Jhansi

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Jhansi
Jhansi (Indien)
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Staat: Indien
Bundesstaat: Uttar Pradesh
Distrikt: Jhansi
Lage: 25° 26′ N, 78° 35′ O25.43333333333378.583333333333Koordinaten: 25° 26′ N, 78° 35′ O
Einwohner:
– Agglomeration:
507.293 (2011)[1]
549.391 (2011)[2]

d1

Jhansi (Hindi: झाँसी, Jhā̃sī) ist eine Stadt im nordindischen Bundesstaat Uttar Pradesh mit etwa 500.000 Einwohnern (Volkszählung 2011). Sie ist Verwaltungssitz des gleichnamigen Distrikts. In Jhansi werden vorwiegend Hindi und Urdu gesprochen.

Im 19. Jahrhundert war Lakshmibai eine Rani und Regentin von Jhansi. In dieser Zeit war die Stadt ein Zentrum des indischen Aufstandes von 1857.

Indischer Aufstand vom 1857[Bearbeiten]

Denkmal zu Ehren der Rani von Jhansi, Lakshmibai in Agra
Die Festung von Jhansi, Foto aus dem Jahre 1882
Standbild von Dhyan Chand

Lakshmibai war als Vierzehnjährige mit dem deutlich älteren Raja von Jhansi Gangadhar Rao verheiratet worden. Aus der Verbindung ging ein Sohn hervor, der sehr jung starb. Kurz vor seinem Tode adoptierte Gangadhar Rao einen Sohn, der ihm auf den Thron nachfolgen sollte. Bis zu seiner Volljährigkeit sollte Lakshmibai für ihn die Regentschaft ausüben. Entsprechend der Doctrine of Lapse annektierte jedoch Lord Dalhousie nach dem Tode des Raja auch diesen Fürstenstaat. Die entthronte Rani durfte weiterhin im Palast residieren und erhielt eine großzügig bemessene Pension. Die Rani protestierte gegen diese Behandlung in London; ihrem Einspruch wurde jedoch nicht stattgegeben. Unter den in Jhansi lebenden Briten stand die Rani in hohem Ansehen. Als sich die vor Jhansi stationierten indischen Soldaten im Juni 1857 dem Aufstand anschlossen, stellten sich die dort lebenden Europäer und Eurasier unter ihren Schutz. Die Rani konnte jedoch nicht verhindern, dass die meisten von ihnen im Juni 1857 von aufständischen indischen Soldaten ermordet wurden. Gegenüber den Briten leugnete die Rani jegliche Rolle in dem Massaker und betonte ihre Loyalität.

In den folgenden Monaten drangen Truppen benachbarter Fürstenstaaten in ihr Gebiet ein. Nachdem ihre Appelle um britische Hilfe vergeblich blieben, verteidigte sie ihren Fürstenstaat erfolgreich mit Hilfe aufständischer Truppen gegen die Invasoren. Als im März 1858 britische Truppen auf Jhansi zumarschierten, um auch dort für die an Europäern und Eurasiern begangenen Massaker Rache zu nehmen, entschied sie sich dafür, die Festung Jhansi an der Spitze der Aufständischen zu verteidigen.[3] Der indische Rebellenführer Tantya Tope kam ihr mit einer Truppe von 22.000 Mann zu Hilfe. Auf Grund taktischer Fehler wurden am 1. April die Truppen unter Führung von Tantya Tope in der Schlacht am Betwa von einer zahlenmäßig deutlich unterlegenen britischen Truppe unter Sir Hugh Rose geschlagen.[4] Jhansi wurde am 3. April von den Briten eingenommen. Dabei kamen mehr als 3.000 Inder ums Leben. Bei den meisten der Opfer handelte es sich um unbewaffnete Zivilisten.[5] Der Rani von Jhansi gelang es, gemeinsam mit ihrem Adoptivsohn und fünfzig Anhängern die Stadt zu verlassen, bevor die Briten sie festsetzen konnten. Am 22. Mai griffen britische Truppen die Festung Kalpi an. Die Rani von Jhansi führte persönlich den Gegenangriff indischer Truppen. Die indischen Truppen unterlagen auch in dieser Schlacht. Erneut gelang der Rani gemeinsam mit anderen Anführern des Aufstands wie Tantya Tope, dem Nawab von Banda und Rao Sahib, dem Neffen von Nana Sahib, die Flucht. In Gwalior konnten sie die dort stationierten indischen Truppen überreden, sich dem Aufstand anzuschließen. Der den Briten loyal gebliebene Maharath floh aus dem Distrikt. Sir Hugh Rose war mit seinen Truppen den Fliehenden gefolgt. Am 16. Juni erreichte er die Außenbezirke der Stadt Gwalior. Am 17. Juni kam die Rani von Jhansi bei einem Kavalleriegefecht ums Leben. Nach drei Augenzeugenberichten trug sie die Uniform eines Sowars und griff einen der britischen Reiter an. Dabei wurde sie selber vom Pferd geworfen und erlitt eine Verletzung, vermutlich durch einen Hieb des britischen Kavalleristen mit dem Säbel. Sie schoss noch mit einer Pistole auf ihren Angreifer. Dieser tötete sie jedoch mit einem Gewehrschuss.[6]

Söhne der Stadt[Bearbeiten]

  • Dhyan Chand, olympische und indische Hockeyspieler (siehe rechts)

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jhansi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Cities having population 1 lakh and above. (PDF-Datei; 151 kB)
  2. Census of India 2011: Provisional Population Totals. Urban Agglomerations/Cities having population 1 lakh and above. (PDF-Datei; 138 kB)
  3. David (2006), S. 350
  4. David (2006), S. 350 und S. 351
  5. David (2006), S. 351
  6. David (2006), S. 351 und S. 352