Johan Gregor van der Schardt

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Johan Gregor van der Schardt (* um 1530 in oder bei Nimwegen; † wahrscheinlich 30. November 1591 auf Uraniborg auf Hven[1]) war ein Bildhauer der Übergangszeit von der Spätrenaissance zum Manierismus.

Leben[Bearbeiten]

Schardts Ausbildungsstationen werden in den Niederlanden und in Italien vermutet. In Italien wird er dem Umfeld Andrea Palladios zugeordnet und von Giorgio Vasari anerkennend als Bildhauer erwähnt.[2] 1569 ereilt ihn der Ruf an den Hof Kaiser Maximilians II.. In der Reichsstadt Nürnberg arbeitete er gemeinsam mit Wenzel Jamnitzer einen Tischbrunnen für den Hof in Wien (1571-76), von dem sich vier Karyatiden erhalten haben, die im Kunsthistorischen Museum in Wien verwahrt werden. In Nürnberg entstanden 1570 auch die bemalten Terrakottabüsten des Patrizierpaares Imhoff, die im 19. Jahrhundert aus der Sammlung Minutoli in die Sammlung des heutigen Bode-Museums in Berlin gelangten, das auch bis Februar 2009 seinen Merkur[3] in Bronze aus dem J. Paul Getty Museum zeigt. Ein kleinerer Merkur findet sich in den Sammlungen des Landesmuseum Württemberg[4] Beide stammen aus dem Kunstkabinett Praun, das auch über einhundert Nachbildungen von Kunstwerken seiner Zeit umfasste, die van der Schardt als Miniaturen gefertigt hatte. Diese Nachbildungen sind heute in mehrere große Museen Europas und Nordamerikas verstreut. Wohl um 1575 wirkte er gemeinsam mit anderen Künstlern wie dem Nürnberger Georg Labenwolf auf der Insel Hven an der Dekoration des Schlosses Uraniborg des dänischen Astronomen Tycho Brahe mit.[5] Reste der Bauplastiken Schardts für Uraniborg befinden sich heute in den Historischen Sammlungen der Universität Lund. 1577-79 entstanden in Kopenhagen seine Bronzebüsten des dänischen Königspaares Friedrich II.[6] und Sophie von Mecklenburg, die heute auf Schloss Rosenborg zu sehen sind. Sie wurden zur Zeit des Wiener Kongresses von König Friedrich VI. für die Sammlung der Dänischen Könige erworben. 1580 arbeitete Schardt wieder für Bürgerfamilien in Nürnberg. Nach seiner Rückkehr nach Dänemark entstand 1587 ein Kreuzigungsrelief für den Altar der Kirche von Schloss Kronborg und eine Büste für das von Hans van Steenwinckel d. Ä. entworfene Grabmal des dänischen adligen Reichsrats Anders Bing (1589) in der Dorfkirche von Smedstorp[7][8] in Schonen.

Ebenfalls zu seinen Hauptwerken zählt ein Selbstbildnis in Form einer bemalten Terrakottabüste (1573) im Besitz des Rijksmuseums in Amsterdam.[9]

Literatur[Bearbeiten]

  • Hanne Honnens de Lichtenberg: Johan Gregor van der Schardt. Bildhauer bei Kaiser Maximilian II., am dänischen Hof und bei Tycho Brahe. Museum Tusculanum Press, Kopenhagen 1991, ISBN 87-7289-132-7.
  • Frank Matthias Kammel: Johan Gregor van der Schardt. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 22, Duncker & Humblot, Berlin 2005, ISBN 3-428-11203-2, S. 567 f. (Digitalisat).
  • Curt Wallin: Anders Bing och Anne Galt. Monument och människor från 1500-talets Skåneland. Österleniana, Ullstorp 1986.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Daten nach Forschungsstand in NDB (Lit.)
  2. Zitiert nach Getty guide
  3. Merkur im Getty-Museum
  4. Merkur in Stuttgart
  5. John Robert Christianson: Tycho Brahe. In: Carsten Bach-Nielsen (Red.): Danmark og renæssancen. 1500–1650. Gad, Kopenhagen 2006, ISBN 87-12-04227-7, S. 174–185.
  6. [1]
  7. sv:Smedstorps kyrka
  8. Grabmal Bing
  9. Rijksmuseum Amsterdam