Joachim Fritsche

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Joachim Fritsche 1974

Joachim Fritsche (* 28. Oktober 1951 in Delitzsch) war Fußballspieler in der DDR-Oberliga und spielte von 1973 bis 1977 in der Nationalmannschaft der DDR.

Oberligaspieler[Bearbeiten]

Joachim Fritsche begann als Achtjähriger bei der BSG Traktor Delitzsch mit dem Fußballspielen. Noch als Juniorenspieler wurde er 1968 zum 1. FC Lokomotive Leipzig delegiert und nahm eine Lehre zum Dachdecker auf. 1970 wurde er in die 1. Männer-Mannschaft aufgenommen, die gerade als Zweitligist in das Endspiel des DDR-Pokalwettbewerbes gekommen war (2:4 gegen Vorwärts Berlin) und den Aufstieg in die DDR-Oberliga geschafft hatte. Er sollte als Nachfolger des 31-jährigen Außenverteidigers Michael Faber aufgebaut werden. Der 1,78 m große Fritsche blieb bis zum Ende der Saison 1980/81 beim 1. FC Lok. In dieser Zeit wurde er in 245 Punktspielen der Oberliga eingesetzt und schoss dabei 24 Tore. Hinzu kommen 20 Spiele in den europäischen Pokalwettbewerben, in denen Fritsche noch einmal 3 Tore erzielte. Viermal stand er im Finale des DDR-Pokalwettbewerbes. 1976 und 1981 gewann er mit seiner Mannschaft den Pokal (3:0 und 4:1 jeweils gegen Vorwärts Frankfurt). 1973 unterlag er mit Lok Leipzig 2:3 gegen den 1. FC Magdeburg, 1977 gegen Dynamo Dresden 2:3.

Nach seinem zweiten Pokalgewinn war Joachim Fritsche 30 Jahre alt geworden und hatte seinen Leistungszenit überschritten. Für den Leipziger Lokalrivalen BSG Chemie war seine Erfahrung jedoch Wert genug, ihn in die Mannschaft zu holen, die in der abgelaufenen Spielzeit den Wiederaufstieg in die Oberliga verpasst hatte. Es dauerte jedoch noch zwei weitere Jahre, ehe Chemie Leipzig 1983 wieder in die Oberliga zurückkehren konnte. Der Erfolg war allerdings von kurzer Dauer, denn nach zwei Spielzeiten musste Chemie 1985 erneut zurück in die Zweitklassigkeit. Mit dem Abstieg seiner Mannschaft beendete Fritsche nach weiteren 33 Einsätzen seine Oberligalaufbahn. Damit kam er auf insgesamt 278 Oberligaspiele und 29 Tore. Seine aktive Laufbahn schloss er beim Zweitligisten BSG Chemie Markkleeberg ab, wo er von 1985 bis 1987 spielte.

Auswahlspieler[Bearbeiten]

1969 wurde Joachim Fritsche in die DDR-Juniorenauswahl berufen und gewann mit seiner Mannschaft 1970 durch Losentscheid nach einem 1:1 gegen Schottland im Endspiel das UEFA-Jugendturnier. Insgesamt wirkte er in 19 Spielen der Juniorenauswahl mit, später kamen noch 23 Nachwuchsländerspiele hinzu. Am 29. September 1973 wurde Fritsche zum ersten Mal in der A-Nationalmannschaft im entscheidenden WM-Qualifikationsspiel gegen Rumänien (2:0) auf seiner Standardposition rechter Verteidiger eingesetzt. Da er sich diese Position mit dem stärker eingeschätzten Rostocker Gerd Kische teilen musste, kam er bis zu seinem letzten A-Länderspiel am 12. Juli 1977 (0:2 gegen Argentinien) nur zu 14 von 40 möglichen Einsätzen. Fritsche stand auch im Aufgebot für die Weltmeisterschaft 1974, kam jedoch wegen einer Trainingsverletzung zu keinem Einsatz.

Karriereausklang[Bearbeiten]

Der Delitzscher Landrat Czupalla, früher Präsident des FC-Lok-Nachfolgers VfB Leipzig, holte Joachim Fritsche 1996 als Trainer zum FSV Grün-Weiß Eilenburg (wurde später FC Eilenburg), wo dieser zusammen mit dem ehemaligen damals noch aktiven Leipziger Oberligaspieler Hans-Jörg Leitzke die Mannschaft in die siebtklassige Bezirksliga führen sollte.

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joachim Fritsche – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien