Johann Freiherr von Berenberg-Gossler

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Johann Freiherr von Berenberg-Gossler (* 13. Februar 1839 in Hamburg; † 8. Dezember 1913 ebenda) war ein deutscher Bankier und bis 1913 Inhaber der Berenberg Bank.

Leben[Bearbeiten]

Er war Mitglied der Hanseatenfamilie Berenberg/Goßler und Sohn des Bankiers Johann Heinrich Gossler (1805–1879) sowie Enkel des Senators Johann Heinrich Gossler. Sein Onkel war der Erste Bürgermeister Hermann Goßler.

Berenberg-Gossler, den Freunde John Bi nannten, war von seinem Vater für die Leitung der Firma Joh. Berenberg, Gossler & Co. in Hamburg vorgesehen, obwohl er sich für Musik und Theater interessierte und gerne Sprachen, Literaturwissenschaft und Geschichte studiert hätte. So hielt er sich eine Zeit lang zur Ausbildung in Frankreich, England sowie Nord- und Südamerika auf und wurde am 1. Juli 1864 Teilhaber der Firma. Nach dem Tod des Vaters im Jahr 1879 übernahm er die Unternehmensleitung. Die in New York und Boston bestehenden Zweigstellen der Firma löste Berenberg-Gossler in den Jahren 1880 bzw. 1891 auf. Sein Vermögensanteil an dem Unternehmen betrug 1913 etwa 7 Millionen Mark. Durch Aktienbesitz war sein Gesamtvermögen erheblich größer.

Ab 1876 war Berenberg-Gossler Mitglied des Bezirksausschusses der Hauptstelle der Reichsbank in Hamburg. Der Hamburgischen Bürgerschaft gehörte er von 1886 bis 1891 als Mitglied an. 1894 wurde Berenberg-Gossler großherzoglich badischer Generalkonsul. Er war Kommandeur 1. Klasse des schwedischen Wasaordens.

Berenberg-Gossler heiratete am 18. August 1864 in Altona Juliane Amalie Donner (1843–1916). Sie bewohnten zunächst zwei Etagen in der Ferdinandstraße Nr. 26 in Hamburg. Nach der Geburt von neun Kindern erwarb Berenberg-Gossler 1885 für die Familie ein Haus am Alsterglacis Nr. 8. Das Anwesen in Niendorf, das er von seinem Vater erbte, vergrößerte er durch Zukäufe und ließ dort 1881/82 eine Villa erbauen. 1912 stiftete Berenberg-Gossler in Niendorf eine Warteschule, deren Gebäude heute als Berenberg-Gossler-Haus bekannt ist und als kulturelle Begegnungsstätte dient.

1880 genehmigte der Hamburger Senat die Namensänderung in Berenberg-Gossler. 1889 wurde Johann Berenberg-Gossler für seine Verdienste um den Zollanschluss Hamburgs in den preußischen Adelsstand erhoben und hieß nun von Berenberg-Gossler. 1910 wurde Johann von Berenberg-Gossler in den preußischen Freiherrenstand erhoben.

Seine Söhne waren John von Berenberg-Gossler (1866–1943) und Cornelius Freiherr von Berenberg-Gossler (1874–1953). Seit 1993 erinnert der Berenberg-Gossler-Weg in Hamburg-Niendorf an die Familie.

Literatur[Bearbeiten]

  •  Bernhard Koerner: Deutsches Geschlechterbuch. Band 19, Starke, Görlitz 1911, S. 34–35.
  • Genealogisches Handbuch des Adels, Band 16, Freiherrliche Häuser B II, C. A. Starke Verlag, Limburg (Lahn) 1957
  • Renate Hauschild-Thiessen: Gossler, Johann (John) Berenberg. In: Hamburgische Biografie, Band 2, Christians, Hamburg 2003, ISBN 3-7672-1366-4, S. 154–155.