Jodie Whittaker

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Jodie Whittaker auf dem Toronto International Film Festival (2008)

Jodie Whittaker (* 1982 in Huddersfield, West Yorkshire) ist eine britische Schauspielerin.

Biografie[Bearbeiten]

Jodie Whittaker begann ihr Schauspielstudium 2002 an der renommierten Londoner Guildhall School of Music and Drama, wo bekannte Mimen wie Eileen Atkins, Honor Blackman oder Daniel Craig ihre Ausbildung absolvierten. Nachdem sie u. a. in schuleigenen Produktionen aufgetreten und die weibliche Hauptrolle in der Shakespeare-Komödie Troilus und Cressida interpretiert hatte, schloss Whittaker 2005 ihr dreijähriges Studium mit dem Gewinn der Guildhall-Goldmedaille ab[1].

Im Herbst desselben Jahres feierte die 1,68 m große Schauspielerin ihr Londoner Theaterdebüt am Shakespeare's Globe als Ampelisca in Mark Rylances Inszenierung von Plautus' Komödie The Storm[2]. 2006 folgte ein Auftritt in dem Fernsehspiel The Last Will and Testament of Billy Two-Sheds aus der Reihe The Afternoon Play, in dem sie als gestresste Philosophie-Studentin mit einem geerbten Schrebergarten eines verstorbenen Onkels (gespielt von James Bolam) konfrontiert wird[3]. Nach der BBC-Produktion, die ihr den Darstellerpreis bei den Royal Television Society Awards einbrachte[4], erhielt Jodie Whittaker den Zuschlag für die weibliche Hauptrolle in Roger Michells Tragikomödie Venus. Der Film, der auf einem Original-Drehbuch von Hanif Kureishi basiert, handelt von einem wenig erfolgreichen Londoner Schauspielveteranen (gespielt von Peter O'Toole), der durch die Bekanntschaft mit der ziellosen 19-jährigen Großnichte eines Freundes aus seiner Lethargie gerissen wird. Venus, der am 20. Dezember 2006 in ausgewählten US-amerikanischen Kinos startet, wurde von den Kritikern vor allem aufgrund der schauspielerischen Leistung seines Hauptdarstellers Peter O'Toole gelobt und konkurrierte bei der Verleihung der British Independent Film Awards Ende November 2006 gegen Produktionen wie den späteren Gewinnerfilm This Is England und Die Queen von Shane Meadowes bzw. Stephen Frears. Ebenso das Lob der internationalen Filmkritiker erhielt Jodie Whittaker zugesprochen, die für ihre erste Kinorolle u. a. für den British Independent Film Award als meistversprechende Neuentdeckung und in den USA für einen Satellite Award nominiert wurde.

Nach den Dreharbeiten zu Venus sah man Jodie Whittaker Anfang Mai 2006 erneut am Londoner Almeida Theatre neben Jack Davenport, Amanda Root, Sean Chapman und Amanda Drew in Michael Attenboroughs Revival von Maxim Gorkis Die Feinde (Enemies). In der Neufassung des Dramatikers David Hare über die russische Gesellschaft am Rande der Revolution, agierte sie als jüngstes Ensemblemitglied in der Rolle der jungen und romantischen Idealistin Nadya. Im selben Jahr folgten u. a. Gastauftritte in Reginald Hills Krimiserie Dalziel und Pascoe und dem BBC-Fernsehfilm This Life: Ten Years On. 2008 war Whittaker in Vicente Amorims Drama Good zu sehen, der Verfilmung eines Theaterstücks von C. P. Taylor. In der 15 Mio. US-Dollar teuren Produktion schlüpfte der US-Amerikaner Viggo Mortensen in die Rolle eines Wissenschaftlers, der sich im Deutschland der 1930er Jahre zum Beitritt in die NSDAP verführen lässt.[5]

2012 übernahm Whittaker in Polly Findlays moderner Inszenierung von SophoklesAntigone am Royal National Theatre die Titelrolle.

Jodie Whittaker, die sich bei ihrer Theaterarbeit durch ihre Altstimme und Mezzosopran und das Nachahmen von Dialekten bewährte (u. a. Dublin-, Essex-, Liverpool- und Yorkshire-Akzent)[6], arbeitete vor ihrer Schauspielkarriere als Pflegehelferin in einem Seniorenheim. Zu ihren weiteren Fertigkeiten zählen Squash, Athletik und ein erfolgreich bestandener PADI Open Water Diver-Kurs.

Filmografie (Auswahl)[Bearbeiten]

  • 2006: The Afternoon Play (Fernsehserie, Folge: The Last Will and Testament of Billy Two-Sheds)
  • 2006: Doctors (Fernsehserie, Folge: Ignorance Is Bliss)
  • 2006: Venus
  • 2006: Dalziel und Pascoe (Dalziel and Pascoe, Fernsehserie)
  • 2006: This Life: Ten Years On (Fernsehfilm)
  • 2007: Die Girls von St. Trinian (St. Trinian’s)
  • 2008: Good
  • 2008: Tess of the D’Urbervilles (Fernsehmehrteiler)
  • 2008: The Shooting of Thomas Hurndall (Fernsehfilm)
  • 2008: Wired (Fernsehserie, drei Folgen)
  • 2008: Liebe zwischen den Zeilen (Consuming Passion, Fernsehfilm)
  • 2009: Svengali (Fernsehfilm)
  • 2009: White Wedding
  • 2009: Swansong
  • 2009: Kopfgeld – Perrier’s Bounty (Perrier’s Bounty)
  • 2009: St. Trinian’s: The Legend of Fritton’s gold
  • 2009: Cranford (Fernsehmehrteiler)
  • 2010: Royal Wedding (Fernsehfilm)
  • 2010: Ollie Kepler’s Expanding Purple World
  • 2011: Marchlands (Fernsehserie)
  • 2011: Attack the Block
  • 2011: Zwei an einem Tag
  • 2011: A Thousand Kisses Deep
  • 2011: Black Mirror (Miniserie)

Bühnenstücke[Bearbeiten]

  • 2005: The Storm
  • 2006: Die Feinde (Enemies)
  • 2012: Antigone

Preis-Nominierungen[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Jodie Whittaker – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. vgl. Bamigboye, Baz: How the lord saw good in Myra Hindley. In: Daily Mail (London), 11. November 2005, ED 1ST 04, S. 54
  2. vgl. Parker, Mike: Culture - A twist of fate. In: Morning Star, 18. August 2005
  3. vgl. McNeil, Robert: TV review: Dream of peace in our allotted time. In: The Scotsman, 1. Ed., 18. Januar 2006, S. 52
  4. vgl. Laws, Roz ; Cole, Paul ; Haywood, Bob: Jodie takes Brum road to the stars. In: Sunday Mercury, First Edition, 22. Oktober 2006, S. 2
  5. vgl. Meldung bei moviegod.de
  6. vgl. Profil bei gsmd.ac.uk (engl.)