Jobless growth

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Der Begriff jobless growth bzw. Beschäftigungsfreies Wachstum (auch jobless recovery) bezeichnet die Erholung der Konjunktur ohne Beschäftigungszunahme, somit ein Wirtschaftswachstum oder eine wirtschaftliche Erholung von einer Rezession, die jedoch nicht ausreicht, Arbeitsplätze zu schaffen.[1] Geprägt wurde der Begriff in den 1990er Jahren in den USA, um die ökonomische Situation am Ende der Amtsperiode des US-amerikanischen Präsidenten George H.W. Bush zu beschreiben. Das beschriebene Phänomen trat auch zu anderen Zeiten auf.

Auch wenn Wirtschaftswachstum tendenziell zu einer Beschäftigungszunahme führt, ist der Zusammenhang zwischen beidem nicht linear. Manche Wachstumsphasen (z. B. in Deutschland 2005 bis 2012) führen zu einem überproportionalen Abbau der Arbeitslosigkeit, andere zu einem unterproportionalem. Ralf Fücks jedenfalls ist sich sicher: „Die oft kolportierte These vom »Jobless Growth« hält einer empirischen Überprüfung nicht stand. Der Zusammenhang von Wirtschaftswachstum und Beschäftigung ist nach wie vor intakt. Die Zahl der Erwerbstätigen in der Bundesrepublik hat im Herbst 2012 ein Allzeithoch erreicht. Entgegen dem verbreiteten Eindruck haben dabei die sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnisse stärker zugenommen als die »Minijobs«“[2].

Dieser Artikel oder nachfolgende Abschnitt ist nicht hinreichend mit Belegen (beispielsweise Einzelnachweisen) ausgestattet. Die fraglichen Angaben werden daher möglicherweise demnächst entfernt. Bitte hilf der Wikipedia, indem du die Angaben recherchierst und gute Belege einfügst. Näheres ist eventuell auf der Diskussionsseite oder in der Versionsgeschichte angegeben. Bitte entferne zuletzt diese Warnmarkierung.

Andere glauben dagegen, dass die geschaffenen Arbeitsmöglichkeiten seit den 1990er Jahren in einem höheren Maß prekär seien, als dies in der Vergangenheit der Fall war. Die Ursachen sind umstritten. Produktivitätssteigerungen durch Automatisierung und strukturelle Veränderungen der Arbeitsmärkte und der Industrie werden diskutiert.[3] Als ein weiterer Grund gilt die globale Öffnung der Märkte. Bei dieser Betrachtungsweise wird angenommen, dass Unternehmen in Zeiten schlechter Konjunktur eher dazu neigen, Fertigungen aus Kostengründen in Niedriglohngebiete zu verlagern. Auch bei Konjunkturverbesserungen bleiben die verlagerten Arbeitsplätze in diesen Regionen.

Literatur[Bearbeiten]

  • Ricardo J. Caballero, Mohamad L. Hammour: Jobless growth: appropriability, factor substitution, and unemployment. National Bureau of Economic Research, 1997.

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Jörn Altmann: Wirtschaftspolitik: eine praxisorientierte Einführung. Lucius & Lucius DE, 2007, ISBN 978-3-825213-17-6, S. 51.
  2. Ralf Fücks in seinem Buch "Intelligent wachsen - Die grüne Revolution", Carl-Hanser-Verlag München, 2013, S. 120
  3. http://www.kraus-und-partner.de/990/Jobless-Growth