Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer

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Briefmarke mit Puppen von Jim Knopf und Lukas dem Lokomotivführer

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer ist ein Kinderbuch des deutschen Schriftstellers Michael Ende aus dem Jahr 1960. Der Folgeband aus dem Jahr 1962 heißt Jim Knopf und die Wilde 13. Die Illustrationen der Originalausgabe stammen von Franz Josef Tripp; 1983 schuf Reinhard Michl für eine Neuausgabe neue Illustrationen.

Beide Bücher gehören zu den erfolgreichsten und beliebtesten Kinderbüchern im deutschsprachigen Raum. Jim Knopf gewann 1960 den Deutschen Jugendbuchpreis sowie eine Würdigung in der Ehrenliste 1962[1] des Hans Christian Andersen-Preises. Übersetzungen werden unter anderem in Großbritannien, Israel, Italien, Japan, den Niederlanden, Portugal, Spanien, Schweden und den USA verkauft.

Von beiden Büchern gibt es sehr bekannte Adaptionen durch die Augsburger Puppenkiste. Während die ersten Fassungen von 1961/1962, noch in Schwarzweiß, aus je fünf Teilen bestanden, wurden die Geschichten in einer Neuverfilmung 1977/1978, diesmal in Farbe, zu je vier Teilen zusammengefasst. Daneben wurde 1999 erstmals eine Zeichentrickserie mit 52 Folgen ausgestrahlt.

Handlung[Bearbeiten]

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer[Bearbeiten]

Die Insel Lummerland erhält eines Tages einen neuen Bewohner: Der Postbote bringt ein Paket, in dem sich ein kleiner schwarzer Junge befindet. Das kleine Waisenkind erhält den Namen Jim, weil es „genauso aussieht“, und wird von der Ladenbesitzerin Frau Waas großgezogen. Als der Junge Jim Knopf größer wird, wird die Insel aber zu klein für alle ihre Bewohner. Auf Vorschlag des Königs soll der Bahnbetrieb stillgelegt werden. Lukas und Jim verlassen deshalb bei Nacht und Nebel die Insel mit der zum Schiff umgebauten Emma.

Sie landen nach langer Seereise in Ping, der Hauptstadt von Mandala/China (ursprünglich China, dann umbenannt in Mandala, wobei Bücher mit beiden Fassungen in Umlauf waren, in neueren Versionen wieder einheitlich Mandala). Dort wollen sie zum Kaiser, werden aber nicht in den Kaiserpalast eingelassen. Sie versuchen Geld zu verdienen, indem sie Emma als Karussell einsetzen. Da sie damit keinen Erfolg haben, können sie sich nichts zu essen kaufen. Sie treffen auf Ping Pong, der ihnen Reis aus der Küche des Palastes besorgt. Von ihm erfahren sie, dass die Prinzessin Li Si verschwunden ist und der Kaiser sehr um seine Tochter trauert.

Jim und Lukas sprechen mit dem Oberbonzen Pi Pa Po, der Jim und Lukas in den Kerker werfen lassen will. Ping Pong rettet sie und ermöglicht auch ein Gespräch mit dem Kaiser. Jim und Lukas machen sich auf, Li Si zu suchen. Man hatte eine Flaschenpost von ihr gefunden, in der sie angab, sich in der Drachenstadt Kummerland jenseits des Gebirges, das man die Krone der Welt nennt, bei Frau Mahlzahn in der Alten Straße 133 in der „dritten Etage links“ zu befinden. Jim erfährt, dass er in einem Paket nach Lummerland kam, das an Frau Mahlzahn adressiert war.

Um die Krone der Welt zu überwinden, gibt es nur eine Möglichkeit: die Durchquerung des Tals der Dämmerung. Nur ganz knapp entkommen die beiden Abenteurer dabei dem Tod, da das Gebirge unter den tausendfach reflektierten Schallwellen der fahrenden Lokomotive zusammenbricht. Sie erreichen die Wüste namens Ende der Welt. Lukas gelingt es mit Jims Hilfe Emma zu reparieren, die bei der Schnellfahrt Schaden genommen hat. Sie lernen das Phänomen der Fata Morgana kennen, drohen aber ohne Wasser in der Wüste zu verdursten. Dort erleben sie erst einen großen Schrecken, lernen dafür jedoch den freundlichen Scheinriesen Herrn Tur Tur kennen, der sie in seiner Oase aufnimmt und am nächsten Tag bis zur Region der Schwarzen Felsen führt.

Nachdem Jim und Lukas den unheimlichen Mund des Todes passiert haben, erreichen sie das Land der tausend Vulkane. Dort repariert Lukas den defekten Vulkan des Halbdrachens Nepomuk. Mit dessen Hilfe verkleiden sie Emma als feuerspeienden Drachen und gelangen mit ihrem Fahrzeug in die Drachenstadt Kummerland und zur Alten Straße 133, wo die Schule des Drachen Frau Mahlzahn liegt. Sie erfahren, dass viele Kinder aus den verschiedensten Ländern der Welt, unter ihnen die vermisste Prinzessin Li Si, von der Wilden 13 entführt und an Frau Mahlzahn verkauft worden sind. Jim Knopf und Lukas können schließlich Frau Mahlzahn überwinden, gefangen nehmen und die Kinder befreien. Auf dem Gelben Fluss, der hinter Frau Mahlzahns Haus entspringt und unterirdisch durch die Krone der Welt fließt, kehren sie mit Frau Mahlzahn im Schlepptau nach Ping zurück. Li Si erzählt unterwegs die Geschichte wie sie von der Wilden 13 gefangen wurde und an Frau Mahlzahn übergeben wurde.

Li Si wird in Ping Jim vom Kaiser zur Frau versprochen. Frau Mahlzahn wird in Ping in eine Pagode gesperrt. Sie bedankt sich bei den Freunden, weil diese sie überwunden, aber nicht getötet haben. Dies ermöglicht ihr, sich in einen Goldenen Drachen der Weisheit zu verwandeln. Bereits bei Beginn der ein Jahr andauernden Verwandlung besitzt sie schon die Weisheit, um Jim und Lukas eine Frage beantworten zu können. Lukas fragt, wie sie zusammen nach Lummerland zurückkehren können, da dort nicht genug Platz für alle ist. Frau Mahlzahn sagt ihnen, wie sie auf der Rückfahrt mit dem Staatsschiff des Kaisers nach Lummerland die Schwimmende Insel finden.

Auf der Rückfahrt fangen sie die schwimmende Insel ein und bringen diese nach Lummerland. Dort feiern Jim und Li Si Verlobung. Jim erlebt erneut eine Überraschung. Emma hat ein Baby namens Molly bekommen, so dass Jim endlich auch ein richtiger Lokomotivführer mit einer eigenen Lokomotive sein kann.

Jim Knopf und die Wilde 13[Bearbeiten]

Seit den Abenteuern, die Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer im ersten Band erlebt haben, nimmt das Leben auf Lummerland seinen Lauf. Als eines Tages der Postbote mit seinem Postschiff gegen Neu-Lummerland stößt, weil er es nicht gesehen hat, beschließt man, einen Leuchtturm zu installieren. Allerdings ist Lummerland viel zu klein, um einen solchen bauen zu können. Ein Leuchtturm, der gleichzeitig groß und klein ist, muss her. Jim denkt dabei an den Scheinriesen Herrn Tur Tur und die beiden Abenteurer machen sich mit Emma und Molly zu Wasser auf den Weg in die Wüste Ende der Welt, um Herrn Tur Tur nach Lummerland zu bringen.

Im Barbarischen Meer helfen Jim und Lukas der Meerjungfrau Sursulapitschi und ihrem Vater, dem Meerkönig Lormoral, als diese sie bitten, das Meeresleuchten zu reparieren. Sie erfahren von Sursulapitschi von dem Kristall der Ewigkeit, einem unzerstörbaren Glas, welches ihr Verlobter Uschaurischuum herstellen soll um von Lormoral die Einwilligung zur Heirat zu bekommen. Dazu benötigt er die Partnerschaft mit einem Feuerwesen. Am Großen Gurumusch-Magnetfelsen gelingt Jim und Lukas die Wiederherstellung der Meeresleuchtens, jedoch finden sie heraus, dass es nicht dauerhaft aktiviert werden kann, weil sein Einschalten gleichzeitig den Magnetismus der Magnetfelsen aktiviert. Dies würde jedoch dazu führen, dass Schiffe von den Magnetfelsen angezogen werden und an ihnen zerschellen. Es wird also ein Wärter benötigt, der bei Bedarf den Magnetismus deaktiviert, wenn sich ein Schiff dem Magnetfelsen nähert.

Mittels zweier Brocken von den beiden Polen des Magnetfelsens und eines Schürhakens bauen Lukas und Jim Emma in ein flugfähiges „Perpetumobil“ um. Sie brechen mit ihrer fliegenden Lokomotive wieder auf und lassen Molly auf dem Magnetfelsen zurück, da sie befürchten, dass zwei mit Magnetkraft fliegende Lokomotiven durch die gegenseitige Anziehung in der Luft zusammenstoßen würden. Sie fliegen über das Gebirge Krone der Welt, landen in der Wüste und besuchen dort Herrn Tur Tur. Dieser ist aus seinem Haus geflüchtet, da ihn ein Unhold von dort vertrieben hat. Der Unhold wiederum versteckt sich in Herrn Tur Turs Haus vor diesem, weil er Angst vor dem scheinbaren Riesen hat. Es ist niemand anderes als der Halbdrache Nepomuk. Lukas und Jim machen Herrn Tur Tur und Nepomuk miteinander bekannt, beide sehen ein, dass es keinen Grund gibt, Angst voreinander zu haben.

Nepomuk wurde aus seinem Vulkan vertrieben, da die Drachen aus der Drachenstadt herausgefunden hatten, dass er Jim und Lukas dorthin geführt hatte. Lukas hat die Idee, dass Nepomuk der geeignete Wärter für die Magnetfelsen sein könnte. Alle fliegen nun zusammen mit Emma zum Gurumusch-Magnetfelsen. Jim und Lukas machen Nepomuk mit Uschaurischuum bekannt, der in Nepomuk das freundlich gesinnte Feuerwesen findet, das er zur Herstellung des Kristalls der Ewigkeit benötigt.

Molly ist jedoch verschwunden. Sie kommen auf die Idee, Emma in ein Unterseeboot umzubauen um nach Molly zu tauchen. Dazu füllen sie den Dampfkessel der Lokomotive mit Wasser und lassen sie von Seepferdchen ziehen. Doch sie finden Molly nicht. Mit der Zeit werden die Reisenden müde, da in dem Führerhaus der Lokomotive die Atemluft zur Neige geht. Da ein Auftauchen nicht möglich ist, fahren sie zu einer Insel, wo die Lokomotive auf den Strand gerollt werden kann. Bevor sie bewusstlos werden, sehen sie unter Wasser die Ruinen einer geheimnisvollen Stadt.

Als sie wieder erwachen, sind sie in Lummerland. Dort tritt Herr Tur Tur seine Stelle als Leuchtturm an. Auch trifft ein falsch adressierter Brief von der Wilden 13 an Frau Mahlzahn ein. Aus dem Brief können sie entnehmen, dass die Wilde 13 Molly von dem Magnetfelsen mitgenommen hat, da sie dachten der Drache hätte ihnen Molly dort anstelle von Schnaps als Bezahlung für entführte Kinder deponiert. Frau Mahlzahn hat unterdessen ihre Verwandlung zum Goldenen Drachen der Weisheit vollendet. Daher reisen Jim und Lukas nach Mandala, um bei dessen Erwachen in der Pagode dabei zu sein. Der Drache gibt ihnen einen Rat, wie sie die Wilde 13 finden und Molly zurückbekommen können und wie Jim das Geheimnis seiner Herkunft herausfinden kann.

Sie brechen mit einem meerblauen Schiff auf, auf dem sich Prinzessin Li Si als Blinder Passagier befindet. Sie treffen auf das Schiff der Wilden 13 und verfolgen es. Die Piraten greifen das Schiff an. Sie gelangen in einen Taifun. Die Piraten erobern das Schiff, machen Gefangene und Beute und versenken es. Jim, der vorher Molly von dem Piratenschiff auf das andere Schiff brachte, muss als Blinder Passagier auf dem Piratenschiff mit ansehen, wie Molly im Meer versinkt.

Die Piraten fahren durch eine Wasserhose in das Land, das nicht sein darf. Dort gelingt es Jim, den Stern des Hauptmanns an sich zu bringen. Dies führt zum Streit zwischen den Piraten, da sie einander nicht unterscheiden können und nicht mehr wissen, wer das Sagen hat. Jim nutzt die Verwirrung, um seine Freunde zu befreien und findet heraus, dass er in Wirklichkeit Prinz Myrrhen von Jamballa ist. Die Piraten bringen alle mit ihrem Schiff durch die Wasserhose wieder aus dem Land, das nicht sein darf heraus. Sie fahren nach China zu dem Goldenen Drachen der Weisheit. Dieser befreit sie von dem Irrglauben, die Wilde 13 zu sein. In Wirklichkeit sind sie nur 12. Der Drache sagt, dass das versunkene Jamballa wieder auftauchen wird, wenn die ehemalige Wilde 13 das Land, das nicht sein darf versenkt. Dies geschieht. Jamballa taucht wieder aus den Wogen des Meeres auf.

Lummerland ist der höchste Gipfel des Landes. Jim alias Prinz Myrrhen kann sein Land als Jimballa in Besitz nehmen und Li Si heiraten. Uschaurischuum und Sursulapitschi geben Jim Molly zurück, die sie weit im Süden an der tiefsten Stelle des Ozeans fanden. Uschaurischuum hat das Eisen der Lokomotive mit dem Kristall der Ewigkeit in unzerstörbares Glas verwandelt.

Personen[Bearbeiten]

Jim Knopf[Bearbeiten]

Jim Knopf ist die Hauptfigur beider Bücher. Jim kommt als kleines Baby als Waise mit der Post nach Lummerland. Er wächst bei der Insel-Krämerin Frau Waas auf und macht eine Lokomotivführerlehre bei Lukas, der zudem sein bester Freund ist. Er hat außerdem dunkle Haut. Dies wird später damit erklärt, dass er in der 33. Generation von einem der Heiligen Drei Könige, nämlich Kaspar, abstammen soll.

Seinen Namen bekam er, als Frau Waas auf sein nicht zu stopfendes Loch in der Hose voller Verzweiflung einen Knopf nähte, damit Jim es einfach auf- und zuknöpfen kann. Seinen Vornamen hat Lukas ihm gegeben, weil der Junge, wie er sagt, „einfach so aussieht“.

Lukas[Bearbeiten]

Lukas der Lokomotivführer lebt auf Lummerland. Er ist klein und rund und trägt eine Schirmmütze, einen Arbeitsanzug und raucht Pfeife. Lukas hat blaue Augen und sein Gesicht ist immer „fast ganz schwarz von Öl und Ruß“, trotz fleißigen Gebrauchs einer speziellen Lokomotivführerseife. Lukas ist so stark, dass er eine Eisenstange zu einer Schleife binden kann. Sein Hobby ist das Kunstspucken – er ist so gut darin, dass er sogar einen Looping spucken kann. Bevor Lukas und sein bester Freund Jim Knopf zu ihren Abenteuern aufbrachen, fuhr er normalerweise täglich mit seiner Lokomotive Emma durch die fünf Tunnel von Lummerland und pfiff dabei zweistimmig. Er ist außerdem Bahnhofsvorsteher des einzigen Bahnhofs von Lummerland.

Emma[Bearbeiten]

Emma ist die Dampflokomotive von Lukas. Sie ist etwas dick und gehört keiner bestimmten Eisenbahngesellschaft, unklar ist, ob Lukas der Eigentümer ist. Sie ist eine „gute, wenn auch vielleicht etwas altmodische schmalspurige Tenderlokomotive“ der Achsfolge A A. Das Fahrzeug verfügt weder über Treibstangen noch über Kuppelstangen oder Laufachsen, auch sind in Abbildungen keine Dampfzylinder zu sehen. Nach der Überlastung, um aus dem einstürzenden Tal der Dämmerung zu entkommen, sagt Lukas, dass der „Taktierkolben“ gebrochen sei, der den Takt vorgibt, nach dem Emma schnauft, und dass dieser sich ganz innen befinde. Eine Dampflok mit nur einem Kolben und Zylinder wäre ungewöhnlich und technisch problematisch. Auf dem Kessel befindet sich hinter dem Schornstein ein Dampfdom und eine Dampfpfeife. An der Tür der Rauchkammer befindet sich ein großer Scheinwerfer. An der Rückseite des Führerhauses befindet sich der Kohlekasten. Über diesem hängt eine Glocke für Tonsignale. Unklar ist, wo sich der Tank für das Wasser befindet. Über die Bremsen gibt es keine Aussagen. Außer der Lokomotive existieren keine zugehörigen Eisenbahnwagen. Emma hat keine Kupplungen um mit weiteren Eisenbahnfahrzeugen gekuppelt zu werden. Passagiere fahren, wenn überhaupt, im Führerhaus mit.

Auf den Abenteuerreisen von Lukas und Jim Knopf wird Emma von einem Eisenbahnfahrzeug zu einem Schiff, einem U-Boot, einem Landfahrzeug ohne Schienen, einem Luftfahrzeug und einem „Perpetumobil“ umfunktioniert. Am Ende des ersten Bandes hat Emma eine Tochter bekommen, die Baby-Lokomotive Molly, ein Vater kommt in der Geschichte nicht vor.

Molly[Bearbeiten]

Am Ende des ersten Bandes zeigte Lukas seinem Freund Jim Knopf im Kohlenkasten von Emma deren Tochter. Jim gab der kleinen Lokomotive den Namen Molly. Molly wurde offensichtlich von Emma geboren. Wie ihre Mutter ist sie eine Dampflokomotive mit der Achsfolge A A. Der Antrieb erfolgt als Landfahrzeug ebenfalls über Einzelachsantrieb mit Dampfmotoren. Sie ist ebenfalls eine schmalspurige Tenderlokomotive, deren Spurweite, wie alle anderen Abmessungen, mit fortschreitendem Wachstum zunimmt. Sie besitzt (noch) keinen eigenen Kohlenkasten. Als Wasserfahrzeug besitzt sie keinen eigenen Antrieb, sondern wird mit einer Schlepptrosse von Emma als Schlepper gezogen.

Im zweiten Band lassen Jim und Lukas Molly auf dem Großen Gurumusch-Magnetfelsen zurück, nachdem sie dort die Ursache für das nicht mehr funktionierende Meeresleuchten gefunden haben. Bei Ihrer Rückkehr ist die kleine Lokomotive verschwunden. Uschaurischuum und Sursulapitschi fanden Molly weit im Süden an der tiefsten Stelle des Ozeans. Uschaurischuum hat das Eisen der Lokomotive mit dem Kristall der Ewigkeit in eine Art unzerstörbares Glas verwandelt. Grund dafür war seine große Dankbarkeit dafür, dass Jim und Lukas ihn mit dem Feuerwesen Nepomuk zusammenbrachten, mit dessen Hilfe er den Kristall der Ewigkeit herstellen konnte.

König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte[Bearbeiten]

Alfons der Viertel-vor-Zwölfte ist der König von Lummerland. Er lebt in einem Schloss zwischen den beiden Berggipfeln. Sein Name kommt daher, dass er um Viertel vor Zwölf geboren wurde. Alfons der Viertel-vor-Zwölfte gilt als guter Herrscher. Er sitzt den ganzen Tag mit einer Krone auf dem Kopf und in einem Schlafrock aus rotem Samt sowie Pantoffeln herum und telefoniert mit einem goldenen Telefon mit anderen Königen.

König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte hat zwei Untertanen, Frau Waas und Herrn Ärmel. (Lukas ist kein Untertan, er ist als Lokomotivführer Beamter im Staatsdienst.) Unter der Woche regiert Alfons, an Sonn- und Feiertagen tritt der König um Viertel vor Zwölf ans Fenster und winkt mit der Hand. Seine Untertanen jubeln ihm dann zu und Emma pfeift. An hohen Feiertagen spendiert der König seinen Untertanen und Lukas ein Eis, das er im Kaufladen von Frau Waas bestellt.

