Joan Didion

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Joan Didion 2005 während der „Miami Book Fair“.

Joan Didion (* 5. Dezember 1934 in Sacramento) ist eine amerikanische Journalistin und Schriftstellerin. Didion schreibt regelmäßig für The New York Review of Books und The New Yorker. In Zusammenarbeit mit ihrem (im Jahr 2003 verstorbenen) Mann, dem Schriftsteller John Gregory Dunne, schrieb sie mehrere Drehbücher. Sie lebt in New York City.

Leben[Bearbeiten]

Didion wurde in Sacramento (Kalifornien) geboren. 1956 erhielt sie ihren Abschluss an der University of California, Berkeley. Danach arbeitete sie in New York für das Modemagazin Vogue. In Didions Werken geht es oft um Kalifornien, speziell die Sechzigerjahre des 20. Jahrhunderts, und den Wandel der Welt, in der sie aufwuchs. Ihre Schilderungen von Verschwörungstheoretikern, Paranoikern und Soziopathen (dazu zählt auch Charles Manson) gelten heute als fester Bestandteil amerikanischer Literatur.

Didion ist Autorin von fünf Romanen und sieben nichtfiktionalen Büchern. Ihre Sammlung von Essays, Slouching Toward Bethlehem (1968) und The White Album (1979) – ein Buch, das in einer Rezension als Hilfsmittel zur Definition Kaliforniens als "weltweite Hauptstadt der Paranoia" beschrieben wurde – machte sie als Beobachterin der amerikanischen Politik und Kulturlandschaft bekannt. In ihrem ausgeprägten Reportage-Stil verband sie persönliche Erfahrungen mit sozialen Analysen. Dadurch wird sie oft mit Vertretern des Neuen Journalismus wie Tom Wolfe und Hunter S. Thompson in Verbindung gebracht, obwohl diese Verknüpfung von ihr selbst nie als besonders eng gewertet wurde.

Didions Buch Where I Was From (2003) gilt als das Werk mit den stärksten biografischen Zügen. Es enthält sowohl gesammelte als auch neue Essays, Reflexionen und Mythen rund um Kalifornien. Auch geht es auf das schwierige Verhältnis der Autorin zu ihrem Geburtsort und ihrer Mutter ein. Indirekt wirkt es auch als Nachsinnen über den Mythos um die amerikanische Außengrenze, den wurzellosen, konsumorientierten Lifestyle, den Kalifornien mit vorangetrieben hat.

Für ihr Buch, The Year of Magical Thinking, erhielt sie 2005 den National Book Award (Nonfiction). Kurz vor Erscheinen des Buchs, in dem sie die Trauer um ihren verstorbenen Mann verarbeitet, starb Didions 39-jährige Adoptivtochter, Quintana Roo Dunne, an einer schweren Krankheit. Ihre Hoffnungslosigkeit nach dem Verlust auch ihrer Tochter beschreibt ihr neuestes Buch "Blue Nights" (2011). Für 2012 wurde ihr die National Humanities Medal zugesprochen.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

Romane[Bearbeiten]

  • 1963 Run River
  • 1970 Play It As It Lays
    • Spiel dein Spiel, dt. von Margarete Eberhardt; Droemer Knaur, München, Zürich 1980, ISBN 3-426-00666-9.
  • 1977 A Book of Common Prayer
    • Wie die Vögel unter dem Himmel, dt. von Matthias Büttner; Droemer Knaur, München, Zürich 1978, ISBN 3-426-08891-6.
  • 1984 Democracy
  • 1996 The Last Thing He Wanted

Sachbücher[Bearbeiten]

  • 1968 Slouching Towards Bethlehem
  • 1979 The White Album
    • Das weiße Album. Eine kalifornische Geisterbeschwörung, dt. von Charlotte Franke; Kiepenheuer und Witsch, Köln 1983. ISBN 3-462-01566-7 (formal falsche ISBN)
  • 1983 Salvador
    • Salvador, dt. von Charlotte Franke; Kiepenheuer und Witsch, Köln 1984, ISBN 3-462-01610-5.
  • 1987 Miami
  • 1991 New York, Sentimental Journeys. In: The New York Review of Books, Jg. 38, Heft 1 & 2, Januar 1991
    • Überfall im Central Park. Eine Reportage, dt. von Eike Schönfeld; Hanser, München 1991, ISBN 3-446-16357-3.
  • 1992 After Henry
    • Nach Henry. Reportagen und Essays, dt. von Mary Fran Gilbert, Karin Graf und Sabine Hedinger; Rowohlt, Reinbek 1995, ISBN 3-498-01296-7.
  • 2001 Political Fictions
  • 2003 Where I Was From
  • 2003 Fixed Ideas. America Since 9.11
  • 2005 The Year of Magical Thinking
  • 2006 We Tell Ourselves Stories in Order to Live. Collected Nonfiction
    • Wir erzählen uns Geschichten, um zu leben. dt. von Antje Rávic Strubel; Claassen, Berlin 2008, ISBN 978-3-546-00409-1.
  • Im Land Gottes. Wie Amerika wurde, was es heute ist. Essays, dt. von Sabine Hedinger und Mary Fran Gilbert; Tropen, Berlin 2006, ISBN 3-932170-85-7.
  • 2011 Blue Nights

Drehbücher[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Sharon Felton (Hrsg.): The critical response to Joan Didion. Greenwood Press, Wesatport, Conn. 1994, ISBN 0-313-28534-9.
  • Ellen G. Friedman (Hrsg.): Joan Didion. Essays & conversations. Ontario Review Press, Princeton, N.J. 1984, ISBN 0-86538-035-X.
  • Michelle C. Loris: Innocence, loss and recovery in the art of Joan Didion. Lang, New York 1989, ISBN 0-8204-0661-9.

Weblinks[Bearbeiten]

Datenbanken
Rezensionen und Interviews