Joe Willenpart

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Joe Willenpart (links) und Gerhard Berger, der in Willenparts Lotus sitzt

Johannes „Joe“ Willenpart (* 1953 in Scheibbs, Niederösterreich) ist ein österreichisch-amerikanischer Unternehmer und Besitzer einer großen Sammlung von Oldtimern und Formel-1- und Formel-2-Wagen, darunter die weltweit größte Sammlung an originalen Jochen Rindt-Rennwagen.

Beruflicher Werdegang[Bearbeiten]

Joe Willenpart ging 1976 nach Maryland[1], wo er 1981 die Sicherheitstechnikfirma Austronic Security Systems gründete, die kurzzeitig verkauft und 2000 als Vintage Security neugegründet wurde. Die Geschäftsbereiche umfassen unter anderem Zugangskontrolle, Videoüberwachung, Alarmanlagen, Brandalarmanlagen etc.[2][3]

Willenpart lebt mit seiner Familie wieder in Scheibbs bzw. Melk und pendelt beruflich regelmäßig in die USA.

Sammlung[Bearbeiten]

Willenparts Vater war Autohändler und besaß eine Autowerkstätte in Scheibbs. Joe Willenpart wollte selbst Rennfahrer werden, doch war ihm das finanziell verhindert. Nach dem großen finanziellen Erfolg als Unternehmer wurde er leidenschaftlicher Sammler von Oldtimern und Rennwägen, darunter drei originale Formel-1 und Formel-2 Lotus von Jochen Rindt, Lotus 49B/C R6, Lotus 72/1, Lotus 69/4 Formel 2 aus dem Team Lotus, einen Williams FW08C/09 von Keke Rosberg, einen Porsche 356C/SC Calif. Blackplate, ein Rolls-Royce Silver Ghost, Baujahr 1914, sowie den berühmte Renntransporter, den Lotus 1967 auf dem Chassis eines Londoner Doppeldecker-Busses bauen ließ.[1] Die drei Ex-Rindt-Autos aus Joe Willenparts Fuhrpark spielen in Hubert Lepkas Jochen-Rindt-Oper wichtige Rollen.[4] Willenpart fährt seine Sammlerstücke bei historischen Rennen wie dem Histo Cup, Loser Bergtrophy, der Ennstal-Classic oder der Wachau–Classic, wo sie immer für großes Medien-Interesse sorgen.[5][6][7] Seine „Heimstrecke“ ist der Wachauring bei Melk. 2007–2008 war im Stadtmuseum Graz die Ausstellung Jochen-Rindt Memorial zu sehen. In der dazu erschienenen DVD Jochen Rindt- unforgettable kommen Wissenschaftler und Wegbegleiter zu Wort, darunter auch Joe Willenpart.[8]

Jochen Rindt Lotus 49B/C[Bearbeiten]

Jochen Rindt 1969 im Lotus 49B beim Training auf dem Nürburgring
Rindt 1970 im Lotus Formel 2
Lotus Renntransporter von 1967, davor Willenparts Lotus 72 und Willenpart selbst rechts

Graham Hill wurde mit dem 1968 gebauten Lotus 49 mit Chassisnummer 6 in diesem Jahr Weltmeister und hat damit den letzten Lauf in Mexico gewonnen. Im Jahr darauf, 1969, hatte Hill mit der Nummer 6 auf dem Circuit de Montjuïc in Barcelona den bekannten Unfall, weil der hoch über dem Heck liegende Flügel gebrochen war. Das Auto war zunächst nicht sehr stark beschädigt, doch dem nachkommenden Jochen Rindt brach kurz darauf ebenfalls der Heckflügel und er kollidierte mit dem Hill-Wagen. Für Hill baute Lotus ein neues Auto und für Rindt wurde Hills Chassisnummer 6 repariert. Rindt fuhr mit diesem Auto weiter und gewann am 5. Oktober. 1969 holte er in Watkins Glen seinen ersten Grand Prix, 1970 feierte er damit seinen wahrscheinlich genialsten Sieg, in Monaco. Es war jenes unvergessliche Rennen, in dem er in der letzten Kurve an Jack Brabham vorbeifuhr, der sich unter dessen Druck verbremst hatte.

Das Auto stand ursprünglich im Beaulieu-Museum. 1980 wurde es gegen einen Ferrari eingetauscht und kam zu Jack Sutton nach Paris, der eine große Ferrari-Sammlung mit Rennstrecke besitzt. Sutton verkaufte einige Autos, darunter den Lotus, und Bruce McCawl erwarb ihn für seine Sammlung in Seattle, restaurierte ihn aber nie. Willenpart erwarb das Auto 2003, seit Herbst 2004 wurde der Wagen bei Hall & Hall in England völlig neu aufgebaut.[1]

Hauptartikel: Lotus 49

Jochen Rindt Lotus 69/4 Formel 2[Bearbeiten]

1970 fuhr Jochen Rindt auch in der Formel 2 einen Lotus, einen Lotus 69/4, mit dem er im April 1970 in Thruxton mit Poleposition und schnellster Runde gewann.[1] In diesem Wagen fuhr Jochen Rindt sein letztes Rennen, in Österreich am Salzburgring, einen Formel-2-Lauf.

Jochen Rindt Lotus 72/1[Bearbeiten]

Mit diesem Lotus 72/1 fuhr Rindt Testfahrten, mit dem Lotus 72/2 jedoch gewann Jochen Rindt in Zandvoort, Clermont-Ferrand, Brands Hatch und Hockenheim vier Grandes Prix in ununterbrochener Reihenfolge, einer der größten Individualleistungen in der Geschichte und der Aufbruch in eine neue Ära, das Zeitalter der totalen Aerodynamik.[9] Mit diesem Wagen hatte Rindt seinen tödlichen Unfall im Abschlusstraining für den Grand Prix in Monza am 5. September 1970.

Hauptartikel: Lotus 72

HMS Hethel Lotus Renntransporter (1967)[Bearbeiten]

Rosberg im Williams FW09 beim Grand Prix in Dallas 1984

Renntransporter, den Lotus 1967 auf dem Chassis eines Londoner Doppeldecker-Busses bauen ließ, der Bus wurde in den Gold Leaf-Team Lotus Farben komplett restauriert. In diesem Bus haben sich Jim Clark, Graham Hill, Jochen Rindt und Emerson Fittipaldi umgezogen, Motorhomes gab es noch keine.[1]

Keke Rosberg Williams FW08C/09[Bearbeiten]

Rosberg war 1982 Weltmeister, daher trägt dieses Auto die Startnummer eins. Am 19. Juli 1983 fuhr Ayrton Senna in Donington zum ersten Mal einen Formel 1, es war dieser Rosberg-Williams. Innerhalb von fünf Runden stellte er die Bestzeit des Williams-Testpiloten Jonathan Palmer ein, letztlich war er um 2 Sekunden schneller als Palmer. Trotzdem bekam Senna keinen Williams-Vertrag, er musste bei Toleman-Hart seine Formel 1 Karriere starten.[1]

Rolls-Royce Silver Ghost Baujahr 1914[Bearbeiten]

Modell der Reihe „Alpine Eagles“, offiziell „Continental models“, der Serie YB, Chassisnummer 43YB. Dieses Auto wurde zu Anfang des letzten Jahrhunderts von Rolls-Royce für die Österreichische Alpenfahrt entwickelt und am Katschberg getestet.[10]

Hauptartikel: Rolls-Royce Silver Ghost

Ausstellungen[Bearbeiten]

  • 2007–2008 Jochen-Rindt Memorial, Leihgabe der Jochen-Rindt Fahrzeuge, Stadtmuseum Graz
  • 2009 Jochen-Rindt Oper, Opernausstattung, Salzburgring, Salzburg[11]

DVD-Editionen[Bearbeiten]

  • 2007 „JOCHEN RINDT – UNFORGETTABLE!“, DVD zur Ausstellung Jochen-Rindt Memorial im Stadtmuseum Graz

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. a b c d e f Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatHelmut Zwickl: Ennstal Classic gedenkt Jochen Rindt. Autosport.at, 2005, abgerufen am 29. Juli 2009.
  2. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatTaNoah Morgan, Sun Staff: Willenpart comes back to home security. Vintage Garage.at, 2002, abgerufen am 29. Juli 2009.
  3. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVintage Security: About Us. VintageSecurity.com, 2005, abgerufen am 29. Juli 2009.
  4. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatVorlage:Internetquelle/Wartung/Datum nicht im ISO-FormatKonnie Aistleitner: Multimedia-Oper in der Boxengasse. SVZ Kultur, 10. Juli 2009, abgerufen am 30. Juli 2009 (PDF; 1,9 MB).
  5. Interview mit Helmut Zwickl(abgerufen am 30.Juli 2009)
  6. Wachau Classic(abgerufen am 30. Juli 2009)
  7. Classic Rallye Wien-Triest (Version vom 20. November 2008 im Internet Archive) (abgerufen am 30. Juli 2009)
  8. Stadtmuseum Graz(abgerufen am 30.Juli 2009)
  9. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatKlaus Ewald: Jochen Lives. ResearchRacing.de, 2000, abgerufen am 29. Juli 2009.
  10. Vorlage:Internetquelle/Wartung/Zugriffsdatum nicht im ISO-FormatProva: Ennstal-Classic 2003: 155 Autos, 52 Marken, 14 Nationen. Prova.de, 2009, abgerufen am 2. August 2009.
  11. Bericht über Jochen Rindt Oper im ORF (abgerufen am 5. August 2009)