Johann Blasius Santini-Aichl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johann Blasius Santini-Aich[e]l (auch: Giovanni Santini-Aich[e]l; tschechisch: Jan Blažej Santini-Aichel; * 4. Februar 1677 in Prag; † 7. Dezember 1723 ebenda) war ein böhmischer Architekt und Maler des Spätbarock.

Familie und Beruf[Bearbeiten]

Johann Santini-Aichl entstammte einer um 1650 aus Oberitalien nach Böhmen zugewanderten Steinmetzfamilie. Seine Ausbildung als Maler erhielt er vermutlich bei Christian Schröder. Die anschließenden Wanderjahre führten ihn nach Holland, England, Italien und Wien. 1703 ließ er sich als Baumeister in Prag nieder und erwarb 1705 das Prager Bürgerrecht. 1707 heiratete er Veronika Elisabeth, Tochter seines inzwischen verstorbenen Lehrers Christian Schröder.

Seine Auftraggeber waren überwiegend kirchliche Institutionen und Adelsfamilien aus Böhmen und Mähren. Neben Kilian Ignaz Dientzenhofer zählte er zu den herausragenden Baumeistern des böhmischen Spätbarock. In seinen Bauten verband er barocke und gotische Stilelemente und schuf damit den als Barockgotik bezeichneten Baustil.

Nach seinem Tode im Alter von nur 47 Jahren blieben einige seiner Bauten unvollendet. Im Marstall des ehemaligen Zisterzienserklosters in Saar an der Sazau befindet sich eine Gedenkstätte für ihn.

Objekte, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören[Bearbeiten]

weitere Werke[Bearbeiten]

in Prag[Bearbeiten]

  • Morzin-Palais (heute: Außenministerium)
  • Nostitz-Palais (Nostický palác)
  • Schönborn-Palais (Schönbornský palác)
  • Thun-Hohenstein-Palais
  • St.-Gallus-Kirche (Kostel svatého Havla): Eingangsfassade
  • Kirche St. Maria Himmelfahrt und Kaiser Karl der Große, Karlshof: Barockisierung des Innenraums

in anderen Orten[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Blasius Santini-Aichl – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien