Johann Gottlob Lehmann

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Johann Gottlob Lehmann (* 4. August 1719 in Langenhennersdorf; † 11. Januarjul./ 22. Januar 1767greg. in Sankt Petersburg) war ein deutscher Mineraloge und Geologe.

Leben[Bearbeiten]

Lehmann im Alter von 42 Jahren
Lehmannsches Profil aus dem Harzgebiet (unten), gilt als erstes geologisches Profil überhaupt

Johann Gottlob war der Sohn des Rittergutspächters Martin Gottlob Lehmann († 1729). Er besuchte die Landesschule Pforta und studierte ab 1738 an der Universität Leipzig, ab 1739 an der Universität Wittenberg. 1741 wurde er zum Dr. med. promoviert. Danach wohnte er in Dresden. Angeregt von dem sächsischen Bergbau und Reisen nach Böhmen führte er neben seiner ärztlichen Tätigkeit zunehmend geologische Forschungen durch.

Ab 1750 wirkte er in Berlin, wo er im Auftrag des preußischen Königs Friedrich II. Bergwerke des Harzes besuchte, 1754 zum Bergrat ernannt wurde, Vorlesungen hielt und 1754 in die Königliche Akademie der Wissenschaften aufgenommen wurde. 1755 wurde er Direktor des Bergamts und Kupfer-Bergwerks Hasserode. 1756 studierte er den Bergbau in Schlesien und wurde Mitglied der Akademie der nützlichen Wissenschaften in Erfurt.

Lehmann war einer der erste Geologen, der Stärken und Lagerungsfolgen von Gesteinsschichten nachprüfte und aufzeichnete (etwas später tat dies auch Georg Christian Füchsel in Thüringen). Mit seinem Werk Versuch einer Geschichte von Flötz-Gebürgen, betreffend deren Entstehung, Lage, darinnen befindliche Metallen, Mineralien und Foßilien (1756) gilt er damit als Begründer der Stratigraphie. Das von ihm aufgenommene Profil war im Behretal bei Ilfeld am Südrand des Harzes und war vom Rotliegend bis Zechstein. Lehmann sah das Flözgebirge mit seinen Sedimenten als Ablagerung der Sintflut über dem ursprünglichen Ganggebirge. Sein Werk übte unmittelbar großen Einfluss aus und wurde 1759 in Paris ins Französische übersetzt (Essai d´une histoire naturelle des couches de la terre).

1761 folgte er einem Ruf als Professor für Chemie und Direktors des Kaiserlichen Naturalienkabinetts nach St. Petersburg. Er reiste im Auftrag von Katharina II. zum Beispiel in den Ural. Im gleichen Jahr entdeckte Lehmann im Ural ein orange-rotes Bleichromat-Mineral (PbCrO4), das er Rotbleierz nannte. Er starb bei einem Laborunfall in St. Petersburg.

Werke (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Abhandlung von den Metall-Müttern und der Erzeugung der Metalle aus der Naturlehre und Bergwerckswissenschaft hergeleitet und mit chymischen Versuchen erwiesen Berlin 1753
  • Versuch einer Geschichte von Flötz-Gebürgen betreffend deren Entstehung, Lage, darinne befindliche Metallen, Mineralien und Foßilien größtentheils aus eigenen Wahrnehmungen und aus denen Grundsätzen der Natur-Lehre hergeleitet, und mit nöthigen Kupfern versehen Berlin 1756 (Digitalisat Universität Heidelberg) (Digitalisat Universität Dresden) (Digitalisat und Volltext im Deutschen Textarchiv)
  • Gedancken von denen Ursachen derer Erdbeben und deren Fortpflanzung unter der Erden Berlin 1757
  • Kurzer Entwurf einer Mineralogie... Berlin 1758
  • Cadmiologia oder Geschichte des Farben-Kobolds nach seinen Nahmen, Arten, Lagerstaedten darbey brechenden Metallen, Mineralien, Erzten und Steinen Berlin 1760

Denkmale[Bearbeiten]

Am 21. März 1976 wurde an Lehmanns Geburtshaus, dem damaligen Volksgut in Langenhennersdorf, eine vom Rat des Kreises Pirna gestiftete Gedenkplatte enthüllt.

Literatur[Bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Gottlob Lehmann – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien