Johann Jakob Merlo

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Johann Jakob Merlo

Johann Jakob Merlo (in älteren Veröffentlichungen auch Jacob) (* 25. Oktober 1810 in Köln; † 27. Oktober 1890 ebenda) war ein deutscher Heimatforscher, Sammler und Dichter.

Leben[Bearbeiten]

Als Autodidakt und von nur bescheidener Schulbildung errang er durch Fleiß und Disziplin einen Bildungsstand auf hohem Niveau. Merlo war zunächst in seiner Heimatstadt als Kaufmann tätig, bis er sich ab dem Jahr 1831 ganz seiner Leidenschaft, der Kunst und dem Schreiben widmen konnte.

Seine Verdienste für die Entwicklung der Kölner Kunstgeschichte sind vor allem in der Sicherung des immer noch nicht gänzlich erschlossenen Quellenmaterials zu sehen. Sein zwischen 1850/52 herausgegebenes Werk „Nachrichten von dem Leben und den Werken Kölnischer Künstler“ schuf die Grundlage für eine zusammenhängende Darstellung der Kunstgeschichte seiner Stadt.

Merlo, der auch die Ehrendoktorwürde der Universität Bonn erhielt, war auch bekannt für seine Sammlung alter Stiche, sowie alter Stadtansichten und Pläne. Des Weiteren erschienen von ihm Arbeiten über historische Kölner Gebäude, zum Beispiel seine Schilderungen den Gürzenich betreffend, und deren Aufgaben und Bedeutung, wie seine Forschungen „Das Ausgabebuch der Mittwochs-Rentkammer zu Köln betreffend.“ [1] Ein weiteres Interessengebiet war die Geschichte der Kölner Buchhändler und Buchdrucker. Seinen Nachlaß mit Büchern, 1000 grafischen Blättern und Porträtsammlungen vermachte er testamentarisch dem Historischen Museum in Köln.[2] Johann Jakob Merlo wurde auf dem Melaten-Friedhof (Lit. G) bestattet.[3]

Die Stadt benannte die „Merlostraße“ in der nördlichen Stadt am Reichenspergerplatz nach ihm.

Veröffentlichungen (Auswahl)[Bearbeiten]

  • Nachrichten von dem Leben und den Werken Kölnischer Künstler. Köln 1850.
  • Haus Gürzenich zu Köln, sein Saal und dessen Feste. Nach den Urkunden. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein 43, 1885, S. 1–79.
  • Zur Geschichte des Kölner Theaters im 18. und 19. Jahrhundert. In: Annalen des Historischen Vereins für den Niederrhein, insbesondere die alte Erzdiöcese Köln 50, 1890, S. 145–219.
  • Kölnische Künstler in alter und neuer Zeit. Neu bearbeitete und erweiterte "Nachrichten von dem Leben und den Werken kölnischer Künstler." Hrsg. v. Eduard Firmenich-Richartz unter Mitwirkung von Hermann Keussen. Schwann, Düsseldorf 1895 (Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde 9)(unveränderter Nachdruck B. de Graaf, Nieuwkoop 1966).

Literatur[Bearbeiten]

  • Hermann Keussen: Merlo, Johann Jakob. In: Allgemeine Deutsche Biographie (ADB). Band 52, Duncker & Humblot, Leipzig 1906, S. 329.
  • Karl Beckmann: Johann Jakob Merlo als Dichter, in: Jahrbuch des Kölnischen Geschichtsvereins 14, 1932, S. 92-110

Weblinks[Bearbeiten]

 Commons: Johann Jakob Merlo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien
 Wikisource: Johann Jakob Merlo – Quellen und Volltexte

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Das¬ Ausgabebuch der Mittwochs-Rentkammer zu Köln für die Jahre 1370-1380. In: Annalen des historischen Vereins für den Niederrhein 39, 1883, S. 141-153; s. Carl Dietmar: Die Chronik Kölns, Chronik Verlag, Dortmund 1991, ISBN 3-611-00193-7, S. 278.
  2. Gerhard Dietrich: Museum für angewandte Kunst Köln - Chronik 1888 – 1988. Stadt Köln (Hrsg.), Köln 1988, S. 31
  3. Josef Abt, Johann Ralf Beines & Celia Körper-Leupold: Friedhof Melaten: Kölner Gräber und Geschichte. Köln 1997, Greven Verlag, ISBN 3-7743-0305-3, S. 203