Herr Ärmel[Bearbeiten]

Herr Ärmel ist ein Untertan von König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften. Er trägt einen steifen Hut auf dem Kopf und geht immer mit seinem Regenschirm spazieren. Er lebt in einem gewöhnlichen Haus. In den Originalromanen hatte Herr Ärmel keinen bestimmten Beruf; er war „hauptsächlich Untertan und wurde regiert“, erst gegen Ende des zweiten Teils wird er schließlich zum Privatlehrer von Jim, Li Si und den anderen Kindern auf Jamballa. In den Verfilmungen der Augsburger Puppenkiste ist Herr Ärmel von Beruf Fotograf.

Frau Waas[Bearbeiten]

Frau Waas lebt ebenfalls auf Lummerland und ist der zweite Untertan von König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften. Sie ist rund und dick und hat rote Wangen. Frau Waas lebt in einem Haus mit einem Laden, in dem man alles kaufen kann, was man so braucht. Herr Ärmel kauft regelmäßig bei Frau Waas ein. Als Jim Knopf nach Lummerland kommt, wird Frau Waas seine Adoptivmutter. Ihr Name stammt daher, dass einer ihrer Vorfahren wohl etwas schwerhörig war und daher immer „Waaaaas?“ fragte, sobald er etwas nicht verstanden hatte.

Türhüter[Bearbeiten]

Das rangniederste Mitglied des Kaiserlichen Amtes. Ein etwas schnöseliger Beamter, den Jim und Lukas zunächst nur als „dicken gelben Kopf, der Schwierigkeiten macht“ und nur durch die Türklappe kennenlernen. Er verweigerte ihnen den Einlass, da sie anfangs keinen konkreten Grund für ihren Besuch oder gar eine persönliche Einladung des Kaisers vorweisen können, meldet ihr Anliegen aber pflichtbewusst auf dem üblichen Dienstweg an den Obertürhüter weiter.

Ping Pong[Bearbeiten]

Ping Pong ist das zweiunddreißigste Kindeskind von Herrn Schu Fu Lu Pi Plu und beim ersten Treffen mit Jim und Lukas 368 Tage alt. Ping Pong ist so klein, dass sein Kopf nicht größer als ein Tischtennisball ist. Jim und Lukas lernen ihn kennen, als sie bei ihrer Ankunft in Mandala versuchen, mit Emma Geld zu verdienen, um sich etwas zu essen kaufen zu können. Er bringt ihnen eine Mahlzeit aus der Küche des kaiserlichen Oberkochs und klärt sie darüber auf, dass Prinzessin Li Si vermisst wird. Er rettet Lukas und Jim im letzten Moment vor Verhaftung und Hinrichtung, indem er den Kaiser informiert. Nach der darauf folgenden Entmachtung des Oberbonzen Pi Pa Po ernennt der Kaiser Ping Pong trotz seiner Jugend zum Oberbonzen. Ping Pong erweist sich in diesem Amt als außerordentlich tüchtig.

Bonzen[Bearbeiten]

Die Bonzen sind die Minister und ranghöchsten Beamten des Reiches Mandala. Der oberste oder Premierminister trägt hier den Titel „Oberbonze“.

Oberbonze Pi Pa Po[Bearbeiten]

Wird als sehr dick, machtversessen und neidisch beschrieben. Er hätte Prinzessin Li Si gerne zur Frau gehabt, hat aber gleichzeitig viel zu viel Angst, sie selber aus der Drachenstadt zu befreien. Als die Meldung von den zwei Fremden, die zu dieser Heldentat bereit wären, nach einem langen und verschlungenen Weg durch die Instanzen des Kaiserlichen Amtes bei den Bonzen anlangt, beschließt er, sie als Spione verhaften und hinrichten zu lassen. Im Roman spielt er nur eine kleine Rolle, im Trickfilm tritt er jedoch als Hauptbösewicht in Erscheinung.

Während einer für Jim und Lukas quälend langwierigen, sehr von oben herab und in schlimmstem „Beamtenchinesisch“ geführten Unterredung gelingt es ihm tatsächlich, Lukas zu einer „Bonzenbeleidigung“ zu provozieren und durch die Palastwache abführen zu lassen.

Palastwache[Bearbeiten]

Wachtruppe des Kaiserpalastes mit zweiunddreißig Mann und einem Hauptmann, der als einziges Gehorchen gelernt hat und dies konsequent durchzieht, ohne je nach Sinn oder Zulässigkeit eines Befehles zu fragen. Die Wache führt Jim und Lukas zu den Bonzen und soll sie auch zum Richtplatz führen, ehe der Kaiser im letzten Augenblick einschreitet.

Herr Schu Fu Lu Pi Plu[Bearbeiten]

Der Oberhofkoch des Kaisers von Mandala. Setzt sich zu besonderen Anlässen seine größte Kochmütze, angeblich so groß wie ein Federbett, auf. Herr Schu Fu Lu Pi Plu ist außerdem der Großvater des Winzlings Ping Pong.

Herr Tur Tur[Bearbeiten]

Hauptartikel: Scheinriese

Herr Tur Tur ist ein sogenannter Scheinriese; je weiter man sich von ihm entfernt, desto größer scheint er. Nur wer sich ganz nah an ihn heran wagt, erkennt, dass er genauso groß ist wie jeder normale Mensch. Weil sich das aber niemand traut, ist Herr Tur Tur sehr einsam.

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer treffen Herrn Tur Tur auf ihren weiten Reisen. Sie verirrten sich in der Wüste Ende der Welt, aus der ihnen Herr Tur Tur heraushilft. Später wird Herr Tur Tur ein lebendiger Leuchtturm für Lummerland, damit der Postbote nicht immer mit seinem Schiff mit der Insel kollidiert.

Kaiser von China (Mandala)[Bearbeiten]

Pung Ging, so sein Name, ist ein großer, gütiger, sehr alter Mann mit einem langen Bart. Nach einer Warnung durch Ping Pong befreit er Jim und Lukas im letzten Moment aus den Fängen von Herrn Pi Pa Po und der Palastwache. Fortan stehen sie als die heiß ersehnten Retter seiner Tochter Li Si unter seinem persönlichen Schutz.

Blüten der Gelehrsamkeit[Bearbeiten]

Die hofeigenen Gelehrten des Kaisers, die aufgrund des allgemein schon hohen Bildungsgrades der Chinesen (Mandalanier) als nahezu wirklich allwissend gelten. Sie klären Jim und Lukas über alles wissenschaftlich bisher Bekannte über Drachen, die Drachenstadt Kummerland und den Weg dorthin auf.

