Johann Friedrich Klotzsch

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Johann Friedrich Klotzsch (* 9. Juni 1805 in Wittenberg; † 5. November 1860 in Berlin) war ein deutscher Botaniker, Apotheker und Arzt. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Klotzsch“.

Leben[Bearbeiten]

Nachdem Klotzsch in seiner Vaterstadt die Schule besucht hatte und Privatunterricht genossen hatte, begann er mit 14 Jahren eine Lehre als Apotheker in Düben. Zur Fortsetzung seiner pharmakologischen und botanischen Studien begab er sich nach Berlin und arbeitete von 1830 bis 1832 an den Royal Botanic Gardens in Kew. Hier wurde er von William Jackson Hooker mit der Aufsicht über dessen Herbarium betraut und konnte von diesem viel lernen. 1832 ging er nach Berlin, beschäftigte sich mit medizinischen Studien und wurde 1834 an das königliche Herbarium in Berlin als Assistent des damaligen Leiters berufen.

Er ordnete und bestimmte während dieser Zeit besonders Pilze. Von Reisen nach Sachsen, Böhmen, Österreich, die Steiermark und Ungarn, brachte er Pflanzen mit und bereicherte die Sammlung. Nachdem er zum Doktor promoviert hatte, rückte er 1838 als Kustos des Botanischen Museums Berlin und somit als Leiter desselben nach. 1851 wurde er ordentliches Mitglied der Berliner Akademie der Wissenschaften und wenige Wochen vor seinem Tode am 13. September 1860 Titularprofessor.

Von ihm stammen zahlreiche Aufsätze und monographische Bearbeitungen verschiedener Pflanzen und Pflanzenfamilien. Er betätigte sich in der angewandten Botanik. Zudem hat er andere Werke herausgegeben, diese fortgesetzt und verschiedene Autoren mit Artikeln bei Büchern unterstützt. Klotzsch hat sich zu seiner Zeit wesentlich an der Weiterentwicklung des Botanischen Museums Berlin beteiligt.

Nach ihm wurde die Pflanzengattung Klotzschia Cham. et Schltdl. aus der Familie der Doldenblütler (Apiaceae) benannt.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Mykologische Berichtigungen zu der nachgelassenen Sowerbyschen Sammlung, so wie zu den wenigen in Linneschen Herbarium vorhandenen Pilzen nebst Aufstellung einiger ausländischer Gattungen und Arten, in Linnaea 7 S. 193-203 (1832)
  • Herbarium vivum mycologicum sistens fungorum per totam Germaniam crescentium collectionem perfectam (1832)
  • Pflanzen-Abbildungen und -beschreibungen zur Erkenntnis officineller Gewächse, 1838-1839
  • Die botanischen Ergebnisse der Reise … des Prinzen Waldemar zu Preußen in den Jahren 1845 und 1846, 1862
  • Begoniaceen-Gattungen und Arten, 1854
  • Pistia, 1852
  • Pflanzenbastarde und Mischlinge, sowie deren Nutzanwendung, 1854
  • Philipp Schönleins botanischer Nachlaß auf Cap Palmas, 1856
  • Die Aristolochiaceen des Berliner Herbariums, 1859
  • Linne’s natürliche Pflanzenklasse Tricoccae des Berliner Herbariums im Allgemeinen und die Euphorbiacae insbesondere, 1859
als Mitherausgeber

Quellen[Bearbeiten]

  •  Robert Zander, Fritz Encke, Günther Buchheim, Siegmund Seybold (Hrsg.): Handwörterbuch der Pflanzennamen. 13. Auflage. Ulmer, Stuttgart 1984, ISBN 3-8001-5042-5.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]