Joachim Gottschalk

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Gedenkstätte an seinem Geburtshaus in Calau

Joachim Gottschalk (* 10. April 1904 in Calau; † 6. November 1941 in Berlin) war ein deutscher Schauspieler.

Leben und Rezeption[Bearbeiten]

Joachim Gottschalk, Sohn eines Arztes, besuchte das Friedrich-Wilhelm-Gymnasium in Cottbus und fuhr nach dem Abitur im Jahr 1924 vier Jahre zur See. Nach der Abmusterung nahm er Schauspielunterricht in Cottbus und Berlin. Während eines Engagements an der Württembergischen Volksbühne in Stuttgart lernte er seine spätere Frau, die Schauspielerin Meta Wolff kennen. Am 3. Mai 1930 heirateten sie in Halberstadt und im Februar 1933 wurde ihr Sohn Michael geboren.

Nach der Machtergreifung des NS-Regimes wurde am 1. August 1933 die Reichstheaterkammer (RTK) gegründet. Nur deren Mitglieder hatten das Recht, im Deutschen Reich in einem Theaterberuf tätig zu sein. Voraussetzung für die Mitgliedschaft war der Ariernachweis, so dass jüdische Schauspieler nicht Mitglied der RTK sein konnten.

Dadurch hatte Gottschalks jüdische Frau Berufsverbot, und Joachim Gottschalk konnte nur unter Geheimhaltung seiner familiären Situation seine Schauspielkarriere fortführen. Nach einem Engagement in Leipzig spielte Gottschalk von 1934 bis 1938 in Frankfurt am Main, ehe er an die Berliner Volksbühne wechselte. Seine Theatererfolge machten ihn zu einem der populärsten Schauspieler der Reichshauptstadt. 1938 begann er seine Filmlaufbahn bei der UFA mit einer Hauptrolle an der Seite von Brigitte Horney in Wolfgang Liebeneiners Du und ich. In den Folgejahren drehte er weitere Filme. Nach Kriegsbeginn verstärkte sich der Druck des Propagandaministeriums auf den erfolgreichen Star. Hans Hinkel, Sonderbeauftragter für „Kulturpersonalien“, verlangte von Joachim Gottschalk die Scheidung, doch Gottschalk weigerte sich. 1941 wurde er an den Berliner Bühnen nicht besetzt.

Grab der Familie Gottschalk auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf

Als Joachim Gottschalk keinen Ausweg mehr sah, begingen er, seine Frau Meta und sein Sohn am 6. November 1941 in ihrer Wohnung in Berlin-Grunewald Suizid. Die Teilnahme an der Beerdigung wurde verboten; die Teilnehmer von der Gestapo fotografiert. Trotzdem nahmen einige Kolleginnen und Kollegen an der Beisetzung teil, unter ihnen Brigitte Horney, Gustav Knuth, Hans Brausewetter, Werner Hinz, Wolfgang Liebeneiner und Ruth Hellberg. Joseph Goebbels (Reichsminister für Volksaufklärung und Propaganda) verbot jeglichen Nachruf.

Das Grab der Familie Gottschalk befindet sich auf dem Südwestkirchhof Stahnsdorf bei Berlin. Seit 1999 wird es als Ehrengrab der Stadt Berlin geführt. 1957 wurde im Foyer des Schauspiels Frankfurt am Main eine vom Bildhauer Knud Knudsen gestaltete Büste des Sängers aufgestellt, die 2014 dem Kulturamt der Stadt übergeben wurde.[1]Diese soll später im Jahr 2014 im Foyer des Schauspiels Frankfurt erneut aufgestellt werden.[2]

Gedenktafel für Gottschalk und seine Familie in Berlin-Grunewald

1947 erinnerte Kurt Maetzig mit seinem DEFA-Film Ehe im Schatten an Gottschalks Schicksal. Vorlage für das Drehbuch war Hans Schweikarts Novelle Es wird schon nicht so schlimm.

In Senftenberg wurde die Wiesenstraße im Gedenken in Joachim-Gottschalk-Straße umbenannt.

Filmografie[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Gottschalks Büste ist wieder da in FAZ vom 21. Februar 2014, Seite 46
  2. Gedenken an den deutschen Clark Gable in FAZ vom 11. Mai 2014, Seite 35