +1
Einzelwahlvorschlag 2,25 % +0,14 % 1 +1

Die Wahlbeteiligung bei der Kommunalwahl 2011 lag mit 53,43 %[19] leicht über dem niedersächsischen Durchschnitt.[20] Zum Vergleich – bei der vorherigen Kommunalwahl vom 10. September 2006 lag die Wahlbeteiligung bei nur 43,7 %.[21]

Bürgermeister[Bearbeiten]

Die Stadtverwaltung Jever wird seit dem 12. November 2013 von Bürgermeister Jan Edo Albers (parteilos) geführt.[22] Bei der Bürgermeisterwahl am 6. Oktober 2013 wurde der gelernte Rechtsanwalt zum hauptamtlichen Bürgermeister gewählt. Er gewann die Stichwahl mit 51,11 % knapp gegen den parteilosen Kandidaten Dietmar Rüstmann mit 48,88 %. Die Wahlbeteiligung lag bei 56,02 %, nachdem sie beim ersten Wahlgang noch bei 74,75 % gelegen hatte.

Die Vorgänger im Amt des Bürgermeisters waren seit 1937:

  • 1937 bis 1945: Martin Folkerts[23]
  • 1945: Pastor Christel Matthias Schröder, Erich Kampf und Hermann Klüsener. Diese drei Bürgermeister wurden von der Besatzungsmacht eingesetzt und leiteten die Stadtverwaltung jeweils nur zwei bis drei Monate.
  • 1946 bis 1949: Alfred Onnen
  • 1949 bis 1952: Hans Busch
  • 1952 bis 1961: Johann Albers
  • 1961 bis 1972: Ommo Ommen
  • 1972 bis 1975: Horst Dutke
  • 1975 bis 1976: Paul Müller
  • 1976 bis 1985: Paul Sillus
  • 1985 bis 1986: Heinz Behrens
  • 1986 bis 1996: Siegfried Harms
  • 1996 bis 2001: Margot Lorentzen
  • 2001 bis 2005: Siegfried Harms
  • 2005 bis 2013: Angela Dankwardt

Vertreter in Land- und Bundestag[Bearbeiten]

Landtagsabgeordneter Olaf Lies

Bei den Wahlen zum Niedersächsischen Landtag gehört Jever zum Landtagswahlkreis 070 Friesland, der den gesamten Landkreis Friesland umfasst. Das Direktmandat wurde im Januar 2013 durch Olaf Lies von der SPD gewonnen. Er wurde zum Wirtschaftsminister in der ersten Regierung Weil berufen. Die Wahlperiode endet 2018.

Bei den Wahlen zum Deutschen Bundestag gehört Jever zum Bundestagswahlkreis 026 Friesland – Wilhelmshaven – Wittmund. Er umfasst die Landkreise Friesland und Wittmund sowie die Stadt Wilhelmshaven.[24] Bei der Bundestagswahl 2013 wurde Karin Evers-Meyer von der SPD direkt gewählt. Ihr Gegenkandidat Hans-Werner Kammer von den Christdemokraten zog über die niedersächsische Landesliste der CDU in den Bundestag ein.[25]

Wappen[Bearbeiten]

Wappen der Stadt Jever an der Rathaustreppe

Die Darstellungen des Wappens der Stadt haben sich in den vergangenen Jahrhunderten mehrfach geändert. Die Wappen wurden dabei immer wieder in stark unterschiedlichen Varianten und Farbgebungen geführt. Aus diesem Grund beauftragte die Stadt Ende der 1960er Jahre den ehemaligen Leiter des Staatsarchivs Oldenburg und anerkannten Fachmann der Heraldik Hermann Lübbing mit dem Entwurf einer zeitgemäßen Darstellung des Wappens auf Grundlage der historischen Überlieferungen.

Als Ergebnis entstand das heutige Wappen der Stadt mit der folgenden Blasonierung: „In einem Blau über einem silbernen, schräg ansteigenden Wall mit offenem Treppengiebeltor drei silberne rotbedachte Türme, von denen der mittlere höher und breiter ist als die Seitentürme. Über den Turmspitzen harmonisch verteilt die goldenen Buchstaben DVMG. Im Torbogen aufrecht schreitend ein goldener Löwe, dessen Krallen und Zunge rot tingiert sind. Beiderseits des Tores ein roter Plankenzaun.“[26]

Das Stadttor mit den drei Türmen steht für die ursprüngliche vorhandene Stadtbefestigung von Jever. Der Löwe ist das Herrschaftszeichen der spätmittelalterlichen Herrschaft bzw. der Häuptlinge von Jever. Die lateinischen Buchstaben DVMG erinnern an die Stadtrechtsverleihung von 1536 durch Fräulein Maria von Jever und bedeuten „Donat Urbi Maria Gubernacula – Maria schenkt der Stadt die Regierungsgewalt“.

Städtepartnerschaften[Bearbeiten]

Jever unterhält Städtepartnerschaften mit folgenden Städten:

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Die Sehenswürdigkeiten von Jever (Lithografie von Klusmeier um 1865)
Edo-Wiemken-Denkmal in der Stadtkirche zu Jever
Das Bethaus als Hinterhofbebauung; im Vordergrund zwei kleine Wohnhäuser (um 1920)

Jever bietet eine Vielzahl von historischen, kulturellen, technischen und auch botanischen Denkmälern, die auf die verschiedenen Epochen der mehr als 1000jährigen Geschichte des jeverschen Siedlungsraumes verweisen. Kiebitze, die im Innenstadtbereich in regelmäßigen Abständen auf das Straßenpflaster gemalt wurden, weisen mit ihrem Schnabel den Weg zu einem informativen Stadtrundgang. Auch werden begleitete Stadt- und Kirchenführungen angeboten. Daneben gibt es mehrere Museen, die auf ein spezielles Thema konzentriert sind oder aber neben einem Hauptthema wechselnde Sonderausstellungen bieten.

Sakralbauten[Bearbeiten]

Die evangelisch-lutherische Stadtkirche befindet sich am Kirchplatz in Jever. Sie wurde 1964 anstelle der 1959 abgebrannten Vorgängerkirche als moderner, stark gestaffelter Zentralbau errichtet und mit der erhaltenen Apsis der zerstörten Kirche verbunden. Aus der Ferne betrachtet vermittelt der Bau den Eindruck einer „Stadtkrone“.[27] Eine seiner Intentionen – so Dieter Oesterlen (1911–1994), Architekt der Stadtkirche – sei „die klare Trennung von Baudenkmal und Neubau“ gewesen. „Beide Baukörper kommen zu ihrer eigenen architektonischen Wirkung“.[28] Die Sandsteinumrahmung des Eingangsportals sowie der Taufstein stammen aus der Vorgängerkirche. Die Orgel der Stadtkirche ist ein Werk des Wilhelmshavener Orgelbauers Alfred Führer. Die Disposition des Instruments wurde vom jeverschen Kantor Günter Maurischat entworfen. Sie verfügt über 47 Register und hat eine mechanische Traktur. Der Prospekt der Orgel wurde nach einem Entwurf von Dieter Oesterlen angefertigt.[29] Der Kirchenraum bietet bei voller Bestuhlung zirka 800 Gottesdienstbesuchern Platz. In der bereits erwähnten historischen Apsis befindet sich das denkmalgeschützte Edo-Wiemken-Denkmal, das an den letzten männlichen Häuptling des Jeverlandes erinnert und im Laufe der Geschichte bereits zwei Feuersbrünste überstanden hat. Es wurde durch Fräulein Maria, die Tochter Edo Wiemkens, in Auftrag gegeben und zwischen 1561 und 1564 von Schülern des Antwerpener Bildhauers Cornelis Floris geschaffen. Es gilt als bedeutendes Beispiel der niederländischen Renaissancekunst.[30]

Die St.-Annen-Kapelle ist das älteste erhaltene Gotteshaus der Stadt Jever.[31] Sie wurde 1610 erbaut und bereits 50 Jahre später „wiederum völlig erneuert und verbessert von Harmen Warner und Jakob Hanke, zur Zeit Kirchengeschworene zu Jever“.[32] Zu diesen Verbesserungen gehört wohl auch der polygonale Chorabschluss, den die Kapelle nach archäologischen Untersuchungen erst 1660 erhielt. Der Innenraum des Gotteshauses ist ein lichtdurchfluteter Apsissaalbau. Seine Länge beträgt 16 und seine Breite sieben Meter. Beim Bau der St.-Annen-Kapelle wurden neben jüngeren Ziegelsteinen auch solche im sogenannten Klosterformat verwendet. Sie stammen wahrscheinlich aus dem Abbruch des Klosters Oestringfelde. Beachtenswert ist auch der Altar, dessen Aufsatz 1703 im bäuerlichen Stil bemalt worden ist. Auf dem linken Flügel ist Mose vor der erhöhten Schlange und auf dem rechten Flügel der gekreuzigte Jesus Christus dargestellt. Unter den Darstellungen auf den Altarflügeln befindet sich die Inschrift: Und wie Mose in der Wüste eine Schlange erhöhet hat, Also muss des Menschen Sohn erhöhet werden. (Johannesevangelium, Kapitel 3, Vers 14). Der Mittelteil des Altaraufsatzes ist zusammengesetzt aus vier geschnitzten und farbig gefassten Tafeln mit Szenen aus dem legendären Leben des Heiligen Georg. Die Kapelle diente in früheren Zeiten als Vorstadtkirche und heute fast ausschließlich als Friedhofskapelle. Der sie umgebende Friedhof wurde bereits 1665 als Capellen-Kirchacker erwähnt, war derzeit allerdings nur den Vorstädtern und Angehörigen der Garnison als Begräbnisstätte vorbehalten. Nachdem der die Stadtkirche umgebende Friedhof im Jahr 1803 aufgehoben worden ist, wurde aus dem Capellen-Kirchacker der bis heute mehrfach erweiterte Friedhof der Stadt Jever.[33]

Hauptartikel: St.-Annen-Kapelle (Jever)

Das Bethaus der Baptisten in Jever wurde 1858 errichtet und ist eines der ältesten baptistischen Kirchengebäude in Deutschland und das zweitälteste in Jever. Das Bethaus wird noch heute zu gottesdienstlichen Zwecken genutzt. Es befindet sich außerhalb des historischen Stadtkerns von Jever am Elisabethufer in der sogenannten St. Annen-Vorstadt. Auf dem heutigen Parkplatz vor dem Bethaus befanden sich bis in die 1950er Jahre zwei kleine Wohnhäuser. Sie mussten vor der Kirche errichtet werden, da freikirchliche Gotteshäuser im 19. Jahrhundert nur als Hinterhofbebauung gestattet wurden.

Eine weiterer sehenswerter Sakralbau ist die römisch-katholische St.-Marien-Kirche. Sie ist im Stil des Kubismus errichtet. Ihr Turm, in dem sich vier Glocken befinden, misst 23 Meter. Eine kleine Kapelle, die in der ehemaligen Sakristei eingerichtet wurde, dient als Gottesdienstraum für die Werktagsmessen.

Profanbauten[Bearbeiten]

Schloss zu Jever

Das Schloss Jever entstand aus einer Wehranlage des 14. Jahrhunderts. Das Schloss war der Sitz der Herrschaft Jever. Mittelpunkt war ein mächtiger Bergfried, der ab dem 16. Jahrhundert in eine von Wassergräben und Wällen umgebene vierflügelige Schlossanlage integriert wurde. Von 1560 bis 1564 ließ die damalige Regentin Maria von Jever diverse Umbauarbeiten im Stil der Renaissance vornehmen. Es ist das bedeutendste profane Bauwerk der Stadt. Seit 1921 befindet sich im Schloss das Schlossmuseum. Es zeigt Exponate zur Kulturgeschichte, Volkskunde und Archäologie des Jeverlandes.

Das Rathaus der Stadt wurde 1609–1616 durch den Meister Albert von Bentheim errichtet. Der ursprüngliche Volutengiebel wurde 1836 durch den heutigen, wesentlich schlichteren Abschluss ersetzt. 1963 wurde das Rathaus wegen Baufälligkeit fast vollständig abgebrochen und durch einen Neubau ersetzt. Nur die äußere Fassade konnte beim Neubau erhalten bleiben.[34] Auch die Giebelspitze musste im Zuge dieser Maßnahmen abgetragen und erneuert werden. Teil der Fassade ist das Stadtwappen mit der Aufschrift Donat Urbi Maria Gubernacula – Maria schenkt der Stadt die Regierungsgewalt. Vor dem Rathaus befindet sich mit der Ratspütt einer der ältesten öffentlichen Brunnen.

In der Altstadt befinden sich zahlreiche gut erhaltende Wohnbauten. Trotz einiger Abbrüche (vor allem an der St. Annen- und Lindenbaumstraße) und Sanierungsmaßnahmen am Hopfenzaun und an der Drostenstraße, denen 1975[35] unter anderem das Drostenhaus zum Opfer fiel, blieb der altertümliche Charakter der Innenstadt mit seinen oftmals verputzten Backsteinbauten noch in großen Teilen gewahrt. Typisch sind die zahlreichen qualitätvollen Sandsteinportale des 18. und 19. Jahrhunderts. Eine größere Anzahl historischer Häuser findet sich im Bereich des Kirchplatzes. Besonders hervorzuheben ist das Am Kirchplatz 14 gelegene Gasthaus Schwarzer Bär, ein zweigeschossiger Backsteinbau von 1562. Das Haus Am Kirchplatz 1 ist von 1661 datiert und das unweit des Rathauses gelegene Haus Am Kirchplatz 9 mit seinem Glockengiebel entstand 1715. Das nicht zugehörige Rokokoportal wurde allerdings erst 1934 eingefügt, als die zuvor backsteinsichtige Fassade mit einem Verputz versehen wurde.[36] In der nahen Wangerstraße 8 steht ein 1650 erbautes Packhaus mit mittig angebrachten Ladeluken. Das Gebäude Wangerstraße 14 (heute Sitz des Verlages Brune-Mettcker), wurde 1823 auf einem Teil des zugeschütteten Stadtgrabens als Stadtwaage und Schankwirtschaft erbaut. Ein besonders stattlicher Bau ist die einstige Löwenapotheke in der Apothekerstraße 1. Das im Kern ältere Haus geht in seiner heutigen Form auf den Apotheker Johann Carl Christian Sprenger zurück, der das südliche Giebelhaus 1798 erwarb und mit dem Nachbarhaus verband. Von dem bereits erwähnten Drostenhaus blieb lediglich das 1756 datierte Portal erhalten, das in den Neubau von Hopfenstraße 2 integriert wurde. Weitere Portale befinden sich Am Kirchplatz 17 (Mitte des 18. Jahrhunderts) und an den Häusern Schlossstraße 4 (1754), Wangerstraße 10 (1765) und Wangerstraße 13 (1823).[37] Auch außerhalb des befestigten Stadtkernes blieben einige bemerkenswerte Wohnbauten erhalten. An der Schlachtstraße 1 liegt das so genannte Haus der Getreuen, das mit einem Sandsteinportal in Rokokoformen ausgestattet ist. Es wurde vermutlich in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts errichtet und vor 1890 im Westen um eine Fensterachse erweitert.[38] Zu den bedeutendsten Bauten des Klassizismus in Jever gehört das Haus Mühlenstraße 1, das heute Sitz der Oldenburgischen Landesbank ist. Es wurde um 1850 durch den Kaufmann Diesendorf erbaut und ist mit einem dreiachsigen Mittelrisalit versehen, der durch korinthische Pilaster gegliedert wird.[39]

Schlachtmühle Jever

Das markante Gebäude „Hof von Oldenburg“ am Alten Markt 14 ist eine historische Gaststätte, die 1798 als eines der ersten Gebäude außerhalb der Schutzanlagen der Stadt gebaut wurde.[40] Ein im April 1983 eingeweihtes Glockenspiel am „Hof von Oldenburg“ lässt mehrfach am Tage die wichtigsten Herrschaften des Jeverlands Revue passieren. Es erscheinen in der Reihenfolge: Edo Wiemken der Jüngere, Maria von Jever, Graf Anton Günther, Fürst Johann August von Anhalt-Zerbst und Zarin Katharina II. von Russland; alle mit verschiedenen Insignien ihrer Herrschaft über Jever ausgerüstet. Zu dem Figurenumlauf spielen die 16 Glocken des Glockenspiels verschiedene Volksweisen. Gestiftet wurde das von der Turmuhrenfabrik Korfhage in Melle hergestellte Glockenspiel von dem späteren Ehrenbürger der Stadt Jacobus Eden.[41]

Die Blaudruckerei Jever befindet sich seit den 1980er Jahren in einem alten Speichergebäude in der Straße Kattrepel. Sie ist einer der wenigen Orte in Deutschland, an denen noch das traditionelle Handwerk der alten ostfriesischen und norddeutschen Blaudruckereien ausgeübt wird. Dabei werden Stoffe im Handdruck mit Indigoblau ausgefärbt und danach abgewaschen bis sich auf dem Stoff weiße Blaudruckmuster auf blauem Grund zeigen. In der Werkstatt der Druckerei können sich die Besucher über das Handwerk informieren und den einzelnen Arbeitsschritten zusehen.[42]

Im Jahr 1846 wurde die Schlachtmühle, ein zweistöckiger Galerieholländer, in der Jeveraner Innenstadt errichtet. Die Mühle ist Station der Friesischen Mühlenstraße[43]

Das Friesische Brauhaus zu Jever braut seit 1848 das nach der Stadt Jever benannte gleichnamige Bier. Die Brauerei beschäftigt mit ihrem modernen Produktionsbetrieb rund 270 Mitarbeiter und füllt pro Stunde ca. 60.000 Flaschen Jever-Bier ab. In den verspiegelten Gärtürmen der Brauerei am Elisabethufer befinden sich fünf Tanks à 240.000 Liter, in denen das Jungbier drei bis vier Wochen vor der Abfüllung bei −1 °C gelagert wird. Das Brauhaus bietet nach Voranmeldung Besichtigungen des Produktionsbetriebes unter fachkundiger Führung an. Zur Führung gehört auch ein Gang durch das angeschlossene historische Brauereimuseum. Hier erhält man einen Einblick in den Brauereialltag, wie er vor rund 100 Jahren ablief. 2007 nutzten mehr als 33.000 Gäste die Gelegenheit zur Besichtigung.[44]

Denkmäler[Bearbeiten]

Fräulein-Maria-Denkmal in der Nähe des Schlosses zu Jever
Eilhard-Mitscherlich-Denkmal

Das wohl bekannteste Denkmal der Stadt ist das Fräulein-Maria-Denkmal an der Schlossstraße in Höhe der Fräulein-Maria-Straße. Das vom Berliner Bildhauer Harro Magnussen (1861–1908) entworfene Standbild zeigt die ehemalige Regentin Maria von Jever in höfischer Tracht, den Blick auf die ehemalige Residenz Schloss Jever zugewandt. In der rechten Hand hält sie die Urkunde zur Verleihung der Stadtrechte, die linke Hand liegt auf dem Kopf eines neben ihr sitzenden Windhundes. Das 2,20 Meter hohe und 550 Kilogramm schwere Standbild wurde in der Gießerei Gladenbeck in Friedrichshagen gegossen und am 5. September 1900 zum 400. Geburtstag von Maria eingeweiht.

In der Fräulein-Maria-Straße befindet sich das Mahnmal für die in der Zeit des Nationalsozialismus ermordeten Juden von Jever. Das von dem Oldenburger Künstler Udo Reimann entworfene Mahnmal wurde im September 1996 eingeweiht und zeigt drei Bücherstapel mit großformatigen Bücherbänden. Jeder Band trägt auf dem Buchrücken einen Namen der 67 jüdischen Bürger der Stadt, die die Zeit des Nationalsozialismus nicht überlebten.

Das 1878 errichtete Schlosserdenkmal am Schlosserplatz in Jever ist einem der berühmtesten Söhne der Stadt gewidmet. Es ehrt den im 19. Jahrhundert sehr populären Historiker Friedrich Christoph Schlosser, der am 17. November 1776 als zwölftes Kind eines Rechtsanwalts in der Annenstraße Nr. 27 geboren wurde. Schlosser war Absolvent der Provinzialschule, dem späteren Mariengymnasium und kehrte sogar nach verschiedenen Lehrertätigkeiten 1808 als Konrektor an diese Schule zurück. 1817 erhielt er den Lehrstuhl für Geschichte an der Universität in Heidelberg und veröffentlichte in den folgenden Jahren zahlreiche Werke auf dem Gebiet der Geschichte, mit denen er das Geschichtsbild des liberalen Bürgertums der damaligen Zeit entscheidet prägte. Zum Ende seiner Lehrtätigkeit an der Universität Heidelberg 1852 war Schlosser hochangesehen und wurde mit der Ehrenbürgerschaft der Stadt Heidelberg ausgezeichnet. Er starb 1861 in Heidelberg. Das Schlosserdenkmal besteht aus einem mehr als drei Meter hohen Sandstein Obelisken, der auf einem mehrstufigen Sockel mit einem kubischen Block an der Spitze aufgesetzt ist. Auf der Vorderseite des Blocks ist ein Bronzemedaillon mit dem Kopf von Schlosser sowie dem Name und den Lebensdaten des Historikers angebracht. Verschiedene Ornamente sind als Verzierungen angebracht.[45]

Das Eilhard Mitscherlich Denkmal in den Wallanlagen an der St. Annen Straße ehrt den in Neuende, welches damals zur Herrschaft Jever gehörte, geborenen Wissenschaftler. Das Denkmal ist eine detailgetreue Nachbildung des Berliner Originals, das 1894 zum 100. Geburtstags des Naturwissenschaftlers vom Künstler Ferdinand Hartzer geschaffen wurde und seit 1919 vor dem Mittelrisalit des Ostflügels der Humboldt-Universität zu Berlin steht. Das jeversche Denkmal wurde am 6. September 2006 eingeweiht und ist bereits das zweite Denkmal des Naturforschers, da es bereits von 1896 bis 1954 ein Denkmal mit der gleichen Statue an diesem Standort gab. Dieses Mitscherlich-Denkmal war jedoch kein Vollguss, sondern bestand aus einem Gipskern, auf dem nur ein Metallüberzug aufgebracht war. Mit der Zeit drang Feuchtigkeit ein und zerstörte den inneren Aufbau der Statue, so dass das Denkmal 1954 aus Sicherheitsgründen abgetragen werden musste. Ab 1988 gab es mehrere Anläufe zur Wiedererrichtung des Denkmals, aber erst 2004 gründete sich ein Förderverein, der dann die endgültigen Finanzierungskosten aufbringen konnte.[46]

Weitere Denkmäler sind die Mahnmale der Kriege von 1870/1871, 1914–1918 und 1939–1945 vor dem Schloss und die Schillerlinde in den Wallanlagen. Fast unbekannt ist heute die Bismarck-Eiche am östlichen Rand des Kirchplatzes, eine Schenkung des Fürsten Otto von Bismarck aus dem Jahr 1895, weil das umgebende Ziergitter nach dem Zweiten Weltkrieg entfernt wurde. Dieses Gitter war dem der Schillerlinde ähnlich und enthielt ein Medaillonbild Bismarcks.[47]

Brunnen[Bearbeiten]

Sagenbrunnen

Der Sagenbrunnen am „Alten Markt“ wurde 1995 von Bonifatius Stirnberg aus Aachen entworfen und gebaut. Der Brunnen zeigt Figuren aus fünf regional bekannten Sagen. Zu sehen ist das Frl. Maria von Jever, die der Sage nach nicht starb, sondern durch einen unterirdischen Gang beim Schloss Jever verschwand und irgendwann wiederkehren soll. Eine weitere Figurengruppe zeigt den Grafen Anton-Günter von Oldenburg mit seinem Apfelschimmel „Kranich“. Das Lieblingspferd des Grafen soll ihm das Leben gerettet haben, als bei einem Ausritt der beiden zur Insel Wangerooge dichter Nebel aufkam und der Graf die Orientierung verlor. Trotz gefährlich steigender Flut brachte das Pferd den Grafen wieder sicher ans Festland. Der große, weiße Scheeper Hase stieß angeblich nicht ganz nüchterne Bauern in den Graben. Das Hexenschiff zeigt zwei Hexen aus dem benachbarten Butjadinger Land, die der Sage nach mit Milchsieb als Boot und Kuhrippen als Ruder nach ihr Unwesen bei den Fischern des Jeverlandes trieben. Die Gudrunsage aus dem 9. Jahrhundert berichtet vom dänischen Sänger Horand, der gen „Givers“ auf dem Sande ritt. Dies ist angeblich die erste Nennung von Jever.

Der am 28. Mai 2003 eingeweihte Kosakenbrunnen ist nach dem Sagenbrunnen ein weiteres Werk des Bildhauers Bonifatius Stirnberg in Jever. Der Brunnen an der Ecke Große Burgstraße / Albanistraße zeigt drei berittene Kosaken in Uniform, die mit langen Lanzen ausgerüstet sind. Er erinnert an die 1813 erfolgte Befreiung des Jeverlands mit Hilfe russischer Kosakenregimenter. Die russische Zeit begann für Jever mit dem Tod von Friedrich August von Anhalt-Zerbst im Jahre 1793. Da Friedrich August keine männlichen Erben hatte, fiel das Fürstentum Anhalt-Zerbst und damit das Jeverland an seine Schwester Sophie Auguste Friederike, die mittlerweile als Katharina II. Kaiserin von Russland war. Während der napoleonischen Kriege wurde das Jeverland von 1806 bis 1813 durch holländische und französische Truppen besetzt gehalten. 1813 befreiten die Kosaken das Jeverland und nahmen es wieder für den russischen Zaren in Besitz. 1818 endete die russische Episode mit dem Abtritt des Jeverlandes an das Großherzogtum Oldenburg.

Der Brillenbrunnen ist der Mittelpunkt des „Klön-Hoffs“, einem kleinen historischen Platz zwischen Schlachtstraße und dem Kattrepel. Der Brunnen steht auf einer ehemaligen Jeverschen Pütt, die 1986 bei Bauarbeiten freigelegt wurde.[48] Auf Initiative des angrenzenden Brillenfachgeschäfts entstanden Idee und Realisierung von Platz und neuem Brunnen. Die Einweihung erfolgte fünf Jahre später am 30. Mai 1991. Zur Einweihung plätscherte statt Wasser echtes Jever Pilsener Bier durch den Brunnen.

Weitere künstlerisch gestaltete Brunnen sind der Kiebitzbrunnen in der Nähe des Hauses der Getreuen sowie der Hopfenbrunnen im Innenhof des innenstädtischen Gebäudekomplexes Am Hopfengarten.

Museen[Bearbeiten]

Das kulturhistorische Schlossmuseum Jever präsentiert Informationen zur Geschichte des Schlosses Jever sowie Sammlungen zur Kulturgeschichte und Landesgeschichte des Jeverlandes. Das Schlossmuseum befindet sich seit 1921 im Schloss Jever.

Das dem Friesisches Brauhaus zu Jever angeschlossene Historische Brauereimuseum zeigt wie vor gut hundert Jahren Bier gebraut wurde. Bei einem anschließenden Rundgang unter fachkundigen Führung durch den heutigen modernen Produktionsbetrieb wird dann klar, wie zeit- und arbeitsintensiv es damals war, ein paar Flaschen Bier herzustellen. Die gut zweistündigen Besichtigungen sind nur nach vorheriger Anmeldung möglich.[49]

Das Bismarck-Museum der Getreuen von Jever befindet sich seit dem Dezember 2004 in der Wangerstraße in Jever. Das private Museum zeigt eine Ausstellung mit rund 400 Exponaten über den preußischen Reichskanzler Otto von Bismarck und die preußische Geschichte. Unter den Ausstellungsstücken findet man sowohl Stücke aus dem persönlichen Besitz Bismarcks als auch Kunstgegenstände, historische Postkarten und Fotografien sowie Gebrauchsgegenstände aus dem täglichen Leben mit seinem Konterfei. Die Getreuen von Jever führen mit dem Museum eine jeversche Tradition fort, die als Stammtisch jeverscher Bürger im Gasthof „Haus der Getreuen“ begann und darin bestand, Bismarck jährlich zum Geburtstag 101 Kiebitzeier zu schicken. Die Getreuen sind auch heute noch aktiv und treffen sich jährlich zu Bismarck’s Geburtstag am 1. April im Gasthof „Haus der Getreuen“, das dem Bismarck-Museum gegenüber liegt.[50]

Ein weiteres Museum in Jever ist das Feuerwehrmuseum. Es befindet sich in der Nähe des Bahnhofs und nutzt das ehemalige Bahnfrachtgebäude. Neben Exponaten aus der jeverschen Feuerwehrgeschichte, deren Mittelpunkt ein Feuerwehr-Oldtimer ist, zeigt es jährlich wechselnde Ausstellungen zu verschiedenen Themen der Brandbekämpfung.[51]

Grünanlagen und Parks[Bearbeiten]

Blick auf die Duhmsgraft
Pferdegraft bei Nacht (im Hintergrund die Jever-Brauerei)

Das Stadtbild von Jever wird stark durch fünf Graften geprägt, die den historischen Stadtkern umgeben. Die Anlage der ursprünglich ringförmigen Graft erfolgte 1536 zusammen mit der Anlage von Erdwällen zur Sicherung der gerade neu ernannten Stadt. Über drei hölzerne Stadttore mit davorliegenden Brücken konnte diese Sicherungsanlage passiert werden. Zu Anfang des 19. Jahrhunderts wurden die Erdwälle beseitigt und anstatt der Tore mit ihren Brücken füllte man die dort liegenden Graften zur Überquerung mit Erde auf. Übrig blieben allein die Graften, die als Festungsgräben den Wallanlagen vorgelagert waren.

Die heute verbliebenen fünf getrennten Graften sind die Duhmsgraft und die Pferdegraft am Elisenbethufer, die zweigeteilte Blankgraft am Von-Thünen-Ufer, die Prinzengraft beim Kreisamtsgebäude sowie die Schlossgraft, die eine eigene ringförmige Graftanlage um das Schloss Jever bildet. Aus der Vogelperspektive zeigen die Graften um Stadt und Schloss eine angedeutete „8“. Heute bilden die Graften mit ihren gepflegten Grünanlagen und dem jahrhundertealten Baumbestand einen grünen Ring um die historische Altstadt und laden zum Spaziergang und zum Verweilen ein.

Die Anlage des jetzigen Schlossparks geht auf das Jahr 1838 zurück. Vorbild waren die sogenannten englischen Landschaftsgärten, die sich in Form und Stil im England des 18. Jahrhunderts entwickelt haben.[52] Neben bekanntem europäischem Laubholz (zum Beispiel Rotbuche, Eiche, Linde) bietet der Schlosspark auch exotische Gehölze. Dazu gehören unter anderem der nordamerikanische Tulpenbaum, der südostasiatische Katsurabaum sowie der aus dem südwestlichen China stammende Urwelt-Mammutbaum.[53] Auch die im Schlosspark zu beobachtende Vogelwelt ist beachtenswert. Eine Bestandsliste des jeverschen Schlossmuseums zählt über 80 Vogelarten auf.[54]

Kultur[Bearbeiten]

Jever bietet ein umfangreiches Angebot an kulturellen Einrichtungen und Veranstaltungen. Die Trägerschaft liegt zum Teil bei der Öffentlichen Hand, zum Teil bei Vereinen und Privatinitiativen. Im Folgenden findet sich eine Auswahl der Angebote.

Theater und Kunst[Bearbeiten]

Theater am Dannhalm

Jever ist Spielort der Landesbühne Niedersachsen Nord, die über das Jahr verteilt etwa zehn Inszenierungen in der Stadt präsentiert. Nachdem die unzulänglichen Bühnenverhältnisse die Bespielung des Concerthauses mit größeren Bühnenbildern ab den siebziger Jahren nicht mehr zuließen, wurde das Theater am Dannhalm mit 352 Sitzplätzen eigens als Spielstätte für die Landesbühne konzipiert.

Das Künstlerforum Jever e. V. ist ein seit 1989 bestehender Verein zur Förderung von Kunst und Kultur im Raum Friesland. Dem Künstlerforum steht das denkmalgeschützte Gebäudeensemble eines ehemaligen Lokschuppens und Stellwerks am Moorweg 2 in Jever zur Verfügung, aus dem der Verein einen Veranstaltungsort für kulturelle Präsentationen aller Art schuf. Das historische Gebäudeensemble bietet Räumlichkeiten für das Zil – Zimmertheater im Lokschuppen sowie für die Galerie im Lokschuppen. Außerdem ist im Gebäude eine Teesiebsammlung aus verschiedenen Epochen und Ländern untergebracht. Als Bühne im Lokschuppen dient ein alter Baustoffwagen der Deutschen Bundesbahn. Seit 2001 führt das hauseigene Jever ArtEnsemble im Zil Schauspiele und Märchen auf. Die Inszenierungen leitet Elke Münch. Mit rund 80 Veranstaltungen und wechselnden Ausstellungen namhafter Künstler ist das Künstlerforum einer der Mittelpunkte der Kulturszene von Jever.[55]

Sport[Bearbeiten]

Der MTV Jever von 1862 e. V. ist mit über 2.300 Mitgliedern in dreizehn Abteilungen der größte Verein der Stadt Jever.[56] Der am 20. Juni 1862 von 53 Personen als reiner Männerturnverein gegründete Verein wurde nach den Grundsätzen Jahns in Leben gerufen. Erst am 21. Februar 1896 kam es zur Gründung einer „Damenabteilung“ mit 34 Frauen und Mädchen.[57] Heute stellt der Verein ein umfassendes Sport- und Freizeitangebot für alle Alters- und Bevölkerungsgruppen bereit. Mit weit über 1.000 jugendlichen Mitgliedern hat sich der Verein insbesondere der Förderung des Jugendsportes verschrieben. Außerdem verfolgt der Verein in einigen Sparten (z. B. Tischtennis und Handball) auch leistungsorientierte Ziele. Ein eigener Förderverein des MTV Jever unterstützt den Leistungssport im MTV Jever ideell und wirtschaftlich.[58]

Regelmäßige Veranstaltungen[Bearbeiten]

Der Zyklus der traditionellen jährlichen Veranstaltungen wird jeweils am Montag nach Epiphanias (6. Januar) durch das sogenannte Püttbierfest eröffnet. Dieses Fest, das dezentral in den verschiedenen Brunnenbezirken gefeiert wird, geht auf eine Jeversche Brunnen-Verordnung zurück, die die Stadtbehörde Jever unter dem Fürsten Friedrich August von Anhalt-Zerbst (1734–1793) am 9. Oktober 1756 erließ. In dieser Verordnung wird geregelt, dass jeder öffentliche Brunnen der Stadt durch eine festgelegte Anwohnergemeinschaft, die sogenannte Püttacht, betreut werden muss. Obwohl die ursprüngliche Funktion der Püttacht verloren gegangen ist, wird beim Püttbierfest dennoch nach altem Brauch der jeweils neue Püttmeister gewählt und das Püttbuch weiter fortgeschrieben.[59]

Am Palmsonntag-Wochenende findet das jeversche Frühlingsfest, der Kiewittmarkt (Kiebitzmarkt) statt. Diese dreitägige Veranstaltung bietet neben Verkaufsständen mit jahreszeitlichen Angeboten auch einen verkaufsoffenen Sonntag und Live-Musik auf öffentlichen Plätzen an. Organisiert wird der Kiewittmarkt von Jever aktiv, dem Werbeverein jeverscher Geschäftsleute sowie von der Jever Marketing und Tourismus GmbH.[60]

Das Altstadtfest, das seit 1974 jeweils an einem Wochenende in der ersten Augusthälfte stattfindet, präsentiert neben vielen Verkaufsständen, Aktionen und Livemusik das reiche Vereinsleben der Stadt. Ort der Veranstaltung, die auch viele auswärtige Gäste und ehemalige Jeveraner anzieht, sind die Fußgängerzonen, der historische Kirchplatz sowie der Alte Markt.

Der Brüllmarkt, der an die besondere Bedeutung erinnert, die Jever einstmals für den regionalen Viehhandel hatte, findet im Oktober statt. Ein Weihnachtsmarkt, der in der Woche vor dem 1. Advent seine Pforten öffnet, beschließt den Reigen der großen jährlichen Festveranstaltungen Jevers.

Religionen[Bearbeiten]

Turm der evangelischen Stadtkirche zu Jever

Das Christentum erreichte das Jeverland durch angelsächsische Mönche zu Anfang des 9. Jahrhunderts, wurde aber durch den Einfall der Wikinger zurückgedrängt. Als sicher kann gelten, dass sich bereits in der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts wieder ein Kirchengebäude in Jever befand.[61] Im Rahmen des mittelalterlichen Christianisierungsprogramms, das in der Zeit Karls des Großen entwickelt und bis ins 11. Jahrhundert ausgebaut wurde, war die Kirche zu Jever für das Östringer Land die sogenannte Gau- beziehungsweise Sendkirche.[62] Zwischen 1000 und 1020 wurde unweit der alten Vorgängerbauten auf einem Feldsteinfundament eine dreischiffige Basilika in Stabbautechnik errichtet, die zweimal in der kurzen Geschichte ihres Bestehens von einem verheerenden Brand heimgesucht wurde (1058/1059 und um 1100 oder später). Zwischen 1150 und 1200 wurde zum Teil auf den Fundamenten der Basilika eine Saalkirche mit Apsis erbaut. Baumaterial waren einheimischer Granit (Findlinge) und rheinischer Tuffstein. Im letzten Viertel des 14. Jahrhunderts wurde (beim Stadtbrand 1382?) auch dieses Kirchengebäude zerstört. Ein aus Ziegelsteinen gefertigter Nachfolgebau mit gleichem Grundriss entstand um 1430. Er überstand im Laufe der folgenden Jahrhunderte zwei weitere Brände (1532 und 1728), denen jeweils ein Wiederaufbau in gleicher oder ähnlicher Form folgte. Beim letzten Brand im Jahr 1959 blieb nur die Apsis mit dem wertvollen Edo-Wiemken-Grabmal erhalten.[63] Die Reste der alten Kirche wurden entfernt und an ihrer Stelle 1964 ein „moderner Zentralbau“ mit mehreren Giebeln errichtet und mit dem erhaltenen spätgotischen Chor verbunden.[64]

Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Seit der Reformation, deren Anfänge im Jeverland in die Regierungszeit Fräulein Marias fallen, gehört der weitaus überwiegende Teil der jeverschen Bevölkerung der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg an. Als maßgeblich verantwortlich für die Einführung der Reformation im Jeverland gilt der herrschaftliche Rentmeister Remmer van Seediek. Die heutige lutherische Kirchengemeinde Jever ist in drei Pfarrbezirke unterteilt, wobei zum dritten Pfarrbezirk auch das wangerländische Kirchdorf Wiefels gehört. Gottesdienste finden in der bereits erwähnten Stadtkirche und in der aus dem 15. Jahrhundert stammenden Granitquaderkirche in Wiefels statt. Die historisch bedeutsame St.-Annen-Kapelle stammt aus dem Jahr 1610 und ist heute das älteste Gotteshaus in Jever.[65] Die Kapelle dient heute vor allem als Friedhofskirche. Neben den Kirchen besitzt die lutherische Kirchengemeinde drei Gemeindezentren. Im Gemeindehaus an der Südseite des Kirchplatzes befindet sich neben Gruppen- und Sitzungsräumen das Kirchenbüro. Im ehemaligen Pfarrhaus von Wiefels treffen sich Jugendgruppen und Seniorenkreis. Im Gemeindehaus Zerbster Straße stehen weitere Gruppenräume für die Gemeindearbeit zur Verfügung.

Die evangelisch-lutherische Gemeinde Cleverns-Sandel ist eine weitere Kirchengemeinde auf dem jeverschen Stadtgebiet. Als gottesdienstliche Stätten dienen die zu Anfang des 14. Jahrhunderts erbaute Festungskirche St. Petrus zum Hl. Kreuz (Cleverns)[66] sowie die St.-Jakobus-Kirche in Sandel, deren Ursprünge auf das Jahr 938 zurückgehen sollen.[67] Neben den beiden Kirchen ist auch ein Gemeindezentrum und ein Gemeindebüro vorhanden.

Die evangelisch-lutherischen Kirchengemeinden in Jever verfügen auch über ein eigenes Diakonisches Werk, das als eingetragener Verein unter anderem Träger dreier Kindergärten ist. Eine weitere Einrichtung der Lutheraner ist der Eine-Welt-Laden mit Produkten aus dem Fairen Handel. Er befindet sich im Erdgeschoss des Glockenturms.

Römisch-katholische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

St. Jakobus-Kirche in Jever-Sandel
Ehemalige katholische Kirche (erbaut 1824, abgerissen 1899)
Bethaus der Baptisten
Gemeindezentrum der Evangelischen Freien Gemeinde Jever
1880 erbaute und in der Novemberpogromnacht 1938 zerstörte Synagoge

Römisch-katholische Gottesdienste fanden in Jever auch nach der Einführung der Reformation unregelmäßig statt. Ein reguläres katholisches Gemeindeleben entwickelte sich erst mit dem Franziskanerpater Meinardus Molan, der 1779 nach Jever kam. Die Gottesdienste fanden zunächst im Torhaus des jeverschen Schlosses statt. Eine erste eigene Kirche – eine schlichte turmlose Kapelle – wurde 1824 am Alten Markt eingeweiht. Sie musste einer neuen Durchgangsstraße nach Wittmund weichen. Nachfolgebau war die im neugotischen Stil 1899 bis 1901 errichtete Kirche mit 100 Sitzplätzen an der Prinzengraft. Durch ein bischöfliches Dekret vom 18. Dezember 1930 erhielt die katholische Gemeinde Jever den Status einer Pfarrei.[68] Durch den Zuzug von Flüchtlingen aus den ehemals deutschen Ostgebieten wuchs die Pfarrei auf über 1.000 Mitglieder. Die erst vor rund 65 Jahren eingeweihte Kirche wurde abgerissen. Auf demselben Grundstück wurde 1966 die heutige St. Marien-Kirche erbaut. Neben der Kirche befindet sich das Gemeindezentrum Karlshof, das neben einem größeren Saal über mehrere Gruppenräume verfügt.

Am 3. Juni 2007 wurden die bis dahin selbständigen Gemeinden Jever, Schortens und Wangerland unter Beibehaltung ihrer Gotteshäuser zur Pfarrgemeinde St. Benedikt zusammengelegt. Zentrum der neuen Pfarrei ist die St. Marienkirche Jever.[69]

Freikirchen[Bearbeiten]

Älteste Freikirche in Jever ist die Baptistengemeinde. Ihre Anfänge gehen auf das 1837 zurück.[70] Die Gemeinde konstituierte sich 1840 und konnte nach massiven Verfolgungen in der Anfangszeit im Oktober 1858 ihr Bethaus am Elisabethufer einweihen. Sie ist die viertälteste Baptistengemeinde Deutschlands und war bis in die jüngste Vergangenheit Ausgangspunkt von Gemeindegründungen in Friesland, Ammerland und Ostfriesland. Seit einem 1942 erfolgten Zusammenschluss mit bekenntnisverwandten Freikirchen nennt sie sich auch Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde mit dem Klammerzusatz Baptisten. In ihrem Bethaus befinden sich neben dem Gottesdienstraum mehrere Gruppenräume und unter anderem auch die Begegnungsstätte Bethaus-Café.[71] Im hinteren Bereich des Grundstücks wurde ein Bibelgarten angelegt.

Eine weitere Freikirche in Jever ist die Evangelische Freie Gemeinde. Ihre Anfänge gehen auf einen christlichen Hauskreis in Roffhausen zurück, der sich Anfang der 60er Jahre des 20. Jahrhunderts der Evangelischen Gesellschaft für Deutschland (EGfD) anschloss. 1965 entsandte die EGfD einen Prediger ins Jeverland, der seinen Dienstsitz zunächst in Wilhelmshaven hatte, 1968 jedoch nach Jever umzog. Hier konnte an der Wangerländischen Straße 5 ein Wohnhaus erworben werden, das 1977 einen Saalanbau für gottesdienstliche Zwecke erhielt. 1999 erfolgte ein Umbau des Wohnhauses zum Gemeindezentrum. 30 Jahre war die Gemeinde an der Wangerländischen Straße als Stadtmission bekannt. 2004 nahm sie den Namen Evangelische Freie Gemeinde an.[72]

Neuapostolische Kirchengemeinde[Bearbeiten]

Die Anfänge der Neuapostolischen Kirche Jever gehen auf das Jahr 1928 zurück. Die offizielle Gründung erfolgte 1946. Das erste Gemeindezentrum, eine umgebaute Stellmacherei, befand sich an der Schlachte. Die heutige neuapostolische Kirche an der Sophienstraße wurde im September 1967 eingeweiht.[73]

Interkonfessionelle Zusammenarbeit[Bearbeiten]

Lutheraner, Katholiken und Baptisten pflegen seit mehreren Jahrzehnten auf verschiedenen Ebenen eine enge Zusammenarbeit. So findet zum Beispiel seit der Zeit des Ersten Golfkrieges einmal pro Woche ein sogenanntes Friedensgebet statt. Veranstaltungsorte sind die Gotteshäuser der beteiligten Kirchen im monatlichen Wechsel. Weitere gemeinsame Veranstaltungen sind unter anderem die Ökumenische Bibelwoche und der Lebendige Adventskalender. Die Evangelische Freie Gemeinde und die Baptistengemeinde sind durch die Evangelische Allianz miteinander verbunden und führen in diesem Rahmen gemeinsame Gottesdienste und Gebetsabende durch.

Judentum[Bearbeiten]

Erste Spuren jüdischen Lebens in Jever sind für das ausgehende 15. Jahrhundert bezeugt. In einem Verzeichnis von 1587 wird bereits ein Judenkirchhof vor den Toren der Stadt Jever erwähnt. Eine dauerhafte Ansiedlung von Juden in Jever begann gegen den Widerstand der Ständevertretung und der lutherischen Kirchengemeinde allerdings erst im letzten Jahrzehnt des 17. Jahrhunderts.

Jüdische Gemeinde[Bearbeiten]

Die Einrichtung eines eigenen Betraumes wurde der Jüdischen Gemeinde bis 1779 verwehrt. Erst in der Regierungszeit des Fürsten Friedrich August von Anhalt-Zerbst geschah eine Wende in der offiziellen Judenpolitik. Eine ehemalige Scheune wurde zur ersten jeverschen Synagoge umgebaut. 1780 konstituierte sich die jüdische Gemeinde offiziell und gab sich eine eigene, behördlich bestätigte Synagogenordnung. Trotz behördlicher Anerkennung kam es noch 1782 zu Ausschreitungen gegen jüdische Gemeindemitglieder und ihr Eigentum. 1802 wurde an der Wasserpfortstraße eine neue Synagoge errichtet. Knapp 80 Jahre später erwies sie sich im Blick auf die wachsende Anzahl der Gemeindemitglieder als zu klein, sodass sie einem 1880 eingeweihten Neubau weichen musste. Unter großer Anteilnahme der jeverschen Bevölkerung wurde der etwa 35 Meter hohe von einer maurischen Kuppel gekrönte Bau eingeweiht. Er fasste zirka 300 Gottesdienstteilnehmer. An die Synagoge angebaut war ein Unterrichtsraum. 1910 wurde ein benachbartes Gebäude erworben und für Gemeindezwecke umgebaut. Neben dem synagogalen Leben gab es in Jever ein reges jüdisches Vereinswesen.[74]

Zu ersten antijüdischen Aktionen der jüngeren Zeit kam es bereits gegen Ende des 19. und zu Anfang des 20. Jahrhunderts. In der Nazi-Zeit wurden schon vor 1938 die Fenster der Synagoge eingeworfen. Die Gebäude wurden mit Hakenkreuzen beschmiert und durch andere zerstörerische Maßnahmen zeitweise für den Gottesdienst unbrauchbar gemacht.[75] Beim Novemberpogrom 1938, der sogenannten Reichskristallnacht, wurde die Synagoge durch Brandstiftung völlig zerstört. 1939 kaufte ein Bauunternehmer die ehemalige Synagoge, ließ jedoch bis auf Weiteres den Platz mit der Ruine unverändert. Die Stadt Jever errichtete daraufhin einen Bretterzaun mit einem „neutralen Farbanstrich“, um die Einwohner und Besucher Jevers nicht in ihrem „ästhetischen Empfinden“ zu verletzen. Noch 1939 wurde die Synagogenruine abgebrochen. Auf dem Grundstück wurde nach 1950 ein Geschäftshaus erstellt. Heute erinnert nur noch eine 1978 am Haus Wasserpfortstraße Nr. 19 angebrachte Gedenktafel an die zerstörte Synagoge.

An die zahlreichen in verschiedenen Konzentrationslagern ermordeten jeverschen Juden erinnert ein Denkmal in der Marienstraße und weiteres auf dem jüdischen Friedhof in Hohewarf an der Straße zwischen Jever und Cleverns. Nur wenige Juden kehrten nach der NS-Zeit nach Jever zurück. Unter ihnen war Fritz Levy, dessen außergewöhnliche Biographie in einem Film[76] und in mehreren Büchern[77] dokumentiert ist.

Jüdischer Friedhof[Bearbeiten]

Jüdischer Friedhof Jever

Bereits 1587 wird ein Judenkirchhof vor der Stadt Jever genannt, dessen Lage jedoch unklar ist. 1779 wurde der jüdische Friedhof im Ortsteil Hohewarf (an der Straße zwischen Jever und Cleverns) angelegt und 1841 erweitert. Er wird manchmal auch als jüdischer Friedhof in Schenum, dem westlich benachbarten Ortsteil von Hohewarf, bezeichnet. Der älteste erhaltene Grabstein stammt aus dem Jahr 1796. In der Zeit des Nationalsozialismus wurden fast alle Grabsteine auf dem Friedhof umgestoßen und viele Grabumfriedungen beschädigt. Ein 1944 gefasster Plan, das Gelände zur Lagerung von Straßen- und Baumaterialien zu verwenden, wurde nicht mehr verwirklicht. Nach 1945 erfolgte die Wiederherrichtung des jüdischen Friedhofs. Gedenktafeln und Mahnmale erinnern an die Gefallenen des Ersten Weltkrieges, an die Ermordeten des NS-Regimes und an die 1938 zerstörte Synagoge. 221 Grabsteine sind erhalten, 1983 erfolgte die bislang letzte Beisetzung.[78]

Wirtschaft[Bearbeiten]

Jever ist Standort von rund 500 Unternehmen aus den Bereichen Handel, Handwerk und Gewerbe. Neben dem Tourismus bilden sie das Rückgrat der heimischen Wirtschaft. Die Palette der Unternehmen reicht vom Familienbetrieb über das mittelständische Handwerksunternehmen bis hin zum Friesisches Brauhaus zu Jever als weltweit operierenden Anbieter. Das Friesisches Brauhaus ist gleichzeitig Jevers bedeutendes Unternehmen mit über 400 Arbeitsplätzen.[79] Europas größter Hersteller von Naturfarben und -bindemitteln „bio pin“ ist ein weiteres Unternehmen mit internationaler Bedeutung.[80] Das Unternehmen hat seinen Sitz im jeverschen Gewerbegebiet „Am Bullhamm“.

Die Stadt bezieht 86 Prozent ihrer elektrischen Energie aus erneuerbaren Energiequellen. Damit liegt Jever an dritter Stelle aller Verwaltungseinheiten im Landkreis Friesland.[81]

Arbeit[Bearbeiten]

Jever ist einer der wichtigsten Arbeitsorte im Landkreis Friesland. Täglich pendeln über 2.000 Arbeitnehmer von außerhalb an ihre Arbeitsplätze in Jever. Deshalb besitzt Jever trotz seiner Nähe zum Oberzentrum Wilhelmshaven eine nahezu ausgeglichene Pendlerbilanz.[79] Die Arbeitslosenquote für das Stadtgebiet betrug im Oktober 2010 5,6 Prozent.[82]

Tourismus[Bearbeiten]

Jever ist Staatlich anerkannter Erholungsort[83] und profitiert als Ausflugsziel stark vom Tourismus der nahegelegenen friesischen und ostfriesischen Küstenbäder und den östlichen Ostfriesischen Inseln. Jever hat sich daher in den letzten Jahren zunehmend auf den Tourismus spezialisiert und lockt immer mehr Tagesbesucher nach Jever. Für das touristische Marketing ist die Jever Marketing und Tourismus GmbH zuständig. Sie betreibt am Alten Markt Nr. 18 auch ein touristisches Informationsbüro. Neben zahlreichen Hotel- und Pensionsangeboten stehen in Jever auch Ferienwohnungen zur Verfügung. Wohnmobilisten finden einen Stellplatz in der Nähe des jeverschen Freibades.[84] 2010 konnte man bei den Übernachtungszahlen ein Plus von 2,55 % (von 111.300 auf 114.115) verzeichnen.[85] Ein gemeinsam mit der Nachbarstadt Schortens betriebener Campingplatz befindet sich am Naturfreibad Heidmühle, das an der Bundesstraße 210 zwischen Schortens und Jever liegt.

Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Nordwestbahn

Jever liegt an der Bundesstraße 210 von Wilhelmshaven über Aurich nach Emden. Jever wird über sie an die Bundesautobahn 29 von Wilhelmshaven zum Autobahndreieck Ahlhorner Heide angebunden. Die ursprünglich direkt durch die Stadt Jever führende Bundesstraße wird seit Juni 2000 über eine Ortsumgehung um Jever herumgeführt. Grund für den Bau der Ortsumgehung war das hohe Verkehrsaufkommen, das aus dem Ferien- und Ausflugsverkehr zu den Küsten- und Badeorten sowie zu den ostfriesischen Inseln resultiert. Die Landesstraße 813, die über den Ortsteil Cleverns nach Süden führt, verbindet Jever mit der L 811 (Wittmund – Friedeburg) und über diese mit der L 812 in Richtung Wiesmoor. Nach Norden zur Küste hin führt unter anderem die L 808 (über Wiefels) nach Carolinensiel / Harlesiel.

Der Bahnhof Jever liegt an der Bahnstrecke Wilhelmshaven/Oldenburg–Esens. Sie wird von der NordWestBahn im Stundentakt bedient. Die bis 1988 existierende Bahnstrecke Jever–Harle wurde durch einen Busverkehr ersetzt.

Die Linien der Weser-Ems Bus verbinden Jever mit Wilhelmshaven und Aurich.

Der von der Deutschen Luftwaffe militärisch genutzte Fliegerhorst Jever liegt auf dem Gebiet der Städte Jever und Schortens mit seinem Stadtteil Upjever. Der Fliegerhorst befindet sich rund fünf Kilometer südlich von Jever inmitten des Upjeverschen Forstes.

Medien[Bearbeiten]

In der Brune-Mettcker Druck- und Verlagsgesellschaft mbH erscheint die Tageszeitung Jeversches Wochenblatt, eine der ältesten noch existierenden Tageszeitungen Deutschlands. Die Nordwest-Zeitung unterhält in Jever eine lokale Redaktion, die für die Artikel der Friesland-Ausgabe der Nordwest-Zeitung Jeverland-Bote verantwortlich ist. Auch die Wilhelmshavener Zeitung verfügt über einen Lokalteil Friesland, in dem auch regelmäßig über die Stadt Jever berichtet wird. Der Rundfunksender Radio Jade betreibt in der Großen Wasserpfortstraße ein Außenstudio, aus dem unter anderem regelmäßig das „Friesland-Magazin“ gesendet wird.

Bildung[Bearbeiten]

Mariengymnasium
  • Kreisschulen
    • Kreisvolkshochschule Friesland (Außenstelle Jever)
    • Kreismusikschule Friesland
    • Kreissportschule Friesland (in der Paul-Sillus-Schule)
  • Grundschulen
    • Paul-Sillus-Schule
    • Grundschule Harlinger Weg
    • Grundschule Cleverns
  • Kindertagesstätten
    • Kindergarten Ammerländer Weg
    • Kindergarten Klein Grashaus
    • Kindergarten Lindenallee
    • Kindergarten Steinstraße
    • Kindergarten Moorwarfen
    • Kindergarten Cleverns

Öffentliche Einrichtungen[Bearbeiten]

Jever ist Kreisstadt und damit Sitz der Kreisverwaltung des Landkreises Friesland. Hier haben das Kreisamt, das Gesundheitsamt und das Straßenverkehrsamt des Landkreises[86] ihren Standort. Neben der Stadtverwaltung und der Kreisverwaltung sind in der Stadt noch eine ganze Reihe weiterer Behörden und sonstiger Körperschaften des öffentlichen Rechts beheimatet, so z. B. das Amtsgericht Jever, das Grundbuchamt Jever, das Polizeikommissariat Jever, die Kreishandwerkerschaft Jade, die Agentur für Arbeit Jever sowie die Geschäftsstelle des Verwaltungsverbunds Wasser- und Bodenverbände im Kreise Friesland.[87]

Die jeversche Stadtbücherei ist eine öffentliche kommunale Bibliothek. Sie ist in einem Gebäude an der Petersilienstraße 1 untergebracht und verfügt über 21500 Medien. Dazu gehören neben Printmedien unter anderem auch Hörbücher für Kinder und Erwachsene, Brettspiele sowie auch Dokumentationen und Spielfilme auf DVDs. Ein Internetzugang ist ebenfalls im Angebot.[88] Im Jahr 2010 erfolgten rund 68000 Ausleihen.[89]

Ein Kino, das sogenannte Film-Service-Kino, befindet sich in der ehemaligen Molkerei an der Bahnhofsstraße 44. Neben dem aktuellen Kinoprogramm werden hier in Zusammenarbeit mit der Volkshochschule auch wöchentlich stattfindende Filmkunsttage angeboten, bei denen herausragende Filme unterschiedlicher Genres zur Vorführung kommen.[90]

Am 1. Februar 2006 eröffnete die DJH Jugendherberge Jever am Standort im Dr.-Fritz-Blume-Weg. Die Gebäude der neuen Jugendherberge bestehen aus dem Hauptgebäude sowie zehn rund um den Dorfplatz gruppierten kleineren Pavillons und zwei Wohnhäusern für Gruppen. Die Gebäude sind in Form einer stilisierte Blume angeordnet. Ermöglicht wurde der Bau der neuen Jugendherberge durch eine großzügige Spende von Jevers Ehrenbürger Fritz Blume. Er spendete für den Bau der Jugendherberge 1,5 Millionen Euro.[91] Die moderne Herberge mit ihren 138 Betten in 36 Zimmern verzeichnet jedes Jahr rund 20.000 Übernachtungen.[92] Träger der Einrichtung ist der DJH Landesband Unterweser-Ems e. V..

Das 1980 für 5,5 Millionen Mark gebaute Freibad wird seit 2004 von der Stadt Jever und dem Förderverein Freibad Jever e. V. gemeinsam getragen. Der Förderverein bildete sich aus einer Bürgerinitiative zum Erhalt des Freibads, als die Stadt das Bad im Sommer 2001 wegen der permanenten Defizite schließen wollte.[93] Seitdem hält der Förderverein das Freibad mit Hilfe eines gedeckelten Zuschusses der Stadt sowie ehrenamtlichem Engagement und Sponsorengelder im Sommer offen. Das Bad besitzt ein 50 Meter Schwimmbecken mit großer Rutsche und Sprungbrettern sowie eine große Liegewiese mit Kinderspielplatz. Die Besucherzahlen liegen zwischen 20.000 und 25.000 Besuchern.[94]

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Ehrenbürger[Bearbeiten]

Die Ehrenbürgerschaft ist die höchste von der Stadt Jever vergebene Auszeichnung für eine Persönlichkeit, die sich in herausragender Weise um das Wohl oder Ansehen der Stadt verdient gemacht hat. Jever hat die Ehrenbürgerschaft an folgende Persönlichkeiten verliehen:

  • Peter W. Janßen, Kaufmann – Verleihung der Ehrenbürgerschaft am 24. Juni 1895[95]
  • Theodor Hillmer, Präsident des Landesfinanzamtes – Verleihung der Ehrenbürgerschaft am 31. Mai 1929[95]
  • Paul von Hindenburg, Reichspräsident – Verleihung der Ehrenbürgerschaft am 31. März 1933[95]
  • Karl Fissen, Studienrat, Heimatforscher – Verleihung der Ehrenbürgerschaft 4. Juli 1968
  • Hein Bredendiek, Lehrer, Maler, plattdeutscher Schriftsteller – Verleihung der Ehrenbürgerschaft 1986
  • Jacobus Eden, Bäcker- und Konditormeister und Mäzen – Verleihung der Ehrenbürgerschaft 1991.
  • Fritz Blume, Zeitungsverleger und Mäzen der Stadt – Verleihung der Ehrenbürgerschaft 17. Februar 2003. Nach ihm wurde der „Dr.-Fritz-Blume-Weg“ in Jever benannt.

Adolf Hitler erhielt zusammen mit Paul von Hindenburg am 31. März 1933 die Ehrenbürgerschaft der Stadt Jever.[95] Erst 1979 wurde sie ihm postum aberkannt.

Söhne und Töchter der Stadt Jever[Bearbeiten]

Persönlichkeiten, die mit Jever verbunden sind[Bearbeiten]

Trivia[Bearbeiten]

Ausschnitt Rückseite 10 Deutsche-Mark-Note

Die 10 Deutsche-Mark-Note in der Vierten Serie („BBk III“) zeigte auf der Rückseite einen Sextanten sowie eine Skizze über die Vermessung von Wangerooge und Neuwerk durch Triangulation, mit Jever als zentralem Punkt.

Literatur[Bearbeiten]

