Johann Georg Ziesenis der Jüngere

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Johann Georg Ziesenis d.J. (* 1716 in Kopenhagen; † 4. März 1776 in Hannover) war ein deutscher Porträtmaler. Er entstammt einer bedeutenden Kunsthandwerker- und Künstlerfamilie des 17. und 18. Jahrhunderts[1], deren Werke zum Teil dem Hannoverschen Rokoko[2] zugerechnet werden.

Familie[Bearbeiten]

Johann Georg Ziesenis der Jüngere war der Sohn des Malers Johann Georg Ziesenis, der Ältere (auch: Jürgen Ziesenis (* um 1681 als Sohn des Zeugmachers und Schreibschulmeisters Dietrich Ziesenis († 20. März 1748 in Kopenhagen)) und Vater der Malerin Maria Elisabeth Ziesenis. Er war der Vetter von Johann Friedrich Blasius Ziesenis.[3]

Leben[Bearbeiten]

Porträt des Königs Friedrich II. von Preußen, gemalt von Johann Georg Ziesenis 1763

Nachdem er Zeichenunterricht von seinem Vater erhalten hatte, der ein aus Hannover stammender Porträtmaler war, lebte Ziesenis in Düsseldorf, wo er mehrere Porträts der kurfürstlichen Familie malte. 1760 wurde er Hofmaler in Hannover (Kurfürstentum Braunschweig-Lüneburg).

Werke[Bearbeiten]

Prinz Ferdinand von Braunschweig-Wolfenbüttel, gemalt von Johann Georg Ziesenis 1762/66

Johann Georg Ziesenis schuf im Laufe seines Lebens rund 260 Porträts sowie andere Gemälde und Skizzen.

Im Sommer 1937 fand eine Ausstellung im Niedersächsischen Landesmuseum Hannover unter dem Leitmotiv Hannoversches Rokoko statt, bei der zahlreiche seiner Werke gezeigt wurden.

Im Auftrag von Herzogin Philippine Charlotte von Braunschweig-Wolfenbüttel, der Schwester des Königs Friedrich II. von Preußen, hatte er Gelegenheit, in der Zeit vom 17. bis 20. Juni 1763 auf Schloss Salzdahlum ein Porträt des Regenten anzufertigen. Es ist das einzige Gemälde, das während der Regierungszeits des Königs nach dem Leben entworfen worden ist. Von diesem Bild erhielten jeweils die Herzogin, der englische König und Friedrichs Nichten eine Ausfertigung. Eine der ersten von Ziesenis selbst angefertigten Kopien befindet sich heute im Kurpfälzischen Museum Heidelberg. Am 10. Oktober 2009 wurde das wahrscheinlich ursprüngliche Original, das zuletzt 1937 der Öffentlichkeit präsentiert worden war, vom Bremer Auktionshaus Bolland & Marotz auf einer Auktion angeboten und zum Preis von 670.000 Euro versteigert. Aufgrund der geschichtlichen Bedeutung des Bildes wurde die Eintragung in das Verzeichnis deutschen Kulturgutes eingeleitet. Neben den Kopien sind inzwischen verschiedene Ausfertigungen des Bildes festgestellt worden, so ein zum Kniebild ergänztes Gemälde, das Ziesenis im April 1764 dem Grafen Heinrich Ernst zu Stolberg-Wernigerode lieferte.

Werke von Ziesenis, dem Jüngeren, sind unter anderem im Besitz von:

Literatur[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Da Hugo Thielen im Stadtlexikon Hannover (s. Abschnitt "Familie") nur die für Hannover von Bedeutung gewesenen Künstler listet und beschreibt, gab es offensichtlich an anderen Orten weitere verwandte Künstler, die das Lexikon nicht erfasst.
  2. Siehe Abschnitt "Literatur": Landesmuseum Hannover: Johann Friedrich, Johann Georg, Elisabeth Ziesenis: Hannoversches Rokoko
  3. Hugo Thielen: Ziesenis, (2) Johann Friedrich Blasius, in: Stadtlexikon Hannover, S. 690; ders. ebendort: Ziesenis, (3) Johann Georg, d.J.; ders. ebendort: Ziesenis, (4) Maria Elisabeth
  4. Hugo Thielen: Ziesenis, (3) Johann Georg, d. J., in: Stadtlexikon Hannover, S. 690

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Georg Ziesenis – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien