Johann Georg Schürer

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Johann Georg Schürer (* um 1720 in Böhmen; † 16. Februar 1786 in Dresden) war ein Komponist am Dresdner Hof, der vor allem Kirchenmusik sowie mehrere Opern komponierte.

Leben[Bearbeiten]

Über Schürers Ausbildung ist nichts bekannt, er wird erstmals 1746 erwähnt. Zwischen 1746 und 1748 führte eine Operntruppe fünf Opern von Schürer in Dresden auf. 1748 wurde Schürer Hofkompositeur und erhielt ein Gehalt von 300 Talern. Seine Aufgabe war die Leitung der katholischen Kirchenmusik für den Dresdner Hof, zunächst in einer Kapelle am Taschenberg (ehemaliges Opernhaus am Taschenberg), ab 1751 in der neuerrichteten Hofkirche. In diesem Zusammenhang erhielt Schürer 1754 eine Gehaltsaufbesserung von 200 Talern. 1765 heiratete er die Kammersängerin Wilhelmine Denner. Seit 1772 wurde er von seinen Schülern Joseph Schuster und Franz Seydelmann unterstützt. Am Ende seines Lebens war Schürer nicht bei guter Gesundheit, so dass er 1773 und 1775 zwei Erholungsreisen unternahm. 1780 wurde er in den Ruhestand versetzt. Er starb 1786 in Dresden.

Werke[Bearbeiten]

Neben fünf Opern, die zwischen 1746 und 1748 aufgeführt wurden, schrieb Schürer hauptsächlich katholische Kirchenmusik. Er verkaufte 1767, 1772 und 1782 Manuskripte seiner Kompositionen an den Hof. Dazu fertigte er jeweils ein Verzeichnis an. Darin sind unter anderem 40 Messen, drei Requiem und drei Te Deum sowie zahlreiche Kompositionen einzelner liturgischer Gesänge enthalten, wie des Regina Caeli, des Salve Regina und der Lauretanischen Litanei, außerdem über 150 Psalmkompositionen. Schürers Werk ist nur zum Teil erhalten. Seine Anerkennung unter den Zeitgenossen litt darunter, dass er nie eine Reise nach Italien unternahm.

Opern[Bearbeiten]

  • Astrea placata ovvero La felicità della terra, (Biaggio Campagnari), componimento drammatico 1 Akt (7. Okt. 1746 Warschau; 29. Okt. 1746 Dresden, Mingottisches Theater)
  • La Galathea (Pietro Metastasio), dramma per musica 2 Akte (8. Nov. 1746 Dresden, Mingottisches Theater)
  • Doris, ein musikalisches Schäferspiel 2 Teile (13. Febr. 1747 Dresden, Mingottisches Theater)
  • L’Ercole sul Termodonte (Giacomo Francesco Bussani), dramma per musica 3 Akte (19. Juli 1747 Dresden, Mingottisches Theater)
  • Calandro (Stefano Pallavicino), comedia per musica 3 Akte (20. Jan. 1748 Dresden, Mingottisches Theater)

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]