  • Jeverländischer Altertums- und Heimatverein: Ein Blick zurück. Beiträge zur Geschichte des Jeverlandes. C. L. Mettcker & Söhne, Jever 1986.
  • Kurt Asche: Das Bürgerhaus in Oldenburg. Verlag Ernst Wasmuth, Tübingen 1982, ISBN 3-8030-0033-5.
  • Karl Fissen: Das alte Jever. Urkunden, Urteile, Schilderungen und Bilder. Jever 1981, DNB 451288610.
  • Karl Fissen: Tausend Jahre Jever – 400 Jahre Stadt. Oldenburg 1936.
  • Karl Fissen: Jever – Volkskundliches aus einer kleinen Stadt und ihrer Landschaft. Jever 1960.
  • Ingo Hashagen und Klaus Andersen: Jever – Die friesische Residenzstadt Sutton Verlag, Erfurt 2007, ISBN 978-3-86680-224-7.
  • Wolfgang Koppen: Kluge Köpfe aus dem Jeverland. Brune-Mettcker, Jever 2003, ISBN 3-87542-045-4.
  • Werner Menke: Denkmäler in Jever. Verlag Hermann Lüers, Jever 2007, ISBN 978-3-9812030-1-1.
  • F. Orth, B. Müller-Schlombs, W. Trumpf: Jever – so alt und so neu. Jever 2004, ISBN 3-87542-049-7.
  • Hartmut Peters (Hrsg.): Verbannte Bürger, die Juden aus Jever. Nr. 19 der Schriftenreihe des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins e. V., Jever 1984.
  • Antje Sander (Hrsg.): Das Fräulein und die Renaissance. Maria von Jever 1500 – 1575. Isensee Verlag, Oldenburg 2000, ISBN 3-89598-711-5.
  • Bernhard Schönbohm: Bekannte und berühmte Jeverländer. C. L. Mettcker & Söhne, Jever 1981.
  • Christian Friedrich Strackerjan: Beiträge zur Geschichte der Stadt Jever, Bremen, 1835, Digitalisat
  • Carl Woebcken: Jever – Stadt der Kunst, Sage und Geschichte. Jever 1930, DNB 578406241.
  • Carl Woebcken: Jeverland. Gewesenes und Gebliebenes. In: Mitteilungen des Jeverländischen Altertums- und Heimatvereins Jever. Heft 8, DNB 455728933.
  • Werner Meiners, Hartmut Peters: Jever. In: Herbert Obenaus (Hrsg. in Zusammenarbeit mit David Bankier und Daniel Fraenkel): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Wallstein, Göttingen 2005, ISBN 3-89244-753-5, S. 908–928.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jever – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wiktionary: Jever – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Landesbetrieb für Statistik und Kommunikationstechnologie Niedersachsen, Fortgeschriebene Einwohnerzahlen zum 31. Dezember 2012 (Hilfe dazu)
  2. Offizielle Homepage der Stadt Jever; eingesehen am 28. Dezember 2010
  3. Karl Fissen: Jeversche Volkskunde. Jever 1936, S. 161.
  4. Karl Fissen: Jever. Volkskundliches aus einer kleinen Stadt und ihrer Landschaft. Jever 1960, S. 7f.
  5. Friedrich Wilhelm Riemann: Geschichte des Jeverlandes. Jever 1896, S. 30 f.
  6. Karl Fissen, a.a.O., S. 9.
  7. Vergleiche dazu Karl Fissen, a.a.O., S. 12 f.
  8. Die ältesten Kulturerzeugnisse Jevers: Münzprägungen der Billunger Herzöge, abgerufen am 15. Februar 2011.
  9. Siehe dazu und zum Folgenden Hartmut Peters, a.a.O., S. 32 ff.
  10. Zahlen zitiert nach Herbert Obenaus u. a. (Hrsg.): Historisches Handbuch der jüdischen Gemeinden in Niedersachsen und Bremen. Band II, Göttingen 2005, S. 920.
  11. So was völliges von paradox. SPIEGEL-Redakteur Wolfgang Becker über die Gebietsreform in Friesland. In: Der Spiegel. Ausgabe 23/1977.
  12. Helmut Burlager, ST.-ANNEN-QUARTIER - Beispielhaft für Stadtentwicklung, in: Jeversches Wochenblatt vom 16. September 2013
  13. 475 Jahre - Stadt Jever, abgerufen am 18. März 2011.
  14.  Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27. 5. 1970 bis 31. 12. 1982. W. Kohlhammer GmbH, Stuttgart und Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 275.
  15. Stadt Jever: Zahlen, Daten, Fakten, abgerufen am 2. März 2011.
  16. Jever: Jahresbericht 2009, S. 32., abgerufen am 18. März 2011.
  17. Niedersächsisches Kommunalverfassungsgesetz (NKomVG) in der Fassung vom 17. Dezember 2010; § 46 – Zahl der Abgeordneten, abgerufen am 7. November 2011
  18. a b Hauchdünne Mehrheit für Husemann, abgerufen am 18. November 2011
  19. a b Gesamtergebnis Stadtratswahl Jever vom 11. September 2011, abgerufen am 16. September 2011
  20. www.ndr.de: Abwärtstrend bei Wahlbeteiligung gestoppt, abgerufen am 16. September 2011.
  21. Stadt Jever – Gesamtergebnis Stadtratswahl 2006, abgerufen am 16. September 2011
  22. Wilhelmshavener Zeitung: Jan Edo Albers wird neuer Bürgermeister, Ausgabe vom 7. Oktober 2013, Seite 1
  23. Jeversches Wochenblatt: Akte mit erschütterndem Inhalt (30. Oktober 2013); eingesehen am 9.November 2013
  24. Wahlkreiseinteilung beim Bundeswahlleiter, abgerufen am 5. November 2011
  25. Jeversches Wochenblatt: Karin Evers-Meyer nicht zu schlagen, abgerufen am 23. September 2013
  26. Wappenbeschreibung auf dem Internetauftritt der Stadt Jever
  27. Dieter Oesterlen: Erläuterungen zum Wiederaufbau der Stadtkirche in Jever. In: Festschrift zur Einweihung der Stadtkirche Jever 1964 (Hrsg. Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Jever), Jever 1964, S. 45.
  28. Dieter Oesterlen, a.a.O., S. 46.
  29. Jever, Stadtkirche, Orgel von Alfred Führer (1966); eingesehen am 12. Januar 2014
  30. Landkreis Friesland: Edo-Wiemken-Denkmal; eingesehen am 4. Januar 2011
  31. Helga und Georg Lünemann: Die St. Annen-Kapelle; eingesehen am 8. Januar 2011
  32. So heißt es auf einer Inschriftentafel, die oberhalb des Eingangstores der St.-Annen-Kapelle angebracht ist.
  33. Bernhard Schönbohm (bearb. von Enno Schönbohm): Die Stadtkirche und die St.Annen-Kapelle in Jever. Nr. 227 in der Reihe DKV-Kunstführer, München 2007 (8. Auflage), ISBN 978-3-422-02043-6, S. 19.
  34. Siehe hierzu: Stadt Jever (Hrsg.): Das Rathaus zu Jever. Jever 1965, S. 12. Dehio (Handbuch der deutschen Kunstdenkmäler. Bremen – Niedersachsen, München/Berlin 1992) erwähnt lediglich, dass die Fassade bis auf das Erdgeschoss abgetragen wurde. Diese Angaben sind jedoch falsch.
  35. Siehe Asche: Das Bürgerhaus in Oldenburg. Tübingen 1982, S. 171.
  36. Asche: Das Bürgerhaus in Oldenburg. S. 160.
  37. Angaben nach Georg Dehio: Bremen/Niedersachsen, München/Berlin 1992, S. 787.
  38. Angaben nach Asche: Das Bürgerhaus in Oldenburg. Tübingen 1982, S. 160.
  39. Angaben nach Asche: Das Bürgerhaus in Oldenburg. Tübingen 1982, S. 168.
  40. Hof von Oldenburg – Historische Gaststätte, abgerufen am 23. Januar 2011
  41. Menke, Werner: Denkmäler in Jever. Verlag Hermann Lührs, Jever 2007, ISBN 978-3-9812030-1-1, S. 35 ff.
  42. Blaudruckerei Jever, abgerufen am 11. Januar 2011
  43. Friesische Mühlenstraße: Schlachtmühle Jever
  44. Pressemitteilung des Friesischen Brauhaus zu Jever vom 12. März 2008
  45. Menke, Werner: Denkmäler in Jever. Verlag Hermann Lührs, Jever 2007, ISBN 978-3-9812030-1-1, S. 48 ff.
  46. Menke, Werner: Denkmäler in Jever. Verlag Hermann Lührs, Jever 2007, ISBN 978-3-9812030-1-1, S. 51 ff.
  47. Adressbuch Jever 1908
  48. Der Brillen-Brunnen, abgerufen am 8. Januar 2011
  49. Brauereibesichtigung, abgerufen am 30. Dezember 2010
  50. Homepage des Bismrackmuseums Jever; aufgerufen am 6. Februar 2011
  51. Historisches und Spektakuläres. In: Nordwest-Zeitung online, 2. Februar 2011; aufgerufen am 6. Februar 2011
  52. Schlossmuseum Jever (Hrsg.): Schlosspark Jever. Oldenburg 2009, ISBN 978-3-89995-562-0, S. 23.
  53. Schlossmuseum Jever (Hrsg.): Schlosspark Jever. , a.a.O., S. 64 ff.
  54. Schlossmuseum Jever (Hrsg.): Schlosspark Jever. a.a.O., S. 113–116.
  55. Künstlerforum Jever, abgerufen am 5. Februar 2011
  56. MTV & Friends, abgerufen am 3. Februar 2011
  57. Chronik des MTV Jever, abgerufen am 3. Februar 2011
  58. Satzung Förderverein des MTV Jever (PDF-Datei; 1,47 MB), abgerufen am 26. März 2013.
  59. Karl Fissen: Jever. Volkskundliches aus einer kleinen Stadt und ihrer Landschaft, Jever 1960, S. 185–191.
  60. Jeversches Wochenblatt, Ausgabe vom 11. März 2010: Stadt erwacht mit Frühlingsfest; eingesehen am 4. Januar 2011
  61. K. H. Marschalleck: Jevers Kirchen im Mittelalter. In: Festschrift zur Einweihung der Stadtkirche Jever 1964 (Hrsg. Evangelisch-Lutherische Kirchengemeinde Jever), Jever 1964, S. 12.
  62. K. H. Marschalleck, a.a.O., S. 11.
  63. K. H. Marschalleck, a.a.O., S. 18.
  64. Gemeindekirchenrat der ev.-luth. Kirchengemeinde Jever (Hrsg.): Evangelisch-lutherische Kirchengemeinde Jever. Jever o.J., S. 9.
  65. Gemeindekirchenrat der ev.-luth. Kirchengemeinde Jever (Hrsg.): a.a.O., S. 48.
  66. Genealogie-Forum Ostfriesland: Die ev.-luth. St. Petrus zum heiligen Kreuz-Kirche; eingesehen am 4. Januar 2011
  67. Genealogie-Forum Ostfriesland: Die St.-Jakobus-Kirche; eingesehen am 4. Januar 2011
  68. Rolf Schäfer / Joachim Kuropka / Reinhard Rittner / Heinrich Schmidt (Hrsg.): Oldenburgische Kirchengeschichte. Oldenburg 1999, ISBN 3-89598-624-0, S. 495.
  69. Homepage der katholischen Kirchengemeinde Jever: Historischer Rückblick; eingesehen am 29. Dezember 2010
  70. Heinz Buttjes: Die Evangelisch-Freikirchliche Gemeinde. 150 Jahre Baptisten in Jever. Jever 1990, S. 5.
  71. Homepage der Baptistengemeinde Jever: Das Bethaus-Café; eingesehen am 4. Januar 2011
  72. Homepage der Evangelischen Freien Gemeinde; eingesehen am 29. Dezember 20 10
  73. Homepage der Neuapostlischen Kirche Norddeutschland: Aus der Geschichte unserer Gemeinde; eingesehen am 29. Dezember 2010
  74. Alemannia Judaica: Jever (Kreis Friesland, Niedersachsen); eingesehen am 4. Januar 2011
  75. Die Einzelheiten sind ausführlich dokumentiert bei Hartmut Peters: Die "Reichskristallnacht" in Jever und die Geschichte der jeverschen Synagogen. Jever 1992, S. 37–52.
  76. Fritz lebt! (Dokumentarfilm von Elke Baur); eingesehen am 4. Januar 2011
  77. Zum Beispiel Manfred Gebhards: Geschichten im Sternbild der LeierHommage an die 60er und 70er Jahre. Achilla Presse, Oldenburg u. a. 1991, ISBN 3-928398-01-6, Kapitel: Bei Fritz Levy, S. 66–78.
  78. Johannes-Fritz Töllner in Zusammenarbeit mit Wouter J. van Bekkum, Enno Meyer und Harald Schieckel: Die jüdischen Friedhöfe im Oldenburger Land. Bestandsaufnahme der erhaltenen Grabsteine, Holzberg, Oldenburg 1983 (Oldenburger Studien Bd. 25), ISBN 3-87358-181-7, S. 25–184; http://www.alemannia-judaica.de/jever_friedhof.htm, abgerufen am 15. Juli 2011
  79. a b Stadt Jever - Wirtschaftsstandort, abgerufen am 1. Januar 2011
  80. nwz-online: Firma „bio pin“ setzt auch auf Osteuropa, abgerufen am 15. Februar 2011
  81. EnergyMap – Stadt Jever: 86 % EEG Strom, abgerufen am 7. Juli 2014
  82. Jeversches Wochenblatt (Rubrik: Aktuell): Arbeitsmarkt so gut wie seit 20 Jahren nicht mehr, Ausgabe vom 1. Oktober 2010
  83. Jeversches Wochenblatt: Jever bleibt „Erholungsort“, Artikel in der Ausgabe vom 9. Oktober 2010; eingesehen am 6. Januar 2011
  84. Wohnmobilforum: Stellplatz Jever / Beschreibung; eingesehen am 6. Januar 2011
  85. Mehr Gäste in Jever, abgerufen am 5. Februar 2011
  86. Landkreis Friesland – Kreisverwatlung, abgerufen am 6. Februar 2011
  87. Wasser- und Bodenverbände im Kreise Friesland, abgerufen am 6. Februar 2011
  88. Bibliotheken in Niedersachsen: Stadtbücherei Jever; eingesehen am 19. Januar 2011
  89. Nordwest-Zeitung online: Engagement zahlt sich aus (vom 15. Januar 2011); eingesehen am 19. Januar 2011
  90. Film-Service-Center Jever: Filmkunsttaged; eingesehen am 19. Januar 2011
  91. Jugendherberge Jever – Das sind wir, abgerufen am 5. Januar 2011
  92. Nordwestzeitung: Jugendherberge in Jever in vierter Saison, abgerufen am 5. Januar 2011
  93. Förderverein Freibad Jever e. V. – Chronik des Fördervereins, abgerufen am 5. Februar 2011
  94. Presseberichte zur Freibadesaison, abgerufen am 26. März 2013.
  95. a b c d Karl Fissen: Jeversche Volkskunde. Heimatkundliche Aufsätze und Bilder (herausgegeben im Auftrag der Stadt Jever), Jever 1936, S. VIII