Nepomuk[Bearbeiten]

Im Grunde genommen ist Nepomuk nur ein Halbdrache, da seine Mutter keine Drachendame, sondern ein Nilpferd war. Dies bemerkt man auch an seiner kleinen Zunge. Als Jim Knopf und Lukas im Land der Vulkane die Kohlen für ihre Lokomotive Emma ausgehen, besorgt ihnen Nepomuk neues Brennmaterial und zeigt ihnen den Weg zur Drachenstadt. In der späteren Fortsetzung wird Nepomuk der Magnetwächter von Gurumuschs Magnet.

Frau Mahlzahn[Bearbeiten]

Frau Mahlzahn ist ein magerer Volldrache mit einem einzelnen langen Zahn im Maul. Von der Wilden 13 kauft sie Kinder, welche sie in ihrer Schule in der Alten Straße 133 gefangen hält und mit Unterricht unter Einsatz von Schlägen quält. Frau Mahlzahn wird von Jim und Lukas mit Unterstützung von Emma gefangen genommen und nach Ping gebracht, wo sie sich in einen goldenen Drachen der Weisheit verwandelt.

Prinzessin Li Si[Bearbeiten]

Prinzessin Li Si ist die Tochter des Kaisers von China (Mandala). Sie ist sehr klug und hat einen starken Widerspruchsgeist, deshalb wird sie auf einem heimlichen Ausflug von der Wilden 13 gefangen genommen und an Frau Mahlzahn verkauft. Nach ihrer Befreiung verlobt sie sich mit Jim Knopf. Da sie einen Ehemann möchte, der klüger ist als sie, soll Jim Lesen und Schreiben lernen.

König Lormoral[Bearbeiten]

König Lormoral ist der Meerkönig und Herrscher über die Unterwasserstadt Jamballa, welcher wegen des alten und nicht mehr funktionierenden Kristalles der Ewigkeit, der die Unterwasserwelt erhellen und alles Widerliche aus den Tiefen des Meeres fernhalten soll, ziemlich beunruhigt ist. Er benötigt dringend Hilfe und beauftragt den Schildnöck Uschaurischuum, den Kristall der Ewigkeit wieder herzustellen. Doch als Jim um seine vermisste Lokomotive Molly trauert, ist der mit von der Partie und findet Molly wieder.

Uschaurischuum[Bearbeiten]

Uschaurischuum ist ein Schildnöck, ein schildkrötenartiges Wasserwesen, welches ebenfalls in König Lormorals Unterwasserstadt wohnt. Es ist in Sursulapitschi, die Tochter des Meerkönigs, unsterblich verliebt, doch ihrer Heirat steht der sagenumwobene Kristall der Ewigkeit im Wege, welcher durch Uschaurischuum erst wieder neu erschaffen werden muss, um das Meeresleuchten wieder einzuschalten. Dafür braucht Uschaurischuum die Partnerschaft mit einem Feuerwesen. Als Partner findet er gegen Ende der Geschichte den Halbdrachen Nepomuk und erstellt mit ihm den Kristall der Ewigkeit.

Sursulapitschi[Bearbeiten]

Sursulapitschi ist die zweite Tochter des Meerkönigs Lormoral und gleichzeitig die Verlobte von Schildnöck Uschaurischuum, welcher allerdings, solange er nicht den Kristall der Ewigkeit wiederherstellt, Sursulapitschi nicht heiraten kann. Auch sie ist an der Suche nach Jims Lokomotive Molly beteiligt.

Die Wilde 13[Bearbeiten]

Die Wilde 13 ist eine gefährliche Bande von Piraten, die mit ihrem Segelschiff die Weltmeere unsicher machen. Sie entführen Prinzessin Li Si und verkaufen sie an Frau Mahlzahn. Sie hatten auch schon Jim Knopf an den Drachen verkauft, aber durch ein postalisches Versehen ist er dann auf Lummerland statt in Kummerland gelandet. Sie wohnen in dem Land, das nicht sein darf. Beim Abzählen ihrer Mannschaftsstärke ist der Wilden 13 ein kleiner Fehler unterlaufen. In Wirklichkeit sind sie nur zwölf Piraten. Ihr Irrtum gründet darauf, dass zu den zwölf Piraten ja noch ein Anführer dazugezählt werden muss – der allerdings jeden Morgen neu aus ihrer Mitte gewählt wird. Die Piraten sehen alle gleich aus und sind stolz darauf, die einzigen Dreizehnlinge auf der Welt zu sein, bis Jim Knopf herausfindet, dass sie nur zwölf sind.

Charakteristisch für sie ist eine spezielle Schreibtechnik: Jeder von ihnen beherrscht nur einen einzigen Buchstaben. Wenn sie etwas aufschreiben wollen, stellen sie sich zusammen auf, das Wort wird vom Anführer laut und langsam vorgesagt, und wenn einer der Brüder „seinen“ Buchstaben erkennt, tritt er vor und schreibt ihn hin. Später wird Jim anhand dieser Buchstaben jedem von ihnen einen Namen (und somit eine individuelle Identität) geben: Antonio, Emilio, Fernando, Ignazio, Ludowico, Maximiliano, Nikolo, Rudolfo, Sebastiano, Theodoro, Ulrico, Xaverio.

Orte[Bearbeiten]

Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer[Bearbeiten]

Lummerland[Bearbeiten]

Lummerland, die Heimat von Jim Knopf, Lukas, dem Lokomotivführer, Frau Waas, Herrn Ärmel und König Alfons dem Viertel-vor-Zwölften ist eine kleine Insel im Meer. Sie wird als „ungefähr doppelt so groß wie unsere Wohnung“ beschrieben. Auf Lummerland gibt es einen Berg mit zwei Gipfeln (so in der Buchausgabe; in der Puppenspielversion wird daraus „eine Insel mit zwei Bergen“). Um die Gipfel herum und in fünf Tunneln auch durch den Berg hindurch, führt die Strecke der Eisenbahnlinie von Lukas und Emma. Zwischen den beiden Gipfeln steht das Schloss von König Alfons, dem Viertel-vor-Zwölften. Lummerland ist insgesamt so klein, „dass man sich vorsehen musste, die Landesgrenzen nicht zu überschreiten, weil man dann sofort nasse Füße bekam“.

Weil Lummerland so klein ist, passt dort auch kein Leuchtturm hin. Das ist unter anderem ein Problem für das Postboot, das deshalb einmal bei schlechtem Wetter die Insel rammt. Jim Knopf und Lukas stellen den Scheinriesen Herrn Tur Tur ein, der mit einer Laterne in der Hand von weitem gesehen werden kann und auf der Insel selbst nur wenig Platz einnimmt.

