Joaquín Torres García

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Joaquín Torres García (* 28. Juli 1874 in Montevideo, Uruguay; † 8. August 1949 ebenda; auch Joaquín Torres-García) war ein uruguayischer Maler.

Leben[Bearbeiten]

Gut die Hälfte seines Lebens hat Joaquín Torres García außerhalb seines Heimatlandes verbracht. Da sein Vater nur ein armer Ladenverkäufer war, wurde er von seiner Mutter in Sachen Grundwissen unterrichtet. 1891 wanderte der 17-Jährige mit der Familie in die katalanische Heimat des Vaters aus; erst 1934 kehrte er nach Uruguay zurück. Seine künstlerische Ausbildung erhielt er an der Escuela Oficial de Bellas Artes de Barcelona (Llotja). In dieser Stadt lebte er auch von 1892 bis 1914.[1] Von 1897 an arbeitete er als Illustrator für religiöse Zeitschriften wie der Revista Popular und verschiedener Bücher. Die Zeichnungen der nächsten Jahren weisen einen von Henri de Toulouse-Lautrec geprägten Stil auf. Er erhielt Aufträge für Wand- und Fensterbilder in Kirchen, anderen öffentlichen Gebäuden und den uruguayischen Pavillon auf der Weltausstellung in Brüssel 1910. Im Jahr 1909 heiratete er Manolita Piña de Rubíes, mit der er vier Kinder hatte.

In New York, wohin er 1920 zog, versuchte er von ihm entworfenes Holzspielzeug herzustellen und zu vermarkten. Nach zwei Jahren verließ er New York wieder und kehrte nach Europa zurück, wo er zunächst in Italien lebte. Von dort ging er 1924 nach Frankreich. Bis 1926 lebte Torres García in Villefranche-sur-Mer in der Nähe von Nizza, dann in Paris. In der französischen Hauptstadt teilte er sich mit Jean Hélion ein Atelier und gründete 1930 mit Michel Seuphor die Gruppe Cercle et Carré. In dieser Zeit begann er sich für prähistorische, primitive und präkolumbische Kunst zu interessieren und entwickelte seinen Universalismo Constructivo. Ein Beispiel aus dieser Zeit ist sein Gemälde Estructure avec forme T aus 1930. Finanziell immer mehr unter Druck geraten verließ er 1932 Paris und ging nach Madrid.

Von dort kehrte er 1934, nach 43 Jahren der Abwesenheit, in seine südamerikanische Heimat zurück. In Montevideo gründete Torres García die Asociacíon de Arte Constructivo (AAC), gab Zeichenunterricht und widmete sich der Verbreitung seiner künstlerisch-ästhetischen Theorie einer spezifisch lateinamerikanischen Kunst. Aus dieser Zeit stammt sein bemaltes Objecto construido aus Holz (1938) mit den Ausmaßen 87 x 11 cm.

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 1921 Withney Studio Club, New York
  • 1933 Museo de Arte Moderno, Madrid
  • postume Ausstellungen finden in Argentinien, Frankreich, den Niederlanden, Uruguay, Kanada, den USA, England, Spanien und anderen Ländern statt

Schriften[Bearbeiten]

  • Notes sobre art. Barcelona 1913.
  • Diàlegs. Terrassa 1915.
  • El descubrimiento de sí mismo. Girona 1917.
  • Estructura. 1935.
  • Historia de mi Vida. Montevideo 1939.
  • Universalismo Constructivo: contribución a la unificación del arte y la cultura de América. 1943.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Joaquín Torres García – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Barcelona, S.39 von Helmuth Bischoff