Johan Hilgers

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Johan Willem Emile Louis Hilgers (bekannt als Jan Hilgers; * 19. Dezember 1886 in Probolinggo, Indonesien; † 21. Juli 1945 bei Ngawi, Indonesien) war ein niederländischer Flugpionier.

Beschäftigt war Hilgers 1910 bei der Firma Verwey und Lugard, einem Automobilbetrieb, dessen Eigentümer großes Interesse an der Fliegerei hatten und die sich daher eine Blériot XI gekauft hatten. Ihr Ziel war den ersten Flug eines Niederländers im eigenen Land durchzuführen und Johan Hilgers sollte der Pilot dieses Unternehmens werden. So schickten ihn Verwey und Lugard in die Flugschule von Louis Blériot nach Pau, um dort Flugunterricht zu nehmen. Als Verwey und Lugard erfuhren, dass sich Clément van Maasdijk auf einen Flug vorbereitete, beorderten sie Hilgers unverzüglich von Frankreich zurück in die Niederlande.

Am 29. Juli 1910 startete Johan Hilgers in Ede mit der Blériot und war damit der erste Niederländer, der mit einem Flugzeug in den niederländischem Luftraum aufstieg, obwohl er bei der kurzen Einführung in Frankreich lediglich den Geradeausflug erlernt hatte und den Kurvenflug noch nicht beherrschte.

Mit zunehmender Erfahrung bildete Hilgers bereits im Jahre 1911 inoffiziell in der Maatschappij voor Luchtvaart, einem Unternehmen, das im gleichen Jahr von Verwey und Lugard gegründet worden war, weitere Piloten aus, obwohl ihm selbst erst am 12. August 1912 die offizielle Fluglizenz erteilt wurde - übrigens der vierte Pilotenschein in den Niederlanden.

Für die Maatschappij voor Luchtvaart entwickelte Johan Hilgers das Modell „Verwey & Lugard“, eine von ihm modifizierte Blériot XI.

Nach der Auflösung des Unternehmens Ende des Jahres 1911 fand Hilgers ab 1912 eine Anstellung als Testpilot bei Fokker in Deutschland. Seine Aufgabe dort war die Demonstration der Fokker-Modelle vor potenziellen Kunden im Ausland. So führte er eine Maschine in Russland vor und reiste dann mit zwei Maschinen nach Niederländisch-Ostindien, dem späteren Indonesien, um dort Kunden zu werben. Anscheinend war er aber nicht besonders erfolgreich, jedenfalls ist über Bestellungen nichts überliefert. Bekannt geworden ist aber ein Absturz in Niederländisch-Ostindien, den Hilgers überlebte.

Johan Hilgers kehrte danach nicht mehr in die Niederlande zurück. Er heiratete im September 1913 in Bangi Anna Sophia Blijenburg, mit der er später 6 Kinder hatte, und trat am 30 Mai 1914 eine Anstellung bei der Vorgängerorganisation der Militaire Luchtvaart-Koninklijk Nederlands Indische Leger (ML-KNIL), der Luftwaffe Niederländisch-Ostindiens, an.

Im Krieg um Niederländisch-Ostindien geriet Hilgers in japanische Gefangenschaft und verstarb am 21. Juli 1945 in einem Kriegsgefangenenlager bei Ngawi.