China (Mandala)[Bearbeiten]

Das Land, in dem Jim und Lukas nach ihrer Abreise aus Lummerland nach wochenlanger Irrfahrt über das Meer schließlich stranden. Auffallend sind die bunten, durchsichtigen Bäume, die kleinen Brücken aus Porzellan und der allgegenwärtige Klang von Glöckchen aus Silber. Mandala (sanskrit: „Kreis“) ist ein ursprünglich religiöses Symbol im Buddhismus; gemeint ist hier aber ein asiatisches Kaiserreich angelehnt an China.

In der ursprünglichen Originalausgabe wird das Land noch mit China bezeichnet; auch geht die Reise in den Verfilmungen der Augsburger Puppenkiste nach China. In neueren Buchausgaben seit ca. 1983 steht hier auf Michael Endes eigenen Wunsch[2] „Mandala“.

Ping[Bearbeiten]

Ping (von Peking) ist die Hauptstadt des Reiches Mandala mit dem Kaiserpalast und dem Platz der Mitte, dem angeblichen Mittelpunkt des Reiches und der Welt. Hier steht ein großer Lampion, über dessen Inschrift Jim und Lukas über die Entführung von Prinzessin Li Si erfahren.

Kaiserliches Amt[Bearbeiten]

Das Kaiserliche Amt nimmt vermutlich den größten Teil des Kaiserpalastes ein und besteht hauptsächlich aus einem Irrgarten aus Gängen und Seitengängen mit unzähligen Türen. Natürlich ist es hier von einer Instanz zur nächsthöheren ein „langer, langer Weg“, und mit entsprechenden Verzögerungen werden auch Nachrichten übermittelt. So geht die Meldung von Lukas’ und Jims Anwesenheit vom Türhüter zunächst an den Obertürhüter, von da an den Haupttürhüter, anschließend an den Schreiber, danach an den Unterkanzlisten, von dort an den Oberkanzlisten, dieser meldete sie dem Kanzleirat, und bei den Bonzen wäre sie schließlich komplett „versickert“ und überhaupt nicht mehr an den Kaiser weitergeleitet worden, hätte ihn der kleine Junge Ping Pong nicht noch vor Herrn Pi Pa Pos Intrige warnen können.

Krone der Welt[Bearbeiten]

Ein großes, rot-weiß gestreiftes oder gemustertes Gebirge und absolut unübersteigbar. Hier fließt der Gelbe Fluss aus einer Höhle heraus, seine wirkliche Quelle wird allerdings – zu Recht, wie sich später herausstellt – in der Drachenstadt Kummerland vermutet. Die einzige Möglichkeit, das Gebirge zu durchqueren, bietet das Tal der Dämmerung. Tatsächlich wird das Himalaya-Gebirge auch als „Dach der Welt“ bezeichnet.

Tausend-Wunder-Wald[Bearbeiten]

Der Tausend-Wunder-Wald ist ein dichter, dschungelartiger und nicht leicht zu durchquerender Urwald zwischen der Mandalanischen Mauer und dem Gebirge Krone der Welt. Er besteht aus farbigen Glasbäumen, Schlingpflanzen und sonderbaren Blumen. Weil alles durchsichtig ist, kann man viele seltene Tiere (z. B. zweiköpfige Schlangen, Schnecken mit Häusern mit vielen Stockwerken, Streifenhörnchen mit Segelohren zum Fliegen) darin sehen. Die Reise durch den Wald dauert drei Tage.

Tal der Dämmerung[Bearbeiten]

Das Tal der Dämmerung ist ein etwa straßenbreiter, ebener Durchlass im Gebirge, das man Krone der Welt nennt. Aufgrund seiner schaurigen „Stimmen“ hat vor Jim und Lukas noch niemand vorher gewagt, das Tal zu durchqueren. Dabei handelt es sich um das Echo, das durch die engstehenden Felswände immer im Zickzack hin- und hergeworfen wird und an den Enden nicht aus dem schmalen Tal hinauskommt, sondern wieder zurückgeworfen wird und dabei selber wieder ein neues Echo verursacht. Dadurch vervielfachen sich die Geräusche mit der Zeit und werden immer lauter. Höchstens ein starker Regen kann das Tal hin und wieder von Geräuschen „reinigen“. Als die Lokomotive Emma das Tal durchquert, verstärkt sich ihr Schnaufen und Poltern so stark, dass davon die Felswände einstürzen und das Tal komplett verschütten. Jim Knopf und Lukas entkommen der Katastrophe knapp, im zweiten Band kommt ihnen das Trümmerfeld des ehemaligen Tales sogar zugute, da sie hier mit dem fliegenden „Perpetumobil“ das Gebirge in viel geringerer Höhe überqueren können als auf der Hinreise, auf der sie die Bergketten direkt überfliegen.

Ende der Welt[Bearbeiten]

Als Ende der Welt wird eine große Wüste jenseits des Gebirges Krone der Welt bezeichnet, mit häufigen und recht abenteuerlichen Luftspiegelungen. Ihren Namen erhielt sie, weil in Mandala niemand wusste, wie es dahinter weiterging. Hierhin hat sich der Scheinriese Herr Tur Tur zurückgezogen. Niemand außer Herrn Tur Tur weiß, wie es nach dieser Wüste weitergeht. Herr Tur Tur hilft Jim Knopf, die Wüste Ende der Welt zu verlassen und nach Kummerland weiterzufahren.

Region der schwarzen Felsen[Bearbeiten]

Bei der Region der schwarzen Felsen handelt es sich um eine einsame Gegend zwischen der Wüste Ende der Welt und dem Land der Tausend Vulkane. Die Felsen sind hier so unvorstellbar schwarz, dass alles Licht und alle Wärme verschluckt wird. Zu durchqueren ist diese Region auf einer schnurgeraden Straße auf einem schmalen Felsgrat zwischen zwei Abgründen, die an der höchsten Stelle durch den Mund des Todes führt – ein Felsentor, durch das ständig ein eisiger Wind weht und dabei schauerliche Geräusche verursacht. Erst Emmas Dampf, der in der Eiseskälte zu Schnee gefriert, kann die Straße in der absoluten Finsternis sichtbar machen.

Land der Tausend Vulkane[Bearbeiten]

Geographisch nicht genau festlegbare, äußerst unwirtliche hochgelegene Landschaft mit hoher vulkanischer Aktivität und Rückzugsgebiet der als nicht reinrassig eingestuften Drachen bzw. Halbdrachen. Einer von ihnen, Nepomuk, hilft Jim und Lukas bei der Tarnung ihrer Lokomotive und lotst sie sicher zwischen aktiven Vulkanen und Lavaausbrüchen hindurch zum Eingang der Drachenstadt, nachdem die beiden Freunde zuvor seinen verstopften Vulkan „repariert“ und wieder gangbar gemacht hatten.

