Jill Jones

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Jill Jones (* 11. Juli 1962 in Lebanon, Ohio) ist eine US-amerikanische Sängerin, Begleitsängerin und Songwriterin. Sie arbeitete unter anderem mit Teena Marie, Rick James und Prince zusammen. Jones nahm in den Jahren 1987 und 2001 zwei eigene Studioalben auf, die kommerziell allerdings nicht erfolgreich waren. Ihr musikalischer Stil ist der Musikrichtung Funk, Popmusik und Rockmusik zuzuordnen.

Leben[Bearbeiten]

Kindheit und Jugend[Bearbeiten]

Jill Jones wurde am 11. Juli 1962 in Lebanon (US-Bundesstaat Ohio) geboren. Ihre Mutter Winnie Martin Jones († 1995) war eine Schwarze und arbeitete als Model, ihr Vater war Italiener und als Jazz-Schlagzeuger tätig. Zu ihrem Vater hat sie allerdings keinen Kontakt mehr – er sei lediglich „Samenspender“ gewesen. Jones wuchs hauptsächlich bei ihren Großeltern auf, bis ihre Mutter ein zweites Mal heiratete und mit der Familie nach Los Angeles (US-Bundesstaat Kalifornien) zog.[1] Dort wohnte Jones mit ihrer Mutter, ihrem Stiefvater Fuller Gordy, ihrer Stiefschwester Iris Gordy und mit der US-amerikanischen Sängerin Teena Marie in einem Haus zusammen. Marie sei für sie die (leibliche) Schwester gewesen, die sie niemals gehabt hatte, sagte Jones im Jahr 2013 über Teena Marie.[2] Sie brachte Jones gelegentlich zur Schule und die beiden verbrachten ihre Freizeit mit Freunden zusammen. Durch Marie habe Jones ihren eigenen Stil gefunden. Zudem habe ihr Marie das Songwriting beigebracht.[2]

Jones’ Stiefvater Fuller Gordy ist der Bruder von Berry Gordy, Gründer vom Musiklabel Motown. Dadurch wurde sie bereits als Teenager mit Menschen aus der Musikindustrie konfrontiert.[2] In Los Angeles besuchte Jones die Beverly Hills High School, die sie jedoch im Alter von 15 Jahren verließ.[3] Ursprünglich wollte Jones Rechtsanwältin werden, doch nachdem sie mit Teena Marie auf Tournee war und mit Rick James zusammenarbeite, entschloss sie sich, Musikerin zu werden.[2]

Familie[Bearbeiten]

Jill Jones ist mit einem deutschen Mann verheiratet und hat eine Tochter aus einer früheren Beziehung.[2] Ferner wurde Jones’ Onkel Earl Jones, der Bruder von Jones’ Mutter, von Prince in den 1980er Jahren als Hairstylist angestellt.[1]

Karriere[Bearbeiten]

Zusammenarbeit mit Prince (1980–1989)[Bearbeiten]

Seit 1980 war Jill Jones Backgroundsängerin in der Band von Teena Marie, während Jones’ Mutter Managerin von Marie war. Jill Jones übernahm Backing Vocals auf Teena Maries Studioalben Lady T und ''Irons in the Fire (beide 1980 erschien), It Must Be Magic (1981), Starchild (1984) und Love Songs (2000). Als Marie mit ihrer Begleitband bei dem US-amerikanischen Musiker Prince bei dessen Dirty-Mind-Tour im Dezember 1980 als Vorgruppe auftrat, trafen sich Jill Jones und Prince zum ersten Mal.

Im Jahr 1982 lud Prince Jones in das Sunset Studio – einem Tonstudion in Los Angeles – ein, damit sie ihn bei den Aufnahmen zu seinem fünften Studioalbum 1999 unterstützen konnte. Jones übernahm die Backing Vocals bei den Songs 1999, Automatic, Free und Lady Cab Driver.[4][5] Ferner wirkte sie in den Musikvideos von 1999, Little Red Corvette und Automatic mit. Außerdem nahm sie von 1982 bis 1983 an der 1999-Tournee teil, wo sie bei der Vorgruppe Vanity 6 Backing Vocals übernahm.

Im Jahr 1983 zog Jill Jones nach Minneapolis (US-Bundesstaat Minnesota), um an weiteren Musikprojekten von Prince teilzunehmen, der ebenfalls in Minneapolis wohnte. Beispielsweise übernahm Jones eine kleine Nebenrolle als Kellnerin im Prince-Film Purple Rain, der im Jahr 1984 knapp 70 Millionen US-Dollar einspielte. Auch im Prince-Film Graffiti Bridge (1990) spielte Jones eine kleine Nebenrolle. Der Song Mia Bocca ist als Instrumentalversion im Hintergrund des Prince-Films Under the Cherry Moon – Unter dem Kirschmond (1986) zu hören.

Am 15. April 1987 unterzeichnete Jill Jones einen Schallplattenvertrag bei Prince’ Musiklabel Paisley Park Records. Am 26. Mai wurde dann ihr Debütalbum Jill Jones veröffentlicht, auf dem Prince alle Songs komponierte und sämtliche Instrumente selbst einspielte.[6] „Es war nicht mein Aussehen, es war meine Stimme, die Prince auf mich aufmerksam gemacht hat. Er hat meine erste LP produziert, weil ihm die Songs gefallen haben. Aus keinem anderen Grund“, merkte Jones an.[7] Clare Fischer wirkte auf dem Album ebenfalls mit. Kommerziell erfolgreich war das Album und die drei Singleauskopplungen Mia Bocca (italienisch: Mein Mund), G-Spot und For Love nicht.

