Johann Heinrich Schönfeld

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Johann Heinrich Schönfeld, Schlachtenbild

Johann Heinrich Wilhelm Schönfeld (* 23. März 1609 in Biberach an der Riß; † 1684 in Augsburg) war ein deutscher Barockmaler.

Leben[Bearbeiten]

Johann Heinrich Schönfeld wurde 1609 als Sohn des Biberacher Goldschmieds Johann Baptist Schönfeld geboren. Er war von Geburt an auf dem linken Auge blind und konnte seine rechte Hand nicht gebrauchen, was vermutlich dazu führte, dass er nicht wie zahlreiche Mitglieder seiner Familie zum Goldschmied ausgebildet wurde. Stattdessen erhielt er eine Ausbildung zum Maler bei Caspar Sichelbein in Memmingen. Später unternahm er Wanderungen nach Stuttgart und Basel. 1633 floh er vor dem Dreißigjährigen Krieg nach Italien. 1633 bis 1637/38 lebte er zu Studienzwecken in Rom, danach bis etwa 1649 in Neapel. Anschließend hielt er sich in Dresden auf. 1651 kehrte er nach Biberach zurück. In Pfuhl bei Ulm heiratete er 1652 die Ulmerin Anna Elisabetha Strauß, mit der er acht Kinder hatte. Ab 1652 wohnte und arbeitete er in Augsburg, das Bürger- und Meisterrecht wurde ihm im gleichen Jahr zuerkannt[1].

In den Folgejahren entstanden zahlreiche Gemälde in vielen süddeutschen Kirchen. Schönfeld gilt als bedeutendster deutscher Barockmaler in der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts. Außer Gemälden mit religiösem Inhalt malte er Mythologie- und Genreszenen. Er hinterließ auch Radierungen und Zeichnungen.

Ein Schüler Schönfelds, Johann Schmidtner, malte das bekannte Augsburger Wallfahrtsbild Maria Knotenlöserin.

Gemälde (Auswahl)[Bearbeiten]

Der Raub der Sabinerinnen, um 1640
  • Der Raub der Sabinerinnen, um 1640
  • Salomon wird durch den Priester Zadok zum König gesalbt, 1657, Öl auf Leinwand
  • Kreuztragung Christi und Abnahme Christi vom Kreuz, 1660, evangelische Heilig-Kreuz-Kirche in Augsburg
  • Schatzgräber in römischen Ruinen, 1662, Öl auf Leinwand
  • Die Kirchenväter Gregor und Hieronymus, hl. Bischöfe und Mönche, 1669, Altarbild einer Seitenkapelle im Salzburger Dom
  • Josef bewirtet seine Brüder in Ägypten, gegen 1670

Literatur[Bearbeiten]

  • Wilhelm Schmidt: Schönfeld, Johann Heinrich. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 32, Duncker & Humblot, Leipzig 1891, S. 302 f.
  • Herbert Pée: Johann Heinrich Schönfeld. Bilder, Zeichnungen, Graphik. Museum Ulm, Ulm 1967 (Ausstellungskatalog, Ulm, Museum Ulm, 2. Juli – 17. September 1967).
  • Heide Klinkhammer: Schatzgräber, Weisheitssucher und Dämonenbeschwörer. Die motivische und thematische Rezeption des Topos der Schatzsuche in der Kunst vom 15. bis 18. Jahrhundert. Berlin: Mann, 1993 (Studien zur profanen Ikonographie; Bd. 3).
  • Christoph Bellot: Schönfeld, Johann Heinrich. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 23, Duncker & Humblot, Berlin 2007, ISBN 978-3-428-11204-3, S. 408 f. (Digitalisat).
  • Ursula Zeller (Hrsg.): Johann Heinrich Schönfeld – Welt der Götter, Heiligen und Heldenmythen. DuMont, Köln 2009, ISBN 978-3-8321-9243-3 (Ausstellungskatalog, Friedrichshafen, Zeppelin Museum, 16. Oktober 2009 – 7. Februar 2010).
  • Christof Trepesch (Hrsg.): Maler von Welt. Johann Heinrich Schönfeld im Bestand der Kunstsammlungen und Museen Augsburg. Deutscher Kunstverlag, Berlin u. a. 2010, ISBN 978-3-422-07017-2 (Ausstellungskatalog, Augsburg, Schaezlerpalais, 10. Juli – 17. Oktober 2010).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Ausstellungsbegleiter Schönfeldausstellung 2010 - 2011, Salzburger Barockmuseum, 2011

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Heinrich Schönfeld – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien