Johann Gottfried Bernhard Bach

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Johann Gottfried Bernhard Bach (* 11. Mai 1715 in Weimar; † 27. Mai 1739 in Jena) war ein deutscher Organist. Er war der dritte Sohn von Johann Sebastian Bach und Maria Barbara Bach und der jüngere Bruder von Wilhelm Friedemann und Carl Philipp Emanuel Bach.

Johann Gottfried Bernhard Bach besuchte die Thomasschule zu Leipzig. Die musikalische Ausbildung erhielt er von seinem Vater. 1735/1736 war er als Organist an der Marienkirche in Mühlhausen tätig und 1737/1738 in gleicher Position an der Jakobikirche in Sangerhausen. Von dort verschwand er unter Hinterlassung von Schulden. Der ratlose Magistrat der Stadt ließ schließlich bei dem Vater anfragen, ob er den Aufenthaltsort des Sohnes kenne. In zwei Briefen an Gottfried Bernhards Zimmerwirt, den Sangerhäuser Bürgermeister Klemm, sowie an seine Frau vom Mai 1738 äußerte sich der bestürzte und enttäuschte Vater und wies darauf hin, dass er schon einmal die Schulden seines Sohnes beglichen (die vermutlich auch dessen Abschied von der Mühlhausener Organistenstelle verursachten) und ihm ins Gewissen geredet habe:

„Mit was Schmerzen und Wehmuth aber diese Antwort abfaße, können Eu: HochEdlen von selbsten als ein Liebreich- und wohlmeynender Vater Dero Liebsten Ehe-Pfänder beurtheilen. Meinen (leider mißrathenen) Sohn habe ich seit vorm Jahre […] nicht mehr gesehen. Eu: HochEdlen ist auch nicht unwißend, daß damahln vor selbigen nicht alleine den Tisch, sondern auch den Mühlhäuser Wechsel (so seinen Auszug vermuthlich damahlen causierete) richtig bezahlet, sondern auch noch einige Ducaten zu Tilgung einiger Schulden zurück ließ, in Meynung nunmehro ein ander genus vitae zu ergreifen. Ich muß aber mit äußerster Bestürtzung abermahligst vernehmen, daß er wieder hie und da aufgeborget, seine LebensArth nicht im geringsten geändert, sondern sich gar absentieret und mir nicht den geringsten part seines Aufenthalts biß dato wißend gemacht. Waß soll ich mehr sagen, oder thun? Da keine Vermahnung, ja gar keine liebreiche Vorsorge und assistence mehr zureichen will, so muß mein Creütz in Geduld tragen …“

J. S. Bach: Brief an den Sangershauser Bürgermeister Klemm, Mai 1738[1]

Johann Gottfried Bernhard Bach ging im darauffolgenden Jahr nach Jena, wo er sich als Student der Rechte an der Universität immatrikulierte und Kontakt zu seinem Onkel Johann Nikolaus Bach aufnahm. Dort starb er mit 24 Jahren am „hitzigen Fieber“. Von ihm ist „keine einzige Note der Nachwelt überliefert“.[2]

Literatur[Bearbeiten]

Erwähnt wird Johann Gottfried Bernhard Bach in:

  • Heinz Gärtner: Johann Christian Bach. Mozarts Freund und Lehrmeister. München 1989. ISBN 3485005894
  • Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach. Frankfurt am Main 2000.
  • Ulrich Kahmann: Wilhelm Friedemann Bach. Der unterschätzte Sohn. Bielefeld 2010, ISBN 978-3-89528-828-9.

Siehe auch[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Veröffentlicht in den Bachdokumenten Bd. 1, Nr. 42; ISBN 978-3-7618-0025-6
  2. Zitiert nach Gärtner 1989, S. 35