Johann II. (Blois)

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Johann II. von Châtillon (franz: Jean II. de Châtillon; * um 1345; † 1381 in Valenciennes) war ein Graf von Blois und Dunois, Herr von Avesnes, sowie von Schoonhoven und Gouda aus dem Haus Châtillon. Durch die Eheschließung mit Mechtild von Geldern wurde er 1372 zum Anwärter auf den Herzogtitel von Geldern.

Leben[Bearbeiten]

Er war ein Sohn des Grafen Ludwig I. von Blois († 1346) und der Jeanne d'Avesnes († 1350), Gräfin von Soissons und Herrin von Chimay, eine Tochter des Jean d'Avesnes, Herr von Beaumont, aus dem Haus Avesnes.

1356 erbte er die ausgedehnten Besitzungen seines Großvaters, Johann von Beaumont, in Holland und Zeeland. Diese formten in der Grafschaft Holland gleichsam einen Staat im Staat. Er nahm eine Vertrauensstellung am Hofe Albrechts von Bayern, des Grafen von Holland, ein, der ihn 1359/60 und 1363/64 mit der Verwaltung von Holland und Seeland beauftragte. Dort baute er seinen Hof zu Schoonhoven zu einem kulturellen Zentrum erster Güte aus. Auch nahm er 1363 und 1369 an zwei Preußenfahrten teil.

Im Jahr 1372 heiratete er Mechtild von Geldern, die Tochter Reinalds II. von Geldern und wurde dadurch in den geldrischen Erbfolgestreit verstrickt. Die Ehe blieb kinderlos. Im Jahr seiner Hochzeit folgte Johann seinem älteren Bruder Ludwig als Graf von Blois und Graf von Dunois. Nach seinem Tod im Jahr 1381 erbte sein Bruder Guido II. die Herrschaften.

Literatur[Bearbeiten]

  • Wim van Anrooij: Spiegel van ridderschap. Heraut Gelre en zijn ereredes. Prometheus, Amsterdam 1990, ISBN 90-5333-021-6 (Nederlandse literatuur en cultuur in de Middeleeuwen 1), (Zugleich: Leiden, Univ., Diss., 1990).
  • Karlheinz Brauers: Der Ordensstaat Preußen und der Niederrhein – insbesondere Geldern. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein. Heft 209, 2006, ISSN 0341-289X, S. 139–216.
  • Aleid W. van de Bunt: Mechteld, Hertogin van Gelre. In: Gelders Oudheidkundig Contactbericht. 33, April 1967, ZDB-ID 1290748-0, S. 1–6.
  • Heinrich Neu: Johann, Graf von Blois. In: Neue Deutsche Biographie (NDB). Band 10, Duncker & Humblot, Berlin 1974, ISBN 3-428-00191-5, S. 486 f. (Digitalisat).
  • J. Kockelhorm-Nijenhuis, W. M. Elbers, Mechteld. Hertogin Pretendente van Gelre. In: Gelders Oudheidkundig Contactbericht. 57, Juni 1973, S. 2–11, hier S. 4.
  • Werner Paravicini: Die Preussenreisen des europäischen Adels. Teil 1. Thorbecke, Sigmaringen 1989, ISBN 3-7995-7317-8 (Francia. Beihefte 17/1).
  • Werner Paravicini: Die Preussenreisen des europäischen Adels. Teil 2. Thorbecke, Sigmaringen 1995, ISBN 3-7995-7348-8 (Francia. Beihefte 17/2).
  • Brigitte Sternberg: Mechtild von Geldern (um 1320–1384). Vom begehrten Heiratsobjekt zur selbstbewussten Landesherrin des Spätmittelalters. In: Starke Frauen vom Niederrhein. Kalender 2001, Herausgegeben von der Arbeitsgruppe „Gleichstellung“ der Region NiederRhein, Duisburg 2000, Kalenderblatt Oktober.
  • Brigitte Sternberg: Die Briefsammlung der Mechtild von Geldern (um 1320–1384). In: Uwe Ludwig, Thomas Schilp (Hrsg.): Mittelalter an Rhein und Maas. Beiträge zur Geschichte des Niederrheins. Dieter Geuenich zum 60. Geburtstag. Waxmann, Münster u. a. 2004, ISBN 3-8309-1380-X, S. 107–123 (Studien zur Geschichte und Kultur Nordwesteuropas 8).
  • Brigitte Sternberg: Mechtild von Geldern, Gräfin von Kleve. In: Helmut Tervooren: Van der Masen tot op den Rijn. Ein Handbuch zur Geschichte der mittelalterlichen volkssprachlichen Literatur im Raum von Rhein und Maas. Schmidt, Berlin 2006, ISBN 3-503-07958-0, S. 262f.

Weblinks[Bearbeiten]

Vorgänger Amt Nachfolger
Ludwig II. Graf von Blois
Graf von Dunois
Blason Blois-Châtillon.svg

1372–1381
Guido II.