Johann Florian Heller

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Johann Florian Heller, Lithographie von Josef Kriehuber, 1856

Johann Florian Heller (* 4. Mai 1813 in Iglau; † 21. November 1871 in Wien) war ein österreichischer Arzt und Chemiker. Er gilt heute als einer der Begründer der klinischen Chemie.

Leben[Bearbeiten]

Er kam als ältestes von 10 Kindern eines Apothekers zur Welt und wollte ebenfalls die Apothekerlaufbahn ergreifen. Er studierte jedoch in Prag Medizin. Während er als Arzt praktiziert, studiert er auch noch Chemie bei Adolf Martin Pleischl und schließt 1837 mit der Dissertation Ueber die Rhodizonsäure, eine neue Oxidationsstufe des Kohlenstoffs und die Krokonsäure, dann die Salze beider. Seit 1838 in Wien, richtet er ab 1842 unter hohem persönlichen Einsatz am Wiener Allgemeinen Krankenhaus ein pathologisch-chemisches Laboratorium ein, wo er zur Unterstützung der Kliniker umfangreiche Harn- und Blutanalysen durchführte. Es gelang ihm jedoch nicht, für sein Arbeitsgebiet Anerkennung zu finden und sich in der Hierarchie der Professoren eine gefestigte Position zu schaffen. 1850 erhielt er ein Reisestipendium zum Zweck der Weiterbildung. Diese Studienreise führte ihn nach Deutschland, in die Schweiz und nach Frankreich. In seinem umfassenden Reisebericht an das k.k. Kultusministerium beschreibt er den Zustand der Hospitäler, Universitäten, Apotheken sowie Ausstattung und Stand der Wissenschaft in den besuchten Ländern.

Leistung[Bearbeiten]

Heller ist der Pionier der chemischen Harndiagnostik und führte als erster die heute weltweit routinemäßig durchgeführte chemische und mikroskopische Harnanalyse in Österreich ein. Seine Harnuntersuchungen erstreckten sich auf Dichte, Eiweiß, Blut und Zucker. Er gilt heute als einer der Begründer der klinischen Chemie.

1981 legte die österreichische Post eine Sonderbriefmarke nach dem Porträt von Kriehuber auf.[1]

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Beschreibung der Briefmarke