Johann Georg Benda

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Johann Georg Benda (Jan Jiři Benda; getauft 16. April oder 30. August 1713 in Neu Benatek; † 1752 in Berlin) war ein böhmischer Komponist.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Johann Georg Benda war der zweite Sohn des Leinewebers und Musikers Hans Georg Benda und seiner Ehefrau Dorothea (1686-1762), geborene Brixi, Tochter des Dorfkantors Heinrich Brixi in Skalsko[1]. Er folgte seinem Bruder Franz Benda als Violinist nach Dresden, später nach Berlin, wo er als Kammermusiker am preußischen Hof wirkte. Von Benda sind Flötensonaten und Capriccios für Violine überliefert.

Unter seinem Namen erschienen zahlreiche weitere Werke, deren Zuordnung zweifelhaft ist[2]: In der Familie Benda gibt es noch zwei, die den Namen Johann tragen, Nachkommen von Joseph Benda, dem Bruder des Johann Georg Benda, nämlich ein Sohn Johann Friedrich Ernst Benda (* 10. Oktober 1749; † 24. Februar 1785), und dessen Sohn Johann Wilhelm Otto Benda (* 30. Oktober 1775; † 28. März 1832).

Insbesondere Johann Friedrich Ernst Benda könnte als Komponist der zweifelhaften Werke in Frage kommen. Er gründete zusammen mit einem Kollegen, dem Bratscher Carl Ludwig Bachmann Liebhaberkonzerte, deren Mitglieder hauptsächlich Dilettanten waren. Da liegt es nahe, dass er insbesondere eigene Violinkonzerte einbrachte.

Im Verlag Walter de Gruyter & Co. Berlin erschienen von Franz Lorenz zwei Bände Biographien der Familie Benda. Der angekündigte dritte Band mit Werkverzeichnissen wurde aus nicht geklärten Gründen nicht veröffentlicht. Da Lorenz den zweiten Band seinen Enkeln widmete, ist es möglich, dass er vor der Fertigstellung des Werkverzeichnisses verstarb.

Die Staatsbibliothek Preußischer Kulturbesitz in Berlin besitzt das handschriftliche thematische Verzeichnis ohne Quellen u. ä. Es enthält die Werke von folgenden Mitgliedern der Familie:

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Die Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG), Zweite, neubearbeitete Ausgabe, herausgegeben von Ludwig Finscher, Personenteil 2, Bag-Bi, Bärenreiter Kassel, 1999, Spalte 1062.
  • Franz Lorenz: Die Musikerfamilie Benda. Band 1: Franz Benda. Wilhelm de Gruyter, Berlin 1967, Seite 68.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ihr Cousin Simon Brixi war Chorleiter der Prager Pfarrkirche St. Martin, dessen Sohn der Komponist, Organist und Domkapellmeister in Prag Franz Xaver Brixi
  2. unter Jan Jiri Benda ihm immer wieder zugeschrieben wird das Violinkonzert G-Dur mit dem langsamen Mittelteil „Grave“ in e-Moll, einer Art Arie für Solo-Violine, Hörprobe mit Christian Benda (siehe Benda (Familien)) [1] bei You Tube