Johann Gottfried Eichhorn

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Johann Gottfried Eichhorn
Eichhorns Grab auf dem Albanifriedhof im Göttinger Cheltenhampark

Johann Gottfried Eichhorn (* 16. Oktober 1752 in Dörrenzimmern im Fürstentum Hohenlohe-Öhringen; † 25. Juni 1827 in Göttingen) war ein Orientalist und Historiker und wird zur Gruppe der supranaturalistischen Rationalisten der Zeit gerechnet.

Leben[Bearbeiten]

Eichhorn studierte in Göttingen, wurde Rektor zu Ohrdruf, 1775 Professor der orientalischen Sprachen zu Jena und 1788 zu Göttingen, wo er namentlich auch über die politische Geschichte alter und neuer Zeiten und über Literaturgeschichte las. In Göttingen wurde er 1813 Mitdirektor der königlichen Societät der Wissenschaften, 1819 Geheimer Justizrat und starb am 25. Juni 1827. Unter seinen Studenten waren der spätere Orientalist Friedrich Wilken und der Tibetologe Sándor Csoma.

Siehe auch[Bearbeiten]

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Urgeschichte. (herausgegeben von I. Ph. Gabler). Nürnberg 1790–1793, 2 Bände.
  • Die hebräischen Propheten. Göttingen 1816–1820, 3 Bände.
  • Allgemeine Geschichte der Kultur und Literatur des neuern Europa. Göttingen 1796–1799, 2 Bände; unvollendet.
  • Übersicht der französischen Revolution. Göttingen 1797, 2 Bände.
  • Literaturgeschichte. Band I, Göttingen 1799; 2. Auflage. 1813; Band II, 1814.
  • Geschichte der Litteratur von ihrem Anfang bis auf die neuesten Zeiten. Vandenhoeck und Ruprecht, Göttingen 1805–1813, 6 Bände in 12 Teilen; Band 1, 2. Auflage. 1828, unvollendet.
    • Erster Band. 1805 (Digitalisat).
    • Zweyter Band, Erste Hälfte: Neue Literatur in Europa. 1805 (Digitalisat).
    • Zweyter Band, Zweyte Hälfte. 1807 (Digitalisat).
    • Dritter Band, Erste Abtheilung: England, Schottland, Irland, Deutschland. 1810 (Digitalisat).
    • Dritter Band, Zweyte Abtheilung. 1812 (Digitalisat).
    • Vierter Band, Erste Abtheilung. 1807 (Digitalisat).
    • Vierter Band, Zweyte Abtheilung. 1808 (Digitalisat).
    • Vierter Band, Dritte Abtheilung. 1810 (Digitalisat).
    • Fünfter Band, Erste Abtheilung: Geschichte der neuern Sprachenkunde. 1807 (Digitalisat).
    • Fünfter Band, Zweyte Abtheilung. 1807.
    • Sechster Band, Erste Abtheilung. 1810 (Digitalisat).
    • Sechster Band, Zweyte Abtheilung. 1811 (Digitalisat).
  • Weltgeschichte. Göttingen 1799–1814, 5 Bände; 3. Auflage. 1818–1820.
  • Geschichte der drei letzten Jahrhunderte. Göttingen 1803–1806, 6 Bände; 3. Auflage. 1817–1818
  • Geschichte des 19. Jahrhunderts. Göttingen 1817.

In seinen Bearbeitungen der Historisch-kritischen Einleitung in das Alte Testament (Leipzig 1780–1783, 3 Bände; 4. Auflage. Göttingen 1824, 5 Bände) und der Einleitung in das Neue Testament (Göttingen 1804–1814, 3 Bände; neue Auflage 1820–1827, 5 Bände) lieferte er das erste Beispiel einer rein literarhistorischen, auf Kenntnis des Altertums und Morgenlandes gegründeten Behandlung von Urkunden im biblischen Zusammenhang. Gleichwohl haben seine berühmtesten Entdeckungen, wie die kühne Urevangeliumshypothese, heute meist nur noch historischen Wert. Er gab auch das Repertorium für biblische und morgenländische Literatur (Göttingen 1777–1786, 18 Bände) und die Allgemeine Bibliothek der biblischen Literatur (Leipzig 1787–1801, 10 Bände) heraus.

Sein Sohn, der spätere Jurist Karl Friedrich Eichhorn, wurde 1781 in Jena geboren.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Gottfried Eichhorn – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien