Joachim Ehlers

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Joachim Ehlers (* 31. Mai 1936 in Leipzig) ist ein deutscher Historiker für mittelalterliche Geschichte.

Joachim Ehlers wuchs als Sohn eines Landwirts und Wehrmachtsbeamten in seiner Geburtsstadt Leipzig auf. Ehlers machte 1957 das Abitur in Oldenburg und studierte anschließend von 1957 bis 1964 an der Universität Hamburg die Fächer Geschichte, Philosophie und Germanistik. 1964 erfolgte seine Promotion mit einem von Walther Lammers betreuten Thema über Die Wehrverfassung der Stadt Hamburg im 17. und 18. Jahrhundert. An der Universität Frankfurt am Main war er in den Jahren von 1964 bis 1971 als Wissenschaftlicher Assistent tätig. Seine Habilitation über Hugo von St. Viktor. Studien zum Geschichtsdenken und zur Geschichtsschreibung des 12. Jahrhunderts. erfolgte 1972 ebenfalls dort. Es folgten Lehrstühle für die Geschichte des Mittelalters in Frankfurt am Main und von 1980 bis 1989 an der Technischen Universität Braunschweig. Seit 1989 lehrte Ehlers bis zu seiner Emeritierung im Jahr 2001 an der Freien Universität Berlin.

Seine Forschungsschwerpunkte sind das Europäische Früh- und Hochmittelalter, die Geschichte Frankreichs und die Vergleichende europäische Bildungs- und Gesellschaftsgeschichte. 2000 legte er die erste deutschsprachige Darstellung über die Geschichte des kapetingischen Königtums vor. 2008 veröffentlichte er über Heinrich den Löwen ein Standardwerk und löste damit die bisherige Darstellung von Karl Jordan als Referenzwerk ab.

Ehlers ist Mitglied der Frankfurter Historischen Kommission, der Braunschweigischen Wissenschaftliche Gesellschaft und des Konstanzer Arbeitskreises für mittelalterliche Geschichte. Sein Sohn Caspar Ehlers ist ebenfalls habilitierter Mediävist und war Vertretungsprofessor für Mittelalterliche Geschichte an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf.

Schriften [Bearbeiten]

Monographien

  • Der Hundertjährige Krieg (= Beck'sche Reihe 2475 C. H. Beck Wissen). Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-56275-4. (2. Aufl. 2012)
  • Heinrich der Löwe. Biographie. Siedler, München 2008, ISBN 978-3-88680-787-1 (Rezension).
  • Die Ritter. Geschichte und Kultur (= Beck'sche Reihe 2392 C. H. Beck Wissen). Beck, München 2006, ISBN 3-406-50892-8 (2. Auflage. ebenda 2009, ISBN 978-3-406-50892-9).
  • Das westliche Europa. Siedler, München 2004, ISBN 3-88680-759-2.
  • Die Kapetinger (= Urban-Taschenbücher 471). Kohlhammer, Stuttgart u. a. 2000, ISBN 3-17-014233-X.
  • Heinrich der Löwe. Europäisches Fürstentum im Hochmittelalter (= Persönlichkeit und Geschichte. Bd. 154/155). Muster-Schmidt, Göttingen u. a. 1997, ISBN 3-7881-0149-0.
  • Die Entstehung des deutschen Reiches (= Enzyklopädie deutscher Geschichte. Bd. 31). Oldenbourg, München 1994, ISBN 3-486-55738-6 (3., um einen Nachtrag erweiterte Auflage. ebenda 2010, ISBN 978-3-486-59280-1).
  • Geschichte Frankreichs im Mittelalter. Kohlhammer, Stuttgart u. a. 1987, ISBN 3-17-009801-2 (Vollständig überarbeitete Neuausgabe. Primus-Verlag, Darmstadt 2009, ISBN 978-3-89678-668-5).
  • Frankreich im Mittelalter. Von der Merowingerzeit bis zum Tode Ludwigs IX. (5./6. Jahrhundert bis 1270) (= Historische Zeitschrift. Sonderhefte 11, ISSN 0018-2613). Oldenbourg, München 1982.
  • Hugo von St. Viktor. Studien zum Geschichtsdenken und zur Geschichtsschreibung des 12. Jahrhunderts (= Frankfurter historische Abhandlungen. Bd. 7). Steiner, Wiesbaden 1973.
  • Die Wehrverfassung der Stadt Hamburg im 17. und 18. Jahrhundert (= Wehrwissenschaftliche Forschungen. Abteilung Militärgeschichtliche Studien. Bd. 1, ZDB-ID 1173304-4). Boldt, Boppard 1966.

Herausgebertätigkeit

Literatur [Bearbeiten]

  • Eintrag Joachim Ehlers. In: Jürgen Petersohn (Hrsg.): Der Konstanzer Arbeitskreis für mittelalterliche Geschichte. Die Mitglieder und ihr Werk. Eine bio-bibliographische Dokumentation, Stuttgart 2001, S. 109–114, ISBN 3-7995-6906-5.
  • Oliver Jungen: Anti-Plessner. Zum siebzigsten Geburtstag des Historikers Joachim Ehlers. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 31. Mai 2006, Nr. 125, S. 36.
  • Wer ist wer? Das deutsche Who's Who. XLVII. Ausgabe 2008/2009, S. 264f.

Weblinks [Bearbeiten]