Joe Davis (Billardspieler)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Joe Davis
Joe Davis
Geburtstag 15. April 1901
Geburtsort Whithwell, Derbyshire
Sterbedatum 10. Juli 1978
Sterbeort Hampshire
Nationalität EnglandEngland England
Aktive Zeit 1927–1964
Erfolge im Snooker
Weltmeisterschaft 15× Sieger (1927–1940, 1946)
Höchstes Break 147 (1955)
Century Breaks 689[1]
Erfolge im English Billiards
Weltmeisterschaft 4× Sieger (1928–1930, 1932)
4× Finalist (1926–27, 1933–34)
Höchste Serie 2002[2]

Joe Davis OBE (* 15. April 1901 in Whithwell, Derbyshire; † 10. Juli 1978 in Hampshire) war ein englischer Billardspieler. Er war seit 1919 Billardprofi und spielte schon bald darauf insbesondere Snooker.

Karriere[Bearbeiten]

Seine Eltern besaßen ein Hotel namens „Queens Hotel" in Whittington Moor, ca. 3 km nördlich von Chesterfield. Dort stand ein English-Billiards-Tisch, an dem Davis im Alter von 11 Jahren anfing zu spielen. Mit 12 Jahren spielte er schon eine Serie von 100 und mit 13 gewann er dann bereits die lokale „Amateur Billiards Championship“. Damit war der Grundstein für seine außerordentliche Karriere gelegt.[3]

1927 organisierte er die erste Snookerweltmeisterschaft mit und gewann diese durch einen Sieg von 20:11 Frames gegen Tom Dennis. Das Preisgeld betrug 6,10 Englische Pfund. Davis gewann danach jede Weltmeisterschaft, bis er 1946 von diesem Turnier zurücktrat. Er hält mit 15 gewonnenen Titeln den Rekord. In den Jahren 1928–1930 und 1932 war er sogar Doppelweltmeister, 4 Titel konnte er in diesen Jahren nämlich auch noch in English Billiards erzielen. Trotz seines Rücktritts von der Weltmeisterschaft spielte Davis noch bis 1964 als Profi Snooker. Bei seinem letzten Titelgewinn bei der Weltmeisterschaft am 19. Mai 1946 [4] war er der bis dahin älteste (45 Jahre, 34 Tage) Titelgewinner, ein Rekord der erst 32 Jahre später, am 29. April 1978 [5], durch den Waliser Ray Reardon (45 Jahre, 203 Tage) gebrochen wurde. Dieser ist noch heute gültig.

Sein erstes Century Break spielte Davis 1928, 1953 hatte er davon bereits 500 gespielt. Fünf Mal setzte er einen neuen Rekord, teilweise war es sein eigener, 1937 auf 137 Punkte, 1938 (138), 1947 (140), 1950 (146) und schließlich am 22. Januar 1955 das erste Maximum Break (147) [6]. 1935 erzielte Davis auch das erste auf einer Weltmeisterschaft gespielte Century.[7] Während seine Karriere spielte er insgesamt 689 Century Breaks[1][8]. Ergänzend zu seinen Erfolgen im Snooker trug er von 1928 bis 1938 den Titel World Professional Billards Champion.

Am 26. Oktober 1959 stellte Joe Davis Snooker Plus, eine Erweiterung des gewöhnlichen Snookers, vor[9]. Er erhoffte sich durch zwei zusätzliche farbige Bälle ein spannenderes Spiel. Diese Erweiterung setzte sich jedoch nie durch.

Privates[Bearbeiten]

Im elterlichen „Queens Hotel" betrieb sein Vater im Clubraum ein Stummfilmkino und seine Schwester spielte dazu das Klavier.[3]

Joes zwölf Jahre jüngerer Bruder Fred Davis war ebenfalls ein erfolgreicher Snookerspieler und achtmaliger Snooker-Weltmeister. Beide sind nicht mit Steve Davis verwandt.

Als er seinem Bruder Fred im Halbfinale der Weltmeisterschaft 1978 zusah, erlitt Davis einen Kollaps, an dessen Folgen er zwei Monate später, am 10. Juli 1978, verstarb.[7]

Davis war seit 1945 mit June Davis (geb. Malo, am 23. Juli 1910), einer ehemaligen Sängerin, verheiratet, die 2008 am Tage ihres 98. Geburtstages verstarb. Sie hatte noch mit Freunden ihren Geburtstag gefeiert, als sie am frühen Abend nach Hause zurückkehrte, einen Anruf ihres Freundes Ted Lowe entgegennahm und eine halbe Stunde später entschlief.[10]

Sein Enkel, Joe Davis III, wohnt gegenwärtig in San Jose, Kalifornien.[11]

Auszeichnungen[Bearbeiten]

1963 wurde Davis von Elisabeth II. zum Officer of the Order of the British Empire ernannt.

2011 war Davis der erste Spieler, der in die Snooker Hall of Fame aufgenommen wurde[7].

Werke[Bearbeiten]

  • How I Play Snooker. Country Life, London 1949. Neuauflage: Star Books, London 1975, ISBN 0-352-30057-4.
  • Advanced Snooker. Country Life, London 1954.
  • Complete Snooker. Country Life, London 1967. Neuauflage: W. H. Allen, London und New York 1974, ISBN 0-491-01521-6.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b Joe Davis in Encyclopedia Britannica Abgerufen am 22. April 2012
  2. Davis's Break of 2002 (Englisch), The Courier-Mail. 14. Februar 1935. Abgerufen am 17. Oktober 2012. 
  3. a b Joe Davis – His Story Interview mit Joe Davis. Abgerufen am 13. Februar 2013.
  4. World Snooker Title Nachricht im "The Advertiser" vom 20. Mai 1946. Abgerufen am 23. Mai 2012.
  5. Davis wins marathon final auf ESPN-online. Abgerufen am 23. Mai 2012
  6. Calendar of events in the history of English Billiards and Snooker (Januar) auf Snookergames.co.uk. Abgerufen am 23. Mai 2012
  7. a b c Spielerprofil auf Chris Turner's Snooker Archive. Abgerufen am 24. April 2012
  8. The 147 Club Abgerufen am 22. April 2012
  9. Snooker Plus Zeitungsartikel im The Glasgow Herald vom 27. Oktober 1956. Abgerufen am 17. April 2012
  10. Meldung über Ableben von June Davis am 23. Juli 2008 auf SupremeSnooker.com. Abgerufen am 27. Mai 2012
  11. Profil auf BraytonCues.co.uk. Abgerufen am 27. Mai 2012
Dieser Artikel existiert auch als Audiodatei.
Gesprochene Wikipedia Dieser Artikel ist als Audiodatei verfügbar:
Speichern | Informationen | 03:10 min (1,6 MB) Text der gesprochenen Version (15. November 2011)
Mehr Informationen zur gesprochenen Wikipedia