Johann Christian Kestner
Johann Christian Kestner (* 28. August 1741 in Döhren bei Hannover; † 24. Mai 1800 in Lüneburg) war ein deutscher Jurist und Archivar, berühmt vor allem als Ehemann von „Werthers Lotte“ Charlotte Buff.
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Leben[Bearbeiten]
Die Familie Kestner gehörte im 18. und 19. Jahrhundert zu den sogenannten Hübschen Familien.[1] Johann Christian, als junger hannoverscher Legationssekretär 1767 bis 1773 am Reichskammergericht in Wetzlar tätig, lernte Charlotte Buff, die Tochter des Amtmanns am dortigen Deutschordenshof, kennen und verlobte sich mit ihr. Der junge Johann Wolfgang Goethe war 1772 ebenfalls Praktikant am Reichskammergericht in Wetzlar und wurde mit beiden bekannt. Er verliebte sich in die anmutige und lebensfrohe 19-jährige „Lotte“, als jene bereits versprochen war. Diese Liebe und der Suizid eines jungen Juristen-Kollegen mit Kestners geliehener Pistole wegen einer unglücklichen Liebe, bildeten den Anlass und „Rohstoff“ für Goethes berühmten Brief-Roman Die Leiden des jungen Werthers, erschienen 1774. Die Lotte im Roman trägt Züge der wirklichen Charlotte; für die Leser war auch der Albert im Roman eine Charakterisierung ihres Ehemannes Kestner. Nach der Heirat 1773 noch in Wetzlar ging das Paar nach Hannover, wo Kestner eine Stelle als Vizearchivar antrat und königlich großbritannisch-hannoverscher Hofrat wurde. Das Ehepaar Kestner hatte 12 Kinder, der älteste Sohn Georg (* 1774) war Goethes Patenkind. Der Sohn August Kestner war Diplomat und Kunstsammler. Die Familie wohnte zuerst in der Aegidienstraße, dann in der Großen Wallstraße (heute: Georgswall). Kestner starb auf einer Dienstreise in Lüneburg, sein dortiges Grab ist nicht erhalten. Das Grabmal seiner Ehefrau Charlotte befindet sich auf dem Gartenfriedhof in Hannover. Es wurde von dem hannoverschen Oberhofbaudirektor Georg Ludwig Friedrich Laves, einem Schwiegersohn von Johann Christian Kestner und seiner Frau Charlotte, geb. Buff, gestaltet.[2]
Literatur[Bearbeiten]
- Rüdiger R. E. Fock: Die Kestner. Eine deutsch-französisch-schweizerische Familie macht Geschichte(n). Schnell Buch und Druck, Warendorf 2009, ISBN 978-3-87716-706-9.
- Siegfried Rösch: Die Familie Buff. Einblick in eine mehr als vierhundertjährige Familiengeschichte. Verlag Degener & Co., Neustadt an der Aisch 1953.
- Alfred Schröcker (Hrsg.): Die wahre Brunnenfreiheit. Das Kurtagebuch des Johann Christian Kestner vom 9. bis 30. Juli 1765 in Bad Rehburg. Wehrhahn, Laatzen 2005, ISBN 3-86525-023-8.
- Alfred Schröcker (Hrsg.): »Du bist ein Sterblicher!«. Gedichte des jungen Johann Christian Kestner (1760/61). Wehrhahn, Laatzen 2006, ISBN 3-86525-044-0.
- Thielen, Hugo. In: Hannoversches biographisches Lexikon. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlüter, Hannover 2002, ISBN 3-87706-706-9, S. 197.
- Alfred Schröcker: Johann Christian Kestner. Der Eigendenker. Eine Jugend in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Wehrhahn, Laatzen 2011, ISBN 978-3-86525-184-8.
Weblinks[Bearbeiten]
- Literatur von und über Johann Christian Kestner im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Familienverband Buff-Kestner
Einzelnachweise[Bearbeiten]
- ↑ Klaus Mlynek: Hübsche Familien. In: Stadtlexikon Hannover. S. 310.
- ↑ Alfred Schröcker: Johann Christian Kestner der Eigendenker Eine Jugend in der Mitte des 18. Jahrhunderts. Wehrhahn-Verlag, Hannover 2010, ISBN 978-3-86525-184-8.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kestner, Johann Christian |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Jurist und Archivar, Ehemann von Charlotte Buff |
| GEBURTSDATUM | 28. August 1741 |
| GEBURTSORT | Hannover |
| STERBEDATUM | 24. Mai 1800 |
| STERBEORT | Lüneburg |