Jo Stafford

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Jo Stafford, ca. Juli 1946.
Fotografie von William P. Gottlieb

Jo Elizabeth Stafford (* 12. November 1917 in Coalinga, Kalifornien; † 16. Juli 2008 in Century City, Los Angeles[1]) war eine US-amerikanische Pop- und Jazz-Sängerin.

Die frühen Jahre[Bearbeiten]

Jo wurde als Tochter des Ehepaares Grover Cleveland Stafford und Anna York Stafford, einer entfernten Cousine von Sergeant Alvin York, geboren. Da sie ursprünglich Opernsängerin werden wollte, nahm sie klassischen Gesangsunterricht und lernte zudem das Klavierspiel. Während der Weltwirtschaftskrise 1929 gab sie diese Pläne jedoch auf und schloss sich direkt nach ihrem Schulabschluss ihren Schwestern Christine und Pauline an.[2] Gemeinsam waren sie als Vokalgruppe erfolgreich, hatten Radioauftritte und sangen Hintergrundmusik in Filmen. Ihre erste Radioshow war „Californian Melodies“ unter der Leitung von Davis Boekman; dann hatten die Schwestern eine fünfzehnminütige Show beim Sender WHJ, bei der Jo Stafford gleichzeitig als Pianistin tätig war. Die Staffords waren auch an der Musik zu den Filmen "Damsel in Distress"[3] und "Alexander's Ragtime Band" beteiligt; bei der Arbeit an diesem Film lernte sie Chuck Lowry, John Huddleston und den Gitarristen Clark Yocum kennen, mit denen sie später das Vokalensemble The Pied Pipers bildete.

The Pied Pipers[Bearbeiten]

Nach der Heirat ihrer Schwestern brach die Gruppe auseinander und Jo schloss sich einer neuen Band, den Pied Pipers, an. Die Gruppe wurde sehr schnell populär und arbeitete in lokalen Radiostationen und an Soundtracks von Spielfilmen. Hier wurden Axel Stordahl und Paul Weston, zwei Produzenten von Tommy Dorsey auf die Band aufmerksam. 1938 überredete Weston Dorsey, The Pied Pipers für seine Radioshow in New York zu verpflichten. Dorsey gab ihnen einen Vertrag für zehn Wochen. Nach Ausstrahlung der zweiten Sendung bekundete der Sponsor der Radiostation jedoch sein Missfallen über die Band und sie wurden gefeuert. Danach arbeiteten sie mit Frank Sinatra zusammen.

Solokarriere[Bearbeiten]

Nachdem Jo Stafford die Pied Pipers verlassen hatte, arbeitete sie mit Johnny Mercer, der im Jahr 1942 das Schallplattenlabel Capitol Records mitgegründet hatte. Mercer nahm sie als Solistin auf. In den 1950er Jahren setzte sie ihre erfolgreiche Karriere fort; ihre größten Hits waren Embraceable You, It Could Happen to You, The Night We Called it a Day, Long Ago and Far Away, No Other Love, am erfolgreichsten war sie aber mit dem Titel You Belong to Me.

Comedian[Bearbeiten]

Mit ihrem Mann Paul Weston arbeitete sie in den 1960er Jahren als Comedy-Act zusammen. Für das Album „Jonathan and Darlene Edwards in Paris“ erhielt sie 1961 den Grammy für das beste Album des Genres. Stafford zog sich aber ab 1966 zunehmend aus dem Musikgeschäft zurück, um sich um ihre Familie zu kümmern. Einen (von alten Aufnahmen eingespielten) „Kurzauftritt“ hat Jo Stafford auf Charlie Hadens Album "Haunted Heart" von 1990.

Diskografie[Bearbeiten]

Als Solistin

  • "Day By Day"
  • "Early Autumn"
  • "Feudin' and Fightin' "
  • "Goodnight Irene" (better known version by The Weavers)
  • "Here I'll Stay"
  • "I Love You"
  • "Indiscretion"
  • "It Could Happen To You"
  • "It's Almost Tomorrow" (better known version by The Dream Weavers)
  • "Ivy"
  • "Jambalaya"
  • "Just One Way To Say I Love You"
  • "The Last Mile Home"
  • "Let's Take the Long Way Home"
  • "Long Ago (And Far Away)"
  • "Make Love to Me!"
  • "No Other Love"
  • "On London Bridge"
  • "Out Of This World"
  • "Ragtime Cowboy Joe"
  • "Serenade Of the Bells"
  • "Some Enchanted Evening"
  • "Suddenly There's a Valley"
  • "Symphony"
  • "Teach Me Tonight"
  • "Thank You for Calling"
  • "That's For Me"
  • "There's No You"
  • "The Things We Did Last Summer"
  • "You Belong to Me"
  • "White Christmas"

im Duett mit Gordon MacRae

  • " "A" You're Adorable"
  • "My Darling, My Darling"
  • "Say Something Sweet To Your Sweetheart"
  • "Whispering Hope"

im Duett mit Johnny Mercer

  • Candy

im Duett mit Red Ingle

  • Timtayshun

im Duett mit Frankie Laine

  • Christmas Roses

Literatur[Bearbeiten]

  • Ken Bloom: The American Songbook - The Singers, the Songwriters, and the Songs - . New York City, Black Dog & Leventhal, 2005 ISBN 1-57912-448-8)
  • Richard Cook & Brian Morton: The Penguin Guide To Jazz on CD, sixth Edition, London, Penguin, 2002
  • Bielefelder Katalog Jazz, 1988 und 2002

Weblinks[Bearbeiten]

Anmerkungen[Bearbeiten]

  1. LA Times: “Jo Stafford, 90; singer, recording artist entertained GIs during World War II”, 18. Juli 2008 (englisch)
  2. Über ihren frühen Jahre berichtet sie: Meine beiden Schwestern traten schon im Radio auf, als ich noch zur Schule ging. Sie arbeiteten dann in Hollywood, als ich meinen Abschluss machte. Am Freitag nachmittag war ich fertig, und am Montag war ich bei ihnen und fing an, mit ihnen zu singen. J.Stafford im Gespräch mit Michael Feinstein, zit. nach Bloom, S. 114
  3. Bei diesem Film sangen sie stellvertretend für die Akteure den Song Nice Work If You Can Get It.