Johann Karl Christoph Nachtigal

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche

Johann Karl Christoph Nachtigal (* 25. Februar 1753 in Halberstadt; † 21. Juni 1819 ebenda) war ein deutscher Theologe, Philologe, Schriftsteller und Erzählforscher.

Inhaltsverzeichnis

[Bearbeiten] Biografie

Sein Vater war Prediger an der Paulskirche. Nachtigal studierte von 1771 bis 1773 an der Universität Halle Theologie, Philologie und der Naturwissenschaften. Nach dem Studium ging er zurück an seine schulische Ausbildungsstätte, dem Halbstädter Stephaneum, wo er zunächst Lehrer und ab 1800 Direktor war. 1800 wird er zudem zum Konsistorialrat ernannt. Er beschäftigte sich unter anderem auch mit der Frage der Datierung der Schriften im Alten Testament. Er erhielt 1808 die Ehrendoktorwürde der Theologischen Fakultät der Universität Halle.

Von 1812 bis 1816 ist Nachtigall Generalsuperintendent des Fürstentums Halberstadt, der Grafschaften Hohenstein und Mansfeld bis zur Auflösung des Konsistoriums durch die neue Provinzialeinteilung Preußens.

Im Jahr 1800 erscheint unter dem Pseudonym Otmar die erste deutsche Sagensammlung mit wissenschaftlichem Anspruch unter dem Titel Volcks-Sagen. Nacherzählt von Otmar. Die Sammlung enthält 24 Texte unterschiedlichen Zuschnitts, zum Teil in mehreren Versionen. Zwar beteuert Nachtigal, er habe seine Sagen getreu nacherzählt, aber eine Neigung zu romantisch-verklärender Ausschmückung der Texte ist nicht zu übersehen. Ausführlich setzt er sich mit der Gattung Sage auseinander. Hierbei greift er auf Ausführungen zurück, die er bereits drei Jahre zuvor in der Zeitschrift Erholungen publiziert hatte. In Anlehnung an Herder, den er auch persönlich kannte, betrachtet er mündlich überlieferte Sagen als historische Zeugnisse für kulturell unterrepräsentierte Gruppen. Die Brüder Grimm nennen die Otmarsche Sammlung in den 1816/18 erschienenen Deutschen Sagen 21mal unter ihren Quellen (15mal als alleinige Vorlage).

[Bearbeiten] Einfluss

Die Volkssage "Der Ziegenhirt" / "Peter Klaus" diente als Inspiration für die weitaus bekanntere Erzählung "Rip Van Winkle" von Washington Irving.[1]

[Bearbeiten] Werke

  • Volcks-Sagen. Nacherzählt von Otmar. 1800
  • Fragmente über die allmählige Bildung der den Israeliten heiligen Schriften. In: Magazin für Religionsphilosophie, Exegese und Kirchengeschichte.

[Bearbeiten] Literatur

[Bearbeiten] Weblinks

 Wikisource: Johann Karl Christoph Nachtigal – Quellen und Volltexte

[Bearbeiten] Einzelnachweise

  1. Burstein, Andrew. The Original Knickerbocker: The Life of Washington Irving. New York: Basic Books, 2007: 117. ISBN 978-0-465-00853-7
Meine Werkzeuge
Namensräume
Varianten
Aktionen
Navigation
Mitmachen
Drucken/exportieren
Werkzeuge
In anderen Sprachen