Jockgrim

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Jockgrim
Jockgrim
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Jockgrim hervorgehoben
49.0958.2783333333333114Koordinaten: 49° 6′ N, 8° 17′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Germersheim
Verbandsgemeinde: Jockgrim
Höhe: 114 m ü. NHN
Fläche: 12,61 km²
Einwohner: 7265 (31. Dez. 2013)[1]
Bevölkerungsdichte: 576 Einwohner je km²
Postleitzahl: 76751
Vorwahl: 07271
Kfz-Kennzeichen: GER
Gemeindeschlüssel: 07 3 34 012
Adresse der Verbandsverwaltung: Untere Buchstraße 22
76751 Jockgrim
Webpräsenz: www.vgjockgrim.de
Ortsbürgermeisterin: Sabine Baumann (CDU)
Lage der Ortsgemeinde Jockgrim im Landkreis Germersheim
Wörth am Rhein Germersheim Zeiskam Ottersheim bei Landau Knittelsheim Bellheim Scheibenhardt Berg (Pfalz) Hagenbach Neuburg am Rhein Jockgrim Neupotz Hatzenbühl Rheinzabern Steinweiler Erlenbach bei Kandel Kandel (Pfalz) Winden (Pfalz) Vollmersweiler Freckenfeld Minfeld Leimersheim Kuhardt Rülzheim Hördt Schwegenheim Lingenfeld Freisbach Weingarten (Pfalz) Westheim (Pfalz) Lustadt Baden-Württemberg Frankreich Speyer Rhein-Pfalz-Kreis Neustadt an der Weinstraße Landkreis Südliche Weinstraße Landau in der PfalzKarte
Über dieses Bild

Jockgrim ist eine Ortsgemeinde im Landkreis Germersheim in Rheinland-Pfalz. Sie ist Verwaltungssitz der gleichnamigen Verbandsgemeinde, der sie auch angehört. Jockgrim ist gemäß Landesplanung als Grundzentrum ausgewiesen.[2]

Geschichte[Bearbeiten]

Ortsgeschichte[Bearbeiten]

Jockgrim, auf einem Sporn des Rheinhochufers, zählt zu den großen Gemeinden des Landkreises Germersheim. Der im Jahre 1223 erstmals unter dem Namen „Jochenheim“ erwähnte Ort war im Mittelalter im Besitz des Speyerer Fürstbischofs, der dort zeitweise seinen Sitz innehatte. Aus dieser Zeit stammt die heute noch teilweise gut erhaltene Stadtmauer, während die Burgvogtei und die übrigen Festungsanlagen 1793 durch Jakobinerheere geschleift wurden.

Auf Grund der reichhaltigen Tonvorkommen erlebte der Ort durch die Herstellung von Dachziegeln im 19. Jahrhundert einen großen wirtschaftlichen Aufschwung, der eng mit dem Familienunternehmen Ludowici verknüpft ist.

Burg Jockgrim[Bearbeiten]

Plan der Burg Jockgrim im 18. Jahrhundert

Bischof Nikolaus von Speyer ließ 1390 in Jockgrim eine Burg errichten. Nach Zerstörung in den Réunionskriegen wurde sie unter Hugo Damian von Schönborn wiederaufgebaut und in der Französischen Revolution endgültig zerstört. Die Burg sicherte den nördlichen Abschluss der Ortsbefestigung (auf allen anderen Seiten fällt das Gelände steil zur Rheinniederung ab) und war von Wassergräben umgeben. Erhalten sind lediglich einige Fundamente, die von neueren Gebäuden überbaut sind.

Religion[Bearbeiten]

2012 waren 49,6 Prozent der Einwohner katholisch und 21,3 Prozent evangelisch. Die übrigen gehörten einer anderen Religion an oder waren konfessionslos.[3]

Politik[Bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten]

Der Gemeinderat in Jockgrim besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 25. Mai 2014 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und der ehrenamtlichen Ortsbürgermeisterin als Vorsitzende.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[4]

Wahl SPD CDU GRÜNE FWG BfJ Gesamt
2014 4 8 2 4 4 22 Sitze
2009 4 9 2 7 22 Sitze
2004 3 10 2 1 6 22 Sitze

Ortsbürgermeister[Bearbeiten]

  • 0000–1999: Helmut Schloß (CDU)
  • 1999–2004: Konrad Milli (CDU)
  • 2004–2014: Jörg Scherer (Bürger für Jockgrim)
  • 2014–0000: Sabine Baumann (CDU)

Wappen[Bearbeiten]

Die Blasonierung des Wappens lautet: „In Rot ein silbernes Gemarkungszeichen in Form eines lateinischen A (Pflugschleife).“

Es wurde 1925 vom Bayerischen Staatsministerium des Innern genehmigt und geht auf ein Gerichtssiegel aus dem Jahr 1753 zurück.[5]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten]

Bei einem internationalen Bildhauersymposium entstand im Bürgerpark 1989 der Skulpturenweg Jockgrim. Er ist gleichzeitig ein Teilstück des Skulpturenwegs Rheinland-Pfalz.

Bauwerke[Bearbeiten]

Im 19./20. Jahrhundert war Jockgrim Standort der Falzziegelwerke Carl Ludowici,[6] dem europäischen Marktführer auf diesem Gebiet, dessen Erzeugnisse in der halben Welt noch heute zu sehen sind. Das Ziegeleimuseum, der begehbare Ringofen unter der Verbandsgemeindeverwaltung, verschiedene weitere Gebäude und zahlreiche Dächer erinnern an diese Zeit.

Das durch historische Fachwerkhäuser geprägte „Hinnerstädel“ beeindruckt durch sein idyllisches Flair und hat schon manchem Künstler eine dauerhafte Bleibe gegeben. Dieser Ortsteil (Ludwigstraße) ist der wohl älteste erhaltene Teil Jockgrims. Reste der alten Stadtmauer und das Zehnthaus[7] sind hier zu besichtigen. In diesem Ortsteil wird zudem alle zwei Jahre das sogenannte „Hinnerstädelfeschd“ ausgetragen, zuletzt im Herbst 2012.

Eine weitere Sehenswürdigkeit ist das restaurierte Exemplar eines Kugelhauses, erfunden von Johann Wilhelm Ludowici. Es steht in der Nähe des Bürgerhauses und enthält alles, was für einen Zwei-Personen-Haushalt erforderlich ist.

Naherholungsgebiet Johanneswiesen[Bearbeiten]

Der Badestrand des ehemaligen Baggersees Johanneswiesen im Sommer

Ursprünglich durch die Abbauarbeiten der Kieswerke geschaffen, dient der Baggersee Johanneswiese derzeit als Badesee,[8] Naturschutzreservat und Angelrevier. Dies ist durch die große Wasserfläche möglich, die allerdings nur sehr begrenzt als Schwimmfläche genutzt werden kann. Die Messwerte der Qualität des Badewassers unterschreiten die für die Qualitätsstufe „ausgezeichnet“ erforderlichen EU-Grenzwerte um ein Vielfaches.[9]

Der See Johanneswiesen ist in den Monaten Mai bis September montags bis sonntags von 9:00 bis 21:00 Uhr geöffnet und wird zeitweise von der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) durch die Ortsgruppe Wörth am Rhein überwacht. Es gibt sanitäre Anlagen und einen Imbiss/Kiosk, der Getränke und kleinere Speisen bietet. Zur Pflege und dem Erhalt der Anlage wird eine Eintrittsgebühr erhoben.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten]

Jockgrim hat einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Schifferstadt–Wörth. Seit Dezember 2010 fährt zwischen Germersheim und Wörth am Rhein die Stadtbahn Karlsruhe. Dazu wurde die Strecke elektrifiziert.

Erdölleitung[Bearbeiten]

Durch das Gebiet der Gemeinde verläuft die Pipeline der Société du Pipeline Sud-Européen (SPSE) vom südfranzösischen Fos-sur-Mer zur nahegelegenen Mineralölraffinerie Oberrhein.

Persönlichkeiten[Bearbeiten]

Söhne und Töchter des Ortes[Bearbeiten]

Personen, die vor Ort gewirkt haben[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jockgrim – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Statistisches Bundesamt – Gemeinden in Deutschland mit Bevölkerung am 31. Dezember 2013 (XLS-Datei; 4,0 MB) (Fortgeschriebene amtliche Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu)
  2. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
  3. KommWis, Stand: 31. Dezember 2012
  4. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen
  5. Karl Heinz Debus: Das große Wappenbuch der Pfalz. Neustadt an der Weinstraße 1988; ISBN 3-9801574-2-3
  6. Vgl. diverse Festschriften der Falzziegelwerke Carl Ludowici (Archiv Historische Dachziegel).
  7. Zehnthaus Jockgrim
  8. Seite der VG-Jockgrim über das Naherholungsgebiet Johanneswiesen Jockgrim
  9. Wasserwirtschaftsverwaltung RLP über die Johanneswiese im Jockgrim