Joanna David

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Joanna David (* 17. Januar 1947 in Lancaster, England; eigentlich Joanne Elizabeth Hacking[1]) ist eine britische Theater- und Filmschauspielerin.

Leben[Bearbeiten]

Joanna David wurde 1947 als Joanne Elizabeth Hacking in Lancaster geboren. Ihr Vater, der Geschäftsmann John Hacking, verließ aufgrund von finanziellen Problemen seine Frau und seine drei Kinder, als Joanna David zehn Jahre alt war. Mit ihrer Mutter Davida und ihren Geschwistern, William und Diane, zog David daraufhin von einem gutbürgerlichen Vorort in Manchester ans East End von London, wo die Mutter fortan als Krankenschwester arbeitete und zudem einen Boxclub betrieb, um ihre Kinder durchzubringen. David konnte später ihren Vater in Cornwall ausfindig machen, brach jedoch anschließend jedweden Kontakt zu ihm ab.[2]

Eigentlich wollte Joanna David Balletttänzerin werden. Nachdem sie die Elmhurst Ballet School und die Royal Ballet School besuchte, letztlich jedoch nicht in das Royal Ballet aufgenommen wurde, schrieb sie sich an der Webber Douglas Academy of Dramatic Art ein, um sich zur Schauspielerin ausbilden zu lassen. Daraufhin nahm sie ihren Künstlernamen Joanna David nach dem Vornamen ihrer Mutter an und spielte fortan regelmäßig auf der Theaterbühne und im britischen Fernsehen. Ihre erste große Rolle hatte sie 1971 als Elinor Dashwood in einer vierteiligen BBC-Verfilmung von Jane Austens Roman Verstand und Gefühl (Sense and Sensibility). Ein Jahr später kam sie auch in Krieg und Frieden (War & Peace, 1972) nach Tolstoi neben Anthony Hopkins vor der Kamera zum Einsatz. 1979 folgte eine Hauptrolle als schüchterne Mrs. de Winter in Rebecca, einer weiteren Literaturverfilmung der BBC, nach Daphne du Mauriers gleichnamigem Roman. In den darauffolgenden Jahren war sie in vielen Fernsehproduktionen in eher kleinen Nebenrollen zu sehen, wie zum Beispiel in Miss Marple, Inspector Barnaby und Bleak House. 2010 trat sie in der Tragikomödie Ich sehe den Mann deiner Träume (You Will Meet a Tall Dark Stranger) von Woody Allen in einem ihrer wenigen Kinofilme auf.

Auf der Bühne war sie im Laufe ihrer Karriere in Stücken wie The Importance of Being Earnest, Was ihr wollt (Twelfth Night) oder auch in Onkel Wanja und Der Kirschgarten von Tschechow zu sehen. David ist, unter anderem neben Barbara Leigh-Hunt, Vize-Präsidentin der Theatrical Guild.[3] Sie ist zudem im Radio sowie als Erzählerin von Hörbüchern tätig.

Mit dem Schauspieler Edward Fox, den sie 1971 bei gemeinsamen Bühnenauftritten in Chichester kennenlernte und nach langjähriger Partnerschaft erst 2004 in der St. George’s Church in London heiratete, hat Joanna David die zwei Kinder Emilia (* 1974) und Frederick (* 1989).[2] Beide Kinder wurden ebenfalls Schauspieler. Mit Emilia stand Joanna David 1995 in dem BBC-Fernsehmehrteiler Stolz und Vorurteil (Pride and Prejudice, 1995) neben Jennifer Ehle und Colin Firth auch gemeinsam vor der Kamera.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 1969: Wahn der süßen Jugend (The Smashing Bird I Used to Know)
  • 1971: Sense and Sensibility (TV-Miniserie)
  • 1971: The Last of the Mohicans (TV-Miniserie)
  • 1972–1973: Krieg und Frieden (War & Peace) (TV-Miniserie)
  • 1973: The Edwardians (TV-Miniserie)
  • 1975: Ballet Shoes (TV-Serie, fünf Folgen)
  • 1976–1977: Das Hotel in der Duke Street (The Duchess of Duke Street) (TV-Serie, drei Folgen)
  • 1979: Rebecca (TV-Miniserie)
  • 1980: Lady Killers (TV-Serie, eine Folge)
  • 1982: Alexa (TV-Miniserie)
  • 1984: Brass (TV-Serie, drei Folgen)
  • 1985: Anna Karenina (TV-Film)
  • 1986: Rebellion der Rechtlosen (Comrades)
  • 1986: First Among Equals (TV-Miniserie)
  • 1987: Miss Marple – 4.50 from Paddington (TV-Reihe)
  • 1989: Prinz Kaspian von Narnia (Prince Caspian and the Voyage of the Dawn Treader) (TV-Miniserie)
  • 1991: Secret Friends
  • 1992: Inspector Morse (TV-Serie, eine Folge)
  • 1995: Stolz und Vorurteil (Pride and Prejudice) (TV-Miniserie)
  • 1996: Bramwell (TV-Miniserie)
  • 1998: Inspector Barnaby (Midsomer Murders) (TV-Serie, eine Folge)
  • 1999: Dunkle Kammern (The Dark Room) (TV-Film)
  • 1999: Das schnelle Geld – Die Nick-Leeson-Story (Rogue Trader)
  • 1999: Cotton Mary
  • 2000: The Blind Date
  • 2001: The Glass (TV-Miniserie)
  • 2002: The Forsyte Saga (TV-Miniserie)
  • 2002: Prendimi l’anima
  • 2003: The Brides in the Bath (TV-Film)
  • 2004: Familienanschluß (Belonging) (TV-Film)
  • 2004: Rosemary & Thyme (TV-Serie, eine Folge)
  • 2004: Monarch of the Glen (TV-Serie, eine Folge)
  • 2005: Falling (TV-Film)
  • 2005: Bleak House (TV-Serie, zwei Folgen)
  • 2006: The Foolish Thing
  • 1998: Doctors (TV-Serie, eine Folge)
  • 2008: Never Better (TV-Serie, zwei Folgen)
  • 2008: Mutual Friends (TV-Serie, eine Folge)
  • 2008: One of Those Days
  • 2010: Ich sehe den Mann deiner Träume (You Will Meet a Tall Dark Stranger)
  • 2011: Inspector Barnaby (Midsomer Murders) (TV-Serie, eine Folge)
  • 2012: Doctors (TV-Serie, eine Folge)

Theaterauftritte (Auswahl)[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Adrian Room: Dictionary of Pseudonyms: 13,000 Assumed Names and Their Origins. McFarland, 5. Auflage, 2010, ISBN 0-7864-4373-1, S. 134.
  2. a b Maureen Paton: "We all make fantastic blunders…". In: The Daily Telegraph, 18. September 2006
  3. vgl. ttg.org.uk