Johann Christoph Sturm

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Johann Christoph Sturm; Kupferstich von Wolfgang Kilian

Johann Christoph Sturm (* 3. November 1635 in Hilpoltstein (Mittelfranken); † 26. Dezember 1703[1] in Altdorf) war ein deutscher Astronom und Mathematiker.

Leben[Bearbeiten]

Johann Christoph Sturm war der Sohn des Johann Eucharius Sturm und der Gertraud, geb. Bock. Ab 1646 war er Schüler der Lateinschule in Weißenburg in Bayern und 1653 als Zögling des Theologen Daniel Wülfer (Dozent für Logik, Metaphysik und Physik) in Nürnberg. Von 1656 bis 1662 studierte er Mathematik, Physik und Theologie in Jena, zwischenzeitlich ein Jahr in Leiden.

Nach kurzer Lehrtätigkeit in Nürnberg war Sturm ab 1664 Pfarrer in Deiningen (nahe Nördlingen). 1669 wurde er Professor für Mathematik und Physik an der Universität Altdorf, eine Position, die er bis zu seinem Tode innehatte. Während dieser Zeit war er mehrfach Dekan der philosophischen Fakultät. Er war dreimal verheiratet und hatte neun überlebende Kinder, darunter den Architekturtheoretiker Leonhard Christoph Sturm (1669–1719). Im Dezember 1703 starb Johann Sturm an den Folgen eines Schlaganfalles.

Bedeutung[Bearbeiten]

Hydrostatisches Beispiel aus dem Collegium Experimentale (1676)

Sturm galt als besonders begabter Lehrer der Naturwissenschaften, der seinen Studenten nicht trockenes Bücherwissen eintrichterte, sondern den Lehrstoff auf verständliche Weise nahebrachte. Er vertrat weder die (altmodische) Schule nach Aristoteles noch die (extrem moderne) Richtung der Cartesianer, sondern eine Mischform. Lateinische Fachausdrücke der Naturwissenschaften wurden von Sturm erstmals eingedeutscht. Er gilt zudem als Begründer der für die Frühaufklärung wichtigen eklektischen Philosophie.

Mit der Christoph-Sturm-Straße trägt die Haupt-Einkaufsstraße in der Innenstadt seiner Geburtsstadt Hilpoltstein heute seinen Namen.

Schriften (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Aristoteles Mathematicus. 1660
  • Universalia euclidea. Den Haag 1661
  • Des unvergleichlichen Archimedis Sand-Rechnung. Nürnberg 1667
  • De Terrae-Motibus. 1670 (Über die Erdbeben)
  • Erste Teil des Collegium Experimentale, Sive Curiosum 1676[2]
  • Sonnenuhrkunde. 1681 (Lehrbuch über Sonnenuhren)
  • Die große Konjunktion. 1683
  • Zweiter Teil des Collegium Experimentale, Sive Curiosum 1685 [3]
  • Physica electiva sive hypothetica [4]
  • Philosophia eclectica. 1698
  • Mathesis juvenilis. 1699/1701 (Mathematiklehrbuch für die Jugend)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Christoph Sturm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Todesdatum 26. Dezember nach Angabe bei naa.net, Zedler nennt den Christtag 1703, die ADB, Bosl wie auch die DNB den 26. Oktober 1703.
  2. WDB: Collegium Experimentale, Sive Curiosum 1676
  3. WDB: Collegium Experimentale, Sive Curiosi 1685
  4. WDB: Physica electiva sive hypothetica 1697