Johann I. (Ostfriesland)

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Johann I. von Ostfriesland (* 1506; † 1572) aus dem Hause Cirksena war nicht regierender Graf von Ostfriesland und später kaiserlicher Statthalter zu Limburg. Sein Vater, Edzard der Große, hatte in der Grafschaft Ostfriesland die Primogenitur eingeführt, so dass Johann hinter seinem älteren Bruder Enno II. zurückstecken musste. Allerdings machte er seinem Bruder trotz großen Ehrgeizes dies Herrschaft nicht streitig.

Johann war im Gegensatz zu seinem Vater und seinem Bruder katholisch geblieben. So konnte er sich nach dem Tod seines Vaters in den Dienst des Kaisers stellen. Allerdings kehrte er bald nach Ostfriesland zurück und unterstützte Enno in dessen Tun. Dabei konnte er auf die unkluge Herrschaft seines Bruders allerdings nur wenig positiven Einfluss nehmen und zeichnete sich auch selbst nicht gerade durch weises und vorausschauendes Handeln aus (siehe auch: Geldrische Fehde).

Im Jahr 1538 heiratete Johann Dorothea von Österreich, eine uneheliche Tochter von Kaiser Maximilian I. Weiterhin heißt es, er habe Graf Enno in dessen angeblichem Vorhaben bestärkt, die Grafschaft Ostfriesland zu rekatholisieren. Mit dem Tod Ennos im Jahr 1540 wurde diesem Bestreben aber ein vorzeitiges Ende gesetzt. Johann stand nun in ständigem Konflikt mit Ennos Witwe, Gräfin Anna, die vormundschaftlich für seinen Neffen Edzard die Regierung führte.

Im Jahr 1543 erinnerte sich aber der römisch-deutsche Kaiser Karl V. an Johanns Dienste. Er setzte den Cirksena als Generalstatthalter zu Limburg, Falkenburg und Dalheim ein. Von da an trug Johann umgangssprachlich den Namen "Graf Johann von Falkenburg". Seine Nachkommen behielten noch drei Generationen die Coldeborg im Rheiderland und wurden von den ostfriesischen Grafen finanziell versorgt.

Literatur und Quellen[Bearbeiten]