Johann Georg Keyßler

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Johann Georg Keyßler (* 1693 in Thurnau; † 1743 auf Gut Stintenburg (heute Zarrentin am Schaalsee)) war ein deutscher Hauslehrer, Archäologe und Reiseschriftsteller. Der Polyhistor gilt als Nestor der deutschen Frühgeschichtsforschung.

Leben und Wirken[Bearbeiten]

Nach einem Studium in Halle war er Hofmeister im Dienst des Grafen Giech in Turnau und später des Grafen Bernstorff im Lauenburgischen. Mit den Söhnen bzw. Enkeln der Grafen unternahm er zahlreiche Reisen in die Nachbarstaaten Deutschlands. Seine Reisebeschreibungen bieten heute eine authentische Quelle für geografische Besonderheiten wie Denkmale, Museen, kulturelle und naturgeschichtliche Sehenswürdigkeiten. Er geht aber auch auf die politischen und wirtschaftlichen Verhältnisse ein, weshalb sie von der Zensur erheblich gekürzt wurden. Seine Beschreibungen sind in Briefform abgefasst.

Keyßler war Mitglied der Royal Society.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Neueste Reisen durch Deutschland, Böhmen, Ungarn, die Schweiz, Italien und Lothringen. Hannover 1740/41, 2200 Seiten. (Digitalisat)

Literatur[Bearbeiten]

  • Uta von Pezold: Johann Georg Keyßler (1693-1743). Zum 300. Geburtstag des Reiseschriftstellers und Nestors der deutschen Frühgeschichtsforschung, in: Geschichte am Obermain 19, 1993/94, S. 65–84
  • Friedrich RatzelKeyßler, Johann Georg. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 15, Duncker & Humblot, Leipzig 1882, S. 702 f.
  • Gottfried Schütze: Das Leben Johann Georg Keyßlers, Mitgliedes der Königl. Großbritannischen Societät der Wissenschaften. Hannover 1751 (Digitalisat)
  • Winfried Siebers: Johann Georg Keyßler und die Reisebeschreibung der Frühaufklärung. Königshausen & Neumann, Würzburg 2009. (Epistemata, Reihe Literaturwissenschaft; 494) ISBN 978-3-8260-2703-1
  • Martin Krieger: "Ein scharfsinniger Gelehrter und dabey ein redlicher Mann ..." - Zur Biographie Johann Georg Keyßlers, Privatgelehrter und Erzieher bei den Grafen Bernstorff (1689-1743), in: Zeitschrift der Gesellschaft für Schleswig-Holsteinische Geschichte 125 (2000), S. 63–89.