Jiří Weiss

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jiří Weiss (* 29. März 1913 in Prag; † 9. April 2004 in Santa Monica) war ein tschechischer Drehbuchautor und Filmregisseur.

Leben[Bearbeiten]

Jiří Weiss entstammt einer jüdischen tschechisch-deutschen Mischfamilie. Er arbeitete nach einem nicht beendeten Jurastudium als Journalist und war ab 1934 als Regisseur von Kurzfilmen tätig. Nach der Besetzung der Tschechoslowakei durch deutsche Truppen floh Weiss 1939 wegen seiner Herkunft nach London und blieb dort bis zum Kriegsende. In dieser Zeit arbeitete er auch für die in London ansässige tschechische Exilregierung.[1] Hier drehte er für die GPO Film Unit zahlreiche dokumentarische Filme und Kurzfilme über die bei der Royal Air Force kämpfenden tschechoslowakischen Piloten.[2]

Ab 1947 führte Weiss wieder bei Spielfilmen Regie, wobei er meist auch für das Drehbuch verantwortlich war und unterrichtete an der Film- und Fernsehfakultät der Akademie der Musischen Künste in Prag. Der Einmarsch der Truppen des Warschauer Pakts, der das Ende des Prager Frühlings bedeutete, führte Weiss erneut ins Exil. Er lebte in Rom und England, bevor er sich in den USA niederließ. Bis 1982 gab er am Hunter College in New York City und danach am UC Santa Barbara in Los Angeles als Dozent Filmvorlesungen. Außerdem schrieb er Drehbücher und Theaterstücke und veröffentlichte seine Erinnerungen in dem Buch The White Mercedes. Der Zusammenbruch des kommunistischen Regimes ermöglichte Weiss die erneute Rückkehr und im Jahr 1990 konnte er ein letztes Mal als Regisseur eines Spielfilms tätig werden.[3][4]

Er war verheiratet mit Katerina Weiss und hatte einen Sohn und eine Tochter.

Auszeichnungen[Bearbeiten]

Weiss erhielt mehrere Preise bei den Filmfestspielen in San Francisco, Berlin, San Sebastin, Karlovy Vary, Venedig und Vancouver:

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1950: Neue Kämpfer werden auferstehen (Vstanou noví bojovníci)
  • 1953: Mein Freund Fabian (Můj přítel Fabián)
  • 1956: Fräulein Robinson (Robinsonka)
  • 1956: Spiel ums Leben (Hra o život)
  • 1957: Die Wolfsfalle (Vlčí jáma)
  • 1959: Romeo, Julia und die Finsternis (Romeo, Julie a tma)
  • 1961: Der Feigling (Zbabělec)
  • 1962: Goldener Farn (Zlaté kapradí)
  • 1966: 31 Grad im Schatten (Ninety Degrees in the Shade)
  • 1966: Mord auf heimische Art (Vražda po česku)
  • 1990: Martha und ich (Martha et moi)

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Kay Weniger: Das große Personenlexikon des Films. Berlin 2001, Band 8, S. 312
  2. Kurzbiographie der CSFD, online auj: www.csfd.cz, tschechisch, abgerufen am 4. November 2010
  3. The New York Times: Jiri Weiss, 91, Czech Director Who Shaped Postwar Cinema, vom 6. Juni 2004
  4. Los Angeles Times: Jiri Weiss, 91; Czech Filmmaker, Author and Playwright, vom 26. Mai 2006