Im Herbst 1988 flog Jill Jones nach England, um dort an einem zweiten Album zu arbeiten, das ebenfalls bei dem Label Paisley Park Records veröffentlicht werden sollte. Im Sommer 1989 nahm sie dann mit Prince die bis heute (Stand 2014) unveröffentlichten Songs My Baby Knows – auch unter den Namen My Baby Knows How to Love Me bekannt –, Flesh and Blood und Boom Boom (Can’t U Feel the Beat of My Heart) im Paisley Park Studio auf; zum letztgenannten Song wurde auch ein Musikvideo gedreht. Doch das Album wurde nicht fertiggestellt. Aufgrund von Meinungsverschiedenheiten zwischen Prince und Jones wurde die Zusammenarbeit der beiden nicht fortgeführt. Jones zog nach New York, und am 15. April 1993 lief der Plattenvertrag bei Paisley Park Records nach sechs Jahren Laufzeit aus.[8][9]

Die Zeit danach (1990–2014)[Bearbeiten]

Anfang der 1990er Jahre arbeitete Jill Jones unter anderem mit Ryuichi Sakamoto, Indigo Girls und The Listening Pool zusammen. Kommerziell erfolgreich waren die Produktionen allerdings nicht und von Jones’ Bekanntheitsgrad war über die Jahre gesunken. Erst im Jahr 2001 veröffentlichte sie – zusammen mit dem Instrumentalmusiker Chris Bruce[10] – ihr zweites Studioalbum Two. Dieses Album ist ein Akustikalbum. Im Jahr 2009 kehrte Jones mit der Single Living for the Weekend in die Charts zurück.[11]

Songtexte[Bearbeiten]

Jill Jones’ Liedtexte aus den 1980er Jahren, die Prince geschrieben hat, sind oftmals obszön; Beispiele hierfür sind:

  • Der Song Mia bocca (italienisch: "mein Mund") beginnt mit den Worten „I have only had one lover since I was 12 years old“ („Ich hatte nur einen einzigen Liebhaber seit meinem 12. Lebensjahr“). Über einen anderen Mann im Song singt sie, „He drives me koo-koo“ – ein von Prince erfundener sexueller Slang-Ausdruck für verrückt sein nach einer Person. Zudem singt Jones, der Mann könne auch „to be a page in my diary“ („eine Seite in meinem Tagebuch belegen“) – der Ausdruck steht für einen One-Night-Stand.
  • Im Song G-Spot singt Jones „I am a clock, the time is 9:15“ („Ich bin eine Uhr, es ist viertel nach neun“) – der Ausdruck steht für weitgespreizte Beine beim Suchen des G-Punkt.
  • Im Song For love singt sie: „For love I would suffer kisses from another if that was what turned you on“ („Aus Liebe würde ich Küsse eines anderen ertragen, wenn Dich das anturnen würde“).

Zudem veröffentlichte Prince im Jahr 1985 den Song She’s Always in My Hair; der Liedtext handelt von Jill Jones.[12] She’s Always in My Hair ist B-Seite von Prince’ Top-Ten-Hit Raspberry Beret.

Diskografie[Bearbeiten]

Studioalben[Bearbeiten]

  • 1987: Jill Jones
  • 2001: Two (Jill Jones & Chris Bruce)
  • 2004: Wasted (The Grand Royals featuring Jill Jones)

Singleauskopplungen[Bearbeiten]

  • 1987: Mia Bocca / 77 Bleeker St. (aus dem Album Jill Jones)
  • 1987: G-Spot / Baby Cries (Ay Yah) (aus dem Album Jill Jones)
  • 1987: For Love / Baby, You’re a Trip (aus dem Album Jill Jones)
  • 1990: You Do Me (Ryuichi Sakamoto featuring Jill Jones) / Amore (aus dem Album Beauty)
  • 1994: Bald (aus dem Sampler Flying)
  • 1999: Call Me (Jill Jones vs. Todd Terry)
  • 2001: Station / The Mission / Gorgeous Wonder (Jill Jones & Chris Bruce) (aus dem Album Two)
  • 2007: Someone to Jump Up (Jill Jones vs. Funky Junction)
  • 2009: Living for the Weekend
  • 2011: This Is How to Feels (Get Far vs. Jill Jones)

Zudem wirkte Jill Jones als Backgroundsängerin auf folgenden Alben mit:

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Quellen[Bearbeiten]

  1. a b Nilsen (1999), Seite 257
  2. a b c d e Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatK Nicola Dyes: The Question of U: Jill Jones Talks 2 Beautiful Nights. 17. Februar 2013, abgerufen am 19. März 2013 (englisch).
  3. http://www.princevault.com/index.php/Jill_Jones
  4. Begleitheft der CD 1999 von Prince and the Revolution, Warner Bros. Records, 1982
  5. Nilsen (1999), Seite 279
  6. Nielsen (1999), Seite 284
  7. Mischke (1989), Seite 175
  8. http://beautifulnightschitown.blogspot.de/2013/02/the-question-of-u-jill-jones-talks-2.html
  9. http://www.allmusic.com/artist/jill-jones-mn0002132530
  10. http://www.discogs.com/artist/Chris+Bruce
  11. http://www.allmusic.com/artist/jill-jones-mn0002132530
  12. Hahn (2006), Seite 118