Kummerland[Bearbeiten]

Kummerland ist die Stadt der tausend Drachen, im größten Vulkankrater des Landes der Tausend Vulkane gelegen. Nur reinrassige Drachen, die keinem anderen Tier ähnlich sehen, werden von den gestrengen Wächtern in die Stadt gelassen. Jim und Lukas überlisten die Kontrollen, indem sie mit Hilfe des Halbdrachen Nepomuk und modellierbarer Lava der Lokomotive Emma das Aussehen eines Drachens geben. Wegen der unterschiedlichsten Formen der reinrassigen Drachen gibt es in der Stadt keine Treppen, sondern überall Rampen, wodurch Emma dann mit Jim Knopf und Lukas an Bord auch ganz einfach hinauf zur Wohnung des Drachen Frau Mahlzahn fahren kann.

Alte Straße 133[Bearbeiten]

Unter der Adresse Alte Straße 133 in Kummerland findet man das Haus, in dem der Drache Frau Mahlzahn in der dritten Etage links lebt und die von den Wilden 13 entführten Kinder gefangenhält. Wie alle Häuser in Kummerland besitzt das Haus keine Treppen, sondern einen rutschbahnähnlichen, gewendelten Aufgang, der es Drachen aller Größen und schließlich auch Emma ermöglicht, zu den einzelnen Stockwerken zu kommen. Unterhalb des Hauses befindet sich die Quelle des Gelben Flusses, was Prinzessin Li Si die Möglichkeit eröffnete, durch eine Flaschenpost einen Hilferuf abzusetzen.

Schwimmende Insel[Bearbeiten]

Das spätere Neu-Lummerland war nur auf Anraten des Drachen Frau Mahlzahn zu finden. Sie schlägt Jim und Lukas kurz vor ihrer Verwandlung vor, die schwimmende Insel zur Lösung der Platzprobleme auf Lummerland zu nutzen.

Jim Knopf und die Wilde 13[Bearbeiten]

Neu-Lummerland[Bearbeiten]

Neu-Lummerland ist die ehemals schwimmende Insel, inzwischen über Korallenbäume fest mit Lummerland verwachsen. Herr Tur Tur baut sich hier sein neues Heim, um als menschlicher Leuchtturm dafür zu sorgen, dass niemand gegen die kleine Insel stößt.

Barbarisches Meer[Bearbeiten]

Das Barbarische Meer ist eine stürmische und unheimliche Gegend, die Meeresbewohner und Seefahrer für gewöhnlich meiden. Hier befinden sich die Magnetischen Klippen.

Großer Gurumusch-Magnetfelsen[Bearbeiten]

Der Große Gurumusch-Magnetfelsen ist ein riesiger Hufeisenmagnet, dessen Pole als „Eiserne Klippen“ aus dem Meer ragen und durch eine Eisenader in einer submarinen Höhle miteinander verbunden sind. Benannt sind sie nach ihrem Erbauer, dem ersten Meerkönig Gurumusch, der sie einst als Energiequelle für das Meeresleuchten errichten ließ. Das Besondere ist, dass die Verbindungsader in der Mitte unterbrochen ist und nur durch eine bewegliche Kristallwalze mit Eisenkern überbrückt werden kann. Auf diese Weise ist es möglich, die magnetische Kraft durch Trennen oder Verbinden der beiden Pole, der „Tag- und Nachtseite“, an- oder abzustellen. Auch Jim und Lukas mit ihren Lokomotiven können die Klippen nur gefahrlos erreichen oder verlassen, solange die Magnetkraft ausgeschaltet ist.

Im Roman sind die Eisernen Klippen außerdem der geheime Treffpunkt von Frau Mahlzahn und der Wilden 13, wo diese ihre gefangenen Kinder gegen Schnaps tauschen. Der Drache war es auch, der damals den Magneten abschaltete, damit das Piratenschiff ohne Gefahr anlegen konnte.

Stadt auf dem Meeresgrund[Bearbeiten]

Die Stadt auf dem Meeresgrund gehört zum versunkenen Jamballa, das Ähnlichkeiten mit der versunkenen Insel Atlantis hat. Hier lebt der Meereskönig Lormoral mit seinen beiden Töchtern. Eine von ihnen, Sursulapitschi, hilft Lukas und Jim Knopf mit ihren Problemen auf dem Meeresgrund, nicht weit entfernt vom Großen Gurumusch-Magnetfelsen. Sie wären dort bei der Suche nach der Baby-Lokomotive Molly in der abgedichteten Emma beinahe erstickt und halten die Stadt erst für eine Halluzination.

Land, das nicht sein darf[Bearbeiten]

Die Heimatburg der Wilden 13 befindet sich im Land, das nicht sein darf, irgendwo in der Nähe des Südpols gelegen. Da die Felseninsel anstelle des untergegangenen Jamballa wie durch eine große Waage aus dem Meer gehoben wurde und somit eigentlich gar nicht existieren dürfte, toben Wind und Wellen mit aller Macht dagegen. Da sie dies aber von allen Seiten gleichzeitig tun, bildete sich ein großer Wirbelsturm, eine Wasserhose, in dessen Auge das Land mit der Piratenburg, die auch Sturmauge genannt wurde, nun geschützt da liegt. Nur die Wilden 13 sind in der Lage, ihr Schiff durch den Wirbelsturm bis nach Sturmauge und wieder hinaus zu steuern.

Jamballa[Bearbeiten]

Jamballa war die Heimat König Kaspars und somit auch von Jim Knopf, seinem letzten Nachfahren. Der Drache Frau Mahlzahn hatte einst im Streit mit Kaspar das Reich Jamballa im Meer versenkt und dafür das Land, das nicht sein darf, aufsteigen lassen. Nur wenn die zwölf Verliestüren auf der Burg Sturmauge, die wie Schotten das Wasser außen vor halten, gleichzeitig geöffnet werden und das Land, das nicht sein darf, versenkt wird, kann Jamballa wieder aufsteigen.

Die Insel Lummerland ist in Wirklichkeit der höchste Gipfel des untergegangenen Kontinents Jamballa, der gerade noch aus dem Meer emporragt. Nachdem die Wilden 13 (die ja eigentlich nur zu zwölft sind) ihre Burg freiwillig versenkt haben, Jamballa wieder aufgetaucht und Jim als Prinz Myrrhen dort zum König gekrönt worden ist, wird das Land in „Jimballa“ umbenannt.

Musical[Bearbeiten]

Die erste Musicalversion wurde von Emil Moser und Jörg Schneider auf schweizerdeutsch geschrieben und im November 1970 am Opernhaus Zürich uraufgeführt (u. a. mit Ruedi Walter als Lukas, Margrit Rainer als Frau Waas und Zarli Carigiet als König Alfons der Viertel-vor-Zwölfte). Eine zweite Musicalfassung des Stoffes wurde von Christian Berg geschrieben. Die Musik hierzu lieferte Konstantin Wecker.

