Joachim Milberg

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Joachim Milberg (2000)

Joachim Milberg (* 10. April 1943 in Verl, Westfalen) ist ein deutscher Ingenieur und Manager.

Milberg war Professor an der Technischen Universität München und Mitglied des Vorstandes der Bayerischen Motorenwerke AG. Nach dem Abgang von Bernd Pischetsrieder infolge des Roverdebakels wurde Joachim Milberg 1999 Vorstandsvorsitzender.

Er war zu dieser Zeit der breiteren Öffentlichkeit nahezu unbekannt und viele Kritiker trauten ihm das Amt und die Lösung der anstehenden Probleme nicht zu. Joachim Milberg beendete das Engagement bei Rover und führte BMW zurück auf die Erfolgsspur. Seit 2004 ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates der BMW AG.

Joachim Milberg war außerdem von 2003 bis 2009 Präsident von acatech - Deutsche Akademie der Technikwissenschaften.

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Seit 2010 wird er in Verbindung gebracht mit Plänen der Bayerischen Staatsregierung, das Amerika Haus München der acatech zu übergeben. Angeblich soll er diese Idee Ministerpräsident Horst Seehofer vorgetragen und mit dem Weggang der acatech aus München nach Berlin gedroht haben.[1] Die Entscheidung der Staatsregierung ist in der Öffentlichkeit auf breite und vehemente Kritik gestoßen.[2]

Biographie[Bearbeiten]

Milberg wuchs in Sennestadt, heute ein Stadtteil von Bielefeld, auf einem Bauernhof auf.[3] Neben der klassischen Landwirtschaft betrieben seine Eltern auch ein Kohle- und Holzgewerbe.[3] 1953 bis 1959 besuchte Milberg die Realschule, 1959 bis 1962 folgte eine Ausbildung zum Maschinenschlosser bei der Gildemeister AG, unweit seines Heimathofes. 1962 bis 1965 absolvierte er ein Studium der Fertigungstechnik an der Staatlichen Ingenieurschule Bielefeld. 1966 bis 1969 folgte ein Studium der Fachrichtung Fertigungstechnik an der Technischen Universität Berlin als Stipendiat der Studienstiftung des deutschen Volkes. 1970 bis 1972 war er Wissenschaftlicher Assistent am Institut für Werkzeugmaschinen und Fertigungstechnik der Technischen Universität Berlin (Günter Spur). 1971 folgte die Promotion zum Doktor-Ingenieur (Dr.-Ing.) mit der Arbeit Analytische und experimentelle Untersuchungen zur Stabilitätsgrenze bei der Drehbearbeitung. 1972 kehrte er als Leitender Angestellter zu Gildemeister zurück. Von 1978 bis 1981 war er dort Leiter des Geschäftsbereiches Automatische Drehmaschinen. 1981 folgte die Berufung zum Ordinarius für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften an der Technischen Universität München (Institut für Werkzeugmaschinen und Betriebswissenschaften). 1986 gründete er die Prof. Dr.-Ing. Joachim Milberg Institut für Produktionstechnik GmbH (ifp consulting), seitdem ist er Gesellschafter eben dort. 1991 bis 1993 war er Dekan der Fakultät für Maschinenwesen der Technischen Universität München. 1993 schied Milberg vom Lehrstuhl und war bis 1999 Mitglied des Vorstandes (verantwortlich für Produktion) der BMW AG, München.[4] 1999 bis 2002 war er Vorstandsvorsitzender der BMW AG. Seit 2004 ist er Vorsitzender des Aufsichtsrates der BMW AG. Seit 2007 ist er Mitglied des Aufsichtsrates der SAP AG, Walldorf. Seit Juli 2010 ist Milberg als Honorarprofessor an der Universität Duisburg-Essen tätig.[5][6]

Mandate[Bearbeiten]

Ehrungen[Bearbeiten]

Veröffentlichungen[Bearbeiten]

  • Milberg, J.: Analytische und experimentelle Untersuchungen zur Stabilitätsgrenze bei der Drehbearbeitung. Diss. Techn. Univ. Berlin 1971.
  • Milberg, J. (Hrsg.): Wettbewerbsfähigkeit durch Integration. Springer Verlag. Berlin, Heidelberg New York 1988.
  • Milberg, J. (Hrsg.): Wettbewerbsfaktor Zeit in Produktionsunternehmen. Springer Verlag. Berlin, Heidelberg, New York 1991.
  • Milberg, J. (Hrsg.): Von CAD,CAM zu CIM. Verlag TÜV Rheinland. Köln 1992.
  • VDI-Gemeinschaftsausschuss CIM (Hrsg.) Obmann: Milberg, J.: Rechnerintegrierte Konstruktion und Produktion. VDI-Verlag. Düsseldorf 1992.
    • Band 1: CIM Management
    • Band 2: Integrierte Produktdatenverarbeitung
    • Band 3: Auftragsabwicklung
    • Band 4: Flexible Fertigung
    • Band 5: Produktionslogistik
    • Band 6: Kommunikations- und Datenbanktechnik
    • Band 7: Qualitätssicherung
    • Band 8: Flexible Montage
  • Milberg, J. (Hrsg.): Werkzeugmaschinen Grundlagen. Springer Verlag. Berlin, Heidelberg, New York 1992.
  • Milberg, J.; Reinhart, G. (Hrsg.): Unsere Stärken stärken - Der Weg zu Wettbewerbsfähigkeit und Standortsicherung. mi Verlag. Landberg 1994.
  • Milberg, J.; Reinhart, G. (Hrsg.): Mit Schwung zum Aufschwung - Information, Inspiration, Innovation. mi Verlag. Landberg 1997.
  • Milberg, J.; Schuh, G. (Hrsg.): Erfolg in Netzwerken. Springer Verlag. Berlin, Heidelberg, New York 2002.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. "Amerika-Haus muss umziehen". Süddeutsche Zeitung. 10. Mai 2012. Abgerufen am 10. Mai 2012.
  2. Pressespiegel http://amerikahausblog.org/pressespiegel
  3. a b Michael Machatschke: Muße nur, wenn sie Nutzen stiftet. In: Manager Magazin 7/2001. 22. Juni 2001, abgerufen am 12. November 2011.
  4. Michael Machatschke: Mit Vollgas an die Spitze. In: Manager Magazin 7/2001. 22. Juni 2001, abgerufen am 12. November 2011.
  5. BMW-Chefaufseher Milberg übernimmt Professur, manager magazin online, 31. Oktober 2010, abgerufen am 2. September 2010
  6. Pressemitteilung der Uni Duisburg-Essen
  7. a b BMW Geschäftsbericht 2002. BMW AG, abgerufen am 18. Juni 2011 (PDF; 2,7 MB).
  8. Milberg beäugt BMW. Auto, Motor und Sport, 14. Mai 2004, abgerufen am 18. Juni 2011.
  9. Joachim Milberg ist neuer Aufsichtsratsvorsitzender. IMPULSE, abgerufen am 18. Juni 2011.
  10. Aufsichtsrat und Vorstand. Festo AG, abgerufen am 18. Juni 2011.
  11. Joachim Milberg und Lars Rebien Sørensen in den Aufsichtsrat der Bertelsmann AG gewählt. Bertelsmann AG, 18. Mai 2005, abgerufen am 18. Juni 2011.
  12. Board of Director Biographies. John Deere, abgerufen am 18. Juni 2011.
  13. Mitglieder des Aufsichtsrates. ZF Friedrichshafen AG, abgerufen am 18. Juni 2011.
  14. Mitglieder des Aufsichtsrates. SAP AG, abgerufen am 18. Juni 2011.
  15. Aufsichtsrat - Wechsel an der Spitze. In: Drive - Das Magazin des ZF-Konzerns. ZF AG, 2008, abgerufen am 18. Juni 2011 (PDF; 3,0 MB).
  16. BMW Geschäftsbericht 2005. BMW AG, abgerufen am 18. Juni 2011.
  17. BMW Geschäftsbericht 2006. BMW AG, abgerufen am 18. Juni 2011 (PDF; 3,1 MB).
  18. Wechsel im Aufsichtsrat der Leipziger Messe GmbH. Leipziger Messe GmbH, 18. Januar 2007, abgerufen am 18. Juni 2011.
  19. MAN nominiert Piëch als Chef des Aufsichtsrats. In: Spiegel Online. 6. März 2007, abgerufen am 18. Juni 2011.
  20. Liste der Leibnitzpreisträger. DFG, abgerufen am 13. Juli 2010.
  21. a b VDI: Ehrungsdatenbank. Abgerufen am 13. Juli 2010.
  22. a b Joachim Milberg Biografie. WHO'S WHO, abgerufen am 13. Juli 2010.
  23. Ehrendoktoren der Universität Ljubljana. Abgerufen am 13. Juli 2010 (slowenisch).
  24. Leibniz Universität Hannover: Ehrendoktoren der Fakultäten. Abgerufen am 13. Juli 2010.
  25. Preisträger. CIRP, abgerufen am 13. Juli 2010 (englisch).
  26. "Das Goldene Lenkrad" 2001. In: Pressemitteilung. Axel Springer Verlag, 7. November 2001, abgerufen am 13. Juli 2010.
  27. Cranfield University 2002 - Honorary Graduates. Abgerufen am 13. Juli 2010 (englisch).
  28. Ehrung für Verdienste um Umweltschutz in Bayern: Geehrte Persönlichkeiten im Jahr 2002. Bayerisches Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit, abgerufen am 13. Juli 2010.
  29. Die Preisträger. SEW-EURODRIVE-Stiftung, abgerufen am 13. Juli 2010.
  30. TU Berlin: Liste Ehrenpromotionen. Abgerufen am 13. Juli 2010.
  31. Die Gauß Medaille. BWG, abgerufen am 13. Juli 2010.
  32. Preisträger. Arthur-Burkhardt-Stiftung, abgerufen am 13. Juli 2010.
  33. Neu gewählte Mitglieder 2005. Leopoldina, 2006, S. 38, abgerufen am 23. Juli 2011 (PDF; 2,1 MB).
  34. Hanns Martin Schleyer-Preis: Preisträger. Hanns Martin Schleyer-Stiftung, abgerufen am 13. Juli 2010.
  35. Träger des Bayerischer Maximiliansordens 2010. Bayerische Staatsregierung, 20. Oktober 2010, abgerufen am 24. Oktober 2010.
  36. Michael O. R. Kröher: Deutsche Forschung - Milberg und Haensch neu in der Hall of Fame. In: manager magazin online. 30. September 2011, abgerufen am 12. November 2011.