Joachimsthal (Barnim)
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| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Bundesland: | Brandenburg | |
| Landkreis: | Barnim | |
| Amt: | Joachimsthal (Schorfheide) | |
| Höhe: | 72 m ü. NN | |
| Fläche: | 120,18 km² | |
| Einwohner: | 3357 (31. Dez. 2007) | |
| Bevölkerungsdichte: | 28 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 16247 | |
| Vorwahl: | 033361 | |
| Kfz-Kennzeichen: | BAR | |
| Gemeindeschlüssel: | 12 0 60 100 | |
| Adresse der Stadtverwaltung: | Joachimsplatz 1-3 16247 Joachimsthal |
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| Webpräsenz: | ||
| Bürgermeisterin: | Gerlinde Schneider (Wählergemeinschaft) | |
| Lage der Stadt Joachimsthal im Landkreis Barnim | ||
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Joachimsthal ist eine Kleinstadt im brandenburgischen Landkreis Barnim und Verwaltungssitz des Amtes Joachimsthal (Schorfheide), dem weitere drei Gemeinden angehören.
Inhaltsverzeichnis |
[Bearbeiten] Geografie
Der Ort an Werbellinsee und Grimnitzsee befindet sich am nordöstlichen Rand der Schorfheide, welche Bestandteil des Biosphärenreservates Schorfheide-Chorin ist.
[Bearbeiten] Geschichte
Die Gegend von Joachimsthal wurde schon frühzeitig besiedelt, davon künden Hügelgräber und Gräberfelder in der Umgebung. Im Mittelalter verlief am Grimnitzsee und an der Welse die Grenze zwischen Pommern und Brandenburg. Zu deren Schutz wurde von den brandenburgischen Kurfürsten 1247 die Burg Grimnitz am Ufer des gleichnamigen Sees errichtet. Diese diente ihnen gleichzeitig als Aufenthalts- und Urkundsort. Die erste urkundlich belegte Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahr 1298. Um 1577 wurde in der Nähe der Burg eine erste Glashütte errichtet. Kurfürst Joachim Friedrich ließ 1601 eine Glashütte erbauen, für die er Glasmacher aus Böhmen ansiedelte. Später ließen sich auch andere Gewerke nieder, u. a. Tuchmacher. Der Ort wurde nun auch Flecken Joachimsthall genannt und erhielt am 1. Januar 1604 das Stadtrecht. Kurfürst Joachim Friedrich begann bald darauf mit der Errichtung einer Fürstenschule und einer Kirche, welche am 23. August 1607 geweiht wurde. Am Folgetag wurde die Fürstenschule eingeweiht und mit reichem Besitz und Einkünften ausgestattet. Dazu zählten u. a. das kurfürstliche Jagdhaus, umfangreicher Landbesitz, Fischereirechte, die Glashütte, Mühlen und verschiedene Rechte in der Stadt Joachimsthal.
Während des folgenden Dreißigjährigen Krieges wurde der Ort am 5./ 6. Januar 1636 überfallen und die Schule verwüstet. Auch die Burg Grimnitz erlitt Schäden und das Vorwerk, der Schönhof in Golzow, wurde niedergebrannt. Nach dem Dreißigjährigen Krieg wurden neue Glashütten in Grimnitz errichtet. Die Stadt Joachimsthal erholte sich jedoch nur langsam. Der nächste Schicksalsschlag war der Stadtbrand vom 20. April 1814. Er vernichtete 39 Gehöfte, den Schulamtshof mit dem Amtsgebäude, alle Ställe und Scheunen, Brauerei und Brennerei, die Kirche, die Schule und das Predigergehöft. Der Architekt Karl Friedrich Schinkel befasste sich mit dem Projekt zur Wiedererrichtung der zerstörten Gebäude. Die Kirche wurde 1820 fertig, die Schule vermutlich 1823.
Im Juli 1898 erfolgte die Inbetriebnahme der Eisenbahnstrecke von Eberswalde bis Joachimsthal, die dann im Dezember bis Templin fertiggestellt wurde. 1888 hatte man den Gutsbezirk Joachimsthal in die Stadt eingemeindet, 1929 folgen Teile des Gutsbezirkes Grimnitz-Forst und des Forstgutsbezirk Schorfheide (Joachimsthal Forst mit Dammshaus, Zorndorf und Steingrube) und 1938 auch Altgrimnitz.