Interpretationen[Bearbeiten]

Julia Voss interpretiert das Buch als eine Gegengeschichte zu nationalsozialistischen Bilderwelten und zeitgenössischer Fehlinterpretationen des Darwinismus. Sie deckt dabei auch eine mögliche Herkunft des Namens Jim Knopf auf. Zur Besatzung des Forschungsschiffes Beagle, mit dem Charles Darwin reiste, gehörte ein Junge mit Namen Jemmy Button, also zu deutsch Jemmy Knopf. Der Ureinwohner Feuerlands war zuvor von einer anderen Expedition in das England des 19. Jahrhunderts verschleppt worden, dessen Züge Lummerland nach Auffassung von Voss trägt. Stützen ihrer Interpretation, neben autobiographischen Zeugnissen und der anthroposophischen Prägung des Autors, sieht sie in den Beschreibungen und der Rassenpolitik Kummerlands sowie in Jamballa als Gegenversion zu nationalsozialistischen Atlantismythen.[3] In der Tat stellt Ende lapidar fest, dass Lokomotiven „keinen großen Verstand [haben], deswegen brauchen sie auch immer einen Führer.“

Literatur[Bearbeiten]

  • Michael Ende: Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer. Thienemann, Stuttgart seit 1960 in verschiedensten Ausgaben.
  • Michael Ende: Jim Knopf und die Wilde 13. Thienemann, Stuttgart seit 1962 in verschiedensten Ausgaben.
  • Das große Jim-Knopf-und-die-Wilde-13-Liederbuch. Alle Lieder aus dem Musical. Mit Audio-CD. Thienemann, Stuttgart 2000, ISBN 3-522-17383-X.
  • Nick Hazlewood: Savage: the Life and Times of Jemmy Button. Hodder & Stoughton, London 2000 und St. Martin's Press, New York 2001, ISBN 0-340-73911-8.
    • Der Mann, der für einen Knopf verkauft wurde. Die unglaubliche Geschichte des Jemmy Button. Rütten & Loening, Berlin 2003, ISBN 3-352-00645-8; als TB bei Lübbe, Bergisch Gladbach 2005, ISBN 3-404-64207-4.
  • Wenke Böhm: Jim Knopf hat Geburtstag. Michael Endes Buch „Jim Knopf“ wird 50 Jahre alt. In: Die Berliner Literaturkritik. 3. Februar 2010 ([1])
  • Fabian M. Friedrich und Meike Ebbinghaus: Jim Knopf. Über Michael Endes „Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer“ und „Jim Knopf und die Wilde 13“ (Sekundärliterarische Reihe 52) Passau 2004. ISBN 978-3-932621-74-1
  • Fridhelm Moser: Jim Knopf und die sieben Weisen. Eine philosophische Einführung in den lummerländischen Lokomotivismus. Eichborn, Frankfurt am Main 1996, ISBN 3-8218-3452-8
  • Heidi Rösch: Jim Knopf ist (nicht) schwarz. Anti-/Rassismus in der Kinder- und Jugendliteratur und ihrer Didaktik. Schneider, Hohengehren 2000, ISBN 3-89676-239-7
  • Julia Voss: Darwins Jim Knopf. Ein unbekanntes Kapitel in der Geschichte der Evolutionstheorie. In: FAZ Nr. 292 vom 13. Dezember 2008, S. 33, seit 16. Dezember 2008 online unter dem Titel: Jim Knopf rettet die Evolutionstheorie
  • Julia Voss: Darwins Jim Knopf. Fischer, Frankfurt 2009, ISBN 978-3-10-095805-1.
  • „Zeit“-Schülerbibliothek 13: Frau Mahlzahn, Tur Tur und Emma. Die Zeit. Ausgabe 3/2003. ([2])

Sonstiges[Bearbeiten]

„Emma“ (Schinznacher Baumschulbahn)
„Molly“ (Schinznacher Baumschulbahn)

Medien[Bearbeiten]

Audio-CD[Bearbeiten]

  • Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Tl. 1, „Von Lummerland nach China“, Hörspiel-CD, Universal - ISBN 3-89765-732-5
  • Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Tl. 2, „Von China bis ans Ende der Welt“, Hörspiel-CD, Universal - ISBN 3-89765-734-1
  • Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Tl. 3, „Von Kummerland nach Lummerland“, Hörspiel-CD, Universal - ISBN 3-89765-736-8
  • Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, Hörspiel-CD, Neuinszenierung des WDR (2010), Der Audio Verlag - ISBN 978-3-89813-935-9
  • Jim Knopf und die Wilde 13, Hörspiel-CD, Neuinszenierung des WDR, Der Audio Verlag - ISBN 978-3-89813-936-6
  • Jim Knopf und die Wilde 13, Tl. 1, „Das Perpetumobil“, Hörspiel-CD, Universal - ISBN 3-89765-738-4
  • Jim Knopf und die Wilde 13, Tl. 2, „Die große Seeschlacht“, Hörspiel-CD, Universal - ISBN 3-89765-740-6

DVD[Bearbeiten]

  • Augsburger Puppenkiste: Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer, hrMedia: Frankfurt/Main 2004, ISBN 3-89844-099-0, alle vier Folgen auf einer DVD
  • Augsburger Puppenkiste: Jim Knopf und die Wilde 13, hrMedia: Frankfurt/Main 2004, ISBN 3-89844-100-8, alle vier Folgen auf einer DVD
  • Augsburger Puppenkiste: Jim Knopf, hrMedia: Frankfurt/Main, ISBN 3-89844-136-9, alle acht Folgen auf zwei DVDs
  • Augsburger Puppenkiste: Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer und die Wilde 13; Kater Mikesch, hrMedia: Frankfurt/Main 2006, ISBN 3-89844-177-6, die original Schwarzweiß-Filme von 1961/1962/1964 auf drei DVDs

CD-ROM[Bearbeiten]

  • Jim Knopf und Lukas der Lokomotivführer auf CD-ROM, Folge 1 vom Terzio-Verlag für Windows 98 - XP; Veröffentlicht im Oktober 2003, ISBN 3-932992-16-4

Siehe auch[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. http://www.literature.at/webinterface/library/ALO-BOOK_V01?objid=14782&page=13&zoom=3&ocr=
  2. Kesting, Silke: Auf den Spuren von Jim Knopf; Rezension von: Ehnert, Michael: Von Lummerland nach China [Tonträger], Köln: WortArt 2009, ISBN 978-3-86604-990-1 - http://www.musenblaetter.de/artikel.php?aid=5044
  3. Julia Voss, Darwins Jim Knopf. Ein unbekanntes Kapitel in der Geschichte der Evolutionstheorie, FAZ vom 13. Dezember 2008, Nr. 292, S. 33