[Bearbeiten] Politik
[Bearbeiten] Stadtrat
Die Stadtverordnetenversammlung von Joachimsthal besteht aus 16 Mitgliedern bei folgender Zusammensetzung:
- WG. Pro Joachimsthal 5 Sitze
- CDU 3 Sitze
- Die Linke 3 Sitze
- FDP 2 Sitze
- SPD 2 Sitze
- Einzelbewerber 1 Sitz
(Stand: Kommunalwahl am 26. Oktober 2003)
[Bearbeiten] Städtepartnerschaft
Joachimsthal unterhält seit September 1996 eine Partnerschaft mit dem polnischen Golczewo (deutsch: Gülzow).
[Bearbeiten] Kultur und Sehenswürdigkeiten
In der Liste der Baudenkmäler in Joachimsthal stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburgs eingetragenen Denkmäler.
[Bearbeiten] Bauwerke
- Im Zentrum der Stadt befindet sich die Kreuzkirche, erneuert nach Entwürfen von Karl Friedrich Schinkel ab dem Jahr 1817.
- die frühere Burg Grimnitz am Grimnitzsee
- Joachimsthalsches Gymnasium
- Bahnhof Werbellinsee (jetzt Kaiserbahnhof)
- alter Wasserturm – jetzt Aussichtsturm mit Aufzug (Biorama-Projekt)
- das Jagdhaus Hubertusstock
[Bearbeiten] Tourismus
In der Seerandstraße, am Rande von Joachimsthal, direkt am Werbellinsee, befindet sich eine Anlegestelle der Fahrgastschifffahrt.
[Bearbeiten] Stolpersteine
Am 18. Juli 2007 wurde der erste Stolperstein zum Gedenken an die jüdische Familie Chaim in der Joachimsthaler Schulstraße verlegt[1].
[Bearbeiten] Jüdischer Friedhof
Der Jüdische Friedhof wurde 1750 eröffnet. Er liegt zwischen altem und neuem städtischen Friedhof an der Zorndorfer Straße.
[Bearbeiten] Ehrenmal für die Opfer des Faschismus
Das Ehrenmal für die Opfer des Faschismus wurde 1953 errichtet. Es steht in der Töpferstraße gegenüber dem Jägerhof.
[Bearbeiten] Wirtschaft und Infrastruktur
Während es bis Ende der 90er Jahre noch einige Industrie gab (Sägewerk, Tonverarbeitung) ist jetzt neben der Landwirtschaft zunehmend der Tourismus nennenswert. Joachimsthal liegt an der Märkischen Eiszeitstraße.
[Bearbeiten] Verkehr
- Joachimsthal ist über den gleichnamigen Autobahnanschluss an der A 11 sowie über die Bundesstraße 198 aus den Richtungen Eberswalde und Angermünde zu erreichen.
- Mit der Eisenbahn ist die Stadt über die von der ODEG annäherend im Stundentakt betriebene Regionalbahnstrecke Eberswalde–Joachimsthal mit Halten im Endbahnhof Joachimsthal und in Joachimsthal Kaiserbahnhof erreichbar. Der weiterführende Streckenabschnitt nach Templin wurde 2006 für den Personenverkehr stillgelegt.
- Der Radfernweg Berlin-Usedom führt durch Joachimsthal und die Region.
[Bearbeiten] Persönlichkeiten
[Bearbeiten] Ehrenbürger
Der erste Ehrenbürger (1951) ist Dr. med. S. K. Thoden van Velzen (* 28. März 1870; † 1957), der als Arzt in der Stadt wirkte. Er hat in den letzten Kriegstagen 1945 die Zerstörung der Stadt durch die Rote Armee verhindert, indem er mit einer weiße Fahne der anrückenden Roten Armee entgegen gegangen ist.
[Bearbeiten] Personen mit enger Beziehung zu Joachimsthal
- Ferdinand Brunold, märkischer Dichter
- Hans-Jürgen Fischbeck, Bürgerrechtler
- Erhard Hausendorff, Oberlandesforstmeister
[Bearbeiten] Söhne und Töchter der Stadt
- Elisabeth Schnack (* 23. Dezember 1899 als Elisabeth Schüler; † 14. Februar 1992 in Zürich), Schweizer Übersetzerin literarischer Werke und Schriftstellerin
[Bearbeiten] Fußnoten
[Bearbeiten] Weblinks
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